Eine Kappadokien-Rundreise sollte unbedingt auf Ihrer "To-travel-Liste" stehen. Heißluftballon fahren, Hotels in Tuffstein geschlagen - die Region in Zentralanatolien ist wahrlich ein Ort, um zu staunen. Hier geht eine uralte Kultur eine Symbiose mit der einzigartig bizarren Landschaft ein.
Die Landschaft ist einzigartig, faszinierend und irgendwie unwirklich. Sogenannte Feenkamine ragen schroff auf und vermitteln ein Bild wie aus dem Märchen. Entstanden ist diese Landschaft durch die jahrtausendelange Wirkung des Wetters am Tuffgestein. Unterschiedlich harte Schichten der Tuffasche, die sich nach Vulkanausbrüchen auf die Landschaft gelegt haben, sind hierbei das künstlerische Material. Eine frühe Besiedelung gab es vermutlich bereits rund 7.000 Jahre vor Christus, eine prägende Handschrift fügte der Landschaft das frühe Christentum zu. Byzantinische Mönche und Gläubige schufen hier einzigartige Höhlenkirchen und Höhlenstädte, zum Teil versteckt im tiefen Inneren der Felsen, um sich vor Verfolgern und Feinden zu schützen. Heute wurde ein Teil dieser unschätzbaren Kostbarkeiten zur Besichtigung freigegeben.
Das Open-Air-Museum von Göreme zeigt ein sehr eindrucksvolles Bild des frühen Christentums und zum Glück ist es auch bestens erhalten. Zu sehen sind hier sehr unterschiedliche sakrale Bauten, die in den weichen Tuffstein geschlagen wurden. Von der kleinen Kapelle bis zur mächtigen Kathedrale mit wertvollen Fresken, die durch das gleichbleibende Klima und die Dunkelheit auch sehr gut erhalten sind. Die Dunkle Kirche und die Schnallenkirche sind die bekanntesten Höhlenkirchen, die in Göreme zu bewundern sind und die heute zum UNESCO Weltkulturerbe zählen.
Seit der Bronzezeit wurden in Kappadokien auch Höhlenwohnungen bis zu 10 Stockwerke und 100 Meter tief in die Tuffberge gemeißelt. Ein ausgeklügeltes System aus Labyrinthen und Toren gab den Bewohnern ein schützendes Zuhause, das zudem mit konstanten 10 Grad ein angenehmes Klima bot. Rund 40 unterirdische Städte sind bislang in Kappadokien bekannt, die Schätzungen über die Einwohnerzahl gehen stark auseinander. Von 3.000 bis 30.000 Menschen sollen in den Höhlenwohnungen gelebt haben. Öffentlich zugänglich sind die Höhlenwohnungen von Derinkuyu und Kaymakli.
In die hohen Tuffkegel dieser Region wurden aber auch Wohnungen und Häuser gebaut, die zwar oft nur über in Stein geschlagene Tritte zu erreichen sind, aber über eine tolle Aussicht verfügen. So etwa im Tal der Tauben mit den Festungsfelsen von Uçhisar. Namensgeber für das Tal waren die zahlreichen Taubenschläge, die hier mit farbigen Einfluglöchern versehen in den Felsen gebaut wurden. Der Vogelkot war stets ein begehrter Dünger für die Landwirtschaft. Am schönsten kann das Tal bei einer Wanderung aus erkundet werden, es bieten sich immer wieder hervorragende Aussichtspunkte.
Wer denkt, dass die Höhlenwohnungen ausschließlich ein Phänomen der Vergangenheit sind, täuscht sich. Denn auch heute noch wird diese Art des Wohnens tatsächlich gelebt, wenn auch kombiniert mit modernen Annehmlichkeiten. Es gibt auch viele Hotels und Gästeunterkünfte, deren Zimmer in Tuffstein geschlagen sind.
Ein absolut unvergessliches Abenteuer ist es, Kappadokien von oben zu betrachten. Eine Fahrt mit einem Heißluftballon beschenkt mit einmaligen und wundervollen Ausblicken. Wenn sich zu Sonnenaufgang hunderte bunte Kugeln über die märchenhafte Felslandschaft mit ihren Steinkegeln und Schluchten erheben, gleicht das wie einem Traum.