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Rio de Janeiro intensiv



Reisebericht Rio de Janeiro

Was macht ein Klappstuhl am Zuckerhut?

Mit zehn Reiseteilnehmern und mit mir als „Reisebegleiter“ starten wir zu unserer Reise nach Rio den Janeiro. Diese Reise hat einen besonderen Hintergrund. Ein KMU Club einer Bank organisiert seit 10 Jahren Tagesausflüge, bei denen sie immer ihren Klappstuhl mit auf die Fahrt mitnehmen. Dieser Klappstuhl ist somit das Markenzeichen dieser Gruppe. Der Schuh des Manitu lässt grüßen! Von Beginn an war ausgemacht, dass es nur zehn Ausfahrten werden sollten. Nach 10 Jahren dann die Abschlussreise nach Rio de Janeiro, wo zumindest ein Klappstuhl am Zuckerhut aufgestellt werden sollte. Mein lieber Freund Hackl Herbert war bei jeder Ausfahrt dabei, nur bei der letzten Ausfahrt konnte er nicht dabei sein, weil er plötzlich und unerwartet aus dem Leben gerissen wurde. Es ist diese Fahrt somit auch eine Reminiszenz an meinen lieben und unvergesslichen Freund Hackl Herbert. Wir werden seinen Klappstuhl am Zuckerhut aufstellen! Viel Spaß beim Lesen des Reiseberichts!

1. Tag: Freitag 12.10.18 - Anreise

Unsere Fahrgemeinschaft trifft sich in meinem Reisebüro zur Abfahrt zum Flughafen Salzburg. Nach einem Gläschen Sekt starten wir unser Brasilienabenteuer. In Salzburg sind schon die meisten anderen Teilnehmer anwesend. Der Flug mit Lufthansa von Salzburg nach Frankfurt ist pünktlich. Auch der Weiterflug mit einer Boeing 747 der Lufthansa ist pünktlich. Das Service ist gut, nur das Filmangebot lässt zu wünschen übrig.

2. Tag: Samstag 13.10.18 - Stadtrundfahrt

Pünktlich landen wir in Rio de Janeiro um 05.00 Uhr in der Früh. Es gibt 5 Stunden Zeitunterschied zwischen Brasilien und Österreich. Nach der Gepäcksausgabe wartet schon unsere Reiseleiterin Magdalena auf uns. Sie wurde in Salzburg geboren, ist dann aber gleich mit ihren Eltern nach Brasilien gezogen. Mit ihr haben wir wirklich eine gute und nette Reiseleiterin. Sie kennt Brasilien und vor allem Ihre Heimatstadt Rio wie ihre Westentasche. Wir fahren in unser Hotel Royal Rio Palace, ein in die Jahre gekommenes 4-Sternehotel, in 4. Strandreihe an der Copacabana (weitere Hotels in Rio). Nach einer kurzen Erholungspause geht es um 10.30 Uhr schon zu unserer Stadtrundfahrt. Wir fahren mit einem Kleinbus durch die Stadt und haben einen ersten Eindruck von Rio. Heute findet ein Fußballspiel der verfeindeten Mannschaften Fluminense und Flamengo statt. Im Rahmen unserer Stadtrundfahrt sehen wir auch das große Maracanã-Stadion, mit einem Fassungsvermögen von 74.000 Zuschauer, in dem heute das erwähnte Spiel stattfindet. Brasilien ist die Heimat des Fußballspieles und dementsprechend geht es auch bei so einem Spiel zu. Acht unserer Reiseteilnehmer bekommen Karten für das Spiel. Monika, Margarita und ich lassen das Spiel freiwillig aus, denn Fußball hat in meinem Leben noch nie eine Rolle gespielt. Wir fahren weiter durch die Stadt, kommen an Leblon und Ipanema vorbei, fahren an die Copacabana. Das Wetter schaut gut aus, aber Gewitter werden erwartet. Während die einen das Fußballspiel anschauen, bleiben Monika, Margarita und ich am Pool des Hotels. Nach dem Fußballspiel treffen wir die Teilnehmer zum Abendessen. Wir gehen ins Restaurant Maxime unweit des Hotels. Leider hat es nun zu regnen begonnen und wir fahren mit den Taxis die paar Meter um nicht klatschnass zu werden. Das Essen ist sehr reichlich – wir werden künftig die Portionen teilen müssen, denn diese schafft man alleine nicht. Alle sind müde – es war ein langer Tag.

3. Tag: Sonntag 14.10.18 - Stadtrundgang in Lapa

Nach dem Frühstück holt uns Magdalena ab zum Stadtrundgang. Wir fahren mit der U-Bahn in die Altstadt. Beim ehemaligen Parlament bzw. bei der Oper steigen wir aus der U-Bahn aus. Wir marschieren durch die Stadt. Magdalena wird leicht nervös, denn obwohl wenig los ist auf dem großen Platz, fallen ihr zwei Männer auf die uns irgendwie zu verfolgen scheinen. Rio ist nicht ganz ungefährlich, aber in diesem Fall waren die Befürchtungen unbegründet. Wir sehen die berühmte, von Jorge Selarón geschaffene, Escadaría Selarón in Lapa. Weil die Treppen in Lapa so schlecht waren, hat Selarón sich Fliesen von der ganzen Welt bringen lassen und diese auf die kaputten Stufen geklebt. So entstand ein weltweit bekanntes Kunstwerk. Hier in diesem Stadtteil spielt sich das Nachtleben ab. Man spürt und vor allem man riecht es, wenn man während des Tages durch die Gassen geht. Vorbei an am alten Viadukt geht es hinüber Richtung Santa Teresa. Das ist ein Hügel mit einem tollen Blick hinunter auf den Zuckerhut und auf die Altstadt von Rio. Hier wohnen oder vielmehr wohnten die Künstler und auch die Reichen. Heute aber ist hier alles morbid, verfallen und traurig anzuschauen. An allen Häusern finden sich Graffitis. Am höchsten Punkt des Berges steht ein Haus, das verfallen ist. Dieses wurde von der Stadtregierung als Aussichtsturm umfunktioniert. Man hat einen grandiosen Blick über die Stadt. Anschließend kehren wir in ein nettes Künstlerlokal ein. Es gibt Livemusik und Tapas, Wein und Bier. Stefan übernimmt die Unterhaltung und spielt auf der Gitarre des Lokalmusikers, alle klatschen mit, auch die Brasilianer. Nur schwer schaffen wir es das Lokal zu verlassen. Wir fahren zurück mit der alten Straßenbahn und dann weiter mit der U-Bahn. Nun wollen wir auch noch die Copacabana sehen. Doch heute ist das Wetter schon den ganzen Tag nicht optimal für einen Strandaufenthalt. So kehren wir in eine der zahlreichen Bars ein und bleiben…. Ein weiterer Tag in Rio geht zu Ende. 

4. Tag: Montag 15.10.18 - Besichtigung des Corcovado mit Christus Statue und Copacabana 

Der Blick aus dem Fenster verheißt nichts Gutes. Dicke Wolken hängen am Himmel. Nach dem Frühstück geht es mit dem Bus zur Station der Zahnradbahn, die uns hinauf zum Corcovado bringen soll. Der Corcovado ist der Berg mit der Christus Statue. Es geht mit der Bahn auf 710 m hinauf. Die Christus Statue wurde 1931 eingeweiht und hat eine Höhe von 30 Meter. Es regnet, vorerst nur leicht, dann immer stärker. Als wir endlich oben angelangt sind, schüttet es. Wir haben unsere beiden Klappstühle mit. Trotz des Regens stellen wir die Stühle auf und machen Fotos, in Erinnerung an unseren Freund Hackl Herbert. Die Sicht ist schlecht und leider sieht man nur wenig von den Stränden, weil dicke Wolken alles einhüllen. Schade, aber wir werden es nochmals versuchen, dann bei schönerem Wetter. Wir fahren wieder hinunter mit der Bahn und anschließend geht es zur Kathedrale. Die Metropolitan Kathedrale von St. Sebastian steht am Rande der Altstadt. Dieses Gebäude sieht aus wie eine Azteken Pyramide. Im Inneren gibt es große Glasfenster, von außen wirkt sie grau und industriell. Wir fahren zurück zum Hotel. In einer kleinen Runde marschieren wir die Copacabana entlang, hinüber bis nach Ipanema. Wo sind sie die schönen Mädchen von Ipanema? Sind die nur zur Karnevalszeit hier? Nichts zu sehen von den „Zahnseiden Bikinis“! Es ist frisch geworden. Neidvoll blicken wir ins Internet und sehen, dass zuhause Traumwetter herrscht.

Zum Abendessen sind wir heute in die Churrascaria Carretao. Das ist ein Restaurant, in dem auf langen Spießen Fleisch gebraten wird, dass dann vom Spieß direkt auf die Teller geschnitten wird. Man kann essen so viel man will, Rindfleisch vom Feinsten! Zuerst gibt es Vorspeisen vom Buffet, dann wird das Fleisch geschnitten. Man hat einen kleinen Deckel mit zwei Farben. Rot heißt – ich hab genug, Grün heißt mehr Fleisch! 

5. Tag: Dienstag 16.10.18 - Fahrt zum Parque Nacional de Tijuca

Nach dem Frühstück werden wir von unserer Reiseleitung Magdalena abgeholt. Wir fahren heute mit einem Jeep durch den Regenwald. Es geht hinauf in den Parque Nacional de Tijuca. Hier gibt es einen ganz dichten Regenwald, der vor rund 150 Jahren wieder aufgeforstet wurde. Damals waren hier überall Kaffeeplantagen, heute tropischer Dschungel. Die Fahrt geht immer bergauf. Der alte Jeep schnauft die Serpentinen hinauf. Wir bleiben bei einem „ehemaligen“ Park stehen, bei dem sich die Natur schön langsam das von Menschenhand gebaute wieder zurückholt. Alles ist morbid, stehengelassen, verfallen. Dennoch, die Natur ist sagenhaft! Mit unserem Guide marschieren wir durch den „Lehrpfad“. Manche Bäume sind beschrieben. Leider ist auch heute das Wetter nicht so gut, so dass von den verschiedenen Aussichtsplattformen die Sicht auf die schönen Strände und auf die Stadt sehr eingeschränkt ist. Unser lokaler Guide ist ein witziger Kerl. Ein Schwarzer mit guter deutscher Sprache erzählt uns über die Natur und verliert meiner Meinung nach manchmal den Bezug zur Realität. Nach einer vierstündigen Fahrt geht es zurück ins Hotel. Der Nachmittag steht zur freien Verfügung. In einer kleinen Gruppe suchen wir ein Restaurant für eine Kleinigkeit zum Essen. Am Abend kehren wir in ein Restaurant ein, das uns Madalena empfohlen hat. Es hätte bessere Lokale in der Umgebung gegeben.

6. Tag: Mittwoch 17.10.18 - Pao de Açúcar (der Zuckerhut) und Ausflug nach Serra dos Orgaos

Nach dem Frühstück versuchen wir heute nochmal unser Glück mit dem Zuckerhut. Das Wetter passt und heute sollte auch nicht so viel los sein. Wir fahren mit unserer Reiseleiterin Magdalena zur Talstation der Zuckerhutbahn. Unsere beiden Klappstühle haben wir mit dabei! Die Auffahrt auf den Pao de Açúcar, den Zuckerhut, ist traumhaft. Links und rechts sieht man die Strände der Stadt. Wir erreichen die erste Station des berühmten Granitkegel auf 220 Meter. Hier gibt es auch einen Hubschrauberlandeplatz. Wir stellen unsere Klappstühle auf und machen Fotos. Dann geht es weiter hinauf mit der Seilbahn auf 735 Meter. Hier ist eine Plattform mit traumhaften Blick auf die Copacabana und auf die Bucht von Botafogo und in die Bucht von Rio, wo zahlreiche Schiffe vor Anker liegen. Man blickt auch hinüber nach Niterói, das nicht zur Stadt Rio gehört, aber zum Bundesland Rio. Niterói hat rund 220.000 Einwohner. Sehr schön ist auch der nationale Flughafen zu sehen, an dem laufend Flugzeuge starten und landen. Wir machen unsere Fotos in Erinnerung an Herbert Hackl. Schade, dass er nicht dabei sein kann! Nach einem längeren Aufenthalt geht es dann wieder zurück mit der Seilbahn. Der Zuckerhut ist das Erlebnis in Rio.

Nun starten wir unseren Ausflug nach Serra dos Orgaos, das zirka eine Stunde von Rio entfernt liegt. Hier befindet sich die ehemalige Kaiserstadt. Die Fahrt dorthin zieht sich, denn unser Busfahrer fährt sehr langsam und immer auf der linken Seite. Endlich erreichen wir die Stadt. Wir besuchen die Sommerresidenz, die heute ein Museum ist. Mit eigenen Boden schonenden Schlapfen geht es durch die Gemächer der ehemaligen Kaiserfamilie. Wir sehen auch noch die Kathedrale Sao Pedro, bevor es wieder zurück geht nach Rio. Heute am Abend haben wir im Restaurant Marius (www.marius.com.br) Tische reserviert. Das ist wieder eine Churrascaria, aber diesmal auch mit Fisch und anderen Köstlichkeiten, die direkt am Tisch serviert werden. Fleisch wird auch hier am Spieß serviert und in kleine Stücke hergeschnitten. Das Essen ist der Wahnsinn! Nicht ganz billig, aber auf jeden Fall seinen Preis wert. Das Besondere in diesem Restaurant ist, dass hier alles mit antiken Einrichtungsgegenständen vollgestopft ist. An der Decke, an den Wänden – überall alte Gegenstände, liebevoll zur Dekoration verwandelt. Wir essen bis nichts mehr geht. Dann geht es zurück und gleich neben unserem Hotel kehren wir noch für einen „Gutenachtschluck“ in unsere „Stammkneipe“ ein.

7. Tag: Donnerstag 18.10.18 - Schiffahrt nach Niterói

Heute geht es mit dem Schiff in die Guanabara Bucht bis hinüber zur Stadt Niterói. Wir fahren mit einem alten Holzschiff mit dem Namen „Beethoven“. Sehr beeindruckend ist die 15 Kilometer lange Brücke, die Rio mit Niterói verbindet. Eine Gruppe Inder und eine Gruppe Chinesen sind mit an Bord. In der Bucht liegt auch ein riesiges Ölraffinerie-Schiff und zahlreiche andere Handelsschiffe. Immer hat man einen schönen Blick auf die Stadt mit Zuckerhut und Corcovado im Hintergrund. Südlich vom Zuckerhut ist der Zugang zum offenen Meer. Hier fahren die Handels- und Fischerschiffe ein und aus. Direkt bei der Einfahrt befinden sich eine große Wehranlage und eine Militärbasis. Rio ist einer der großen und wichtigen Handelshäfen in Brasilien. Der Nachmittag steht heute zur freien Verfügung. Am Abend haben wir Karten für eine Sambashow „Ginga Tropical“ gebucht. Die Show beginnt mit einer Einführung in die Kunst des Samba Tanzes. Alle Besucher müssen aufstehen und die Übungen mitmachen. Dann geht die Show los. Es folgen zahlreiche Tänze aus allen Landesteilen von Brasilien. Die Kostüme sind das, was man sich von Rio erwartet. Bunte, mit Fendern geschmückte Kostüme, die von üppigen brasilianischen Schönheiten getragen werden. Fesche Burschen mit „Sixpack’s“ vollführen akrobatische Körperkunst. Die Musik kommt von einer Live Band. Die Show dauert zwei Stunden. Es gibt auch Getränke während der Show. Alle sind begeistert, obwohl es auch ein wenig touristisch ist. Sehenswert ist es aber allemal. Auch unser Guide Magdalena ist mit dabei. Zum Schluss kehren wir noch bei unsere „Stammkneipe“ direkt vor unserem Hotel ein.

8. Tag: Freitag 19.10.10 -  Shoppen in Ipanema

Der Tag steht heute zur freien Verfügung. Zwei unserer Gruppe haben ein Anschluss-Programm gebucht und fliegen ins Pantanal und in den Amazonas nach Manaus. Einige nützen die Gelegenheit zum Einkaufen, andere verbringen einige Stunden am Stand der Copacabana. Ich ziehe den Pool vor. Anschließend marschieren wir nach Ipanema zum Shoppen. Eigentlich shoppe ich ja nichts, aber ein wenig Auslageschauen ist ja auch ok. Eine warme Weste finde ich hier sowieso nicht. Am späten Nachmittag werden wir mit dem Bus abgeholt. Unser Busfahrer hat ein wenig Verspätung, weil das Verkehrsaufkommen extrem ist. Wir brauchen mehr als eine Stunde bis zum Flughafen. Es wird schon knapp bis zum Einchecken. Ich muss noch die Klappstühle einpacken lassen. Die anderen Checken schon mal ein. Nun müssen wir von Magdalena Abschied nehmen. Sie war wirklich eine gute Reiseleitung für uns alle. Sie hatte auch viel Spaß mit uns, glauben wir zumindest. Unser Flug mit der Lufthansa startet wieder pünktlich um 22.10 Uhr.

9. Tag: Samstag 20.10.18 - Heimreise

Der Nachtflug war ganz ok. Pünktlich landen wir um 14.30 Uhr in Frankfurt. Dort haben wir noch ein wenig Zeit für einen kleinen Imbiss. Dann geht es mit Austrian Airlines weiter nach Salzburg. Auch hier pünktliche Landung bei bestem Herbstwetter.

Eine tolle Reise ist vorbei. Insgesamt 11 Personen haben während dieser 9 Tage gut zusammengefunden, Freundschaften haben sich entwickelt. Unserem gemeinsamen Freund Herbert haben wir wirklich alle Ehre bereitet.

Wir schmieden bereits Pläne für weitere Reisen. Nach Georgien oder nach ?? – Wir arbeiten daran! Nächstes Mal ohne Klappstuhl?

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Verfasser

Harry Exumas Bahamas17

Harald Schobesberger

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