Die italienische Nachbarregion von Österreich zeigt sich zwischen herrlicher Alpinwelt und der Adria überaus vielfältig. Eine attraktive Urlaubsregion, charmante Städte, ein umfassendes Sportangebot und einzigartige kulinarische Köstlichkeiten.
Die Region Friaul-Julisch Venetien ist den Österreichern als Nachbarregion recht vertraut. Wer genauer hinsieht, wird dennoch sehr viel Neues entdecken. Und die Schätze, die diese Region so unvergleichlich machen, sind überaus facettenreich.
Feinschmecker werden es bereits wissen – Friaul-Julisch Venetien ist ein echtes Paradies, wenn es um Spezialitäten zum Dahinschmelzen geht. In den nördlichen Bergregionen dominieren deftigere Speisen, die mit einer ausgeklügelten Raffinesse zu einem eindrucksvollen Gaumenerlebnis werden. Der Süden weiß natürlich auch mit den Gaben des Meeres Hervorragendes auf den Teller zu zaubern. Für Besucher ist es natürlich besonders schön, dass diese Region eine hohe Dichte an qualitativ hochwertigen gastronomischen Betrieben aufweist. Und dazu zählen nicht nur preisgekrönte Spitzenköche, sondern mit erstaunlichen kulinarischen Erlebnissen darf auch in rustikalen Dorfgasthäusern gerechnet werden.
Polenta ist ein zentrales Lebensmittel in der Region und findet auf sehr vielfältige Weise seinen Platz auf der Speisekarte. Das Aushängeschild ist jedoch der Schinken aus San Daniele. Seine Herkunft ist gesetzlich geschützt und auch die Herstellung folgt alten Traditionen und strengen Regeln, wie einer mindestens zehnmonatigen Reifezeit. Sie ist neben den klimatischen Bedingungen mitverantwortlich für den zarten, gaumenverwöhnenden Geschmack dieses edlen Produkts. Ebenfalls auf eine unglaublich lange Tradition kann der Käse Montasio vorweisen. Um 1200 wurde er bereits von Benediktinermönchen hergestellt und kann heute noch durch sein beeindruckendes Aroma überzeugen. Absolut empfehlenswert auch Frico, ein Käsefladen. Am besten zubereitet am Fogolar, dieser regionstypischen Feuerstelle mitten in der Küche bzw. im Restaurant. Urig, gschmackig und sehr gemütlich.
Friaul-Julisch Venetien ist auch die Heimat ganz hervorragender Spitzenweine, die auf den unterschiedlichen Bodenarten besondere Geschmacksnuancen aufweisen. Ursprünglich waren die Winzer überwiegend auf Weißweine spezialisiert, heute finden sich auch erlesene Rotweine höchster Qualität in den Weingärten. Weinliebhaber werden besonders auch die regionalen Sorten zu schätzen wissen, die lange Tradition haben und direkt bei den Winzern erhältlich sind. Auch der Grappa wird hier als hochprozentiges Spezialität der Region sehr geschätzt und wirkt nach einer köstlich-deftigen Bohnensuppe mit heimischem Speck auch sehr wohltuend.
Der nördliche Teil ist geprägt von einer sehr eindrucksvollen alpinen Landschaft, die zum Wandern, Klettern, Mountainbiken und Skifahren hervorragende Bedingungen bietet. Die Dolomiten mit ihren spektakulären Felsformationen, die Karnischen Alpen sowie die Julischen Alpen mit ihren satten Almen und den imposanten Gipfeln versprechen Sommer wie Winter ein facettenreiches Bergerleben. Verträumte Dörfer, in denen das Entspannen mehr als leicht fällt, intakte Natur und überaus herzliche Gastgeber sind in Friaul-Julisch Venetien allerorts präsent.
Ein echtes Highlight ist der Fahrradweg Alpe-Adria von Tarvis nach Grado. Das ist Genuss pur und die Fahrt durch das Kanaltal ein unvergessliches Highlight inmitten einer herrlichen Landschaft. Im Bereich bis Venzone zeichnet sich die Streckenführung durch besondere Originalität aus und führt durch zahlreiche Tunneln auf einer aufgelassenen Bahntrasse. Stets flach oder sogar bergab ist diese Route auch für weniger Sportlicher ein Klacks und bei so viel Entspannung kann die Landschaft und die gastfreundliche Atmosphäre in vollen Zügen genossen werden.
Wer Entspannung am Meer möchte, der ist hier bereits sehr gut aufgehoben und beispielsweise in Grado finden sich traumhafte Sandstrände und Meeresabschnitte, die mit der blauen Flagge für ihre besondere Sauberkeit ausgezeichnet sind. Grado ist auch ein Kurort mit Thermalzentrum und besitzt eine hübsche Altstadt.
Im Naturpark an der Isonzo-Mündung nahe Staranzano ist ein besonders intensives Naturerlebnis geboten, insbesondere die Vielfalt der Vogelwelt ist erwähnenswert. Vom Besucherzentrum auf der Cona-Insel aus kann dieser beeindruckende Naturpark mit weitreichenden Schilfgebieten unter professioneller Leitung gut erkundet werden.
Von großer historischer Bedeutung ist die Stadt Aquilea, die etwas nördlich von Grado liegt und heute in zwei Museen und einem Freigelände maßgebliche Fundstücke aus der strategisch wichtigen Lage zur Römerzeit zeigt. Phänomenal auch die Mosaikböden in der romanischen Basilika Santa Maria Assunta von Aquilea, die den Titel einer Basilika Minor trägt und auch zum UNESCO Weltkulturerbe ernannt wurde. Die Mosaiken stammen zum Teil aus der Zeit von Bischof Theodorus um 300 n. Chr. und sie können besichtigt werden.
In der Hauptstadt der Region, Triest, ist der monarchische Charme immer noch zu spüren. Eine wunderschöne historische Architektur prägt das Gesicht der Altstadt und man wird von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten geführt. Der Canal Grande inmitten des Zentrums ist ein herrlicher Ort, um die wohltuende Atmosphäre auf sich wirken zu lassen und der Hauptplatz, die Piazza dell’Unità d’Italia zählt zu den schönsten von ganz Italien. Einen tollen Ausblick genießt man von Castello di San Giusto, einer bekannten historischen Burganlage in Triest. Keinesfalls sollte man sich einen Besuch des Castello di Miramare entgehen lassen und im besten Fall wählt man dazu einen Bootsausflug, die im Hafen recht zahlreich angeboten werden, und ebenfalls wunderbare Ausblicke auf die Stadt bieten. Das Castello wurde für Erzherzog Ferdinand Maximilian von Österreich auf einer karstigen Landzunge nahe Grignano erbaut und spiegelt nicht nur seine Liebe zum Meer, sondern auch die prunkvolle Zeit der Habsburger wider. Triest gilt auch als die heimliche Hauptstadt des Kaffees und er ist wirklich nahezu überall in außergewöhnlich exquisiter Machart zu genießen.