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Rom mit dem O.Ö. Prangerschützenverband



Der O.Ö. Prangerschützenverband unternahm eine Reise nach Rom und Harald Schobesberger begleitete diese Reise.

1. Tag:

Heute ist Allerheiligen, doch ich kann beim Besuch der Gräber diesmal nicht dabei sein, denn meine Aufgabe ist es, den Oberösterreichischen Prangerschützenverband bei seiner Reise nach Rom zu begleiten. Die Gruppe kommt erst morgen an, aber ich will sie ja schon in Rom in Empfang nehmen, darum reise ich einen Tag früher ab. 13.00 Uhr Abfahrt von Schörfling nach Wien. Der Abflug ist um 17.30 Uhr mit Austrian Airlines. Am Flug nach Rom gibt es sogar ein „kleines“ warmes Abendessen. Ankunft am Flughafen Rom Fiomicino. Ich übernehme mein Mietauto bei Sixt, einen kleinen Fiat Punto. Nachdem ich mir übers Internet die Route zum Hotel ausgedruckt hatte, ist es kein Problem das Aran Park Hotel am Stadtrand von Rom zu erreichen.
Nach dem einchecken, begebe ich mich gleich auf Erkundungstour, doch in der näheren Umgebung des Hotels gibt es nicht viel zu sehen.

2. Tag:

Nachdem meine Gruppe erst um 12.25 ankommt, habe ist noch Zeit nach Ostia ans Meer zu fahren. Es ist herrlich, blitzblauer Himmel und angenehme Temperaturen – kann man nur hoffen, dass es so bleibt. In einem kleinen „Strandcafe“ in Ostia beobachte ich die anfliegenden Flugzeuge. Es ist immer wieder schön anzuschauen, wenn sich so ein „großer Vogel“ im „slow flight“ seinem Ziel nähert.
Nun aber zurück zum Flughafen, denn ich sollte doch pünktlich sein. Am Flughafen angekommen nehme ich Kontakt mit unserem Busunternehmen „Parella“ auf und treffe den Busfahrer bei seinem Bus. Wir haben zwei Busse zur Verfügung, weil die Gruppe ja aus insgesamt 58 Personen besteht und die in einem Bus nicht Platz haben. Die Gruppe kommt pünktlich an, und sobald sich die Tür zur Ankunftshalle öffnet, kann ich schon von weitem die, in Lederhose und Dirndl gekleideten Schützen erkennen. Alles bestens, die Gruppe ist gut gelaunt und freut sich schon auf Rom.
Ich folge dem Bus der Gruppe auf der Fahrt zum Hotel, aber irgendwie hab ich die Ahnung, dass ich mich besser auskenne als der Busfahrer, denn die Fahrt geht kreuz und quer. Check in im Hotel. Es ist nicht so einfach, bis alle Gäste wirklich gut untergebracht sind, denn bei dem Einen funktioniert das elektronische Türschloss der Zimmertür nicht, der andere findet den Zimmerhauptschalter nicht, aber nach einiger Zeit passt alles bestens. Unsere Unterkunft ist ein schönes 4-Sterne-Hotel, sehr sauber, modern, aber halt ziemlich abgelegen.
17.00 Uhr Abfahrt nach Frascati. Schon die Fahrt dort hin ist beeindruckend, denn Frascati liegt an einem Hügel mit herrlichem Blick auf Rom. Die Gäste sind beeindruckend vom „italienischen“ Leben und von der romantischen Atmosphäre. Frascati – fehlt nur noch Romea und Julia, ach nein die waren doch in Verona!
Wir gehen mit dem Busfahrer durch die Altstadt zu unserem Lokal. Ich bin nicht schlecht überrascht, als ich erkenne, dass ich in diesem Lokal schon mal vor ca. 20 Jahren mit einer Gruppe war. Das Restaurant ist bis auf den letzten Platz gefüllt, jedoch haben wir für unsere Gruppe einen abgeschlossenen Raum reserviert. Schon steht das Vorspeisenteller am Tisch und man merkt, dass die Gruppe den ganzen Tag kein ordentliches Essen hatte. Dem italienischen Antipastiteller folgt „Pasta“ und dazu jeweils der passende Wein. Bald tut auch der Frascati Wein seine Wirkung und es kommt gute Stimmung auf. Herr Huber, der Obmann der Schützengruppe, köpft so wie es bei den Schützen üblich ist, mit einem großen Küchenmesser einige Weinflaschen und die Stimmung ist nicht mehr zu bremsen. Erst als beim Köpfen einer Flasche nicht nur der „Hals ab“ ist, sondern vielmehr die ganze Flasche zu Bruch geht und es den Herrn Pfarrer, der auch mit der Gruppe mit ist, von oben bis unten mit rotem Wein voll spritzt, wird die berauschte Stimmung ein wenig gebremst.
Rückfahrt nach Rom – jeder freut sich schon auf sein Zimmer – es war ein langer Tag.

3. Tag:

Frühstück/Abfahrt. Heute hat die Gruppe ihre offiziellen Programme mit anderen Schützenvereinen aus ganz Europa am Petersplatz. Laut Herrn Huber sind ca.1.500 Schützen zugegen. Die Gruppe trifft sich vor der Audienzhalle und hält „Einzug in den Petersdom“ und feiert den Gottesdienst. Anschließen wird der Festzug mit allen Schützenvereinen aufgestellt und dieser führt über die Ponte Magherita, Via Cola di Rienzo, Via Cicerone, Piazza Cavour, Castel S. Angelo, Via della Conciliazione zum Petersplatz und zum Schluss gibt es noch den großen Zapfenstreich. Dazu werden auch Fackeln verteilt und es sollte auch ein großes Feuerwerk geben, aber dieses wird kurzerhand abgesagt – in Rom ist eben vieles anders.
Ich nütze währen dieser Zeit den Tag und fahre mit meinem kleinen Fiat in das Zentrum und finde einen Parkplatz direkt beim Kolosseum. Ich wanderte vom Kolosseum über das Forum Romanum, Denkmal des Viktor Emanuel – Via del Corso, Piazza di Fiori, Piazza Navona bis zur Engelsburg und dann wieder zurück über die Via die Imperiori. Rom kann man sehr gut zu Fuß erkunden!
Für den Abend haben wir kurzerhand, in der Nähe des Hotels, in der Pizzeria Blue Ciopa das Abendessen bestellt. Leider ist es in Italien so, dass die Restaurants pro Tisch eine Rechnung zusammenstellen und in diesem Fall ist es gar nur möglich, für die gesamte Gruppe einen Einheitspreis zu vereinbaren und alles auf eine Rechnung zu setzen. Dies ist für die Gruppe ungewöhnlich, aber zum Schluss sind doch noch alle glücklich, denn ich zahle die Rechnung und kassiere das Geld von den Teilnehmern ein. Rückmarsch zum Hotel, denn die Pizzeria liegt ja nur ca. 10 Gehminuten vom Hotel entfernt.

4. Tag:

Frühstück/Abfahrt – so wie gestern, auch heute wieder strahlend schönes Wetter, zwar ein wenig frisch am Morgen, aber schöner könnte es nicht sein. Die Gruppe hat wieder Programm am Petersplatz bis 15.00 Uhr. Ich marschiere durch die Stadt und flaniere über die schönen Plätze von Rom. Zum Mittagessen schau ich mir das Restaurant Don Giovanni an, das mir die Reiseleiterin empfohlen hat und wo wir mit unserer Gruppe morgen einkehren wollen.
Treffpunkt um 15.00 Uhr beim Hotel Michelangelo in der Nähe der Peterskirche zur Stadtrundfahrt bzw. zum Stadtrundgang. Es steht das „Klassische Rom“ auf dem Programm Die Stadtbesichtigung erfolgt vorwiegend zu Fuß und so marschieren wir von der Ponte Umberto zur Spanischen Treppe, Trevi Brunnen, Palazzo Monte Citorio, Pantheon, Piazza Navona und dann Ende des Stadtrundganges, wieder bei der Ponte Umberto, der Brücke über den Tiber. Während des Rundganges treffen wir unerwartet unseren Bundeskanzler Dr. Alfred Gusenbauer mit seiner Lebensgefährtin. Er ist auf Urlaub, also ganz privat unterwegs und kommt einfach auf uns zu, um mit uns zu sprechen. „Ja – da sind ja meine Landsleut’ – was macht’s Ihr denn da?“, so der Bundeskanzler.
Rückfahrt ins Hotel – diesmal Abendessen „a la carte“ im Hotelrestaurant. Aber auch hier zeigt sich, dass nicht alle Italiener Organisationstalente sind – Schlange stehen beim Zahlen.

5. Tag:

Frühstück/Abfahrt um 08.00 Uhr und Treffpunkt um 09.00 Uhr am Kapitolshügel, doch leider weiß keiner, wo der Bürgermeisterempfang ist. Nach einiger Zeit erfahren wir, dass der Treffpunkt eigentlich um 10.00 Uhr wäre und so warten wir am Kapitolshügel beim Denkmal von Marc Aurel. Die Frau Bürgermeister empfängt uns dann doch noch und begrüßt die Schützenvereine aus ganz Europa. Anschließend beginnt vom Kapitolshügel der Stadtrundgang zum Thema „antikes Rom“. Wir besichtigen das Denkmal von Victor Emanuel und wandern durch das „Forum Romanum“. Unsere beiden Reisleiterinnen, Eva, (eine gebürtige Wienerin) und Patricia, (eine Italienerin) führen uns in die altertümliche Geschichte der Stadt ein. Ende des Rundganges beim Kolosseum. Der Nachmittag steht zur freien Verfügung. Einige der Schützen treffen sich in der Universität und konferieren über Themen der europäischen Schützen. Die anderen besteigen den Petersdom oder besichtigen die Engelsburg und ich genieße die Zeit wieder beim Wandern durch die Stadt. Leider wurden wir nicht informiert, dass die Universität in Aurelia, am Stadtrand von Rom ist. Es ist dort ein Treffen mit Dr. Otto von Habsburg und eine Messe organisiert. Wir müssen das Programm ändern und einen extra Bus bestellen, der die Teilnehmer zur „Universität der Legionäre Christi“ bringt. Die Universität ist völlig neu gebaut und liegt in einem wunderschönen Park außerhalb der Stadt. Die Gruppe besucht den Gottesdienst und Dr. Otto von Habsburg, der Schirmherr aller Schützen, hält eine packende Ansprache.
Um 20.00 Uhr hätte ich im Restaurant Don Giovanni Plätze reserviert, aber leider dauerte der Gottesdienst länger und daher kommen wir zu spät und einige Plätze sind dadurch schon weg bzw. nicht mehr frei. Trotzdem wird es dank der Unbeschwertheit unseres Wirten, der den Platzmangel gelassen meistert, doch noch ein gemütlicher Abend und nach der Fahrt ins Hotel, sitzen wir noch einige Zeit an der Hotelbar und diskutieren über Gott und die Welt.

6. Tag:

Frühstück/Abfahrt mit Gepäck. Ich verabschiede die Gruppe, denn die besichtigen die Vatikanischen Museen. Ich nütze nochmals mein Mietauto aus und fahre in die Stadt und Parke bei den Caracalla Thermen und wandere zu Fuß durch die Stadt. Wir treffen uns dann nochmals am Flughafen zur Verabschiedung, denn die Gruppe fliegt früher als ich zurück, während ich noch auf meinen Abflug nach Wien warten muss. Nun ziehen die ersten Wolken auf und am Abend, bei meinem Abflug, beginnt es dann auch noch richtig zu regnen, so als würde der Wettergott über unseren Abschied traurig sein – Sei nicht traurig – wir kommen wieder.
Der Wettergott hat es gut gemeint mit der Gruppe, aber das sollte doch auch so sein, denn die Schützen, sind doch die Beschützer aller Kirchen und von denen gibt es in Rom mehr als genügend.

Harald Schobesberger
(November 2007)

© - Harald Schobesberger


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Verfasser

Harald Schobesberger



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