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Segeln in der Türkei 2009 - Kusadasi



Segeln ab/bis Kusadasi mit einem Katamaran! 26.06. bis 03.07.09

26.06.09 - Freitag

Morgens Treffpunkt in Aistersheim am Parkplatz. Ein Bus von Mader-Reisen holt uns ab. Fahrt nach München Flughafen, es geht sich keine Weiswurst mehr aus, wir sind zu spät dran. Flug mit Sun Express nach Izmir.

Günter von der Basis empfängt uns, gibt uns erste Anweisungen. Wir haben einen Katamaran Type Privilege 465, ein wirklich schönes Schiff BJ 2002. Jeder hat etwas mitgenommen, Speck, Brot, Schnaps und vor allem jeder drei Flaschen Wein.

Wir checken in ein nettes Lokal mit live Music ein - türkische live Music. Jeder ist schon müde und wir gehen daher relativ bald in unsere komfortablen Kabinen schlafen.

27.06.09 - Samstag

Aufstehen/Frühstück, Günter kommt um 09.00 Schiffseinweisung, ein Katamaran ist ein eigenes Ding. Das Boot hat kein Rollgroß, Günter spricht sehr viel, aber kennt sich sehr gut aus. Frühstück mit Knoblauch, Zwiebel, Kaffee und Speck vom „Schaumi“, Reisner Charly kocht Eier. Wir bekommen eine ausführliche Einweisung von Günter. Wir lauschen, zumal wir ein Boot mit keinem Rollreff haben sondern normales Reff. Wir fahren hinaus aus dem Hafen und haben wenig Wind. Doch dann Wind mit 32 Knoten. Nackt baden –Unser Ziel ist Sigacik Körfezi Marina, doch was ist ein Ziel - der Weg ist das Ziel! Die Burschen liegen vorne im Netz und genießen das Schaukeln. Wir freuen uns über 12 bis 22 Knoten Wind. Wir ankern vor einem markanten Felsen “Gifitkalesi Doganbey der hoch aufragt. Anfänglich gestaltet sich das Ankern noch etwas gewöhnungsbedürftig, aber Hannes am Ruder, dann kann schon nichts mehr passieren, oder?

Zum Abendessen gibt es Spagetti - mit Tomatensugo und Thunfisch und sehr, sehr scharf und Vampire haben nun auch keine Chance mehr bei uns. Einige Bierchen und Wein.

28.06.09 - Sonntag

Morgentoilette - schwimmen im kühlen Meer. Robert kocht Palatschinken zum Frühstück. Werner, Hannes und Charly bringen das Dingi in Bereitschaft. Dabei suchen sie den Tank, bis halt mal jemand drauf kommt, dass das Benzin in einem eigenen Kanister und mit einem Schlauch verbunden ist. Heute ist leider kein, bzw. wenig Wind. Wir fahren unter Motor bis zu den heißen Quellen nach Blöme. Da sind ganz enge Höhlen in die man hinein schwimmen kann. In den Höhlen kommt schwefelhältiges heißes Wasser raus. Man wird fast ein wenig benommen wenn man da rein schwimmt. Wir haben einige Diskussionen weil einer der Gruppe das Meer durch seine Exkremente versaut hat. Als er an Bord kommt, gibt es eine rege Diskussion darüber. Anschließend fahren wir zuerst unter Motor und dann unter Segel weiter nach Alacati Koröfezi. Am Weg dort hin rammt Christian beinahe einen Felsen, Werner schimpft mit ihm. Nachdem nur wenig Wind ist, gehen wir während der Fahrt auch mal Baden. Als wir dann in Alacati Koröfezi ankommen, steuert Hannes in den Hafen, leider sind alle Plätze belegt und wir müssen wieder umdrehen. Das ist natürlich mit einem Katamaran nicht so einfach. Hannes dreht im Hafen um und will hinausfahren, doch da kommt ein anderes Segelboot herein und beide Schiffe stoßen zusammen. Gott sei dank ist nichts beschädigt. Dann suchen wir außerhalb der Marina einen Liegeplatz und Werner, Charly fahren mit dem Dingi in den Ort zum Einkauf.

Das Segeln mit einem Katamaran ist nicht so einfach und Günter, der uns den Katamaran übergeben hat, hatte schon recht, dass es mutig ist ohne Katamaran Skipper Training zu segeln. Ansonst ein gemütlicher Tag, allerdings gehen unsere Lebensmittel schön langsam aus. Zum Mittagessen hat Robsi Knoblauchnudeln gemacht und Christian hat einen wunderbaren Salat aus Tomaten, Paprika, Knoblauch usw. zubereitet.

Der Hafenmeister kommt mit einem Motorboot und einer ganzen Delegation und will den Skipper sehen, der Skipper ist aber an Land. Er nimmt uns Papiere ab und meint, wir sollen am nächsten Tag zu ihm nach Ceskme kommen. Der Besitzer des anderen Schiffes hat sich über uns beschwert und meint, dass wir Schuld am Zusammenstoß waren. Lange Diskussionen. Am Abend fahren wir mit dem Dingi an Land und speisen im Hafenrestaurant. Alle Türken sind unfreundlich, die setzen uns an einen Nebentisch und bedienen uns einfach nicht! Wir lassen uns aber die Laune nicht verderben.

29.06.09 - Montag

Heute Morgen fahren wir an Land und checken mal wo der Hafenmeister ist, dieser ist in Ceskme - ca. 15 Kilometer entfernt. Wir besichtigen auch das Schiff unseres Unfallgegners, das Schiff heißt Queen und auch dieses Schiff hat keinen Schaden. Wir rufen den Hafenmeister an bzw. lassen anrufen und vereinbaren, dass wir mit dem Schiff nach Ceskme segeln und erst am Nachmittag ankommen. Anschließend fahren wir zurück, machen unser Schiff klar und laufen aus. Heute fahren wir langsam und die Kollegen entblättern sich schon während der Ausfahrt aus der Bucht. Eine Segelschule mit Kindern segelt mit Ihren Segelbooten an uns vorbei, welch ein Anblick! Wir fahren unter Motor, nachdem der Wind sehr schwach ist nach Ceskme. Der Hafen von Ceskme ist nicht so romantisch, erst kommt der Industriehafen, aber dann gibt es auch eine moderne Marina und es gibt auch nette Lokale. Gleich nach der Ankunft machen Werner und ich den “Canossagang” zum Hafenmeister. Dieser empfängt uns diesmal in seiner Uniform und schaut richtig “amtlich” aus. Er belehrt uns, dass wir nicht nackt an Bord sein dürfen, dass wir nichts trinken und uns ordentlich aufführen sollen. Einige andere Türken hatten uns angezeigt, weil wir nackt an den Kindern vorbeigesegelt sind und außerdem hat unser Unfallgegner behauptet, dass wir betrunken waren - das waren wir doch nie, die ganze Woche nicht oder? In “gebückter Haltung” verlassen wir den Hafenmeister. Wir segeln in die nächste Bucht zum Baden und werfen den Anker an einer Sandbank, der Anker hält aber nicht. Bei der Rückfahrt macht Werner am Ruder eine Wettfahrt mit zwei Gulet Schiffen mit vielen feschen türkischen Frauen drauf.

Die Anweisung nicht nackt an Bord herumzulaufen, wenn andere Leute in der Gegend sind, werden einfach vergessen. Anschließend geht es zum Einkaufen, denn unsere Vorräte sind schon am Ende. Hannes verletzt sich mit einem Draht am Kopf. Wir gehen in den Ort und entdecken, dass es einen sehr netten Ortskern gibt und gleich ist ein Lokal gefunden. Wir speisen um umgerechnet 20 Euro inkl. aller Getränke. Anschließend gehen wir noch ein wenig spazieren und Christian, Werner und ich sind plötzlich alleine - die anderen verloren! Dann checken wir in einem netten Lokal ein und genießen gemeinsam mit einem alten Mann eine Wasserpfeife und wir sitzen noch lange Zeit beisammen und versuchen uns mit dem türkischen Opa zu unterhalten. Dann wird es zum Zahlen und wir werden wieder mal so richtig abgezockt. Am Heimweg schauen wir noch in eine Bar, allerdings ist nicht viel los. Wir lernen einen Iren und einen Schotten kennen, die auch hier auf Urlaub sind. Sie sind sehr freundlich und wir diskutieren ein wenig über die Geschlechterrolle in der Türkei. Rückmarsch zum Boot - wir sind schon ziemlich in der Welle.

30.06.09 - Dienstag

Frühstück mit Eierspeise, mit 20 Eier, Kaffe und Bier. Wir zahlen unsere Liegegebühr und kommen drauf, warum hier so wenige Schiffe liegen - wieder mal abgezockt. Wir segeln den ganzen Tag, der Wind ist sehr schwach und wir baden unter Segel. Werner und ich schlafen ein wenig und der Tag ist wirklich gemütlich. Wir haben wirklich schönes Wetter aber eben wenig Wind (bis ca. 25 Knoten), erst am Abend wird er ein wenig stärker Am Abend legen wir in Ormos Mandraki an, ein gemütlicher Hafen an. Wir sind jetzt in Griechenland. Nur zwei andere Segelboote ankern im Hafen. Die Tour ist heute eher chaotisch, weil wir erst gegen Ende des Tages das Ziel festlegen. Christian macht das Anlegemanöver und es funktioniert auch ganz gut.

Wir liegen hier mit unserem Boot in einem typischen Griechischen Hafen, mit kleinen Fischerbooten mit ihren blau-weißen Bemalungen. Werner und Bibi wollen beim Hafenmeister einklarieren, allerdings geht das nicht, weil dazu wir nach Chios segeln müssten. Der Hafenmeister meint, er hat uns nicht gesehen - so geht es auch. Wir genießen ein typisches griechisches Abendessen mit Griechischen Salat, Sardellen, Lamm, Tintenfisch und natürlich Rezina. Werner und Bibi tanzen Sirtaki und Werner freundet sich mit einem griechischen Lehrer an und mit einem Yachtdealer, beide zahlen uns je eine Flasche Rezina. Zum Schluss haben alle wieder einen ordentlichen Kracher.

01.07.09 - Mittwoch

Die Nacht war ruhig, Einige gehen Laufen und erkunden die Gegend. Anschließend legen wir ab und segeln mit dem Wind Richtung Samos. Wir haben 60 Meilen zu machen, dass bei einem Wind von 3 Knoten - 20 Stunden, das ist nicht machbar. Die Crew nimmt meine Erklärungen gerne auf; wo ist z.B. Luv und Lee ist. Ich erkläre es ihnen und einer meint dann - Luv ist dort wo Griechenland ist, oder? – „da lernt ja ein Elefant vorher noch das Fliegen bevor die Mühlviertler das Segeln lernen“ Gelächter…. Wir segeln den ganzen Tag vor dem Wind. Christian behandelt Roberts Rückenprobleme, in dem der ihn Rücken an Rücken überdehnt. Robert lacht und lacht, lacht… und plötzlich ist der ohnmächtig und fällt zu Boden. Er kommt jedoch gleich darauf wieder zu sich, offensichtlich hatte er sich überdehnt und bekam keine Luft mehr. Samos geht sich nicht aus, Christian und ich suchen daher nach Alternativen. Wir brauchen einen Hafen wo man was einkaufen kann und so entscheiden wir uns für Sigacik in der Türkei. Wir laufen ein und wir sehen, dass der Ort nichts besonders ist. Wir wollen in die Marina, doch diese ist gesperrt, keiner weiß warum. Wahrscheinlich sind es die Fäkalien, denn es stinkt fürchterlich. So ankern wir in der Bucht und fahren mit dem Dingi ans Ufer. Gleich schwirren wir aus um ein nettes Lokal zu finden. Im Hafen stinkt es fürchterlich nach Kanal. Es gibt eine Diskussion, ob in einem teuren Restaurant, oder in einer günstigen Kneipe, wir entscheiden uns für die teurere Variante, die dann auch wieder wirklich teuer wurde (ca. 267 Euro für 9 Personen, dabei hatten wir nicht mal ein richtiges Menü) Wir rauchen auch noch eine Wasserpfeife und um 02.00 Uhr geht es zurück zu unserem Boot. Es sitzen noch einige bis 05.00 Uhr in der Früh und spielen Karten.

02.07.09 - Donnerstag

Wir gehen noch einkaufen und kaufen Brot, Vodka, Tomaten usw. und anschließend legen wir ab und Werner steuert die Vaya con dios sicher aus der Bucht heraus. Zum Frühstück macht Charly Spiegeleier und dazu gibt es Käse. Anschließend segeln wir vorerst mit wenig Wind Richtung Samos, dann wird der Wind immer stärker. Wir ankern kurz mal vor Samos, doch der Anker hält nicht sehr gut und auch das zweite Mal Ankern nützt nichts, hält einfach nicht! Charly und Robsi kochen und verarbeiten unsere letzten Lebensmittel. Bei der Rückfahrt nach Kusadasi haben wir den Wind von achtern (hinten) und segeln so vor dem Wind unserem Ziel entgegen. Robsi und Christian greifen bei einer ungewollten Halse in die Seile und verbrennen sich die Hände ordentlich. Am Nachmittag gibt es dann Palatschinken bis zum Abwinken. Wir laufen um ca. 18.30 in Kusadasi ein. Zuerst tanken wir und sogar der Tankwart zollt Respekt für das gute Anlegemanöver mit Hannes am Ruder. Günter von YMT (Partner von Ecker Yacht Charter) wartet schon auf uns und redet sehr viel. Nachdem wir unser Schiff auf seine endgültige Ankerposition gebracht haben, gehen wir noch in die Stadt Kusadasi zum Einkaufen. Die Stadt ist sehr schön. Weil täglich Kreuzfahrtenschiffe direkt in der Stadt anlegen, gibt es dementsprechend viele Basare und Shops. In einem Steakhouse bestellen wir für jeden Steak und gegen Mitternacht marschieren wir zurück zu unserem Schiff. Einige spielen noch Karten bis 02.00 Uhr früh.

03.07.09 - Freitag

07.30 Uhr Wecken - wir müssen um 08.30 Uhr das Schiff geräumt haben, weil der Transferbus uns abholt. Günter kommt pünktlich und wir besprechen noch einige Kleinigkeiten über Eigenheiten des Schiffes usw. Anschließend fahren wir mit dem Kleinbus zum Flughafen Izmir. Abflug pünktlich um 11.30 . In München wartet schon Mike mit dem Mader-Reisen Kleinbus auf uns und bringt uns heim. Wir kehren noch bei einer deutschen Raststätte ein und essen Weißwürste. Ich steige in Aistersheim aus und fahre mit meinem Auto nach hause. Es war eine wirklich schöne aber anstrengende Reise.

Werner Mader (Skipper)

Ing. Christian Zuschrader

Hannes Spenlingwimmer

Karl (Staudorf) Hannel

Johannes (Bibi) Hannel

Stefan Mayerhofer

Robert (Robsi) Kaltenberger

Harald Schobesberger

Charly Reisner

 

Schörfling am 04.07.09


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