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Kamtschatka - die letzte PERLE der NATUR!



Die Halbinsel von Kamtschatka liegt ganz im Osten Russlands. Sie erstreckt sich etwa 1000 Kilometer von Nord nach Süd und 400 Kilometer von Ost nach West und wurde vor allem durch seine aktiven Vulkane bekannt.

Das Naturparadies am Ende der Welt gilt in Sachen Tauchen noch als völlig unerforscht.

Die Hauptstadt Petropawlowsk liegt an der Ostküste, hat etwa 200.000 Einwohner und ist der Ausgangspunkt unserer Aktivitäten. Nach einer etwas verspäteten Ankunft werden wir von Anna und der Dolmetscherin Helga herzlich empfangen und zu unserer Unterkunft gebracht Es ist eine Art Blockhaus, mit 3 Schlafzimmern, 2 Bädern, einem Wohnzimmer mit offenen Kamin und einer kleinen Küche. Das Haus liegt etwas außerhalb der Stadt in einer Art Wochenendhaus-Siedlung. Natürlich darf auch in diesem Haus eine russische Banja (Sauna) nicht fehlen.

Nach einem Breefing über das straffe Programm der nächsten 6 Tage genießen wir noch ein super Abendessen und danach endlich ins Bett. Mittlerweile ist es 1.00 Uhr früh und um 05.30 Uhr läutet bereits wieder der Wecker! Pünktlich um 06.00 Uhr werden wir abgeholt und zum Schiff, einer Motoryacht Namens „Orca", gebracht. Unser örtlicher Partner besitzt zwei Boote, wovon eines als Liveaboard fungieren kann. Wir laufen um ca. 07.00 Uhr aus und verlassen nach etwa 60 min. Fahrt die Bucht von Petropawlowsk Richtung Süden.

Nach etwa zwei Stunden Fahrt haben wir unseren ersten Tauchgang in einer Bucht, in der es viele Kamtschatka-Krabben geben soll. Mit dem Zodiac werden wir näher in die Bucht gebracht. Die Sicht ist hier dürftig… nach einer kleinen Gewöhnungsphase sehen wir am Boden die ersten Krabben, Seesterne, Kelp und Krustenanemonen. Der Tauchguide „Konstantin" beginnt ein paar Krabben einzusammeln und bringt diese auch nach dem etwa 25-minütigen Tauchgang mit ins Boot! „Very good Dinner" sagt er in seinem russischen Akzent und lacht dabei.

Wir fahren weiter Richtung Süden und begegnen ca. eine Stunde später die ersten ORCAS. Es sind viele… sehr viele, ja Sie springen sogar aus dem Wasser. Wir sind aufgeregt, sammeln uns am Bug und fangen an zum Filmen und Fotografieren. Niemals habe ich so viele Wale (und schon gar keine Orcas) auf einmal gesehen!

Über die Orcas...
Es leben ständig etwa 30 Orcas in der Nähe von Petropawlowsk. Die beste Zeit um Orcas zu sehen ist von Anfang Juni bis Mitte August. Hier treffen sich in Kamtschatka große Gruppen um sich zu vermehren, man kann bis zu 100 Stück pro Tag beobachten.
Der Grund dafür ist FISCH... einige Familienverbände kommen von Neuseeland und viele andere von Baring See!

Seelöwen...
Am Nachmittag sagte unser Kapitän Serge, „get ready – look for suich" wir fragen unseren Guide, dieser sagte wir tauchen in einer Bucht mit Seehunden—„suich" auf Russisch. Also machen wir uns fertig. Wir werden mit dem Zodiac nahe zu einer Seelöwenkolonie gebracht. Konstantin sagte uns wir sollen auf sieben Meter abtauchen, uns etwas zwischen den Steinen einklemmen - damit wir vom „schwoll" nicht hin und her gezogen werden - und warten! „Suich come" meinte er! Und tatsächlich, nach 1-2 Minuten kommen sie, viele und auch sooooo Nahe, dass mir am Anfang etwas mulmig ist! Sie sind viel größer als ich dachte, schnuppern an der Kamera, an der Kopfhaube, am Jacket - einfach überall! Cool! Ein super Erlebnis im NIRGENDWO!

Wir fahren wieder weiter südlich, vorbei an einer wunderschönen Klippenlandschaft, und wieder Orcas, einfach toll! Auf einmal schlägt der Kapitän einen Ausweichkurs ein und zeigt mir in etwa 500 Meter Entfernung ein russisches U-Boot! Serge erzählt mir, dass es sich hierbei um dasselbe Modell wie der „Kursk´" handelt. Es ist über hundert Meter lang, wir kommen fast auf 100 Meter zum U-Boot ran. Es ist gigantisch und es gelingt uns auch einige Aufnahmen zu machen! In Kamtschatka ist ein Großteil der russischen U-Boot Flotte stationiert, also keine Seltenheit hier ein U-Boot zu begegnen.

Am späten Nachmittag erreichen wir eine große ruhige Bucht, in der auch andere russische Fischerboote liegen! Sie sind klein und eben sehr russisch, wo ich niemals freiwillig mitfahren würde! Es fließt ein Fluss in diese Bucht, weiter hinten liegt ein See wo sich die Grizzlybären zum fressen treffen, wie man uns mitteilte.

Wir gehen mit den Trockenanzügen an Land um in diesem Fluss zu schnorcheln! Glasklares Wasser und Fisch ohne Ende! Leider sehen wir aber keine Bären, wir haben keine Zeit um weiter ins Landesinnere vorzudringen.

Serge lichtet den Anker, wir fahren wieder Richtung Norden, nach etwa einer Stunde erreichen wir die nächste kleine Bucht. Rundherum Wasserfälle, die ins Meer fließen - es ist wunderschön! Die Crew beginnt am Heck des Schiffes ein Barbecue vorzubereiten. Das Abendessen ist einfach herrlich - super Küche! Nach einem Bier und einem Wodka gehen wir schlafen. Das Schiff ist zwar nicht die Nautilus One oder Two, aber das Beste, das man in Kamtschatka eben bekommen kann. Es finden maximal neun Gäste einen Schlafplatz, ein Schlafsack ist von Vorteil, denn draußen ist es in der Nacht sehr kühl!

Nach einer kurzen Nacht fahren wir weiter zurück Richtung Norden, wir begegnen wieder Orcas! Nach ca. drei Stunden Fahrt halten wir an einer Insel Namens Sokorasov. Hier machen wir einen Tauchgang bei den großen Quallen und bei riesigen Zylinderrosen. Die Sicht wird besser, etwa sieben Meter, es gefällt uns hier sehr gut. Nach einer Pause von zwei Stunden machen wir noch einen weiteren Tauchgang auf der anderen Seite der Vogelinsel. Mehrere große Canyons mit unzähligen Krabben und Krustenanemomen erwarten uns - der beste Tauchgang bisher! Das Wasser hat zwischen 1-7 Grad was die Tauchzeit für mich auf 35-40 min einschränkt.

Mit diesen kurzen, aber überwältigten Eindrücken fahren wir zurück in die Bucht von Petropawlowsk. Auf der rechten Seite der Meerenge zur riesigen Bucht liegen die „drei Brüder", das Wahrzeichen von Petropawlowsk. Es sind drei schlanke Felsen welche nebeneinander empor ragen. Anna erklärt uns, dass auch hier ein super Tauchplatz ist. Insgesamt hat sie mit ihrem Mann Serge in den letzten 13 Jahren über 50 Tauchplätze entdeckt!

Wir fahren zurück in unser Haus, gönnen uns ein bis zwei Bier und legen uns hin. Es ist sehr anstrengend, da wir uns in nur fünfeinhalb Tagen das Programm von insgesamt 12 Tagen anschauen sollten… und natürlich auch wollen!

Am nächsten Tag um 11.00 Uhr ATV Tour zum Fuße des Vulkans. Die Quad Tour starten wir direkt von der Unterkunft und dauert etwa fünf Stunden. Nach einer Einweisung und dem Anlegen der Schutzkleidung inklusive Helme kann es losgehen.

Natur pur… es führen kleine Pfade durch den Wald bis zum Fuße des Vulkans, es ist staubig, hügelig und dann wieder dichtester Wald. Auf nur 150 Meter Seehöhe liegt auch im Hochsommer noch Schnee.

Auf einer Anhöhe bekommen wir Tee und einen kleinen Mittagssnack und genießen in der Pause die wunderbare Aussicht. Am Rückweg halten wir an einem Quellentopf, wo durch den vulkanischen Boden reinstes Waser an die Oberfläche hochgedrückt wird. Glasklares Trinkwasser!

Heiße Naturquellen...

Ca. eine Stunde von Petropawlowsk, liegen die heißen Quelltöpfe, welche wir uns nach der Quad Tour noch ansehen. Nach einen kleinen Aufstieg über ca. 200 Stufen ist man am Ziel: Ein kleiner Wasserfall von dem etwa 40 Grad warmes Wasser entspringt, darunter ein kleines Naturbecken in dem man wunderbar baden kann.

Am Rückweg halten wir an einem „Café". Es ist ein einfacher Gastbetrieb, der im Inneren an eine Bahnhofhalle erinnert. Das Essen jedoch ist gigantisch gut und sehr günstig!

Am nächsten Tag fahren wir ca. zwei Stunden Richtung Norden, wo wir eine Rafting Tour unternehmen. Die Firma hat zwei große stabile Schlauchboote, indem jeweils vier Gäste und der Guide ausreichend Platz finden. Der Fluss ist breit und verzweigt sich irrsinnig oft. Am Wasser ist es windig und angenehm, es sind kaum Moskitos um uns. Der Guide brachte auch Angelzeug mit. Wir beginnen zu fischen, am Anfang leider ohne Erfolg. Nach etwa einer Stunde flussabwärts fangen wir dann die ersten Lachse!

Sie haben eine Größe von etwa 40 cm und wiegen etwa 1-2 Kilo. Nach einiger Zeit gelingt es uns auch einen Königslachs an die Angel zu bekommen. In der Mittagspause auf einer Schotterbank kocht uns der Guide eine russische Fischsuppe, herrlich. Bei der dreitägigen Tour, welche wir nächstes Jahr mit im Programm haben, wird immer in fixen Camps gekocht und geschlafen. So erspart man sich das Zelte auf- und abbauen und wahrscheinlich auch einige Moskitos. Diese Tour ist ein absolutes MUSS um Kamtschatka zu erleben!

Das berühmte Tal der Geysire liegt ungefähr 200km nördlich von Petropawlowsk und kann nur mit dem Hubschrauber erreicht werden. Wir überlegen uns ob wir auch daran teilnehmen, da so ein Ausflug relativ kostspielig ist. Nach einer kurzen Besprechung entscheiden wir uns auch diese Sehenswürdigkeit noch anzusehen. Es kostet ca. € 650,- pro Person. Viel Geld, aber wir werden dafür auch reichlich belohnt. Nach dem Pick-up am Hotel werden wir zum Flughafen gebracht - eine Wiese mit ein paar Baracken. Davor stehen zwei alte Transporthubschrauber des russischen Militärs. Nach einer kurzen Einweisung geht es los, es ist der Wahnsinn! Der riesige Hubschrauber hämmert wie verrückt, wir sitzen auf einfachen Bänken, das Teil hebt ab und wir fliegen etwa 1 Stunde und 40 Minuten vorbei an zwei aktiven Vulkanen ins Tal der Geysire. Dort gelandet sehen wir auch schon den ersten Bären. Es gibt dort eine ständig besetzte Forschungsstation. Die Guides führen uns auf Holzpfaden, begleitet von einem bewaffneten Ranger, durch das Tal. Nach der zweistündigen Tour fliegen wir fünf Minuten weiter in einen Krater von sieben mal neun Kilometer Durchmesser, voll mit heißen Quellen und Töpfen. Überall sind Bärenspuren zu sehen. Auch hier bekommen wir eine Führung von einer Stunde, bevor wir wiederum 40 Minuten zum nächsten Stopp zu den heißen Quellen fliegen. Vom Hubschrauber aus können wir insgesamt fünf Grizzlybären beobachten.

Gelandet an den heißen Quellen bekommen wir ein hervorragendes Mittagessen, Fisch mit Kaviar und ein Dessert. Natürlich gibt es auch dunkles, kaltes Kamtschatka-Bier! Wir beschließen einstimmig, dass dieser Tagesausflug das Geld in jedem Fall wert ist und gehen noch kurz in dem 40 Grad heißen Wasser baden. Ein weiterer Flug von 15 Minuten zurück nach Petropawlowsk schließt den Ausflug ab.

Am letzten Tag besuchen wir natürlich noch den Fischmarkt – Fisch ohne ENDE, überall Kiloweise Wildlachs-Kaviar, wie auch frischen Lachs, geräucherten Lachs, Krabbenfleisch und Heilbutt. Wir nehmen uns natürlich Fisch und Kaviar mit nach Hause. Danach geht’s zum Flughafen und wir müssen von unseren neu gewonnen FREUNDEN abschied nehmen, es fällt uns schwer da ich wie auch mein Freund Arjan Gunnink, sowie der Fotograph Gerald Kapfer noch nie so eine unglaubliche Gastfreundschaft und Offenherzigkeit erlebt haben.

2015 finden von Juni bis August insgesamt 4 begleitete Touren mit jeweils 12 Tagen nach Kamtschatka statt.

Alois Männer im Juli 2014


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