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Philippinen - einmal anders - Mindanao



Mein treuer Reisegefährte Moser Kurt und ich unternahmen vom 30.11. bis zum 19.12.05 eine Reise auf die Philippinen. Da ich selber bereits die Inseln Cebu, Negros, Bohol, Mindoro, Boracey und Manila bereits bereist und teilweise betaucht hatte, wollten wir einfach mal die weißen Flecken der Tourismus-Landkarte entdecken.

Mit Qatar Airways ging es von München über Doha und Singapur nach Cebu. Am Flughafen angekommen, wurden wir bereits von unserer Agentur auf den Philippinen abgeholt und mein lieber Freund und Geschäftspartner Martin Nussbaumer zeigte uns gleich mal, was Cebu so bei Nacht zu bieten hat. Die Fahrt durch das scheinbare Verkehrschaos bringt einen gleich so richtig in asiatische Stimmung. Voll gestopfte Straßen, unbeachtete Verkehrschilder und Ampeln, Autos die sich ihren Weg durch die Blechlawine bahnen und überall am Straßenrand kleine Geschäfte und Verkaufsbuden und Lokale. Cebu ist eine der boomensten Städte der Visayas. Wir wohnten zwei Nächte im Hotel Holiday Plaza.

Cebu wird gern als „Königin der Städte des Südens“ bezeichnet, wie diese Bezeichnung entstanden ist kann der normale Tourist nicht nachvollziehen, obwohl die Stadt sicherlich ihre Reize hat. Lässt man mal das Nachtleben bei Seite, findet man da und dort auch einige altertümliche Wahrzeichen. Eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten ist sicherlich das Magellans Cross – ein Holzkreuz, dass Magellan im Jahre 1521 hinterließ. Cebu bietet auch einen modernen Stadtteil, der sich um das größte und schönste Hotel der Stadt – dem „Waterfront“ ausbreitet. Wer jedoch nach wirklichen Attraktionen sucht, wird in der Stadt Cebu nicht fündig. Vielmehr sollte man sich vom Treiben der Stadt und von den freundlichen Menschen begeistern lassen.

Von Cebu führte uns unsere Reise südlich, auf die vergessene Insel Camiguin. Drei mal wöchentlich startet eine 14-sitzige Maschine von Cebu nach Camiguin. Kurt und ich ließen unser Gepäck in Cebu und reisten fortan nur mehr im „leichten Gepäck“ mit Rucksack, was sich als die beste Idee überhaupt herausstellen sollte.
Der Anflug auf Camiguin ist nicht nur für einen Hobbypiloten wie ich es bin ein Traum. Inmitten eines tropischen Gartens liegt die betonierte Piste, die nur mit kleinen Turbo-Prop-Flugzeugen angeflogen werden kann. Die Atmosphäre erinnert eher an einen Flughafen wie den von Gmunden/Gschwandt als an einen Regionalflughafen. Gleich bei Ankunft warten die „Tricycle“ auf ihre Gäste und so heuerten wir einen „Dreiradler“ an um unser unbekanntes Ziel anzusteuern. Die Auswahl an Hotels auf der Insel ist gering, unsere Wahl fiel auf das kleine Taucher-Hotel „Caves“. Dieses kleine Ressort-Hotel liegt am schwarzen Sandstrand und wie wir später merkten, ist es eines der besten Resorts auf der Insel. Unser kleines Zimmer verfügte über einen Ventilator, die Duschen sind am Gang, aber alles war sauber und vor allem gemütlich. Unser erster Ausflug führte uns dann natürlich gleich in den Hauptort Mambajao. Die Hauptstraße ist das wirtschaftliche Zentrum der ganzen Insel. Hier gibt es eine Markthalle und viele kleine Geschäfte vom Kaufhaus bis zum Friseur und viele Menschen die wissen wollen woher wir kommen.
Weil wir die ganze Insel erkunden wollten mieteten wir zwei Mopeds und fuhren gleich mal rund um die Insel. Die Strecke von ca. 65 Kilometer war ein absolutes Highlight. Hundertemale hörten wir die freudige Begrüßung „Hey Joe“ „hello friend“. Wir fühlten uns sofort wie zuhause und nachdem wir dann auch noch ein „italienisches Restaurant“ entdeckten, wo der Chef persönlich kochte, war unsere Begeisterung kaum mehr zu bremsen. „Callin“ so war der Name des Neapolitaners, ein wie wir später merkten „Hobby Mafioso“, der seinen politischen Widerstand auf „italienisch“ austragen wollte.
Die Insel Camiguin ist wirklich eine „vergessene“ Insel, auf der der Tourismus noch keinen Stellenwert hat. Dennoch gibt es dort einen Österreicher der ein Restaurant betreibt und einen weiteren der eine Tauchschule aufbauen will. Beide leiden unter den Beschränkungen des „Gouverneurs“ von Camiguin, der eine Ausgangssperre ab 22.00 Uhr verhängte. Das Ziel der Ausgangssperre versteht kein einziger Einwohner auf Camiguin – auch wir nicht. Auf diese weise bleibt die Insel zumindest vom Massentourismus verschont und die Menschen behalten ihre natürliche Freundlichkeit den Fremden gegenüber. Wir lernten viele Menschen kennen, und einige Freundschaften haben sich aufgetan.
Der Abschied von Camiguin fiel uns sehr schwer, als wir mit der Fähre von Gunsiliban nach Balingoan übersetzten.

Mindanao ist der „wilde Süden“ der Philippinen und die Insel ist touristisch überhaupt nicht bekannt. Die Touristischen Landkarten hören bei der Insel Negros im Südwesten der Philippinen auf. Mindanao ist die zweitgrößte Insel der Philippinen und die am weitest südlich gelegene Insel. Der südwestliche Teil der Insel gehört den „Moros“ den Moslems, die übrigens schon vor dem Christentum die Inseln der Philippinen besiedelten. Die Moro-Kriege dauerten mehr als drei Jahrhunderte und daher sollte man diesen Teil überhaupt meiden.

Auf Mindanao angekommen bestiegen wir einen jener Jeepneys, die völlig überfüllt waren und die DAS Verkehrsmittel der Philippinen sind. Die Fahrt von Balingoan nach Gagayan de Oro dauerte ca. 4 Stunden. Ständig zwängten sich neue Gäste in den Jeepney und jeder wollte natürlich wissen woher wir kommen, wohin wir fahren usw. Auf diese Weise lernten wir jede Menge über die Philippinen. In Cagacan de Oro angekommen, bezogen wir eines der besten Hotels der Stadt, das Hotel Dynasty. Nachdem wir uns an die Kakerlaken gewöhnt hatten störte es auch nicht, dass das Hotelzimmer kein Fenster hatte.
Wir durchstreiften die Stadt, aber besondere Sehenswürdigkeiten gibt es auch hier nicht. Jeden Freitag und Samstag abend wird in dieser Stadt die Hauptstraße abgesperrt und es findet ein großes Barbecue statt. Auch hier lernten wir wieder eine Menge Menschen kennen und es bestätigte sich einmal mehr die Freundlichkeit der Philippinos.
Ein weiteres Ziel unserer Reise war die Fahrt von Gagayan de Oro nach Davao im Süden der Insel. Die 7-stündige Fahrt im Luxusbus führte uns durch die herrliche Berglandschaft von Mindanao, vorbei an kleinen Dörfern und bescheidenen Siedlungen. Die Landschaft ist geprägt von Landwirtschaft. Nachdem wir am Vorabend mit den Einheimischen wohl zu viel gefeiert hatten, ist einiges an landschaftlichen Schönheiten ungesehen an uns vorbeigezogen.
Auch in Davao sucht man vergebens nach touristischen Highlights. Die Stadt selber liegt am Davao Golf – direkt am Meer und hat einen großen Hafen. Wir wohnten die ersten Nächte im teuersten Hotel der Stadt „dem Marco Polo“. Hier gab es selbstverständlich keine Kackelacken und auch das Frühstück war „erste Sahne“. Im Hochland um Davao wird heute noch Gold gesucht, vom Reichtum durch das Gold ist jedoch nichts zu bemerken – im Gegenteil, die Einwohner der Stadt gehören genau so wie die Einwohner der anderen Großstädte zu den ärmsten in Asien.
Unmittelbar vor Davao liegt die Insel Samal. Weil wir das „Stadtleben“ nun endgültig satt hatten setzten wir mit der Fähre auf die Insel Samal über. Viel Informationen über die Insel gab es ja nicht, nur jene, dass eines der schönsten Hotels der Philippinen auf der Insel sein soll „das Pearl Village“. Aber zunächst wollten wir einfach die Insel erkunden und die Hotels besichtigen. Leider „Fehlanzeige“ – die wenigen Guesthouses und „Resorts“ haben uns nicht begeistert und daher ließen wir uns mit zwei „Taxi-Mopeds“ zum „Pearl Village“ bringen. Die schauten nicht schlecht, als wir durch den Hintereingang kamen, denn der normale Weg ist mit dem hoteleigenen Privat-Shuttle von Davao direkt zum Hotel.
Die Anlage Pearl Village ist ein Traum, völlig in die Landschaft integriert, mit Bambus und Holz gebaut, alles vom Feinsten. Wir waren begeistert, doch als wir merkten, dass sich nur koreanische Hochzeitspärchen im Hotel aufhielten, war klar, das ist nichts für uns.
Die Hotelanlage ist für Ruhesuchende ideal. Auf der vorgelagerten Insel befinden sich das Restaurant sowie ein kleiner Golfplatz, ein Hubschrauberlandeplatz, eine Hochzeitskapelle und vieles mehr. Ein regelmäßiger Shuttle bringt die Gäste auf diese Insel – natürlich kostenlos.
Nachdem wir beide ja wie erwähnt nicht zu den Hochzeitern gehörten, verließen wir dieses Traumhotel wieder, aber diesmal wie es sich standesgemäß gehörte, mit dem Hoteleigenen Shuttle.
In Davao waren wir ja schon so gut wie zuhause und so quartierten wir uns diesmal nicht im teuren Marco Polo Hotel ein, sonder im Hotel „Royal Mandaya“. Von dort aus unternahmen wir mit dem Taxi einen Ausflug in die Umgebung, doch auch dieses mal fehlten die Highlights.
Von Davao ging’s dann mit dem Flugzeug – einer alten DC9 nach Cebu. Die Landung in Cebu wird mir noch lange in Erinnerung bleiben, denn wir hatten ein richtiges Tropengewitter mit Sturm, starken Tropenregen Blitz und Donner. Der Pilot wollte durchstarten, weil die Sicht gleich Null war, entschied sich dann in letzter Sekunde aber doch mit voller Leistung zu landen.
In Cebu quartierten wir uns diesmal im Hotel Waterfront ein, einem der besten Hotels der Stadt mit eigenem Casino, Kongresszentrum usw. Wir fühlten uns in diesem Hotel sehr wohl und auch die Umgebung des Hotels hat viel zu bieten. Restaurants, Bars und große Einkaufs- Malls. Der Rückflug mit Qatar Airways von Cebu über Singapur und Doha nach München verlief pünktlich nach Plan.

Das Resümee der Reise; die Philippinen sind ein wunderbares Land in dem man ohne Risiko reisen und auch mal mit dem Rucksack bedenkenlos unterwegs sein kann. Die beste Reisezeit ist im April, Mai und Juni. In der anderen Zeit kann es immer wieder regnen und meist gibt es Hochwolken, obwohl die Temperaturen rund um 30 Grad sind. Wer touristische Highlights sucht, der ist in anderen asiatischen Ländern besser aufgehoben, auch Badestrände gibt es z.B. in Thailand mehr. Nirgends gibt es aber so viele freundliche Einwohner, die offen auf die „Fremden“ zugehen. Zudem gibt es kaum ein anderes Land mit einem derartig günstigen Preis/Leistungsverhältnis und der Massentourismus hat noch nicht Einzug gehalten und wird es auch in nächster Zeit nicht tun. Wer daher unverfälschte asiatische Gastfreundschaft erleben will, der ist auf den Philippinen bestens aufgehoben – Ich komme sicher wieder!

Schörfling 2005-12-28
Harald Schobesberger

schobesberger@urlaubswelt.at

 


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Harald Schobesberger



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