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Baltikum



Baltikum – drei Kostbarkeiten der Vielfalt

Estland, Lettland und Litauen im Nordosten Europas gelten nach wie vor als Geheimtipps unter Reisenden. Mit ihrer Vielfalt sind sie unvergleichlich und jedes Land für sich eine unvergesslich schöne Reise wert.

Estland, Lettland und Litauen – die große Liebe der Nordländer

Die Bewohner bezeichnen sich selbst als Nordländer ohne Überschwang, jedoch mit Verbindlichkeit. Und es mag ihrer turbulenten Geschichte oder auch der phänomenalen Naturlandschaft geschuldet sein, dass sie gerne die Weite und die Ruhe suchen. Es sei denn, sie kommen zum Singen oder zum Saunieren zusammen. Denn das gehört zum vielgeliebten und rege praktizierten Freizeitspaß. Ohne Sauna – undenkbar. Das ist Tradition, Kultur, Philosophie, einfach Leben. Wie selbstverständlich gehen Jung und Alt jeden Samstag, manchmal auch Donnerstag, auf jeden Fall am Abend vor den Feiertagen in die Sauna. Und Feiertage kann man sich schließlich auch selbst einrichten, wenn man sie braucht. Dann wird geschwitzt, geplaudert und oft auch gesungen. Der Gesang ist fast so wichtig wie die Sauna. Daneben wird mit gebundenen Zweigen der Birke, Linde, Eiche oder Wacholder … der Körper als Massage gepeitscht und zur Abkühlung danach ins kalte Wasser gesprungen. Niemals wird jedoch in der Sauna gestritten oder ein Streit geklärt, denn das würde die Geister verstören. Und wer möchte das schon …

Estland ist das nördlichste Land der baltischen Staaten und gilt als unglaubliches Paradies der Ruhe und des Naturerlebnisses. Tatsächlich weist der EU-Staat eine erstaunlich geringe Bevölkerungsdichte auf und wer Erholung und Stille sucht, wird hier mit Garantie auch fündig. Aber Estland kann auch anders …

Die Ankunft in der Hauptstadt Tallinn eröffnet gleich die Entdeckung einer echten Kostbarkeit. Die alte Hansestadt ist eine der bestens erhaltenen historischen Städte des Nordens und zeigt ihre prächtigen Häuser mit den roten Dächern, die imposante Stadtmauer, Gassen mit Kopfsteinpflastern, die zahlreichen Parks und kulturellen Seiten nur zu gerne. Einen wunderbaren Überblick bietet der Aussichtspunkt von Kohtuotsa. Auf die Lage am Meer sind die Bewohner sehr stolz und sie genießen die attraktiven Strände und Promenaden. Besuchern sei empfohlen, sich ein Fahrrad zu leihen und etwa vom Künstlerviertel Kalamaja bis zum Strand von Pirita zu radeln – Spaß und tolle Aussichten inklusive! Ganz besonders von der Aussichtsplattform des Fernsehturms, der hier 314 Meter aufragt.
Danach gibt es eine süße Belohnung – Marzipan. Angeblich wurde es in Tallinn erfunden und kann im ältesten Café der Stadt, dem Café Maiasmokk, verkostet werden.

Estland hat auch sehr viel Natur – nahezu unendliche Wälder und Küsten mit mehr als 1500 Inseln, von denen die allermeisten unbewohnt sind, aber nicht als Orte missverstanden werden dürfen, die man nicht besuchen sollte. Ein hervorragendes Beispiel ist etwa die Moorinsel Toonoja. Von ihren Bewohnern verlassen, kann sie heute noch im Rahmen einer Tour besucht und die Ruhe als absolute Wohltat genossen werden. Zum Glück haben die ehemaligen Bewohner eine intakte Rauchsauna zurückgelassen – womit für Esten eigentlich schon alles gerettet ist.

Der Peipus See bildet die Grenze zu Russland und der Charakter der Region ist geprägt von seinen russisch-stämmigen Bewohnern. Im Zentrum der Kulinarik steht die Zwiebel, die hier allgegenwärtig ist und sehr interessant sind auch die Kirchen der Alt-Gläubigen, die nun auch zum Teil für Besucher geöffnet werden. Die Anhänger haben sich gegen die Reformen des russisch-Orthodoxen Glaubens gewandt und ein sehr zurückgezogenes Leben geführt.

Besondere Reise-Highlights sind auch die Stadt Haapsalu mit ihren reizenden Holzhäusern und der Naturpark Lahemaa.

In Lettland wird der Besucher eingeladen, sich Zeit zu nehmen – und das sollte er wirklich tun. Denn das baltische Land hat neben phänomenalen Sandstränden an der Ostsee eine unglaublich schöne Natur im Landesinneren und phantastische Kulturstätten mit imposanter Architektur zu bieten. Das Kurland an der Küste kann neben dem breitesten Wasserfall von ganz Europa samt fliegenden Fischen auch die Hauptstadt Riga zu ihren Sehenswürdigkeiten zählen. Der historische Kern dieser alten Hansestadt ist UNESCO Weltkulturerbe und wirkt mit seinen prachtvollen Jugendstilhäusern wie ein riesiges Museum. Absolute Highlights sind der Rathausplatz, das komplett wiederhergestellte Schwarzhäupterhaus, die Albertistraße und die Petrikirche.
Der Norden Lettlands bedeutet intensive Natur mit gewaltigen Wäldern und geschützten Naturparks wie etwa der Nationalpark Gauja, der als ältester des Landes gilt. Sehr sehenswert auch die Kleinstädte der Region, wie Cēsis, das sich als regionale Kulturhauptstadt mit Festivals und kultigen Cafés einen Namen gemacht hat. Sehr wohl gefühlt hat sich in Dunte auch eine prominente Persönlichkeit, wenngleich er wohl nicht auf einer Kanonenkugel reitend den Ort und das Herz seiner Liebsten erreicht hat. Baron Münchhausen lebte hier und ein Museum erinnert an den berühmten Lügner.
Der Osten des Landes ist sehr geprägt von Traditionen und verfügt sogar über eine eigene Sprache, die noch aktiv im Alltag eingesetzt wird. Wunderschöne Kirchen, wie die Basilika von Aglona, sind Zeichen des stark verankerten Katholizismus. Wunderschön auch die Seen, für die diese Region bekannt ist. Der Čertoks See ist ein besonders attraktiver Vertreter, dessen klares Wasser zum Teil bis zu zwölf Meter tief blicken lässt.
Ganz anders präsentiert sich wiederum der Süden des Landes mit seiner flachen und ertragreichen Landschaft. Sehr empfehlenswert ist ein Besuch der prunkvollen Schlösser, die hier recht zahlreich erbaut wurden. Das Rokoko Schloss Rundale mit seiner herrlichen Gartenanlage und das Jagdschloss Jelgava begeistern nicht nur Architektur-Fans.

Litauen bezeichnet sich selbst als kompaktes Land, immerhin schaffen es etwa Besucher vom Flughafen in Windeseile in die Hauptstadt Vilnius. Und das hat wirklich seine Vorteile. Trotzdem es sich um ein kleines Land handelt, schätzen die Litauer ihren Freiraum über alles – und auch den gibt es hier in ganz wundervoller Art und Weise. Das Weite und das Ungestörte ist in der phantastischen Vielfalt der Natur ebenso zu finden wie an den zentralen Orten, an denen Ruheoasen zum In-sich-gehen und Verweilen auch mit wenig Mühe zu entdecken sind.

Die Kurische Nehrung zählt zweifelsfrei zu den schönsten Landschaften und wird den Besucher sehr für sich einnehmen. Als Perle der Ostsee bezeichnet ist dieser fast 100 Kilometer lange Sandstreifen ein gemeinschaftlich von Mensch und Natur geschaffenes Paradies und als Naturpark ein UNESCO Weltkulturerbe wie auch die Altstadt von Vilnius mit ihren zahlreichen sakralen und weltlichen Sehenswürdigkeiten.

Phantastische Impressionen erhalten Besucher in Kenavé, einer archäologischen Ausgrabungsstätte, an der eine mehr als 10.000-jährige Besiedelung nachgewiesen wurde. Extra-Tipp: Hier wird auch das Mittsommernachtsfest zu Johannis immer in wunderbarer Kulisse gefeiert.

Ein Ort, der keine Worte braucht, sondern für sich spricht, ist der Berg der Kreuze. Rund eine halbe Million Kreuze und Rosenkränze wurden hier gesammelt. Die Sowjets haben wiederholt versucht, diese katholischen Zeichen zu vernichten – ohne Erfolg. Immer wieder wurden neue Exemplare hergebracht und sind heute starkes Zeichen für die Beharrlichkeit der Litauer.
Sehr gegenwärtig ist der Bernstein, der in Litauen in außergewöhnlich guter Qualität zu finden ist und in vielen medizinischen und kosmetischen Anwendungen ebenso eine Rolle spielt wie als beliebtes Reiseandenken. Im Bernsteinmuseum im Kurort Palanga ist der größte Bernstein der Welt mit mehr als 3,5 kg zu sehen.

 

 

 



Lage

Nordeuropa.

Fläche

45.228 qkm (17.463 qm).

Bevölkerungszahl

1.257.921 (2014).

Bevölkerungsdichte

27,8 pro qkm.

Hauptstadt

Tallinn.

Staatsform

Republik seit 1918. Von 1941-1944 von deutschen Truppen besetzt, in der Nachkriegszeit sowjetisch besetzt. Wiedergewinnung der Unabhängigkeit im Jahre 1991. Verfassung von 1992. Parlament mit 101 Abgeordneten. Endgültig unabhängig seit 1991. Der Präsident wird vom Parlament gewählt, die Amtszeit besteht aus fünf Jahren. Estland ist EU-Mitglied.

Geographie

Estland ist die nördlichste der drei baltischen Republiken und grenzt im Norden und Westen an die Ostsee, im Osten an die Russische Föderation und im Süden an Lettland. Ausgedehnte Wälder, Dünenstrände, 1500 Seen und ca. 800 Inseln prägen die schöne und abwechslungsreiche Landschaft. Die größten Städte des Landes sind Tallinn, Tartu und Narwa.

Sprache

Die Amtssprache ist Estnisch. Rund ein Drittel der Bevölkerung spricht Russisch. In den Gebieten mit einem hohen Anteil an Russisch sprechenden Menschen ist Russisch Verkehrssprache. Ein Großteil der jüngeren Bevölkerung spricht Englisch.

Religion

Überwiegend religionslos; 26 % evangelisch-lutherisch und russisch-orthodox; katholische, muslimische und jüdische Minderheiten.

Ortszeit

MEZ + 1. Letzter Sonntag im März bis letzter Sonntag im Oktober: MEZ + 2 (Sommerzeit in Estland = Standardzeit MEZ (Winterzeit in Mitteleuropa) + 2 Std.).
Differenz zu Mitteleuropa beträgt im Sommer und im Winter jeweils +1:00 Std.

Netzspannung

230 V, 50 Hz. Euro-Norm-Stecker (dünner, flacher Stecker, ohne Schutzkontakt) passen, Schuko-Stecker nicht immer.

Regierungschef

Taavi Rõivas, seit März 2014.

Staatsoberhaupt

Toomas Hendrik Ilves, seit Oktober 2006, 2011 wiedergewählt.

Währung

1 Euro = 100 Cents. Währungskürzel: €, EUR (ISO-Code). Banknoten gibt es in den Werten 5, 10, 20, 50, 100, 200 und 500 Euro, Münzen in den Nennbeträgen 1 und 2 Euro, sowie 1, 2, 5, 10, 20 und 50 Cents.

Anmerkung: Seit dem 1. Januar 2011 ist der Euro in Estland gesetzliches Zahlungsmittel.


Geldwechsel

Bei Banken oder in Wechselstuben, die es an den Flughäfen, in größeren Hotels und vielerorts in der Innenstadt, am Bahnhof und am Hafen gibt, können Fremdwährungen umgetauscht werden. Die Wechselstuben sind von Mo-Fr von 09.00-18.00 Uhr und So von 09.00-15.00 Uhr geöffnet. Einige Wechselstuben bieten auch am Sonntag ihren Service an.

Kreditkarten

Gängige Kreditkarten wie Visa, Mastercard, Diners Club, American Express etc. werden in der Regel von größeren Hotels, Restaurants, Geschäften und Banken angenommen. Die meisten Banken akzeptieren die Kreditkarte nur mit dem Pass zusammen. An den zahlreich vorhandenen Geldautomaten in allen kleineren und größeren Städten kann vielerorts Bargeld auch mit der Kreditkarte abgehoben werden. Einzelheiten vom Aussteller der betreffenden Kreditkarte.

Reiseschecks

Können in vielen Banken eingelöst werden (US-Dollar).

Devisenbestimmungen

Für Reisende innerhalb und von außerhalb der EU bestehen keine Beschränkungen für die Einfuhr oder Ausfuhr von Landes- und Fremdwährungen, aber es besteht Deklarationspflicht von Barmitteln ab einem Gegenwert von 10.000 € (auch Reiseschecks, anderen Währungen oder auf Dritte ausgestellte Schecks).

Öffnungszeiten der Banken

Mo-Fr 09.00-16.00 Uhr.

Wechselkurse

1.00 EUR = 13.31 EEK
1.00 CHF = 12.25 EEK
1.00 USD = 11.68 EEK
Wechselkurse vom 10 April 2016


Feiertage

2016
1 Jan Neujahr
24 Feb Unabhängigkeitstag
25 Mar Karfreitag
1 May Tag der Arbeit
15 May Pfingstsonntag (Pfingsten)
23 Jun Võidupüha (Tag des Sieges)
24 Jun Jaanipäev (Johannistag/Mittsommertag)
20 Aug Wiederherstellung der Unabhängigkei
25 Dec Weihnachten
26 Dec Weihnachten

Erforderliche Impfungen

Gesundheitsvorsorge

Die medizinische Grundversorgung ist zumeist befriedigend. Für Staatsangehörige der EU- und EFTA-Länder gilt die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC). Die EHIC regelt die Versorgung und Kostenrückerstattung beim Krankheitsfall für EU- und EFTA-Staatsbürger. EHIC-Inhaber wenden sich im Krankheitsfall direkt an einen selbständigen Vertragsarzt oder an einen Arzt in einer öffentlichen kommunalen oder staatlichen Einrichtung.

In der EHIC ist kein Rücktransport nach einer schweren Erkrankung oder einem Unfall im Ausland enthalten. Die gesetzlichen Krankenkassen dürfen diese Leistung nicht anbieten. Einen Rücktransport bezahlen nur private Reiseversicherungen. Es wird deshalb empfohlen für die Dauer des Aufenthalts eine Auslandsreise-Krankenversicherung abzuschließen, die Risiken abdeckt, die von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen werden.

Gesundheitszeugnis

Für eine Daueraufenthalts- oder Arbeitsgenehmigung ist ein HIV-Test nötig.

Klima

Warme Sommer, Frühling und Herbst sind relativ mild. Kalte Winter (November bis Mitte März) mit starken Schneefällen. Niederschläge ganzjährig, im August ist die Niederschlagsmenge am höchsten.

Anmerkung

 

Telefon

Die Landesvorwahl für Estland ist 00372. Estland ist das Land des Mobilfunks und des Internets. Öffentliche Telefonzellen funktionieren meist mit Telefonkarten, diese sind im Postamt und an Kiosken erhältlich.

Mobiltelefon

GSM 900 und Dualband GSM 900/1800. Netzbetreiber sind u.a. EM (Internet www.emt.ee - Dualband) sowie Tele2 (Q GSM) (GSM 900) (Internet: www.tele2.ee). Roaming-Abkommen bestehen. Sende-/Empfangsbereich für Mobilfunk im ganzen Land. Für längere Aufenthalte könnte es sich lohnen, eine SIM-Karte eines lokalen Prepaid-Anbieters zu kaufen. Die „kõnekaart” (auf Deutsch Prepaid-Karte) ist in R-Kiosken auf der Straße erhältlich. 

Auslandsroaming ist innerhalb der EU zum Eurotarif nutzbar. Kunden aller europäischen Mobilfunknetzbetreiber führen automatisch alle Telefonate im und aus dem EU-Ausland zum Eurotarif. Für andere Mobilfunkdienste wie SMS, MMS und Datenübertragungen gilt der Eurotarif hingegen nicht.

Fax

Stehen in Telefonbüros und einigen Postämtern sowie in Hotels zur Verfügung.

Internet/E-Mail

Für die Wirtschaft Estlands ist das Internet der Schlüssel zum Erfolg. Daher gibt es ein nahezu flächendeckendes WLAN-Netz, sogar in den entlegendsten Dörfern und an Stränden sind öffentliche Hotspots vorhanden. Sie sind mit weißblauen @-Schildern gekennzeichnet. Eine Übersichtsliste ist unter www.wifi.ee einzusehen. In Tallinn sind öffentliche Gebäude und Plätze, wie Bibliotheken, Postämter und der Flughafen mit einem kostenlosen Internetzugang versehen. Internetanbieter ist u.a. Delfi Online (Internet: www.delfi.ee). Internetcafés sind ebenfalls vorhanden.

POST- UND FERNMELDEWESEN

Briefe nach Westeuropa sind 2-4 Tage unterwegs. Briefmarken gibt es auf Postämtern und am Kiosk (Internet: www.post.ee).

Deutsche Welle

Da sich der Einsatz der Kurzwellenfrequenzen im Verlauf eines Jahres mehrfach ändert, empfiehlt es sich, die aktuellen Frequenzen direkt beim Kundenservice der Deutschen Welle (Tel: (+49) (0228) 429 32 08. Internet: www.dw-world.de) anzufordern.

Botschaft der Republik Estland

(auch für die Schweiz zuständig)Honorargeneralkonsulat mit Visumerteilung in Salzburg. Honorarkonsulat in Wien, Linz und Graz.
Schweiz: Honorarkonsulate in Genf und Stäfa/Zürich (Internet: www.baltics.ch).
Telefon: (01) 503 77 61.
Website: www.estemb.at
Öffnungszeiten: Mo-Fr 09.00-17.00 Uhr (tel. Anfragen). Konsularabt.: Mo, Di, Do 10.00-12.00 Uhr.


Botschaft der Republik Estland

Achtung: Die Botschaft in Berlin erteilt keine Schengen-Visa. Zuständig für die Visumerteilung ist die Botschaft der Republik Estland in Paris.Honorarkonsulate in Düsseldorf, Grasbrunn/München, Hamburg und Ludwigsburg.
Telefon: (030) 25 46 06 02. Konsularabt.: (030) 25 46 06 11.
Website: www.estemb.de
Öffnungszeiten: Mo-Fr 09.00-13.00 und 14.00-16.00 Uhr. Konsularabt.: 09.30-12.30 Uhr.


Estnische Tourismuszentrale (Hamburg)

Kleine Reichenstraße 6, D-20457 Hamburg, Germany Telefon: (040) 30 38 78 99.
Website: www.visitestonia.com/de


Essen & Trinken

In Estland wird viel Fleisch, Geflügel und Wurst gegessen. Nationalgerichte sind Sult (Kalbfleisch in Aspik), Taidetud Basikarind (gefüllter Kalbsbraten) und Rossolye (eingelegter Hering mit Rüben).

Nachtleben

Tallinn bietet eine große Auswahl an Restaurants, Cafés und Bars. Im Theater werden auch Opern und Ballette inszeniert.

Einkaufstipps

Hübsche Souvenirs sind Bernstein und Kunstgewerbeartikel aller Art.

Öffnungszeiten der Geschäfte:
Mo-Fr 09.00/10.00-18.00/19.00 Uhr (Warenhäuser bis 20.00/21.00 Uhr), Sa 10.00-16.00 Uhr.

Sport

Basketball ist die beliebteste Sportart.

Fußballspiele
sind ebenfalls gut besucht.

Gute Loipen für Ski-Langlauffans.

Ausgezeichnete Wander- und Wassersportmöglichkeiten.

Über die zahlreichen Wellness- und Spa-Einrichtungen auf dem estnischen Festland und auf den vorgelagerten Inseln Muhu und Saaremaa informiert der Verband Estnischer Kurorte und Rehazentren. Weitere Informationen auch unter www.estonianspas.com und www.visitestonia.com.

Veranstaltungskalender

 
März Otepää Spiele, an verschiedenen Orten; Estischer Gesang, Tartu. März-April Estische Musiktage, Tallinn. April Jazzkaar, Tallinn. Mai-Jun. Internationales Musikfest Tubin und seine Zeit, Tallinn. Jun. Altstadttage, Tallinn. Juni Pärnumaa Pirand Internationales Volksmusik-Festival, Pärnu. Juni Grillfest Estland, Strandpark, Pärnu. Jun. Mittsommerfest (Folklorefest), Tallinn. Juli Ollesommer, Tallinn. Juli Sing- und Tanzfestival in ganz Estland, Tallinn, Harju. Juli Võru Internationales Volksfestival, Võru Stadt und Bezirk. Juli Watergate, das Wasser- Festival, Pärnu Jachthafen, Pärnu. Juli Viljandi Volksmusikfest. Jul. Mittelaltermarkt, Tallinn. Juli-Aug. Die Tage der weißen Frauen, Haapsalu Stadt, Haapsalu, Lääne-Bezirk. Aug. Tanzfest, Tallinn. Aug. Augustibluus, Haapsalu Schloss, Haapsalu. Aug. Feier am Ende des Pärnu-Sommers, Pärnu Strand, Pärnu. Nov.- Dez. Weihnachtsmarkt, Tallinn; Dez. Weihnachtsmusikfest, Pärnu. Weihnachtsjazz, Tallinn.

Diese Angaben stellen nur eine Auswahl an Veranstaltungen dar. Weitere Informationen erteilt die Tourismuszentrale (s. Adressen).

Sitten & Gebräuche

Zur Begrüßung gibt man sich die Hand. Esten sind sehr stolz auf ihre Kultur und Geschichte, dies sollte man als Besucher respektieren.

Rauchen: Das Rauchen ist in Gaststätten verboten. Gastbetriebe können aber Raucherzonen haben, die durch Mauern und Türen abgeschlossen und mit Luftabzugs-Einrichtungen ausgestattet sind.

Trinkgeld:
Zuschläge für Bedienung sind in den Rechnungen enthalten. Die Taxifahrpreise enthalten ebenfalls bereits ein Trinkgeld.

Estland
Sicherheitshinweis vom Ausw�rtigen Amt:
Stand: 29.01.2016
Unver�ndert g�ltig seit: 27.01.2016
Landesspezifische SicherheitshinweiseF�r Estland besteht derzeit kein landesspezifischer Sicherheitshinweis.Weltweiter SicherheitshinweisEs wird gebeten, auch den weltweiten Sicherheitshinweis zu beachten:Externer Link, �ffnet in neuem Fensterwww.auswaertiges-amt.de

] Ausnahmen: Einen Reisepass benötigen Staatsangehörige von Dänemark, Großbritannien und Irland (Rep.)).

Dokumente bei der Einreise

Nachweis einer Auslandsreisekrankenversicherung (EU-Bürger: Europäische Krankenversicherungskarte. Zusätzliche Reiserückholversicherung empfohlen.)

Einreise mit Haustieren

Hunde, Katzen und Frettchen aus EU-Ländern und aus nicht tollwutfreien Drittstaaten benötigen einen EU-Heimtierausweis (pet pass), der nur von dazu ermächtigten Tierärzten ausgestellt werden kann, und müssen als Kennung einen implantierten Mikrochip am Hals tragen. Aus dem Heimtierausweis muss hervorgehen, dass bei dem Tier eine gültige Tollwutimpfung, ggf. eine gültige Auffrischungsimpfung gegen Tollwut, vorgenommen wurde. Die Einfuhr ist auf 5 Tiere beschränkt. Heimtiere unter 4 Monate sind von der Impfpflicht gegen Tollwut ausgenommen. 

 

Für Hunde, Katzen und Frettchen sowie für Vögel und Kleintiere aus nicht tollwutfreien Drittstaaten gilt die folgende zusätzliche Vorschrift:

Für jedes Tier wird ein Gesundheitszeugnis benötigt. Für den Eintritt in das EU-Gebiet muss bei den Haustieren 3 Monate vor der Einreise eine Untersuchung auf Anwesenheit von vakzinalen Antikörpern durchgeführt werden. Ausnahme: Die 3-Monatsfrist gilt nicht für Heimtiere aus dessen EU-Heimtierausweis hervorgeht, dass die Blutentnahme durchgeführt wurde bevor dieses Tier das Gebiet der Gemeinschaft verlassen hat und dass bei der Blutanalyse genügend Antikörper auf Tollwut nachgewiesen worden sind.

 

Für Hunde, Katzen und Frettchen aus tollwutfreien Drittstaaten (z.B. Schweiz, Andorra, Island, Liechtenstein, Monaco, Norwegen, San Marino und Vatikanstadt) kann ebenfalls der Heimtierausweis, der eine gültige Tollwutimpfung bestätigt, für die Einfuhr benutzt werden.


Flugzeug

Die nationale Fluggesellschaft heißt Nordic Aviation. Ab dem 19. Dezember 2015 verbindet Nordic Aviation München mit Tallinn. Lufthansa (LH) fliegt täglich direkt von Frankfurt und München nach Tallinn.

Von Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Innsbruck, München, Nürnberg, Salzburg, Stuttgart, Wien und Zürich fliegt Finnair (AY) (Internet: www.finnair.com).

Air Baltic (
BT) (Internet: www.airbaltic.com) verbindet auch Deutschland, Österreich und die Schweiz mit Tallinn.

Ebenfalls von Deutschland, Österreich und der Schweiz fliegen nach Tallinn u.a. Czech Airlines (OK) (Internet: www.csa.cz), Scandinavian Airlines SAS (SK), Air France (AF) (Internet: www.airfrance.com) und Delta Airlines (DL) (Internet: www.delta.com).Carpatair (V3) verbindet München mit Tallinn.

Internationale Flughäfen

Tallinn Flughafen (TLL). (www.tallinn-airport.ee) 4 km südöstlich von Tallinn. Tel:

(+372) 605 88 88.

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Fahrzeiten



Schiff

Die Tallink Silja (Tel: (0451) 589 92 22 in Lübeck, Internet: www.tallinksilja.com/de/) bietet eine Verbindung von Stockholm via Aland nach Helsinki und die Tallink verbindet Helsinki mit Tallinn. Superfast-Fähren der Reederei Tallink Silja verkehren auch täglich ab Rostock via Helsinki nach Tallinn. Da die Abfahrt täglich um 05.00 Uhr und sonntags um 04.30 Uhr erfolgt, können die Passagiere bereits am Vorabend an Bord gehen. Superfast Ferries (Internet: www.superfast.com) verbindet Rostock mit Tallinn via Rostock (Fahrtzeit: 26 ½ Std.).

Weitere Reedereien, die Estland anlaufen, sind: Linda Line Express (Internet: www.lindaliini.ee) und Nordic Jet Line (Schnellboot) (Internet: www.njl.ee) und Viking Line (Internet: www.vikingline.fi) von Helsinki. Tallinn wird auch täglich von Helsinki mit Tragflächenbooten angesteuert.

Estland wird inzwischen auch immer häufiger von Kreuzschiffen angelaufen (Internet: www.portoftallinn.ee). Weitere Informationen vom Baltischen Informations- und Tourismusbüro (s. Adressen).

Bahn

Es gibt Verbindungen in die Russische Föderation.

Bus/Pkw

Die Via Baltica stellt eine Landverbindung zwischen Deutschland und Finnland dar und führt über 1500 km durch Polen und die Baltischen Staaten durch Seen- und Waldgebiete, entlang der Bernsteinküste und bis nach Tallinn. Die großen Städte wie Vilnius, Riga und Tallinn sind über die zum Teil gut ausgebaute Via Baltica (E67) miteinander verbunden.

Mehrere Verbindungsstraßen führen an der Ostseeküste entlang über Litauen und Lettland nach Estland; ferner gibt es Straßenverbindungen in die Russische Föderation. Anreise mit dem Pkw über Polen und Belarus bzw. Polen und Litauen. Grenzübergänge: Terespol (Polen) - Brest (Belarus) und Ogrodniki (Polen) - Lazdijai (Litauen).

Fernbus:
Es gibt direkte Busverbindungen u.a. mit Ecolines (Internet: www.ecolines.net) zwischen Tallinn und
- Stuttgart über Frankfurt, Kassel und Berlin,
- München über Nürnberg und Berlin,
- Köln über Essen, Hannover und Berlin und
- Berlin über Hamburg und Kiel.
Eurolines-Busse fahren von und nach Estland. Fahrplan- und Tarifinformationen sind erhältlich von der estnischen Eurolines-Generalvertretung (Eurolines Estonia, Internet: www.eurolines.ee) oder den Eurolines-Vertretungen in
- Deutschland (Deutsche Touring GmbH, Adresse: Am Römerhof 17, D-60486 Frankfurt/M. Tel: (069) 79 03 50. Internet: www.deutsche-touring.com),
- Österreich (Eurolines Austria - Blaguss Reisen GmbH, E-Mail: info@eurolines.at, Internet: www.eurolines.at) und der
- Schweiz (Alsa + Eggmann, Internet: www.alsa-eggmann.ch).

Anmerkung (Stadtverkehr)





Flugzeug

Binnenflugverkehr zwischen Tallinn und den Inseln Saaremana mit Avies (Internet: www.avies.ee).

Inland-Flughäfen

Flughafen Hiiumaa (Internet: www.hiiumaa.ee/airport),
Flughafen Saaremaa (Internet: www.eeke.ee).

Schiff

Regelmäßiger Fährverkehr zwischen dem Festland und den größeren Inseln. Saaremaa ist die größte und Hiiumaa ist die zweitgrößte Insel Estlands. Fähren von Kuivastu nach Virtsu (Saaremaa) fahren jede volle Stunde, die Fahrzeit ist 30 Min.. Fähren von Rohuküla nach Heltermaa fahren vier Mal am Tag. Die Fahrzeit beträgt 1,5 Std. Die Saaremaa Shipping Company (Internet: www.laevakompanii.ee) bietet einen Fährdienst nach Saaremaa und Hiiumaa an.
Schiffsverkehr auf dem Peipus See und dem Fluss Emajõgi.

Bahn

Das Schienennetz erstreckt sich nicht über ganz Estland, der Service ist seit der Privatisierung nicht mehr so gut. Es gibt tägliche Verbindungen zwischen Tallinn und Haapsalu, Jöhvi, Pärnu, Narva, Viljandi, Kloogaranna, Paldiski, Tartu und Türi. Die Fahrzeit zwischen Tallinn und Tartu beträgt 2,5 Std.

Bus/Pkw

Das Straßennetz ist gut, allerdings gibt es nur wenige Autobahnen. Es gibt drei Hauptstrecken in Estland:
Die Via Baltica führt von Tallinn in Richtung Südwest durch Pärnu nach Riga. Diese Straße stellt die kürzeste Verbindung zwischen Nord- und Zentraleuropa dar.
Die Via Estonia führt von Tallinn in Richtung Südost durch die Städte Poltsamaa, Tartu, Otepää und Valga nach Lettland.
Die Via Hansa verläuft fast parallel zum südlichen Ufer des Golfs von Finnland nach Narva und von dort weiter bis nach St. Petersburg.
Verkehrszeichen sind nicht beleuchtet und relativ klein, Nachtfahrten können daher mit Schwierigkeiten verbunden sein. Bleifreies Benzin wird an internationalen Tankstellen flächendeckend angeboten. Bezahlt wird in Landeswährung oder mit Kreditkarte. Bleifreies Benzin (Kennzeichnung mit "E"). Gewöhnlich sind die Zapfsäulen farblich markiert: Grüne (bleifrei) und rote (verbleit) sowie schwarze (Diesel). Der Automobilklub von Estland Automobile Club of Estonia präsentiert sich online unter www.autoclub.ee. Fernbus: Es gibt umfangreiche Busverbindungen in fast alle Teile des Landes. Ab Tallinn fahren Busse u.a. von Bussi Reisid (Internet: www.bussireisid.ee).
Mietwagen: Sind am Flughafen von Tallinn erhältlich.
Unterlagen: Nationaler Führerschein und Fahrzeugschein. Internationaler Führerschein wird empfohlen. Für Staatsangehörige der EU- und EFTA-Länder gilt als Versicherungsnachweis das Autokennzeichen. Dennoch wird EU- und EFTA-Bürgern empfohlen, die Internationale Grüne Versicherungskarte mitzunehmen, um bei eventuellen Schadensfällen in den Genuss des vollen Versicherungsschutzes zu kommen. Ansonsten gilt der gesetzlich vorgeschriebene minimale Haftpflicht-Versicherungsschutz. Außerdem kann die Grüne Karte die Unfallaufnahme erleichtern.
Verkehrsbestimmungen:
Es herrscht absolutes Alkoholverbot.
Anschnallpflicht,
Abblendlicht muss bei jeder Fahrt jederzeit eingeschaltet sein.
Die Ampelschaltung ist anders als in Deutschland: Grün - blinkendes Grün - Gelb - Rot. Das blinkende Grün entspricht Gelb in Deutschland. Wenn die Ampel auf Gelb steht, darf nicht mehr gefahren werden.
Geschwindigkeitsbegrenzungen:
innerhalb geschlossener Ortschaften: 50 km/h,
Landstraßen: 90 km/h,
Autobahn: auf einigen Teilen 100 km/h, auf anderen 110 km/h.

Stadtverkehr

In Tallinn gibt es ein gutes Busnetz, außerdem fahren Oberleitungsbusse und Straßenbahnen. Taxifahrten in Tallinn sind günstig.
In den anderen Städten fahren Busse und Taxis. Fahrkarten erhält man an Ticket-Ständen oder Zeitungskiosken in den Einkaufsbezirken oder direkt von den Fahrern.

Hotels

Seit langem bemühen sich westliche Firmen darum, die ehemaligen staatlichen Hotels dem internationalen Standard anzupassen. Das Palace Hotel in Tallinn, ein Beispiel für die gute Zusammenarbeit von finnischen und estnischen Firmen, bietet den Komfort eines westlichen Hotels mit Kabelfernsehen, Bar und Konferenzräumen. Vorausbuchung wird empfohlen. Außerhalb von Tallinn findet man eine recht gute Auswahl an größeren Hotels und kleineren Pensionen. Informationen vom Baltischen Informations- und Tourismusbüro (s. Adressen) und von der Estonian Hotel and Restaurant Association, Kiriku 6, EE-10130 Tallinn. Tel: (06) 41 14 28. (Internet: www.ehrl.ee)

Camping

Es stehen über 80 Campingplätze zur Verfügung, zwei davon an der Autobahn Tallinn - Pärnu (Camping und Motel Peoleo, 12 km von Tallinn, sowie Camping Kernu, 40 km von Tallinn). In Pärnu selbst gibt es einen Campingplatz beim Motel Valgerrand. Ferner kann man in Malveste auf der Insel Hiiumaa sein Zelt aufschlagen. Der Standard der Plätze hat sich zwar verbessert, entspricht aber noch nicht westlichem Niveau.

Urlaubsorte & Ausflüge

Das reizvolle Städtchen Haapsalu wurde schon von dem russischen Komponisten Peter Tschaikowski zur Erholung aufgesucht. Viljandi, Pölva und Vöru sind hübsche Kleinstädte inmitten einer malerischen Hügellandschaft mit zahlreichen Seen. Nicht nur Naturfreunde werden sich auf der wundervollen Insel Saaremaa (Ösel) wohl fühlen. Wacholderheide, alte Windmühlen, mittelalterliche Kirchen und die Abgeschiedenheit garantieren einen unvergesslichen Aufenthalt. Stille und Naturschönheiten findet man auch auf der Insel Hiiumaa (Dagö) nördlich von Saaremaa. Fahrräder können gemietet werden. Wer gerne wandert, sollte sich den Nationalpark Lahemaa anschauen.

Tallinn

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Die Hauptstadt und ehemalige Hansestadt Tallinn, die 2011 Kulturhauptstadt Europas war, ist reich an historisch und architektonisch interessanten Bauwerken. Das Rathaus (14.-15. Jh.) in der gotisch geprägten Altstadt ist das älteste in ganz Nordeuropa. Die alten Stadtmauern mit ihren 26 Türmen sind fast vollständig erhalten geblieben. Auf dem Domberg, der steil zum Meer hin abfällt, stehen der Dom und die Toompea-Burg, von der man einen herrlichen Ausblick über die engen Straßen und verwinkelten Gassen, die Dachgiebel und Türme der historischen Altstadt hat. Die Kathedrale der Jungfrau Maria aus dem 13. Jahrhundert ist eine der ältesten Kirchen in Estland. Über die Jahrhunderte hinweg wurden Teile der Kirche immer wieder zerstört und wieder aufgebaut oder verändert. Die gotische Fassade stammt aus dem 14. Jahrhundert, die Innenräume wurden 1684 bei einem verheerenden Brand jedoch vollkommen zerstört. Erst im 18. Jahrhundert waren die Restaurierungsarbeiten abgeschlossen.
Der Kadriorg-Palast und Park ist ein wunderschöner Barockpalast, der von dem italienischen Meisterarchitekten Nicolo Michetti auf Befehl Peter des Großen 1718 entworfen wurde. Hier befindet sich auch das Museum ausländischer Kunst. Der Palast wird von einem der schönsten Parks in Tallin umgeben und ist ein beliebtes Ausflugsziel. Das Dominikanische Kloster wurde 1246 gegründet und ist das älteste existierende Kloster in ganz Estland. Die Mauern sind mit schönen Steinverzierungen aus dem 15. und 16. Jahrhundert geschmückt. Sehenswert ist auch der Botanische Garten, in dem man über 8000 verschiedenen Gewächse bewundern kann. Es gibt auch mehrere Gewächshäuser mit tropischen und subtropischen Pflanzen und Blumen.
In den vielen Museen der Stadt kann man sich hervorragend die Zeit vertreiben. Wer sich für die Landesgeschichte interessiert, sollte in das Estnische Geschichtsmuseum in der Pikk 17 (Langstraße) gehen. Das Kunstgewerbemuseum und das Schifffahrts- und Meeresmuseum sind ebenfalls einen Besuch wert. Alte Meister kann man in der Nikolaikirche in der Nigulistestraße bewundern. Schon etwas makaberer ist das Museum für Feuerbekämpfung, in dem neben geschmolzenen Telefonen, zerstörten Fernsehgeräten und grausigen Bildern verbrannter Leichen auch Feuerbekämpfungsmaterialien aus verschiedenen Jahrhunderten gezeigt werden - von mittelalterlichen Wassereimern aus Leder bis hin zu der kosmonautenähnlichen Feuerwehrmannbekleidung aus der Sowjetzeit.

Ausflüge:

In Pirita, einem Vorort Tallinns, stehen die Ruinen des mittelalterlichen St.-Brigitta-Klosters. Dieses Kloster wurde 1407 gegründet und beherbergte einst Mönche und Nonnen in einem Gebäude. In Pirita befindet sich auch ein Segelsportzentrum, das zur Olympiade 1980 eröffnet wurde. Etwa zwei Stunden Autofahrt von Tallinn entfernt liegt Pärnu, eine kleine Stadt am gleichnamigen Fluss, der dort in die Rigaer Bucht mündet. Diese malerische alte Stadt (13. Jh.) ist gleichzeitig als Hafen und Kurort bekannt. Das interessante Theater sowie der ca. 3 km lange, herrliche Sandstrand sind sehenswert.


Tartu

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Tartu ist die zweitgrößte Stadt Estlands und liegt ca. 177 km von Tallinn entfernt am Emajõgi. Ein Besuch in dieser Stadt, der ältesten Estlands, sollte auf jeder Reiseroute stehen. Die alte Universität mit dem Botanischen Garten, die Domkirche (13. bis 15. Jh.) und das Rathaus (18. Jh.) sind besonders zu empfehlen. Tartus Universität wurde 1632 gegründet als der schwedische König Gustav Adolf II. entschied, dass Tartu (damals Dorpat genannt) der ideale Standort für die zweite Universität des schwedischen Reiches sei. In den folgenden Jahrhunderten ging die Geschichte der Universität ähnlich turbulent weiter: je nach Nationalität der fremden Besatzungen Estlands wechselten die Unterrichtssprachen von Deutsch zu Russisch, dann wieder zu Estnisch. Die Geschichte der Universität ist im Universitäts-Geschichtsmuseum dokumentiert.

Wirtschaft

Wichtige Wirtschaftszweige
Die Elektroindustrie entwickelt sich derzeit am schnellsten. Weitere dynamische Bereiche sind die Telekommunikation, der Finanz- und der Tourismussektor. Der Handel mit Rohstoffen und Halbfabrikaten aus den Bereichen Holz, Textil und Metall stellt den Kern der estnischen Wirtschaft dar. Hier wird etwa ein Drittel des Bruttoinlandsproduktes generiert. Die Industrie hat einen Anteil von 29 % am Bruttoinlandsprodukt (BIP). Der Dienstleistungssektor hat einen Anteil von etwa 68,4 % und die Landwirtschaft spielt hingegen mit nur 2,6 % eine untergeordnete Rolle (Stand: 2008). Estland hat kaum Bodenschätze, die bedeutenden Vorkommen an Ölschiefer dienen der Energieversorgung des Landes. Nahezu alle Roh- und Grundstoffe für die Fertigungswirtschaft müssen importiert werden. Haupterwerbszweige sind die Leicht-, Elektro- und Konsumgüterindustrie sowie Fischerei, Forst- und Milchwirtschaft. Hauptexportgüter sind Nahrungs- und Genussmittel.

Wirtschaftslage
Estland gehört zu den wachstumstärksten Transitionsländern. 2006 lag die Wachstumsrate bei 10,6 %. Der bis 2008 erreichte wirtschaftliche Erfolg basierte auf einer stabilen Währung (die Estnische Krone ist an den Euro gekoppelt), der Liberalisierung der Preise, dem Abbau staatlicher Subventionen, einer schnellen Privatisierung und vor allem auf einem sehr liberalen Steuer- und Investitionsregime. Das Wirtschaftswachstum der letzten Jahre gründete sich im wesentlichen auf dem Boom in der Immobilien- und Bau- sowie Dienstleistungsbranche, einer starken Binnennachfrage und Exporten, deren Wachstum allerdings unter dem der Importe lag.
Seit Beginn der Weltwirtschaftskrise erlebt die estnische Wirtschaft einen massiven Abschwung (2008: -3,6 %), der sich Schätzungen zufolge erst 2011 wieder in ein reales Wachstum umwandeln wird. Die langfristigen Perspektiven sind jedoch positiv.
Estlands Holzverarbeitungsindustrie wurde Anfang der 90er Jahre umstrukturiert. Heute steht sie auf so gesunden Füßen, dass Mitte 2004 etwa 4,3% aller Unternehmen des Landes zur Holzverarbeitungsindustrie gehörten und etwa 29.000 Arbeitsplätze stellten.

Wirtschaftspolitik
Die so genannte "e-Regierung" hat den Schwerpunkt ihrer Wirtschaftsförderung auf den IT-Sektor gelegt. Zudem führen liberale Wirtschaftsbedingungen, die Rechtsangleichung an EU-Richtlinien, steuerliche Freistellung reinvestierter Gewinne und der lineare Einkommenssteuersatz zur hohen Investitionstätigkeit ausländischer Unternehmen.
1992 wurde Estland Mitglied des Internationalen Währungsfonds und führte als erster baltischer Staat eine eigene Währung ein. Ende November 1999 erfolgte der Beitritt Estlands zur WTO. Am 1. Mai 2004 trat Estland der Europäischen Union (EU) als Mitglied bei. Eines der wichtigsten Ziele der estnischen Regierung ist die Einführung des Euro im Jahr 2011.

Handelspartner
Haupthandelspartner sind Finnland, die Russische Föderation, Schweden, Lettland und Deutschland.

Umgangsformen

Terminvereinbarung und Visitenkarten sind üblich. Geschäftszeiten: Mo-Fr 08.30-18.30 Uhr.

Kontaktadressen

Bundesverband der Deutschen Industrie
Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft
Haus der Deutschen Wirtschaft
Breite Straße 29, D-10178 Berlin
Tel: (030) 20 28 14 52.
Internet: www.ostausschuss.de

Deutsch-Baltische Handelskammer
Suurtüki 4b, EE-10133 Tallinn
Tel: (06) 27 69 40.
Internet: www.ahk-balt.org

Wirtschaftskammer Österreich
Außenwirtschaftsorganisation, Osteuropareferat
Wiedner Hauptstraße 63, A-1045 Wien
Tel: (01) 59 09 00.
Internet: http://portal.wko.at

Swiss Baltic Chamber of Commerce (Schweizerisch-Baltische Handelskammer)
Tallinn Office, Kiriku Str. 2, EE-10130 Tallinn
Tel: (06) 45 09 16, 501 46 46.
Internet: www.swissbalticchamber.com

Estnische Industrie- und Handelskammer
Toom-Kooli 17, EE-10130 Tallinn
Tel: (06) 46 02 44.
Internet: www.koda.ee

Zollfrei einkaufen

Folgende Artikel können (bei Einreise aus Nicht-EU-Ländern) zollfrei nach Estland eingeführt werden:
40 Zigaretten oder 100 Zigarillos oder 50 Zigarren oder 50 g Tabak und 50 g Kau- oder Schnupftabak (Personen ab 18 Jahren);
1 l Spirituosen mit einem Alkoholgehalt über 22% oder 2 l Spirituosen mit einem Alkoholgehalt von höchstens 22% oder Schaumwein (Personen ab 18 Jahren);
4 l Tafelwein;
16 l Bier.
 
Geschenke/sonstige Waren bis zu einem Gesamtwert von 430 € (Flug- und Seereisen) bzw. 300 € (Reisen mit der Bahn/dem Auto); Kinder unter 15 Jahren generell 175 €.
 

Einfuhrverbot

Für lebendes Geflügel, Fleisch und Fleischerzeugnisse besteht im Reiseverkehr ein generelles Einfuhrverbot aus Drittländern (ausgenommen aus den Färöer, Grönland, Island, Liechtenstein und der Schweiz).

Einfuhrbestimmungen

Reisende, die von außerhalb der Europäischen Union u.a. Fleisch- und Milcherzeugnisse in die EU einführen, müssen diese anmelden. Die Regelung gilt nicht für die Einfuhr von tierischen Produkten aus den EU-Staaten sowie aus Andorra, Liechtenstein, Norwegen, San Marino und der Schweiz. Wer diese Produkte nicht anmeldet, muss mit Geldstrafen oder strafrechtlicher Ahndung rechnen.

Duty-free-Verkauf in der EU

Der Duty-free-Verkauf auf Flug- und Schiffshäfen wurde für Reisen innerhalb der EU abgeschafft. Nur noch Reisende, die die EU verlassen, können im Duty-free-Shop billig einkaufen. Bei der Einfuhr von Waren in ein EU-Land, die in Duty-free-Shops in einem anderen EU-Land gekauft wurden, gelten dieselben Reisefreimengen und derselbe Reisefreibetrag wie bei der Einreise aus nicht EU-Ländern.

Warenverkehr innerhalb der EU

Der Warenverkehr innerhalb der EU ist für Reisende unbeschränkt, sofern die Waren für den persönlichen Bedarf und nicht für den Weiterverkauf bestimmt sind. Außerdem dürfen die Waren nicht in Duty-free-Shops gekauft worden sein. Über den persönlichen Eigenbedarf kann von den Reisenden ein Nachweis verlangt werden. Die Mitgliedstaaten haben das Recht, Verbrauchsteuern auf Spirituosen oder Tabakwaren zu erheben, wenn diese Produkte nicht für den Eigenbedarf bestimmt sind. Als persönlicher Bedarf gelten folgende Höchstmengen:
800 Zigaretten (Personen ab 18 J.);
400 Zigarillos (Personen ab 18 J.);
200 Zigarren (Personen ab 18 J.);
1 kg Tabak (nur Personen ab 18 J.);
10 Liter hochprozentige Alkoholika (Personen ab 18 J.);
20 Liter mit Alkohol angereicherter Wein (z. B. Port oder Sherry) (Personen ab 18 J.);
90 Liter Wein (davon höchstens 60 Liter Schaumwein) (Personen ab 18 J.);
110 Liter Bier (Personen ab 18 J.);
Parfüms und Eau de Toilette: Keine Beschränkungen, wenn nachgewiesen werden kann, dass die Menge für den persönlichen Verbrauch bestimmt ist.
Arzneimittel: Dem persönlichen Bedarf während der Reise entsprechende Menge.
Andere Waren: Der Warenverkehr innerhalb der EU ist für Reisende unbeschränkt. Ausgenommen davon sind jedoch Goldlegierungen und Goldplattierungen in unbearbeitetem Zustand oder als Halbzeug (Halbfabrikat) und Treibstoff. Kraftstoff darf nur mineralölsteuerfrei aus einem EG-Mitgliedstaat eingeführt werden, wenn er sich im Tank des Fahrzeuges oder in einem mitgeführten Reservebehälter befindet. Dabei wird eine Kraftstoffmenge von bis zu 10 Litern im Reservebehälter nicht beanstandet.Wenn darüber hinausgehende Mengen dieser Waren mitgeführt werden, wäre z. B. eine Hochzeit ein Ereignis, mit dem sich ein Großeinkauf begründen ließe.
Anmerkung: Allerdings gibt es bestimmte Ausnahmen von der Regelung des unbeschränkten Warenverkehrs. Sie betreffen insbesondere den Neufahrzeugkauf und Einkäufe zu gewerblichen Zwecken. (Nähere Informationen hinsichtlich Steuern für Kraftfahrzeuge stehen im Leitfaden „Kauf von Waren und Dienstleistungen im Binnenmarkt“ der Europäischen Kommission.)


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