Die Reisegemeinschaft, die von einigen Jahren von Franz Nini gegründet wurde, fliegt diesmal nach Nordspanien. Wir werden Bilbao, Santander, San Sebastian sehen. Anschließend geht es weiter nach Zaragoza und Montserrat nach Barcelona. Auf diesem Reiseblog könnt Ihr unsere Reise mitverfolgen. Vielleicht seid Ihr ja nächstes Mal auch dabei! Euer Harry
Wir treffen uns um 09.00 Uhr am Marktplatz in Schörfling. Wir, das sind 32 Personen einer Gemeinschaft, die seinerzeit Franz Nini gegründet hat. Um 09.30 Uhr geht es los mit dem Bus der Firma Apfl Reisen nach München. Es ist ein sonniger Sonntag und ich gehe davon aus, dass nicht viel Verkehr sein wird. Jedoch Richtung München wird der Verkehr extrem. Die Autobahn ist vierspurig und voll mit PKW. Wohin fahren die alle? Ins Oktoberfest, das gestern begonnen hat? Endlich erreichen wir München Flughafen und haben noch genügend Zeit für ein Getränk und einen kleinen Imbiss. Dann starten wir vom Terminal 2 nach Bilbao. Die Crew ist sehr bemüht und extrem freundlich! So was hab ich bei Lufthansa noch nie erlebt. Freundliche Ansagen, sogar Schokolade gibt’s und dann noch eine Verabschiedung mit Wünschen an unsere Reisegruppe. Was ist mit Lufthansa passiert?? Am Flughafen angekommen wartet auch schon unsere Reiseleitung Isabel, die uns die ganze Zeit begleiten wird. Nun geht es in das ****Sterne-Hotel Abando und wir bekommen schon mal die ersten Erklärungen über die Stadt. Das Hotel liegt mitten im Zentrum von Bilbao. Nachdem wir die Zimmer bezogen haben, müssen wir zu Fuß in unser Restaurant gehen, wo schon das Abendessen auf uns wartet. Es gibt Risotto als Vorspeise und Schweinefleisch in Apfelmus als Haupt- und dann noch einen flüssigen Schokokuchen. Wir haben ein Geburtstagskind – Hedi – das wir hochleben lassen. Leider geht es mir seit gestern nicht so wirklich gut und ich gehe zeitig ins Bett.
Leider bin ich heute nicht fit. Ich werde heute den Ausflug nach San Sebastian nicht mitmachen und mich im Hotel auskurieren. Meine Freunde fahren mit unseren lieben Reiseleiterin Isabel um 08.30 Uhr los. Die Fahrt dauert gut eineinhalb Stunden, dann erreichen sie San Sebastian am Golf von Biskaya im bergigen Baskenland in Spanien. Bekannt ist die Stadt auch wegen ihrer muschelförmigen Bucht, die man am besten vom Monte Igueldo aus sieht. Wir bekommen eine einheimische Reiseleiterin, die uns durch die Altstadt führt. Wir sehen das Rathaus, den Palast der Regionalregierung und das Theater Victor Eugenia. Auch zu einer Rast in einer der Pinxtos-Bars bleibt Zeit, wo man auch die regionalen Weine, wie zum Beispiel den Taxkoli (Chacoli) bekommt. Das ist ein junger, leichter Weißwein, der leicht perlet. Die Stadt liegt flankiert von zwei Berge, dem Monte Urgull und dem Monte Igueldo. Dazwischen liegt und dazwischen die Stadt mit dem bekannten Strand. Am Nachmittag fahren wir dann in eine Taxkoli Weinkellerei und verkosten die Weine, bevor es wieder zurück geht in unser Hotel. Das Abendessen findet wieder im Restaurant Parada, gleich beim Hotel statt. Es gibt Salat mit Ziegenkäse, Thunfischbauch und Torte. Ich bin wieder dabei, wenn auch noch nicht ganz fit, aber a Glaserl Taxkoli werde ich schon wieder vertragen.
Nach dem Frühstück marschieren wir mit Isabel unserer Reiseleiterin direkt vom Hotel in die Altstadt. Ich realisiere, dass keine Headsets da sind. Diese sind ja bestellt, aber irgendwie dürfte Isabel das übersehen haben. Kein großes Ding, Isabel holt sie im Hotel ab und ab nun haben wir Headsets für die ganze Woche. Wir marschieren durch die Innenstadt. Die meist vier- bis fünfstöckigen Häuser haben fast alle Balkone. Manchmal französische Balkone, mal verglaste Balkone, so wie man sie in ganz Spanien sieht. Wir kommen am Rathaus, an der Oper und beim Bahnhof vorbei. Wir erfahren auch, dass hier ein Pilgerweg durchführt, die Wegzeichen findet man am Boden. Es regnet immer wieder leicht. Wir kehren in die Markthalle ein. Hier gibt es einen Markt und eine Pintxos Meile, wo es neben kleinen Häppchen auch Getränke gibt. Anschließend marschieren wir den Fluss Nervion entlang. Hier hat die Stadtverwaltung eine wunderschöne Promenade angelegt. Einige sehr schöne Brücken überspannen den Fluß. Früher war der Fluß auch Handelsweg, denn er führt hinaus auf den Atlantik. Unser Ziel ist das Guggenheim Museum. Das Museum ist eine Filiale des New Yorker Guggenheim Museums. Es hätte eigentlich in Salzburg aufgestellt werden sollen, aber die Stadtverwaltung entschied sich dagegen. Für Bilbao sprach, dass hier mitten in der Stadt das Industriezentrum verschwand und dadurch ein großer freier Platz mitten in der Stadt entstand. Es ist ein Museum für moderne und zeitgenössische Kunst. 1997 wurde es eröffnet und wurde zugleich das Wahrzeichen der Stadt. Entworfen hat das spektakuläre Bauwerk Frank Gehry. Die Außenseite ist aus Titan, Glas und Kalkstein. Das Museum beherbergt eine Sammlung von Kunstwerken des 20. und 21. Jahrhunderts. Vor dem Museum steht eine Blumen-Hundeskulptur von Jeff Koons namens "Puppy". Die Meisten von uns können mit den Installationen und Gemälden nicht viel anfangen. Eine mehrere Quadratmeter große schwarze Wand, mit einem weißen Eck, braucht für unsereins schon viel Phantasie, um hier etwas weltbewegendes zu erkennen. Mehrere hundert Tonnenschwere Metallinstallationen machen die Menschen daneben klein. Licht- und Toninstallationen gehören auch dazu. Wir haben eine sehr gute Führerin, die versucht uns Kunst und Kultur näher zu bringen, wie gesagt versucht!! Nach der Besichtigung haben wir Zeit uns zu stärken und da gibt es natürlich wieder Pintxos (kleine Häppchen) und Bier, Wein und Wasser. Es fängt zu regnen an und wir gehen zurück in unser Hotel. Zum Abendessen gibt es heute wieder Pintxos im Restaurant Zurekin. Hoffentlich hört der Regen auf. Einige beschließen den Abend noch in einer Bar!
Nach dem Frühstück wartet schon unser Busfahrer Chosemi auf uns. Wir fahren heute nach Santander. Zuerst geht es aber über eine kurvige, enge, steile Straße hinauf zu einem Aussichtspunkt, von wo aus man einen herrlichen Blick über die Stadt und auf das Guggenheim Museum hat. Nach einem kurzen Aufenthalt setzen wir die Fahrt weiter. Es geht immer der Küste entlang, immer mit einem schönen Blick auf das Meer. Die Landschaft links und rechts der Autobahn ist in sattem Grün. Irgendwie nicht wie in Spanien, sondern das könnte auch bei uns sein, oder in Irland oder England. In Santander geht es zuerst zu einem Leuchtturm, von wo aus man einen traumhaften Blick auf das Meer und seine wilde Küste hat. Dann geht es zu Palacio de la Magdalena. Das ehemalige Königsschloss wurde durch Volksabonnements finanziert und der spanischen Königsfamilie zur Nutzung als Sommerresidenz errichtet. Er wurde zwischen 1909 und 1911 von den Architekten Javier González Riancho und Gonzalo Bringas Vega erbaut und steht auf einer Halbinsel. Am Weg zum Schloss kommt man an Becken vorbei in denen Seelöwen schwimmen. Heute gehört das Schloss der Stadtverwaltung und steht für Events und Hochzeiten zur Verfügung. Nach einem Rundgang geht es weiter ins Zentrum von Santander, in dem sich auch der Hauptsitz der Santander Bank befindet. Wir haben nun Gelegenheit zum Mittagessen. Jeder geht seines Weges und sucht sich ein Lokal zur Einkehr. Wir besuchen auch die Markthalle, wo es kleine Häppchen und Wein gibt. Dann fahren wir wieder zurück in unser Hotel. Zum Abendessen sind wir im gleichen Lokal wie gestern. Es gibt „Schweinshaxn“ auf ganz besondere Art. Am Heimweg vom Restaurant gibt es noch eine Einkehr – ist ja Mittwoch/Wochenteilen!!
Wir verlassen heute Bilbao. Nach dem Frühstück starten wir los. Die Fahrt führt uns hinaus aus der Stadt. Zuerst ist die Landschaft noch hügelig und grün, dann wird es flacher und trockener. Unser erstes Ziel ist Pamplona, die Stadt der Stierhatz. Nach rund zwei Stunden erreichen wir die Stadt. Wir gehen zu Fuß durch die Altstadt. Pamplona ist die Hauptstadt der Provinz Navarra. Im Rahmen der Sanfermines, findet hier im Juli alljährlich der Stierlauf statt. Wagemutige Läufer treiben die Stiere durch die Stadt zur Stierkampfarena. Hier gibt es laufend Verwundete und auch Tote. Wir sehen auch die Kurve, bei der Stiere und Läufer oftmals gegen eine Holzwand laufen, die Kurve heißt La Curva de la Estafeta. Pamplona ist auch Hauptstationen am Jakobsweg. Es gibt viele gotische Kirchen, darunter die San-Nicolás-Kirche, die auch eine Festungsanlage war. Wir haben nun auch Gelegenheit zum Mittagessen. Jeder findet irgendwo ein Plätzchen in einem der zahlreichen Restaurants. Weiter geht die Fahrt nun an unser Ziel nach Saragossa. Nach zirka zwei Stunden erreichen wir die Stadt. Hier ist das Zentrum sehr eng beisammen und die Stadtführung erfordert keine langen Märsche. Die Stadt liegt am Ufer des Ebro Flusses. Zentrum der Stadt ist die barocke Kirche Basílica de Nuestra Señora del Pilar. Sie ist eine berühmte Pilgerstätte mit einem Schrein der Jungfrau Maria. Gotische und maurische Stile vermischen sich im Aljafería aus dem 11. Jahrhundert sowie die Kathedrale La Seo. Nach einer kurzen Besichtigung der Innenstadt fahren wir in unser Hotel Boston. Das ist ein großes Hotel aus den Siebzigerjahren. Nach dem Zimmerbezug bringt uns Isabel in die Altstadt in ein uriges, rustikales Restaurant. Es gibt Salat als Vorspeise, dann Würste und Steak, das leider ein wenig zäh war. Dafür hat uns Isabel aber einen kostenlosen Verdauungsschnaps herausgehandelt. Anschließend marschieren wir zurück ins Hotel.
Wunderschönes Wetter! Heute haben wir eine längere Stecke vor uns. Wieder wechselt die Landschaft, von trockenem Steppenklima bis hin zu gebirgigem Bergland. Es gibt links und rechts der Autobahn auch viel Landwirtschaft. Isabel erzählt uns viel über die verschiedenen Regionen und die verschiedenen Volksgruppen in ihrem „blablabla“, wie sie selber sagt. Es ist aber kein "blablabla", sondern vielmehr eine geschichtliche Aufklärung über Spanien und ihre Regionen, die laut Verfassung viele Sonderrechte haben. Bis dato war mir das nicht klar, dass es in Spanien so viele Regionen und Ethnische Gruppen gibt. Nun erreichen wir unser erstes Ziel die Region Montserrat. Die Berge sind nun hoch mit vielen abgeschliffenen Bergspitzen und runden Steinblöcken. Unser Fahrer nimmt eine Abkürzung und fährt die letzte Stecke auf einer sehr schönen, aber engen Straße, die mit 5 Tonnen beschränkt ist. Gott sei Dank kommt uns kein größeres Auto entgegen. In Montserrat angekommen geht es dann mit der Zahnradbahn auf 1.200 Meter. Hier befindet sich am Gipfel das Benediktinerkloster Santa Maria de Montserrat mit der berühmten Schwarzen Madonna. Bekannt ist auch der Knabenchor l’Escolania de Montserrat. Wir bekommen eine Führung durch das Kloster und haben dann Zeit zur freien Verfügung. Der Ausblick ist gewaltig. Es sind auch kleinere Kapellen in die Felsen gebaut. Laut der Geschichte wurden immer wieder kleine Schwarze Madonnen versteckt, bei deren Auffinden glaubten die Pilger an ein Wunder und bauten wieder eine Kapelle. Hinunter geht es dann mit dem Bus. Josemi unser Busfahrer bringt uns sicher nach Barcelona. Hier beziehen wir im Hotel Rosello unsere Zimmer, anschließend gibt es im Hotel das Abendessen. Einige ziehen noch ein wenig um die Häuser auch Gerhard, Lisi, Johanna und ich kehren noch in ein nettes Lokal auf einen Gutenachtdrink ein.
Bei unserer Besichtigung von Barcelona teilen wir uns auf zwei Gruppen auf. Unsere Reiseleiterin ist Frau Stefanie. Unsere Isabel fährt zwar auch mit, aber Sie darf keine Führungen in Barcelona machen. Nach dem Frühstück geht es zuerst mit der U-Bahn eine Station. Dann steigen wir aus und marschieren durch die Altstadt von Barcelona. Stefanie hat eine einschläfernde „Deutsche“ Stimme. Bei unserem Rundgang sehen wir auch das Gotische Viertel. Im Markt haben wir Zeit für einen individuellen Rundgang. Was es hier alles gibt? Alles ist schön hergerichtet; Früchte, Fische, Blumen und das Ganze ist in dem für Märkte so typischen Geruch eingehüllt. Weiter geht der Rundgang durch die engen Gassen Barcelonas. Überall gibt es Veranstaltungen und Bühnen für „Festes de la Mercè“, das jährlich Ende September stattfindet. Es ehrt die Schutzpatronin der Stadt. Gruppen ziehen durch die Stadt und tanzen und machen mit kleinen Holzstöcken Musik dazu. Heute am Abend findet eine riesige Drohnenshow statt, die wir aber nicht besuchen werden, denn dazu reicht die Zeit nicht. Nun fahren wir zum Park Guell, in dem sich Gaudi, der berühmte Architekt und Künstler verwirklicht hat. Alles wirkt ein wenig wie aus der Fernsehsendung „barbapapa“. Gaudi wurde 1852 geboren und starb 1926. Bei seinen Werken gibt es keine geraden Linien, alles muss im Fluss sein. Wir fahren weiter zum Montjuïc, einem Aussichtsberg, auf dem sich auch das ehemalige Olympische Gelände befindet. Von hier aus hat man einen tollen Blick auf die Stadt und auf die Seilbahn, die vom Hafen heraufführt. Die andere Gruppe besichtigt einstweilen die Sagrada Famila. Wir holen die zweite Gruppe ab und fahren ins Hotel. Das Abendessen findet im Hotel statt.
Getreu dem Motto "das beste zum Schluss" sehen wir heute die Sagrada Familia. Nach dem Frühstück heißt es Abschied nehmen von unserem Hotel. Die Koffer sind gepackt, werden von Anna unserer Busfahrerin in den Bus eingeladen. Nun beginnen wir eine kleine Stadtrundfahrt bei der wir weitere Bauten von Gaudi sehen. Wir schlendern auch ein wenig durch das ruhige, sonntägliche Barcelona. Gestern wurde ordentlich gefeiert, heute ist es ruhig. Auf dem Programm steht auch das Hospital Sant Pau, das 1401 gegründet wurde. Wir besichtigen es nur von außen. Unsere kleine Stadtrundfahrt endet beim Höhepunkt, bei der Sagrada Familia. Baumeister ist Antonio Gaudí wer sonst! Der Bau wurde 1882 begonnen und dauert bis in die Gegenwart an. Das frühere Ziel, die Kirche bis zum 100. Todestag Gaudís im Jahre 2026 fertigzustellen, ist nicht realistisch. Tausende von Besuchern tummeln sich vor der Kathedrale. Nur wer lange vorher reserviert hat kommt auch rein. Wir haben reserviert und dürfen rein. Schon von außen ist das Bauwerk gewaltig. Die Dimensionen des Gotteshauses kann man in Kurzform nicht beschreiben, am besten selber anschauen. Die Türme sind teilweise noch nicht fertig, aber im Innenraum ist man von der Bauweise beeindruckt. Gaudi hat sich die Natur zum Vorbild genommen. Nichts ist gerade, keine Ecken und Kanten. Nach oben hin, wirken die Säulen wie große, sehr große Bäume, die sich nach oben verästeln. Die Fertigstellung wird wohl noch bis 2030 dauern. Jeder Teilnehmer der Gruppe ist überwältigt! Nach der Besichtigung fahren wir zum Flughafen und verabschieden uns von "unserer Isabel". Der Rückflug ist für 15.40 geplant, verspätete sich aber wie üblich. Dennoch erreichen wir München relativ pünktlich. Hier wartet schon Apfl Reisen auf uns für den Transfer zurück an den Attersee.
Die Reise hat uns allen gut gefallen. Wir haben sehr viel gesehen und erlebt und wir haben viel über Spanien erfahren! Die nächste Reise wird schon geplant! Bis dann... Euer Harry