Die neun Inseln mitten im Atlantik sind hierzulande als willkommene Hochdruckgebiete aus der Wettervorhersage bekannt. In Wirklichkeit sind die Inseln wie aus dem Märchen, die das Herz jedes Besuchers in Windeseile erobern. Der vulkanische Ursprung hat eine Landschaft entstehen lassen, die bezaubernder und überraschender nicht sein könnte. Fruchtbares Grün und eine blühende Flora so weit das Auge reicht, eine imposante Küste, faszinierende Seen, heiße Quellen und phantastische Berge – so mancher Besucher hat an diese unfassbar schöne Landschaft bereits sein Herz verloren.
São Miguel ist die größte der neun Inseln der Azoren, die eine eigene autonome Region Portugals sind. Warum die Insel von den Bewohnern liebevoll als die „grüne Insel“ bezeichnet wird, erklärt sich von selbst. Der Süden ist mit einer üppigen Vegetation bedeckt und hier gedeiht wirklich alles im Überfluss. Einen sehr mondänen Eindruck vermittelt die Hauptstadt der Insel(n), Ponta Delgada, mit ihrem sehr individuellen Architekturstil. Der dunkle Basalt ist das prägende Element der Stadt und geht mit weiße Farbe eine sehr attraktive Verbindung ein.
Auf São Miguel befindet sich auch die Sete Cidades. Bei diesem faszinierenden Naturjuwel handelt es sich um eine Caldera. Das ist ein Kessel vulkanischen Ursprungs und darin befinden sich zwei Seen. Einer leuchtet in einem satten Blau, einer in einem magischen Grün – verbunden durch eine schmale Felsbrücke. Verantwortlich dafür sind Lichtreflexionen, obwohl auch die Legende über die Entstehung sehr charmant ist. Und es überrascht nicht – die Geschichte hat mit Herzen zu tun, in dem Fall leider mit gebrochenen Herzen einer Prinzessin und eines Hirten …
Auf São Miguel gibt es auch eine Teeplantage, die letzte Europas. Der Tee von Gorreana findet hier hervorragende Bedingungen und kann auch völlig frei von Schädlingen gedeihen. Besonders wohltuende Entspannung bieten die heißen Quellen von Furnas, etwa nahe am botanischen Garten, der rund 200 Jahre alt ist und eine edle Pflanzensammlung bietet, oder die Poça da Dona Beija.
Ganzjährig milde Temperaturen sorgen für perfekte Bedingungen beim Wandern und Erkunden der Inseln, vorausgesetzt man zeigt sich auch ein wenig wetterfest. Denn regnen kann es hier immer, doch niemand stört sich daran, denn schließlich entsteht so die üppige Vegetation und die unvergleichlichen Lichtverhältnisse und Stimmungen. Wer es wettertechnisch etwas konstanter haben möchte, sollte den Sommer als Reisezeit nutzen und die Ostgruppe der Azoren mit São Miguel, Graciosa und Santa Maria sind weniger regenreich als die restlichen Inseln. Am feuchtesten ist es auf Flores.
Die absolute Königsetappe führt auf den Ponta do Pico, einem Vulkan auf der gleichnamigen Insel Pico, die zur Zentralgruppe der Azoren gehört. Er ist mit 2.351 Metern auch der höchste Berg Portugals und bietet nach einem rund 1.000 Meter hohen Anstieg ein Gipfelerlebnis mit Gänsehaut-Feeling, was sich vermutlich auch bei einer Walbeobachtung einstellt, wenn die Riesen des Meeres fast hautnah an die Boote schwimmen.