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Scout Tour Seychellen


23.04.2021 - 12.05.2021



 

Das Reisebüro Urlaubswelt.com ist seit Jahren auf der Vermittlung von Privaten Unterkünften und Wohnungen, für Selbstversorger auf den auf Seychellen spezialisiert. Durch die Corona Krise ist auch hier das Geschäft zusammengebrochen. Zahlreiche Unterkünfte hatten geschlossen, öffnen nun aber wieder. Damit wir aktuelle Informationen Informationen und neue Fotos erhalten und mit unseren Vermietern wieder in Kontakt kommen, unternehme ich diese Inforeise auf die Seychellen. Die Vorbereitung hat Wochen gebraucht, bis ich meine 41 Termine bestätigt erhalten habe. Nun steht das Programm. Mahé, Praslin und La Digue und dann zum Schluss noch die Insel Cerf, die vor Mahé liegt. 60 % der Seychelloise sind derzeit geimpft. Daher sollte das Leben dort wieder relativ normal ablaufen. Man braucht einen negativen Corona Test (PCR) und muss sich bei der Webseite der Seychellen registrieren. Das ist nicht so einfach, denn dort muss man seinen negativen Test bereits haben, bevor man zum Registrieren beginnt. Den Test, die Hotelgutscheine, Reisepaßdaten und ein Paßfoto muß man hochladen. Das ist alles andere als einfach, aber zu letzten klappt es und wir bekommen unsere Bestätigung auf die Seychellen fliegen zu können. Es bleibt bis zum Schluss spannend, denn man kann erst mit dem Registrieren beginnen, wenn man den negativen Test hat. Dieser darf bei der Einreise maximal 72 Stunden alt sein. 

Ich sehe die Reise als Vorbereitung für unseren Neustart nach Corona. Zuhause ist bis Ende Mai noch zugesperrt. Gasthäuser, Hotels, sowie Sporteinrichtungen sind geschlossen, Veranstaltungen, Theater sind auch nicht möglich.

Viel Spaß beim Lesen.

Hier finden Sie Ihre Ihre unter Unterkünfte:  www.urlaubswelt-seychellen.com

1. Tag - Freitag 23.04.2021

Gemeinsam mit Lisa fliege ich heute von Wien nach Mahé/Seychellen. Bei traumhaften Frühlingswetter verlassen wir den schönen Attersee. Wir fliegen mit Ethiopian Airlines. Am Flughafen Wien ist „Geisterbahn“. Alles ist ausgestorben, die Geschäfte geschlossen, die Restaurants und Duty Free Läden auch. Wir haben das Glück, dass wir ein Upgrade auf Business Class bekommen haben. Das macht das Reisen natürlich angenehm. Mit dem Boeing Dreamliner geht es nach Addis Abeba. Der Flug unspektakulär, das Service ein Traum. Fischvariationen als Vorspeise, dann ein kleines Steak und einen guten Wein dazu. Lisa probiert den Fisch. 

2. Tag - Samstag 24.04.2021

Wir landen pünktlich um 05.55 in ADD. Die Business Class von Ethiopian Airlines ist ein Traum. Wir besuchen die Business Class Lounge in Addis Abeba. Auch hier super Service, guter Kaffee und allerhand ausgesuchte Speisen. Weiter geht es von ADD mit einer Boeing 737-700, einem eher älteren Flugzeug. Auch hier haben wir Business Class. Diese kann sich natürlich nicht mit der vom Dreamliner vergleichen. Der Anflug auf Mahé geht durch Wolken hindurch. Typisches Seychellen Wetter. Mal regnet es und dann scheint die Sonne. Die Vorfreude auf Seychellen ist groß, wird aber gleich auf den Boden der Realität zurückgeholt. Schon im Flugzeug müssen wir nochmals ein Formular ausfüllen, das wir ja schon über das Internet ausgefüllt hatten und ohne dem wir ja gar nicht abfliegen hätten dürfen. Die Dame bei der Einreise will dann alle Voucher von uns sehen, die Online Anmeldung, den Corona Test, einfach alles was wir ja schon gemacht hatten. Es ist nervenzerreibend. Nichts geschlafen, sinnlose Doppelgleisigkeiten. Noch dazu ist es schwülheiß. Wir sind viel zu warm angezogen, schwitzen, kurzum die Vorfreude ist weg. Nun endlich durch den Zoll und wir sind angekommen. Unser Mietwagenunternehmen OKAP Car wartet schon mit einem kleinen Hyundai auf uns. Mittlerweile sind wir durchgeschwitzt. Endlich starten wir mit dem Auto los Richtung Süden zu unserer Unterkunft Coco Blanche. Die Vermieterin erwartet uns schon und entschuldigt sich gleich für das was nun kommt. Wir müssen insgesamt drei Formulare ausfüllen. Woher kommen wir, wohin gehen wir, sind wir geimpft, PCR-Test und und und. Dann erklärt Sie uns, dass Sie jeden Tag ein Formular mit uns ausfüllen muss, wo wir auch die Temperatur messen lassen müssen. Ich glaub ich pack’s einfach nicht. Was soll’s, wir spielen mit, füllen alles brav aus. Dann aber unter die Dusche und dann schaut die Welt gleich anders aus. Wir besorgen uns am Bankomat Rupien, kaufen für das Frühstück ein und anschließend gehen wir ins Kreol Kafe, wo ich schon früher mal war. Ich bekomme mein erstes Oktopus Curry, Lisa eine Dorade und ein Bier dazu. Die Abendstimmung ist ein Traum, die Wolken verheißen Regen. Wir sitzen noch auf der Terrasse, hundemüde aber glücklich endlich angekommen zu sein.

 

3. Tag - Sonntag 25.04.2021

Am späten Abend gab es noch einen richtigen Wolkenbruch. Auf den Seychellen haben fast alle Häuser Blechdächer. Damit hört sich ein Wolkenbruch richtig spektakulär an. Am Morgen, alles vorbei. Traumhaftes Wetter, aber immer noch sehr schwülheiß. Gestern haben wir uns noch mit allen notwendigen versorgt, damit wir uns ein tolles Frühstück zubereiten können. Spiegeleier mit Speck und Käse, Kaffee, Tee und Toast. Wir müssen ja gestärkt sein, denn heute haben wir unseren ersten Termin um 10.00 Uhr im Hotel Chez Batista. Dieses Hotel liegt an der Anse Takamaka. Ich kenne das Hotel schon seit Jahren. Immer wieder wird was dazu gebaut und immer schaut es auf wie auf einer Baustelle. Eben bauen sie einen neuen Trakt dazu, der laut Managerin im Herbst fertig sein wird. Würde mich nicht wundern, wenn bei meiner nächsten „Inspection tour“ wieder eine Baustelle ist oder die eben erwähnte nicht fertig. Der Strand vor dem Chez Batista ist ein Traum. Allerdings sind die Wellen so hoch, und die Strömung so stark, dass Baden nur eingeschränkt möglich ist. Nach meiner „Inspection tour“ mit Sabita, die aus Nepal kommt, nehmen wir noch ein Bad im Meer, bevor wir zu unserem neuen Termin aufbrechen in die Villa Gazebo. Hier erwartet uns wieder Lucy, die auch unsere Unterkunft managet. Die Villa Gazebo eignet sich für eine kleine Gruppe von zwei bis 8 Personen die ein ganzes Haus für sich haben wollen. Traumhaft, auf einem Berg unweit der Takamaka Beach gelegen, hat man hier alles vom Feinsten. Traumhafter Swimmingpool, eine wunderschöne Gartenanlage, großzügige Zimmer und einen Gedenkplatz mit einem Steintisch und Steinsessel an Gedenken an die Mutter von Lucy. Dann fahren wir weiter zu einem Gästehaus das derzeit geschlossen ist. Es ist das Takamaka View von Roland. Leider bietet sich hier ein trauriges Bild. Seit Beginn der Pandemie sind hier keine Gäste mehr gewesen. Roland baut an seinem Pool, wird wohl länger noch dauern. Wir fahren weiter ins Restaurant „The Anchor“, der Anker. Wir trinken Sey-Brew Bier und essen Garnelenspieß und genießen den Blick auf die Anse a La Mouche. Jet-Ski fahren in der Bucht, auch Motorboote für Wasserskifahrer. Es ist Sonntag, die Einheimischen genießen das Strandleben. Nun geht es wieder in unsere Unterkunft. Es ist sehr heiß und wir müssen eine Pause machen. Regenschauer gehen strichweise ab. Am Abend besuchen wir das Restaurant Surfers-Paradies mit traumhaften Blick auf den Strand. Der Sonnenuntergang zaubert ein fantastisches Licht. Auf unserer Terrasse lassen wir den Abend ausklingen.

4. Tag - Montag 26.04.2021

Nach dem Frühstück fahren wir Richtung Süden. Im Chalet Anse Forbans erwartet uns bereits Brigitte. Sie hat momentan wenige Buchungen. Wir klären die Preise ab und machen dann einen Rundgang durch die Anlage. Corona hat hier auch ihre Spuren hinterlassen. Notwendige Investitionen wurden zurückgestellt, aber trotzdem ist die Bungalowanlage top in Schuss. Überall im Garten wird gearbeitet. Bäume werden geschnitten, Hecken gestutzt, und der Rasen geschnitten. Dann geh es weiter in das Aparthotel „Fleur de Sel“. Diese Apartmentanlage ist der puristisch gehalten. Von fast jedem Zimmer hat man einen tollen Blick zum Meer. Es gibt drei große Bungalows und eine Villa für insgesamt bis zu 8 Personen. Der Strand liegt unmittelbar vor der Anlage. Allerdings wurde vor einigen Jahren der Sand weggespült und daher gibt es, vor allem bei Ebbe, viele Steine und daher ist es hier nicht so besonders zum Schwimmen geeignet. Im Kreol Kafe bleiben wir kurz zum Mittagessen und dann geht es zurück in unsere Unterkunft. Relaxen, denn am Nachmittag gibt es nochmals zwei Termine.

Am Nachmittag besuche ich Villa Dorado und das Crown Hotel. Das Villa Dorado wurde verkauft und gehört nun einem Russen. Komisch, dass die dann auch noch einen Termin bestätigt haben?? Das Crown Beach Hotel ist ein schönes 4-Sterne-Hotel an der Ostküste. Hier steigen die Crews der Privatjets ab, die bedingt durch Corona mehr geworden sind. Nach einer Hotelführung und einem Gespräch mit der Geschäftsführerin geht es zurück in unsere Unterkunft. Wir verbringen den in unserer Stammkneipe Kreol Kafe. Der Mond geht auf – es ist fast Vollmond. Ein mystisches Licht entsteht über dem Meer. Es ist warm, ein laues Lüfterl weht – ein Tag geht zu Ende.

 

5. Tag - Dienstag 27.04.2021

Am Morgen wieder ein Wolkenbruch. Die Tropfen prasseln  auf das Dach. Nach dem Frühstück verabschieden wir uns von Lucy, unserer Gastgeberin. Heute geht es nach Beau Vallon, einem Strand im Norden der Insel Mahé, der auch der Hauptstrand der Insel ist. Zuerst hab ich aber noch einen Termin in Victoria, der Hauptstadt der Seychellen, bei meinem Partner Creole Travel. Leider gibt es keine genaue Adresse von der Agentur und ich kann mich nicht mehr genau erinnern wo die Agentur ihren Standort hat. Adressen gibt es leider hier nicht so wie bei uns. Hier geht es nach Gebäude (Buildings). So suche ich eine Zeit herum bis ich endlich bei meinem Termin bin. Ich bin total durchgeschwitzt als ich bei Creole ankomme. Nach einer Stunde Besprechung treffe ich mich mit Lisa am vereinbarten Treffpunkt. Es geht nun nach Beau Vallon. Hier gibt es zahlreiche Privatunterkünfte, Restaurants und auch Bars. Wir wohnen im Beach House, einer einfachen Unterkunft, direkt am Strand. Gleich nach dem Check-IN, marschieren wir zum Strand. Es hat gefühlte 35 Grad im Schatten, da tut ein Bad im Meer gut. Eine kleine Schreckminute, als Lisa bei einem Stein ausrutscht und auf den Hinterkopf fällt. Gott sei Dank nichts passiert, Lisa ist wohlauf! Der Strand von Beau Vallon ist zirka 4 Kilometer lang, feiner Sandstrand, ideal zum Schwimmen. Wir genießen einen traumhaften Sonnenuntergang, denn auf dieser Seite der Insel geht die Sonne im Meer unter. Es ist heiß, auch noch am späten Abend. Zum Abendessen sind wir im La Plagne, direkt am Beau Vallon Strand. 

6. Tag - Mittwoch 28.04.2021

Das Frühstück im Beach House serviert uns Lissy, mit traumhaften Blick über die Beau Vallon Beach. Hier wächst alles was bei uns zuhause in den Blumentöpfen so dahin vegetiert, es wuchert in riesigen Dimensionen. Bananenbäume, Ficus Benjamini und allerhand Gummibäume und Blumen verschiedener Art gibt es hier.

Heute haben wir einen Termin beim Hotel Glacis Heights Villas & Self Catering. Die Straße zu diesem Hotel ist nichts für schwache Nerven. Nur mit Vollgas und erstem Gang gelingt es die steile Straße zu erklimmen. Beryl und Bryan empfangen uns und führen uns durch die Anlage. Der Blick zum Meer ist fantastisch. Die beiden Besitzer haben mit viel Gespür für die Einrichtung, und haben eine sehr angenehme Atmosphäre geschaffen. Man kann hier Frühstück und sogar Abendessen dazu buchen. Weiter geht es zu unserem nächsten Termin.

Die nächste Unterkunft die wir besuchen ist Bel Horizon, gleich neben dem Hilton. Die Chefin führt mich durch ihr Haus. Es sind alle Apartments besetzt. Sie selber bewohnt aber momentan ein Apartment, weil sie Umbauarbeiten haben und Sie direkt an der Baustellen sein wollen, ihr Haus befindet sich ja einige Kilometer weiter entfernt. Bel Horizon liegt direkt am Meer. Die Zimmer sind sehr stylisch eingerichtet. Vom Zimmer aus sieht man zum Strand. Die Wellen umspülen die Granitsteine, Palmen hängen ins Meer. Es befindet sich ein Riff vor der Küste, sodass der Strand von den ganz großen Wellen geschützt ist. Bei Ebbe bleiben kleinere Pools zurück in denen man schwimmen kann. Seit einem Jahr gibt es auch einen Swimmingpool und eine weitere Plattform, mit Sonnenliegen und Sonnenschirmen.

Wieder zurück in unserem „Beach House“, versuche ich mich abzukühlen. Es ist drückend heiß. Irgendwie schaffe ich die Hitze diesmal gar nicht. Liegt es eventuell an den Masken? Bei jedem Meeting Maske tragen, bis die Schweiß herunter tropft, das macht keinen Spaß. Ein Meeting muss ich sausen lassen, denn es ist schlichtweg zu heiß.

Dennoch besuche ich auch noch die Divers Lodge. Hier befindet sich eine sehr gute Tauchschule und ein Self Catering Apartment. Die Zimmer sind einfach aber praktisch. Der Strand vor der Divers Lodge ist sehr schön, mit den typischen Granitsteinblöcken und dem goldgelben Sand dazwischen. Zurück geht es in die Beach Villa.

Von unserer Beach Villa aus, sieht man die Einheimischen vorbeigehen. Die tragen alle Masken, bei der Hitze, einfach verrückt? Manchmal fährt ein Auto vorbei, bei dem der Bass so laut ist, dass es einen die Luft verschlägt.

Morgen machen wir einen Tag ohne Termine und erkunden die Insel, mit Auto, Badehandtuch, Badehose/Badeanzug und Landkarte.

 

7. Tag - Donnerstag 29.04.2021

Heute haben wir einen freien Tag, den wir zu einer Inseltour verwenden wollen. Nach dem Frühstück fahren wir von Beau Vallon Richtung Victoria. Dann biegen wir rechts ab auf die Straße Richtung Port Glaud. Die Straße windet sich wie eine Schlange den Berg hinauf. Links und rechts der Straße tropischer Dschungel. Teilweise ist die Straße so überwuchert, dass man den Himmel nicht mehr sieht. Beim Hotel/Restaurant „The Station“ machen wir unseren ersten Halt. Man hat von hier einen tollen Blick hinunter nach Victoria und auf Eden Island. The Station war früher mal eine Fernsehstation, darum der Name. Jetzt ist es ein Hotel/Restaurant und Tee- bzw. Kaffeehaus. Hier wird auch Naturkosmetik hergestellt. Das Design ist schräg, modern mit alten Dingen kombiniert. Weiter geht es bergauf. Wir passieren jene Stelle, von wo aus man zu den Sans Soucis Wasserfällen, im gleichnamigen Nationalpark kommt. Wir fahren aber weiter und machen einen Stopp in der Teefabrik. Das ist eine alte Fabrik, die auch als Museum geführt wird. Hier wächst tatsächlich Tee, guter Tee sogar. Weiter geht es hinunter nach Port Glaud. Wir fahren am 5-Sterne-Hotel Constance Ephelia vorbei, bis es nicht mehr weitergeht. Das letzte Stück zum Strand hätten wir gehen müssen, aber entgegenkommende Badegäste rieten uns ab den Strand zu besuchen, weil er nicht schön ist. Na dann zurück. Beim Strand beim Constance Ephelia bleiben wir zum Baden. Eine wunderschöne Bucht lädt zum Schwimmen ein. Unter einem Baum lassen wir uns nieder und genießen die Szenerie. Paddelboote und Kajaks fahren in der Bucht herum, ein großer Katamaran liegt vor Anker. Wir verlassen nach eine Weile den Strand und Fahren zurück Richtung Süden. Wir können an einem schönen Restaurant mit dem Namen „The Place“ nicht vorbei. Einerseits hat der gute Geruch von Knoblauch und Toastbrot am Stand uns Hunger gemacht und andererseits liegt das Restaurant so schön, dass wir uns entschließen hier einen Stopp zu machen. Das zum Meer offene Restaurant ist modern eingerichtet. Vor dem Restaurant liegt das Meer – türkisblau, dahinter kleine Inselchen. Nach einer kleinen Stärkung geht es weiter Richtung Süden an der Grand Anse vorbei, zur Anse Boileau zurück an die Anse Royal, wo wir ja schon einmal untergebracht waren. Wir fahren am Flughafen und Victoria vorbei zum Nord East Point. Immer wieder hat man einen tollen Blick zum Meer. Granitsteine und Sandstrände mit tropischen Regenwald am Ufer. Zum Abendessen sind wir von meinem Partner vor Ort Creole Travel im Restaurant Madame Antoinette eingeladen. Das ist ein sehr bekanntes Restaurant im typischen Seychelloise Stil. Wir dürfen aus verschiedensten Speisen wählen. Alles wird auf den Tisch gestellt, einfach ein Traum! Dann fahren wir zurück in die Unterkunft, Packen ist angesagt, weil morgen geht es früh raus, Richtung Praslin.   

8. Tag - Freitag 30.04.2021

Früh läutet unser Wecker, denn wir müssen bereits um 07.00 Uhr bei der Fähre sein. Wir verabschieden uns noch von unserer Gastgeberin Lissa und fahren zum Hafen. Dort staune ich nicht schlecht, als bei Cat Cocos schon eine ganze Menge Fahrgäste stehen. Der Grund darin liegt, dass morgen ein Feiertag ist, so wie bei uns. Daher fahren viele Einheimische nachhause, oder eben auch mal auf eine ein Wochenende weg. Bereits in der Früh ist es brütend heiß. Endlich geht es los, die Fähre legt pünktlich ab. Nach knapp einer Stunde erreichen wir den Hafen Praslin. Hier wartet schon Sylvie, von Bliss Car auf uns. Das Auto, auch ein Hyundai, ist schnell übernommen und schon geht es Richtung Anse Volbert. Hier beziehen wir unser Quartier im Cote d´Or Chalet, einer sehr schönen Anlage, sehr ruhig gelegen und direkt am Meer. Das Zimmer ist noch nicht ganz fertig, daher werfen wir uns schon mal in die Fluten. Die heutigen Geschäftstermine habe ich großteils schon über Internet abwickeln können, denn ganz ehrlich – es ist einfach zu heiß, um von einem zum anderen Termin zu fahren. Die Strände sind menschenleer, auch in der Gastronomie merkt man, dass nicht alles so läuft wie es laufen soll. Am schlimmsten auch hier, dass fast alle mit Masken unterwegs sind, teilweise am Strand und teilweise auch beim Joggen! Ja richtig gehört!! Die Welt steht nicht mehr lange! Wir kaufen Mango, Toast, Milch und Käse für das Frühstück morgen. Die Hitze macht uns beiden zu schaffen! Daher ist am Nachmittag relaxen angesagt. Erst am späten Abend wird es erträglich mit den Temperaturen.

9. Tag - Samstag 01.05.2021

Auch auf den Seychellen ist der 1. Mai ein Nationalfeiertag. Nach dem Frühstück unternehmen wir heute einen Ausflug in das Vallee de Mai. Das ist ein Nationalpark in dem die berühmte Coco de Mer wächst. Der Park liegt inmitten der Insel. Auch hier wieder, Temperatur messen, desinfizieren, Adresse und Name aufschreiben. Dann marschieren wir los. Es ist ein tropischer Garten, mit hoher Luftfeuchtigkeit, und undurchdringlichem Dickicht. Wir müssen uns natürlich nicht mit der Machete durschlagen, sondern es gibt schön angelegte Wanderwege. Auf Schildern wird die Natur verständlich gemacht. Wir sehen auch die berühmte Seychellennuss auf der Palme wachsen. Die Frucht sieht so aus wie ein weibliches Becken und beflügelt dadurch die Fantasien der Menschen. Eine Stunde sind wir unterwegs. Am Ende sind wir völlig durchgeschwitzt. Dann fahren wir an die Ostküste bis zum Hotel Lemuria, das in der Nähe des Flughafens liegt. Dort drehen wir um und kehren im Restaurant Paradisier ein um uns zu stärken. Dann geht es zurück zu unserer Unterkunft. Am Nachmittag besuchen wir einen der schönsten Strände von Praslin – Anse Lazio. Ich bin sehr enttäuscht, dass auch hier der Bauboom begonnen hat. Laut meiner Information sollte es ein Gesetz geben, dass die schönen Strände nicht verbaut werden. Aber dem ist nicht so. Es sind mehrere neue Bauwerke in Bau, direkt am Strand von Anse Lazio. Dennoch, der Strand ist immer noch ein Traum! Die Wellen plätschern herein, ganz sanft. Der Sand ist ganz fein. Die so typischen Granitfelsen stehen im Meer und werden von Wellen umspült. Viele Russen sind hier auf Urlaub, kaum Europäer. Dafür sind viele Einheimische da, denn wie erwähnt, heute ist ja Feiertag und das nützen auch die Einwohner von Praslin. Das Restaurant beim Strand hat zu, daher fahren wir zurück in unser Cote d`Or Chalet und genehmigen uns dort ein Bierchen auf unserer Terrasse. Zum Abendessen gehen wir in ein Restaurant am Anse Volbert.

10. Tag - Sonntag 02.05.2021

Um 09.00 Uhr Besprechung mit dem Besitzer der Cote d‘ Or Chalets. Mr. Sonny zeigt mir das Gebäude mit neueren Apartments und dem Restaurant. Das Restaurant ist nur für Hotelgäste. Hier wird Frühstück und auf Wunsch auch Abendessen serviert. Lisa ist am Strand und genießt das Meer. Anschließend hab ich noch einen Termin bei einem Hotel Les Lauriers, einem Boutique Hotel, mit dem wir vor der Krise Probleme hatten. Es geht dabei um Vorauszahlungen, die durch Corona hinfällig geworden sind. Das Gespräch verlief sehr positiv und die Besitzerin versprach mir spätestens am Montag das Geld zu überweisen. Am Nachmittag fahren wir nochmals zum Anse Lazio zum Baden und relaxen. Heute sind zwar weniger Einheimische, aber viele Russen und Israelis da.

Zum Abendessen besuchen wir das Restaurant vom Les Lauriers. Das Les Lauriers ist eines der besten Hotels am Anse Volbert. Das Restaurant und das Zentralgebäude stehen auf großen gemauerten Säulen, die Dächer sind mit Palmenstroh gedeckt. Wir nehmen noch einen Drink am Pool als Digestiv. Das Abendessen besteht aus einer Vorspeise mit Geräuchertem Fisch, Süßkartoffelpüree. Die Hauptspeise sind gebratener Fisch und dazu noch ein Curry mit Rindfleisch. Als Beilage Reis und Nudeln. Dann kommt als Nachspeise noch einen Kuchen Tarte Vanilla – Pudding/Mürbteig. Alles ist viel zu viel, kann kein Mensch essen! Dennoch das essen war ein Traum. Auf unserer Terrasse genießen wir noch den letzten Schluck von Takamaka Cocos Rum.

 

11. Tag - Montag 03.05.2021

Heute heißt es früh aufstehen, denn unsere Fähre geht schon um 07.00 Uhr. Unsere Autovermieterin wartet schon auf uns, wir geben unseren Hyundai zurück. Bei der Fähre ist nicht viel los, aber dennoch gibt es Probleme, weil laut der Dame am Schalter, ich eine Bestätigung der Agentur haben müsste, nach La Digue fahren zu dürfen. Ein wenig blöd stellen hilft immer, dann klappt es doch mit unserer Überfahrt. Diese dauert nur 15 Minuten. Mit dem Taxi geht es dann zu Beryl’s Guesthouse. Beryl’s hat uns noch nicht erwartet, gibt uns aber dennoch schon unser Zimmer und wir übernehmen die Fahrräder für unsere Tour. Beryl’s Guesthouse liegt rund 200 Meter vom Meer entfernt, inmitten eines tropischen Gartens. Die Apartments sind einfach, aber sehr großräumig. Ich kenne die Vermieterin Beryl schon einige Jahre und wir arbeiten mit ihr sehr gut zusammen. Unsere Kunden sind hier immer sehr zufrieden. Ich hab am Vormittag noch zwei Kurzbesuche bei Geschäftspartnern gleich ums Eck und dann geht es zur „Grand Anse“, einem Tramstrand im Südosten der Insel. Große Wellen rollen herein und brechen mit Getöse. Wir suchen ein schattiges Plätzchen und rein in die Waschmaschine. Eine Menge Russischer Touristen sind am Strand. Russen, Osteuropäer und Israelis sind momentan die Hauptgruppe an Touristen. Wir fahren mit den Fahrrädern zurück zu Beryl’s. Am Weg begegnen uns die Aldabra Riesenschildkröten. Sie grasen ganz friedlich am Wegesrand. Eine kleine Gruppe von einheimischen Kindern umringt das Tier und manche setzen sich auch auf den Panzer. Das alles lässt die Schildkröte völlig unbeeindruckt. Anschließend „Büroarbeit“ in der Unterkunft; Nachbearbeiten, E-Mails checken, Onlineanmeldung für den PCR-Test für die Rückreise, Online-Visum für Äthiopien.

Am Abend sind wir in einem tollen Restaurant, gleich beim Jetty, also beim Hafen, mit traumhaften Ausblick auf die Granitsteine im Meer und weißem Sandstrand mit Palmen. Das sind die Seychellen.

 

12. Tag - Dienstag 04.05.2021

Es regnet die ganze Nacht. Nein es schüttet!! Das Frühstück wird uns „mit Regenschirm“ auf unsere Terrasse serviert. Kaffee oder Tee, Mango, Papaya, Ananas, Mandarinen, Toast, Marmeladen und Käse genießen wir auf unserer Zimmerterrasse. Es regnet leicht, aber stetig. Als es ein wenig nachlässt mit dem Regen entschließen wir uns mit dem Rad zu den Stränden zu fahren. Es nieselt, aber dann fängt es zu regnen an und dann zum schütten… Wir sind waschelnass als wir in Beryl’s Guesthouse ankommen. Wir verbringen den Tag am Zimmer, denn es regnet den ganzen Tag. Zu Mittag gehen wir mit Regenschirm zu unserem Restaurant beim Jetty. Mit mehreren russischen Familien mit kleineren Kindern sitzen wir im Restaurant. Trotz Regen ist keine schlechte Stimmung, denn es ist ja warm, zumindest 28 Grad. Zum Abendessen haben wir heute bei Beryl Fisch bestellt. Wir bekommen einen lokalen Fisch, der zur Gattung der Makrelen gehört. Dazu Reis und einen gebackene Brotfrucht und dann noch ein Dessert. Die Flasche Wein dazu haben wir im Markt gekauft. Wir genießen das Abendessen und lauschen dem Regen zu, der immer noch auf die Erde prasselt.  

13. Tag - Mittwoch 05.05.2021

Beryl’s Frühstück weckt uns auf. Wieder das Frühstück wie am Vortag, aber heute mit Eierspeise dazu. Der Regen hat aufgehört, es ist traumhaftes Wetter, und nicht mehr ganz so heiß. Wir nützen die Zeit nochmals die Strecke mit dem Fahrrad zu fahren, die wir gestern wegen Regen unterbrechen mussten. Ein Traumstrand neben dem anderen. Nur leider haben wir zu wenig Zeit an jedem der Strände zu verweilen. Wir machen Fotos und dann fahren wir zurück. Beryl hat für uns die Wäsche gewaschen, denn wir haben noch einige Tage und die Wäsche ist schon aufgebraucht. Das Taxi holt uns um 15.00 Uhr ab, für die Fahrt zum Jetty, wo bereits Cat Coco auf und wartet. Wir checken ein und fahren los. Es wird von jedem die Temperatur gemessen und der Sitzplatz notiert – contact tracing! Heute sind einige Wellen und wir durchfahren auch Regenschauer. Neben uns werden bereits die Kotztüten ausgeteilt. Lisa schläft, ich nicke auch manchmal ein. In Mahé angekommen suchen wir ein Taxi und fahren nach Eden Island. Hier geht die Fähre um 18.00 Uhr nach Cerf Island. Delta, die Chefin der Insel empfängt und freundlich. Nach dem Check-IN – Abendessen im eigenen Restaurant des Hotels L`Habitation. Es gibt als Vorspeise Garnelencocktail, Fisch als Hauptspeise und dann noch ein Dessert. Am Nachbartisch gibt es ein Geburtstagskind, also müssen wir auch da noch eine Torte essen. Die Erlebnisse des Tages besprechen wir noch auf unserer Zimmerterrasse bei einer Flasche Wein.

14. Tag - Donnerstag 06.05.2021

Ein wunderschöner Morgen erwartet uns auf, auf Cerf Island. Heute haben wir unseren PCR-Test angemeldet am Euromedical Center auf Eden Island/Mahé. Mit dem kleinen Fährboot geht es nach Eden. Hier müssen wir ein wenig warten bis wir darankommen. Alles ist super organisiert und der PCR-Test ist günstiger wie in Österreich. Das Ergebnis bekommen wir im Laufe des heuteigen Tages oder morgen am Vormittag mittels E-Mail. Wir kehren auf Eden Island in einem netten Kaffeehaus ein, das einem Deutschen gehört. Trinken noch ein Gläschen Wein und dann geht es zurück auf Cerf Island mit dem hoteleigenen Shuttle. Den Nachmittag verbringen wir im Hotel L'HABITATION. Auf der Insel Cerf gab es früher mal eine Lepra Station. Heute befinden sich auf der kleinen Insel, die direkt vor der Hauptstadt Victoria befindet einige wenige kleinere Gästehäuser und eben das Hotel L`Habitation. Es gibt einen feinen Sandstrand um die Insel, Palmen und im Landesinneren dichten Dschungel. Relaxen ist angesagt. Das negative Ergebnis unseres PCR Testes ist eben eingetroffen.

 

15. Tag - Freitag 07.05.2021

Am Vormittag ist Relaxen angesagt. Gegen Mittag bringt uns das kleine „Speedboot“ von L`Habitation nach Eden Island. Hier kehren wir in einem Indischen Restaurant ein um die Zeit bis 15.00 Uhr tot zu schlagen. Dann fahren wir mit dem Taxi zum Flughafen. Es sind nur zwei Schalter von Ethiopian Airlines besetzt die das Check-In machen. Wir stehen mehr als eine Stunde in der Schlange und das bei totaler Hitze. Alle schwitzen und keiner versteht, warum das alles so langsam vor sich geht. Die Russen müssen Ihre Einreisegenehmigung für Russland vorweisen. Manche haben die nicht, darum geht es gar so langsam. Mit der Maske in der Hitze Schlange stehen ist wirklich alles andere als lustig! Der Flug dann mit einer Boeing 737-800 der Ethiopian Airlines ist pünktlich.

In Addis Abeba geht die Einreise zügig vonstatten, weil ich das Visum ja schon online gekauft hatte. Das Taxi vom Jupiter-Hotel wartet schon auf uns. Der Taxler gibt mir Getnet am Telefon, der uns herzlich begrüßt. Er bereitet ja seine Hochzeit vor und kann uns daher nicht persönlich abholen. Das Hotel Jupiter Bole liegt gleich beim Flughafen. Es war einmal ein 4-Sterne-Hotel, Betonung liegt aber auf „es war einmal“. Wir trinken noch ein Bier an der Bar, bevor wir müde zu Bett gehen.

 

16. Tag - Samstag 08.05.2021

Nach dem Frühstück werden wir zum Flughafen Addis Abeba gebracht. Unser Flug von Addis Abeba nach Bahir Dar ist um 30 Minuten nach hinten verlegt. Wir fliegen mit einer Dash Turboprop zirka 45 Minuten. Dann landen wir in Bahir Dar. Eine Gruppe von 6 Diamond Aircraft (aus Wr. Neustadt) stehen bei der Flugschule der Ethiopian Airlines hier am Flugplatz. Die Flugschüler werden gerade für den Flug vorbereitet. Das Flughafengebäude hat schon bessere Zeiten erlebt. An der Fassade hängen die Sonnenschutzlamellen herunter, alles wirkt sehr verfallen. Wir nehmen unser Gepäck in Empfang und dann wartet schon Getnet Mulugeta von original ethiopian tours auf uns. Er ist ein lieber Freund, denn ich vor Jahren kennengelernt habe. Wir fahren zu unserem Hotel Kurifto Resort am Tana See. Die Anlage wirkt wie aus dem Film Indianer Jones. Massive Steinsäulen tragen auf alt getrimmte Holzbalken. Bei jedem Zimmer gibt es eine Feuerstelle. Ein wenig wirkt es auch wie aus dem Film Fred Feuerstein. Die Zimmer sind geräumig und mit jedem Komfort ausgestattet, wirken aber durch die vielen Steine die verbaut sind sehr dunkel. Getnet kann uns heute nicht begleiten, denn er muss ja seine Hochzeit morgen vorbereiten, zu der wir ja eingeladen sind. Wir unternehmen mit unserem Fahrer Tesfu eine kleine Rundfahrt. Es geht hinauf auf den Aussichtsberg, wo der ehemalige Kaiser Heiles Elasi seine Sommerresidenz hatte. Hier hat man einen tollen Blick über die 2,5 Mio Stadt Bahir Dar und zum "Blauen Nil", der momentan durch den Regen eher der "Braune Nil" genannt werden sollte. Dann fahren wir zum Markt. Weil wir uns wegen Corona keinem Risiko aussetzen wollen, sehen wir das Marktgeschehen vom Auto aus, ist sicherer! Es werden die Rinder am Straßenrand zerlegt. Die Hühner werden lebend verkauft, auf Wunsch aber gleich vor Ort geschlachtet. Es gibt einen Ziegen- und Schafmarkt. In einer anderen Straße sind wieder die Tischler zuhause. Hier kann man sich die Möbel gleich mitnehmen oder machen lassen. Nach einer Stunde kehren wir in unser Hotel zurück. Wir essen im Hotel zu Abend.

17. Tag - Sonntag 09.05.2021

Heute ist große Hochzeit von meinem Freund und Geschäftspartner Getnet Mulugeta mit seiner Anvertrauten Wude. Nach dem Frühstück bringt uns Tesfu unser Fahrer hinaus aufs Land. Zuerst fahren wir durch ein Industriegebiet der Stadt Bahir Dar. Dann zweigt die Straße ab – so richtig aufs Land. Große Regenpfützen sind am Weg. Die Einheimischen wohnen hier in Häusern die auf Stangen von Eukalyptus gebaut und mit Lehm und Kuhfladen verschmiert sind. Der kleine 8-Sitzer Toyota Bus rumpelt über die Wege, bis wir endlich ankommen. Ich war hier schon mal, bei Getnets Mutter zu Besuch. Nun hat Getnet für seine Mutter ein neues Haus gebaut. Obwohl aus dem gleichen Baumaterial, ist es dennoch das größte Haus im Dorf und mit Hausmauern, die zur Gänze mit Lehm und Kuhmist verputzt ist. Hier hat die Dorfgemeinschaft ein Zelt aufgebaut mit dem für Hochzeiten so wichtigen Thron auf den sich das Brautpaar setzen muss. Aber soweit ist es noch nicht. Wir sitzen mit den Kindern beisammen, fotografieren sie und zeigen ihnen dann die Bilder und Videos. Gibt es was Schöneres wie Kinderlachen? Obwohl wir uns nicht unterhalten können, weil wir nicht Ihre Sprache sprechen, haben wir trotzdem viel Spaß.

Die Braut ist noch in ihrem Elternhaus. Getnet wird nun in seinem Elternhaus von seinen vier besten Freunden eingekleidet. Festlich schaut er aus! Getnet kleidet auch seine Freunde ein. Diese Zeremonie ist ein Teil des Festes. Dann endlich ist es soweit und die Männerseite der Hochzeitsgesellschaft ist bereit für die Hochzeit. Draußen empfängt sie die Dorfgemeinschaft. Mit Jagdgewehren wird geschossen, es wird gesungen und getanzt. Nun fahren wir unter hupen und mit Warnblickanlage zum Haus der Braut. Auch hier geht es über Stock und Stein und manchmal müssen die Menschen am Wegrand anschieben, weil unser Bus im Schlamm steckenbleibt. Nun erreichen wir das Haus seiner Zukünftigen. Auch hier wurde ein Zelt aufgebaut. Getnet geht mit seinen Freunden ins Haus seiner künftigen Frau und holt sie unter singen und tanzen ab. Dann geht es in das „Festzelt“ das aus alten Stoffplanen besteht. Plastiksessel sind aufgestellt. Lisa und ich werden ganz vorne zu den Brautleuten gesetzt, damit wir die Trauung hautnah miterleben können. Die Braut und die vier Brautjungfern sind in Rot gekleidet. Wude, die Braut ist sehr schön anzuschauen, aber man merkt ihr an, dass Sie nervös ist. Drei orthodoxe Priester vollziehen die Trauung. Dann werden die Ringe gesteckt und das Eheversprechen gegeben, ganz so wie bei uns. Danach gibt es was zu Essen. Wir können nicht aus, müssen auch was essen. Es gibt Injera, das ist ein grauer Fladen aus Sauerteig, der mit so was wie Gulasch belegt wird. Man isst das mit den Fingern. Das ist die Nationalspeise von Äthiopien und die gibt es zum Frühstück, MIttag und Abendessen. Dann geht es wieder unter Singen und Tanzen zurück zu den Fahrzeugen. Während der Trauung gibt es einen Wolkenbruch. Das Wasser tropft auf uns und es bilden sich große Wassermassen am Zelt, das beinahe zum Einstürzen drohte. Dann wird wieder geschossen, diesmal sogar mit Kalaschnikow und Kurzwaffen. Getnet hatte uns vorgewarnt, das gehört zu eine Trauung. Nun geht es zurück, aber das ist nicht so einfach, denn die Kleinbusse bleiben im Schlamm stecken. Das ganze Dorf hilft mit, damit wir aus den Schlammmassen rauskommen. Der Tross setzt seinen Weg fort in Richtung Getnet’s Haus. Wir fahren aber zurück in unser Hotel, denn der Tag war lang, die Eindrücke überwältigend. Auch in unserem Hotel ist eine Hochzeit im Gange, aber das ist eine Hochzeit wie sie auch bei uns hätte sein können. Wir essen noch etwas, weil das Injera ist doch nicht so nach unserem Geschmack gewesen. Wir sind hundemüde, die Eindrücke haben uns niedergesteckt.

 Video - Trauung in Bahir Dar

18. Tag - Montag 10.05.2021

Die Hochzeitsgesellschaft im Hotel von gestern Abend ist aufgelöst. Das Zelt wird abgebaut. Wir frühstücken mit Blick auf den Tana See. Es hat angenehme Temperaturen. Unser Fahrer Tesfu holt uns ab und bringt uns wieder zurück zur Hochzeitsgesellschaft. Dabei stellt sich aber ein Problem ein, es gibt keinem Diesel. Die wirtschaftlichen Probleme des Landes sind groß und wurden noch größer durch Corona. Diesel muss importiert werden und Devisen sind knapp. Eine lange Schlange Fahrzeuge wartet auf Diesel. Tesfu macht das aber sehr geschickt, er drängt sich vor. Nach einiger Zeit kommen wir zur Tankstelle, aber anstatt an der Tankstelle wird aus Fässern getankt, einfach unvorstellbar. Nun fahren wir weiter zu Getnet und seiner Hochzeitsgesellschaft. Hier sitzen immer noch die Nachbarn wie gestern. Wir plaudern ein wenig, besprechen unsere künftigen Geschäfte die wir machen wollen. Dann werden wir noch zum Essen eingeladen. Es gibt natürlich wieder Injera, das Nationalgericht. Lisa verweigert, ich probiere es trotzdem wieder. Die Hochzeit wird noch drei Tage andauern. Zwei Ochsen musste Getnet schlachten lassen, damit alle was zu Essen bekommen. Wir verabschieden uns herzlich und fahren mit unserem Fahrer zum Flughafen. Hier sind wir zu früh dran, bekommen aber einen Hinweis, dass es da am Hügel ein kleines Restaurant gibt. Der Flughafen von Bahir Dar dürfte in einen Sturm gekommen sein, darum schaut er so fürchterlich aus. Am Vorfeld die Diamond Aircraft DA40 Flugzeuge der Ethiopian Airlines Flugschule. Der Flug zurück wieder mit einer Dash 8 pünktlich. Dann geht es mit dem Taxi wieder in das Hotel Jupiter. Wir müssen nochmals abklären, damit mit unserem Rückflug nichts daneben geht, denn bedingt durch Corona gelten andere Einreisebestimmungen. Zu Abend essen wir im hoteleigenen Restaurant.  

19. Tag - Dienstag 11.05.2021

Frühstück im Hotel. Dann suchen wir ein Taxi das mit uns eine Stadtrundfahrt macht. Um 11.00 Uhr geht es los, aber zuerst müssen wir zur Teststation um unseren PCR-Test zu machen, denn sonst können wir heute in der Nacht nicht fliegen. Im Washington Medical Center machen wir einen Test, der spätestens nach 6 Stunden geliefert wird. Wir nützen die Zeit und fahren mit unserem Fahrer „Mango“ in Addis Abeba herum. Wir besuchen einen Shop um Souvenirs zu kaufen, dann fahren wir zum National Museum, wo die 3,2 Mio. alte Lucy liegt. Dieses Skelet ist der älteste Fund menschlichen Lebens und ist hier aufbewahrt. Leider verfällt das Museum immer mehr. Die Gartenanlagen sind nicht gepflegt, das Bauwerk selber wirkt verfallen. Es kümmert sich niemand darum. Man merkt einfach, dass das Geld, aber auch der Wille fehlt. Im Restaurant Lucy gleich neben dem Museum kehren wir zum Mittagessen ein. Unseren Fahrer laden wir natürlich zum Essen ein. Dann fahren wir mit ihm zum Entoto Hill, einem schönen Aussichtsberg von Addis Abeba. Die Straße geht hinauf bis auf 3.000 Meter. Die höchste Stelle hat 3.200 Meter! Hier hat die Stadtverwaltung einen riesigen Nationalpark angelegt, mit Wander- und Radwegen, Aussichtspunkten, Restaurants, Cafés und vieles mehr. Wir fahren zum Aussichtspunkt mit dem wie Sonnenschirme aussehenden Bauwerk, von wo aus man einen traumhaften Blick auf die Stadt hat. Wir bleiben auch kurz bei der Maryam Kirche stehen, aber die verlangen einen hohen Eintrittspreis, das ist es uns dann doch nicht wert. Wir fahren zurück in die Stadt. Unser Fahrer Mango kurvt durch den Verkehr. Der Verkehr ist für unsere Verhältnisse der totale Wahnsinn. Ein totales Chaos, aber irgendwie geht es trotzdem. Mango lässt es sich nicht nehmen, dass er uns noch in einen Biergarten auf ein Bier einlädt. Was heißt ein Bier! Dann kommt die Stunde der Wahrheit, wir holen unseren PCR-Test ab. Gott sei Dank negativ – aber Australia?? Wieder mal hat jemand Austria mit Australia verwechselt. Der Irrtum ist gleich korrigiert. Wir bekommen nun unsere richtigen Papiere und fahren zum Hotel. Nun haben wir noch bis 22.00 Uhr Zeit zum Relaxen, dann müssen wir zum Flughafen für unseren Flug der gegen Mitternacht geht.

20. Tag - Mittwoch 12.05.2021

Pünktlich um 00.35 Uhr startet unsere Maschine der Ethiopian Airlines nach Wien. Diesmal haben wir keine Business Class, sondern wir bekommen je eine Dreierbank in der Mitte, sodass wir schlafen können.

Pünktlich landen wir in Wien um 06.10 Uhr. Die "pre entrance clearence" hab ich schon gemacht. Wir müssen nur noch unseren PCR-Test vorzeigen und schon sind wir durch Pass- Gesundheits- und Zollkontrolle. Drei Stunden später kommen wir am Attersee an.

Verfasser

Harald Schobesberger


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