Mit 6.000 Kilometern Küstenlänge ist Chile das längste Land der Welt und dementsprechend groß ist die Vielfalt, die es in diesem südamerikanischen Naturparadies zu erleben gibt. Rund ein Fünftel der Fläche von Chile sind geschützte Nationalparks – insgesamt sind es 36 Reservate, die die außergewöhnliche Natur besonders bewahren. Und auf der gewaltigen Länge des Staates nicht verwunderlich, dass diese Parks sehr unterschiedliche Charaktere besitzen. Der Amazonas, die Anden, die Wüste, der Regenwald, Gletscher und Seen, Fauna und Flora – sie sind die Stars dieser Naturbühnen.
Die Atacama-Wüste zählt zu den trockensten Gebieten der Erde und durch ihre Lage im Schatten der Anden und begrenzt durch die Küste fällt hier so gut wie kein Regentropfen. Doch alle paar Jahre ist es so weit – und die Wüste blüht. Ein Geschenk der Natur und wer das Glück hat, mitzuerleben, wie sich die karge Landschaft in eine riesige grüne Oase verwandelt, wird es wohl nie mehr vergessen. Um die Atacama zu besichtigen, eignet sich das Dorf San Pedro als Ausgangspunkt hervorragend. Von hier aus können Touren unternommen werden, um berühmte Salzseen zu erkunden oder im Valle de la Luna die Landschaft, wie wir sie uns auf dem Mond vorstellen, zu bestaunen. Mit einem sehr besonderen Erlebnis werden Besucher im Puritama Valley belohnt – hier gibt es heiße Quellen und ein Bad in diesem traumhaften Naturpool ist unübertrefflich.
Santiago de Chile ist die Hauptstadt und auch die größte Stadt Chiles. Sie liegt den Anden quasi zu Füßen und vom Stadtberg Cerro San Cristóbal mit seinem riesigen Park ist die Aussicht auf die Stadt und die umliegende Bergwelt kolossal. Der Park ist zu Fuß oder mit einer Seilbahn zu erreichen und bietet neben schier unendlichen Ruheflächen auch einen botanischen Garten und mehrere Schwimmbäder. Das Stadtzentrum ist pulsierend lebendig und vom Plaza de Armas aus bietet sich eine Entdeckungstour in der klar strukturierten und regelmäßigen Innenstadt an. Etwas turbulenter wird es im Barrio Lastarria, das als Künstlerviertel bezeichnet werden kann und viele Cafés, Bars, Ausstellungen und Museen bietet.
Eine weitere sehr sehenswerte Stadt in Chile ist Valparaiso, kurz Valpo genannt. Sie zählt zum UNESCO Weltkulturerbe und bezaubert mit ihren steilen Seilbahnen und bunten Häuser. Die architektonische Vielfalt ist einzigartig und eigentlich sollte die Stadt als Ganzes als Sehenswürdigkeit bezeichnet werden, denn es gibt kaum ein Plätzchen, das den Blick des Besuchers nicht auf sich zieht. Eine absolutes Highlight in Chile.
Ebenfalls zu Zentralchile, wenn auch vom Festland rund 3.500 Kilometer entfernt, liegt die Osterinsel. Rapa Nui, wie das Eiland von den Einheimischen genannt wird, zeichnet sich durch sehr eindrucksvolle Kulturstätten aus. Am bekanntesten die Moai, kolossale Steinköpfe, die rund 1500 Jahre alt sein dürften und rituellen Zwecken dienten. Heute sind noch 887 Köpfe erhalten und sie genießen den Status des UNESCO Weltkulturerbes.
Der Süden Chiles ist Natur pur und die Schönheit dieser Landschaft macht zuweilen regelrecht sprachlos. Und angesichts der Vielzahl an Nationalparks können an dieser Stelle nur einige genannt werden. So etwa der Nationalpark Laguna del Laja. Es ist eine Freude, seine wunderschöne Landschaft zu durchwandern, die ganz im Zeichen des Vulkans Antuco und blauer Lagunen steht. Wer sich etwas sehr besonderes gönnen möchte, am Vulkan gibt es sogar einige Skipisten zu befahren!
Als schönster Nationalpark gilt der Torres del Paine, der Patagonien von seiner wunderbarsten Seite zeigt. Patagonien ist jene Region, die sich Chile und Argentinien teilen. Während der argentinische Teil eher trocken ist und zahlreiche Steppen und Graslandschaften aufweist, ist der chilenische Teil sehr spektakulär mit Regenwäldern und eindrucksvollen Gletscherfjorden. Der Torres del Paine ist ein UNESCO Biosphärenreservat und eines der weltweit schönsten Wandergebiete. Nadelspitze Granitfelsen, kristallblaue Lagunen, Gletscher sowie eine Flora und Fauna, die oft fast unwirklich erscheint.
Recht ruhig geht es im Nationalpark Queulat zu, auch er ist ein Musterbeispiel für eine phänomenale Naturlandschaft. Gletscher, Seen und Regenwald von der allerschönsten Seite. Da dieser Naturpark weniger bekannt ist, gibt es hier auch keine große Infrastruktur mit Shops und dergleichen. Deshalb am besten alles mitnehmen und dem ungestörten Naturgenuss steht nichts mehr im Wege.