Die „grüne Insel“ macht ihrem Beinamen wirklich alle Ehre und es ist keine Seltenheit, dass das saftige Grün der hügeligen Wiesen mit einem ganz besonderen Grau am Himmel harmoniert und trotzdem die Sonne scheint. Wer das gar nicht so seltene Glück hat, diese meteorologische Besonderheit in einem kleinen Dorf mit den bunten Häusern zu erleben, hat die Garantie, ein Wahnsinns-Foto zu erhalten. Das intensive Farbspiel ist einfach unvergesslich schön. Und manchmal regnet es tatsächlich, aber nur kurz und im nächsten Moment scheint wieder die Sonne. Aber jeder Besucher sollte sich hier an die Einstellung der Einheimischen halten – es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung. Und so ist es wohl, denn immerhin lassen sich auch bei trüben Wetter herrliche Stimmungen einfangen.
Besonders beeindruckend ist die Steilküste im Westen Irlands an den Cliffs of Moher nahe Doolin. Imposant ragen hier die Felsen auf und die Naturgewalt des Meeres und des Windes ist hier ganz deutlich zu spüren. Von drei verschiedenen Plattformen aus genießen Besucher einen Rundum-Blick auf dieses beeindruckende Naturdenkmal, das sich auch Papageitaucher-Kolonien als ihr Domizil ausgesucht haben. Eine Ausstellung, in der die Entstehung der Klippen erklärt wird und ein Restaurant mit phänomenalen Panorama runden das Angebot ab.
Obwohl Doolin nur ein kleines, wenn auch überaus charmantes Dorf ist, sollte ihm jede Menge Beachtung geschenkt werden. Es gilt als die Heimat der irischen Musik und hat mit den Russell Brüdern sehr bekannte Wegbereiter. Heute pulsiert hier das Musikleben und es macht sich sogar ein wenig die Qual der Wahl breit, denn das Angebot ist phantastisch. Originale irische Musik in den Pubs – da gelingt es niemanden, die Beine ruhig zu halten und wenn es anfangs auch nur ein schüchternes Wippen ist. Aber die Bodhrán, die traditionelle Trommel, die wie „bou-roon“ gesprochen wird, schleicht sich unweigerlich mit ihrem Rhythmus ein. Dazu noch die Geigen, die Flöten, ein irischer Dudelsack und vielleicht noch das ein oder andere Guinness, das selbst an der Bar geholt werden muss. Und los geht´s, die Traditionals bleiben noch lange im Ohr und wenn jemand weiß, wie Gastfreundschaft funktioniert – dann die Iren. Sie sind einfühlsame, herzliche Gastgeber, die einen nur zu gerne an ihrer Tradition teilhaben lassen.
Wer sich in Irland zu einer Rundfahrt mit dem Auto entscheidet, sollte natürlich beachten, dass hier Linksverkehr herrscht, was aber mit der entspannten Fahrweise der Iren keinerlei Probleme darstellt. Vorausgesetzt man hält sich tatsächlich an Warnschilder, wie „Narrow bridge ahead“, denn was folgt ist wirklich eine schmale Brücke, eventuell eine sehr schmale Brücke. Es gibt in Irland aber durchaus auch Angaben mit „gewissen Spielraum“. Wird ein Wanderweg mit einer Stunde angegeben, kann es sein, dass der nächste Wegweiser trotz strammen Marsches wieder eine Stunde angibt. Tja, das ist dann wohl die „irische Stunde“.
Apropos Wanderung – als wunderbares Beispiel wäre die Wanderung durch die Gap of Dunloe zu nennen. Dazu wird in Killarney gestartet, ein kleiner Ort mit sehr adretten bunten Häusern und die Fahrt zur Gap of Dunloe kann von hier mit dem Bus oder einem Fahrrad gemacht werden. Idyllisch ist es hier in jedem Fall, klassisch die Schafe am Wegesrand und atemberaubend die Aussicht auf die Gap of Dunloe. Der Weg ist asphaltiert, jedoch nur für Pferdekutschen zu befahren. Hier kann man also getrost den Blick schweifen lassen und wohl auch unzählige Fotos machen. Sehr empfehlenswert ist ein Bootsfahrt auf den drei verbundenen Seen im Killarney Nationalpark – unglaublich schön und ein Besuch des Muckross House, einem attraktiven Herrenhaus mit Gartenanlage, sollte ebenfalls dazugehören.
Der Ring of Kerry ist eine wunderschöne Panoramastraße in Irland und sie präsentiert auf rund 170 Kilometern das Land mit all seinen Facetten – wilde Küste und mildes Land in unzähligen Nuancen, dazu bezaubernde kleine Städte. Der Ring of Kerry ist eine Einladung, dieses Land zu lieben. Man sollte sich tatsächlich einige Tage (wenn nicht sogar länger) Zeit nehmen, um seine eigenen Highlights auf dieser Rundstrecke zu entdecken. Ob es Killorglin, Kenmare, Sneem, die traumhaften Ausblicke in reicher Zahl sind oder sogar der Zwischenstopp am Sandstrand von Derrynane…
Etwas nördlicher liegt die Halbinsel Dingle, die als Schwester vom Ring of Kerry gilt, ein bisschen weniger berühmt ist, aber gleichwohl ebenso bezaubernde Impressionen bereit hält. Die Stadt Dingle ist auf alle Fälle einen Besuch wert – so bezaubernd wie sie ist, fällt es sogar schwer auf Erkundungstour in die Umgebung zu fahren. Aber es lohnt sich, hinreißende Aussichten auf das Meer, romantische kleine Straßen, die von riesigen Fuchsien-Hecken umrahmt sind und unzählige Fotopunkte erwarten die Besucher. Ein echter Höhepunkt, wenngleich auch mit einem „knackigen“ Anstieg verbunden, ist der Mount Brandon auf der Halbinsel Dingle. 953 Meter ragt er auf und die Aussicht von seinem Gipfel auf das Meer ist einfach ohne Worte. Allerdings weht auf der Spitze oft ein sehr kräftiger Wind, weshalb man auf warme Kleidung nicht vergessen sollte.
Wen das „Black Stuff“ bereits während seiner Irlandreise ans Herz gewachsen ist, der sollte in Dublin selbstverständlich nicht auf einen Besuch der Geburtsstätte von Guinness Bier verzichten. Im Guinness Storehouse lernen Besucher das kultige Bier genau kennen und wer will, kann sich danach ein Pint im attraktiven Ambiente gönnen. Mit dem Dublin Castle und dem Trinity College samt dem Book of Kells hat die irische Hauptstadt weitere Sehenswürdigkeiten zu bieten. Einen etwas bedrückenden Eindruck erhält man im Kilmainham Gaol, der größten, seit 1924 ungenutzten Strafanstalt von Europa, die auch Einblick in die irische Geschichte bietet. Dublin ist auch eine interessante Museumsstadt mit faszinierenden und einmaligen Exponaten aus unterschiedlichsten Bereichen. Sehr sehenswert und gratis Eintritt.