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Florida - eine nicht ganz planmässige Reise


02.12.2019 - 15.12.2019



Wieder einmal zieht es mich in wärmere Gefilde. Von Florida aus geht es mit einer Cessna 172 von Saint Augustine über Fort Pierce auf die Bahamas. Wir wollen einige Inseln besuchen. So ist geplant auf Cat Island, auf den Exumas und Long Island zu landen.

Mein Reisebericht wird laufend aktualisiert. Macht Euch aber keine Sorgen, falls mal der Reisebericht verspätet kommt, manchmal komm ich nicht zum Schreiben oder hab schlichtweg kein Internet.

Leider gab es mit dem Charterunternehmen Probleme, daher geht es nicht auf die Bahamas, sondern nur nach Florida.

Viel Spaß beim Lesen - Euer Harry

Christian und Martin sind auch dabei.

1. Tag: Abflug nach Orlando - Montag 02.12.2019

Nachdem ich Christian und Martin abgeholt habe geht es nun nach Linz. Wir fliegen von Linz über Frankfurt nach Orlando. Der Abflug in Linz pünktlich mit Air Dolomiti einem Partner von Lufthansa. In Frankfurt dürfen wir uns ziemlich sputen, damit wir unseren Anschlussflug erwischen. Beim Check in stehen auch rund 400 Leute. Endlich beginnt das Check in. Komischerweise müssen wir zu einer Außenposition, wo zwei Boeing 747 der Lufthansa nebeneinander stehen. Wir steigen ein. Meine Mitarbeiterin hat uns super Plätze gebucht, aber da sitzt eine nette Dame. Ich frage die „sie sitzen auf meinen Platz“ – nein meint, sie zeigt mit Ihre Bordkarte. Na nun geht das Theater los. Ich nehme Kontakt mit einer Stewardess auf. Nun kommen sie drauf, dass alle Passagiere ins falsche Flugzeug gebracht wurden, der Flieger, in dem wir waren, geht nach Philadelphia. Nun bricht Chaos aus. Wir müssen alle wieder zurück in den Check-In Bereich im Flughafengebäude. Alle, auch die Maschine, die nach Philadelphia geht. Es dauert rund drei Stunden bis die uns dann wieder mit den Vorfeldbussen zu unseren Fliegern bringen. Nun sitzen alle im richtigen Flieger – es geht los. So ein Chaos hab ich überhaupt noch nie erlebt und das bei Lufthansa. Schuld war wohl der Fraport!! Der Flug an sich in Ordnung. Es geht in den Sonnenuntergang hinein. Wir erreichen Orlando um drei Stunden später. Nun heißt es das Mietauto zu übernehmen. Hier wieder eine Schlage, weil nur zwei Herren bei AVIS da sind um die Gäste abzufertigen. Christian fährt mit unserem Leihwagen, einem großen Nissan SUV. Mit dem GPS ist es leicht unsere Route zu finden. Wir haben über die Leihwagenfirma auch die Autobahnmaut mitbestellt. Die Abrechnung erfolgt dann ganz einfach über die Kreditkarte. Die Fahrt dauert gut zwei Stunden bis wir Saint Augustine erreichen. Wir fahren einmal die falsche Abfahrt und schon sind wir schon wieder unterwegs Richtung Orlando. Bei der nächsten Ausfahrt raus und dann erreichen wir auch unser Hotel Red Roof Plus. Das ist ein abgewohntes Motel, aber soweit in Ordnung. Wir sind müde und gehen zu Bett – es war ein langer Tag!

2. Tag: Einweisung Cessna 172 - Dienstag 03.12.2019

Das Frühstück im Red Roof ist „amerikanisch“. Es gibt Toastbrot, Kaffee, Marmelade, Butter… Wir fahren anschließend in die Flugschule Florida Aviation in Saint Augustine. An der Eingangstür klebt schon ein Schild – „Willkommen Mr. Schobesberger“. Na das ist ja nett. Ich stelle mich vor und warte auf meinen Instruktor, der mit die Einweisung machen soll. Das dauert ewig, bis nun endlich eine Dame mit mir das Paperwork macht. Die uns zugewiesene Maschine ist für mich heute reserviert. Nachdem wir die Lufträume durchbesprochen haben, geht es zum Check-out. Die Cessna 172 mit der Kennung N99442 ist ein älteres Baujahr. Beim ersten „go around“ um das Flugzeug sind deutliche Verschleißspuren zu erkennen. Schlimm wird es im inneren des Flugzeuges. Die Verkleidungen sind völlig zerschlissen und die Avionik aus der Steinzeit. Na das kann ja lustig werden. Beim Rollen auf dem großen Flugplatz von Saint Augustine hab ich so meine Probleme mich zurecht zu finden. Dann starten wir und fliegen Richtung Daytona. Wir machen einige Steilkreise, einige VOR Übungen, dann noch ein „touch and go“ und eine Abschlusslandung. Wir diskutieren nach der Landung über das Flugzeug und ich hab entschieden, mit diesem Flugzeug nicht auf die Bahamas zu fliegen. Es gibt eine zweite Cessna mit der Endung AB, die besser ausschaut, aber erst ab Samstag verfügbar ist. Schlechte Nachrichten für meine beiden Freunde Christian und Martin. Wir treffen uns und fahren in die historische Stadt von Saint Augustine. Hier gibt es die ältesten Häuser von Florida. Eine entzückende Altstadt erwartet uns, mit kleinen Häusern, der ältesten Schule und noch vielem mehr. Mich interessiert aber jetzt mal ein kühles Bier und ein kleiner Snack, denn ist hab seit dem Frühstück nichts gegessen. Dann fahren wir zurück ins Hotel und überlegen, wie es nun weitergeht.

3. Tag: Ausflug nach Cape Canaveral - Mittwoch 04.12.2019

Nach einer schlecht geschlafenen Nacht hab ich nun entschieden, den Bahamas Flug abzusagen. Die Begründung ist nicht einfach, daher hat es mich eine schlaflose Nacht gekostet. Ich hab das Vertrauen zu dieser Flugschule verloren. Das gebuchte Bahamas Briefing bestand aus einem 5-Minuten Gespräch mit dem Chief Instruktor. Die gebuchte Cessna 172 schaut innen nicht nur schlimm aus, sondern es fällt die Lichtmaschine zeitweise aus, es haben die Klappen fast zwei Zentimeter Spiel. Diese Maschine ist eine Zumutung. Sogar mein „Fluglehrer“ meinte, mit dieser Maschine würde er auch nicht auf die Bahamas fliegen. Wie kann man mir so eine Maschine zuteilen? Die zweite Cessna ist zwar wesentlich jünger, aber ebenfalls sehr heruntergekommen. Hier wird auch nie eine Innenreinigung gemacht. Dementsprechend schauen die Flugzeuge aus. Auch bei diesem Flugzeug jetzt schon Mängel – z.B. funktionieren die Positionslichter nicht.

Ich hab dadurch nicht das Vertrauen, eine Woche lang über die Bahamas, also über Wasser zu fliegen mit einem Flugzeug, das nicht den Sicherheitsstandards entspricht, das wir von Europa erwarten. Bisher hatte ich immer in Page Field bei Paragon Aviation gechartert, aber die verleihen keine Maschinen mehr. Ich hab auch noch versucht bei anderen Flugschulen einen ordentlichen Flieger zu bekommen, aber leider Fehlanzeige!

Die Enttäuschung ist groß, bei mir aber vor allem bei Christian, der ja nur wegen den Bahamas mitgeflogen ist. Martin nimmt’s gelassen.

So, nun planen wir um und fahren zunächst mal nach Cape Canaveral und schauen uns das Kennedy Space Center an. Die Fahrt dauert rund zwei Stunden hin und genauso viel zurück. Cape Canaveral ist beeindruckend, aber Menschenmassen überall und anstellen, sowohl beim Eingang sowie beim Rausgehen. Heute ist ein Raketenstart geplant. Wir stehen und warten, bis dann die Info kommt, leider nein – zu viel Wind. Wir fahren zurück und machen noch einen Stopp in Saint Augustine old town.

 

4. Tag: Clearwater - Donnerstag 05.12.2019

Heute wäre unser geplanter Abflug gewesen – ich hab das immer noch nicht verdaut, aber was soll’s, wir können es nicht ändern. Wir checken beim Hotel aus, verlängern unseren Mietwagen telefonisch. AVIS ist da sehr schlecht organisiert, wir brauchen eine halbe Stunde um jemand zu erreichen, der uns weiterhelfen kann. Christian hat seinen Flug umgebucht und fliegt nun am Sonntag schon zurück, Martin und ich setzen die Reise fort. 

Nun haben wir alles organisiert und starten los Richtung Westküste. Wir fahren über Ocala nach Tampa und Clearwater. In Clearwater haben wir ein Zimmer gebucht. Wir kommen gerade recht zum Sonnenuntergang. Die Sonne senkt sich spektakuläre ins das karibische Meer, fast wie auf den Bahamas. Spaß bei Seite – schön ist es. Wir essen in einer Bar in der ich schon zwei Mal war und trinken noch ein Bier bei Live Musik.

5. Tag: Ft. Myers Beach - Freitag 06.12.2019

Heute geht es nach dem Frühstück los in Richtung Ft. Myers Beach. Wir fahren immer entlang der Küstenstraße. Eine Luxusvilla nach der anderen. Hier wohnen überall reiche Leute. Es geht über Madeira Beach, St. Pete Beach, weiter über die Brücke, die über die Tampa Bay führt, nach Bradenton. Dann geht es weiter wieder über die Küstenstraße Richtung Sarasota. Auch hier reiht sich eine Luxusherberge nach der anderen. In Sarasota angekommen, fahren wir weiter nach Ft. Myers und dann nach Ft. Myers Beach. Wir haben eine Unterkunft in Ft. Myers Beach gefunden, die direkt im Zentrum ist. Nach der langen Fahrt freuen wir uns auf ein kühles Bier und eine Kleinigkeit zum Essen. Wir sitzen auf der Terrasse und genießen den Sonnenuntergang. Nach dem Abendessen suchen wir noch eine Bar mir Live Musik auf.

6. Tag: Ausflug Everglades, Naples - Samstag 07.12.2019

Wir starten heute los Richtung Everglades. Wir plaudern und übersehen dabei, dass der Tank sich dem Ende neigt. Nun wird es schon richtig knapp mit unsrem Sprit. Nur noch 40 Meilen bis zum Motorstillstand. Martin sucht am Smartphone eine Tankstelle. Nur noch 18 Meilen bis aus.. Dann endlich eine Tankstelle. Nun können wir Tanken und wieder mit ruhigem Gefühl weiterfahren. Es geht nach Everglades City. Wir checken sofort ein Airboat und fahren mit diesem durch die Everglades. Der Lärm ist höllisch, aber trotzdem sehen wir Krokodile. Die Fahrt dauert eine Stunde. Es geht mit extremen Tempo durch die Mangrovensümpfe. Das Wasser spritzt teilweise auf uns. Am Ende der Fahrt besuchen wir noch eine Krokodilfarm. Es werden uns kleine Krokodile in die Hände gegeben, größere dürfen wir streicheln. Bin zwar nicht so für eine derartige Bespaßung, aber was soll‘s. Dann fahren wir durch die Everglades mit dem Auto nach Naples. Wir besuchen die „Fifth Street“, wo gerade ein Weihnachtsfest im Gange ist. Naples ist das Zentrum der Superreichen. Dementsprechend gibt es nur Nobelkaufhäuser, Shops und teure Restaurants. Wir trinken einen Kaffee und dann geht es weiter nach Ft. Myers. Im Hooters essen wir zu Abend. 

7. Tag: Fahrt nach Miami - Sonntag 08.12.2019

Wir frühstücken in einem netten Café direkt am Strand. Anschließend fahren wir mit dem Auto Richtung Orlando. Unser genaues Ziel ist Fantasy of Flight in der Nähe von Winterhaven. Es geht die meiste Strecke auf einer Interstate. Hier ist das Land der Citrusfrüchte. Große Plantagen mit Orangen und Zitronen, links und rechts der Strecke. In der Fantasy of Flight angekommen, die nächste Enttäuschung. Das Museum wurde verkleinert. Das Hauptgebäude mit den interessanten Flugzeugen und vor allem mit der Werft ist nicht mehr zu besichtigen. Dieses Museum wurde von einem Millionär errichtet, der mit Öl zu extremen Reichtum gekommen ist. Wir fahren weiter nach Orlando und verabschieden uns von Christian. Wir beschließen doch noch durchzufahren bis nach Miami und kommen am Abend in Miami an. Wir suchen eine Internetverbindung, damit wir uns ein Hotel buchen können. Im Avalon Hotel, direkt am Oceandrive checken wir ein. Das Hotel liegt im sogenannten Art Deco District. Diese Häuser wurden so Anfang der Sechzigerjahre gebaut und vor einigen Jahren wieder renoviert. Entlang des Oceandrives eine Autoschlange. Maserati, Ferrari und alles sonst noch so was Aufmerksamkeit erweckt fährt vorbei. Die Schönen und Reichen präsentieren sich im besten Outfit. Ein High Heel beschuhtes Models, mit ihrem feschen Schwarzen Boyfriend mit Goldketterl um den Hals, steigt aus einem roten Ferrari. Mensch was hab ich falsch gemacht, ich glaub ich steig auch ins Drogengeschäft ein. 

Wir haben das „Glück“, dass dieses Wochenende ein Künstlerfestival stattfindet. Darum ist die Stadt außer Rand und Band. Menschenschlangen ziehen an den Restaurants und Cafés vorbei. Die Preise in den Bars und Restaurants allerdings, die haben es in sich. Einen Longdrink um 50 USD?? Ja auch das gibt es. Essen nicht unter 50 USD, natürlich nur für einen Gang natürlich. Dann kommen noch die Steuer von 18 % dazu und dann noch das Trinkgeld mit 20 % zirka. Wir kehren dem Oceandrive den Rücken und essen in einem Italienischen Restaurant, das viel günstiger ist. Anschließend besuchen wir noch einige Bars mit Show und Musik (nix unanständiges natürlich!!)

8. Tag: Miami - Montag 09.12.2019

Wieder ein wunderschöner Morgen. Zuhause ist „Sauwetter“, hier scheint die Sonne und es hat so um die 22 Grad schon am Morgen. Nach dem Frühstück im Hotel marschieren wir den Oceandrive vorbei und gehen zum Strand. Hier haben Künstler eine Wagenkolonne aus Sand gebaut. Schaut aus, wie bei uns im Winter, wenn die Autos eingeschneit sind.

Miami hat zirka 470.000 Einwohner, die ganze Region Miami allerdings rund 5,4 Mio. Hier leben viele spanischsprechende Hispaniolos. Viele kamen von Kuba und leben jetzt hier. Eine bunte Mischung aus Schwarz und Weiß, mit viel Temperament und guter Musik.

Miami ist sehr teuer! Auch in den Fastfood Restaurants extreme Preise. Zwei Burger und zwei Dosen Wein – ja richtig gelesen – zwei „Dosen“ Wein kosten im Fastfood Restaurant Shake Shack USD 40. Ein kleiner Burger wohl gesagt! Wir marschieren die Lincoln Road entlang. Hier gibt es viele Shops, Cafés und Restaurants. Wir studieren die Speisekarten der Restaurants. Kaum eine Hauptspeise unter 20 USD, plus Steuer, plus Tipp. Heute ist ein Tag zu relaxen. Morgen geht es dann nach Key West.

 

9. Tag: Fahrt nach Key West - Dienstag 10.12.2019

Heute fahren wir nach dem Frühstück von Miami nach Key West. Die Fahrt dauert zirka 4 Stunden. Zuerst geht es durch das dichtbesiedelte Miami mit bis zu Fünfspurigen Straßen. Vorbei an Homestead – Key Largo und Marathon nach Key West. Es geht über die Keys, über Brücken, vorbei an Wochenendhäusern und hunderten Tauchschulen, denn die Key’s sind von Tauchern gerne besucht. Unterwegs machen wir eine kleine Pause, dann geht es weiter nach Key West. Hier haben wir an der Duval Street ein Zimmer für zwei Nächte gebucht und zwar im Duval House. Unser Zimmer ist noch nicht fertig, daher müssen wir gleich mal die Duval Street entlang marschieren. Nun ist unser Zimmer bezugsfertig. Wir wohnen in einem schönen alten Haus aus Holz. Innen liebevoll dekoriert. Es gibt auch einen Swimmingpool im Garten. Nur eines kriegen sie einfach nicht hin, funktionierende Duscharmaturen. Jede ist anders, keine funktioniert richtig! „Amerika great again“ – na da sollten sie bei den kleinen Dingen mal anfangen.

Zum Sonnenuntergang sind wir am Sunset Pier. Hier segeln alte Zweimaster in der untergehenden Sonne vorbei. Einen Mojito in der Hand, so schauen wir der Sonne zu, wie sie sich verabschiedet. Dann wird der Hunger groß. Ich hab Gusto auf ein Steak, immerhin sind wir ja in USA. Wir marschieren die Duval Street entlang, aber nirgends gibt es Steak. Fast nur Junkfood wird angeboten. Baskets mit allerhand frittiertem, Fertigsalate, Pizza, aber kein Steak. Nun wird es mir zu blöd, ich frage in einem Shop und die empfiehlt uns das Beach Café beim Southern Most Hotel. Hier werden wir fündig und bekommen unser Steak. Dann geht es noch in einige Bars, darunter natürlich auch in das berühmte Sloppy Joes, wo wir unseren Daiquiri bekommen. Hier hat Hemingway dieses Getränk immer getrunken, so auch wir!

 

10. Tag: Key West - Mittwoch 11.12.2019

Den heutigen Tag verbringen wir in Key West mit „Nichtstun“. Wir marschieren zum „Southernmost-Point“, den südlichsten Punkt von Amerika. Hier stellen sich die Touristen in Schlange an, um hier Fotos zu machen. Uns ist das zu blöd und wir machen das Foto halt aus einer Entfernung. Dann marschieren wir zum Hafen. Hier liegt ein Schiff der Celebrity Cruises am Hafen. Ein weiteres Schiff von den Bahamas ist ebenfalls festgemacht.

Key West ist der südlichste Punkt Amerikas und liegt zirka 145 Kilometer nordöstlich von Kuba. Die Häuser in Pastellfarbenem Conch-Stil, sind DER Kreuzfahrtenstopp in Florida. Key West gehört auch zur Conch Republic. Das ist eine Mikronation, die am 23. April 1982 durch Loslösung Key Wests (Florida) und einiger benachbarter Inseln von den USA gegründet wurde. Diese humorvolle Idee verleiht der Stadt auch heute noch gewisse Freiheiten.

Sloppy Joes hat heute zu, dafür besuchen wir die mit Dollarscheinen beklebte Willy-T’s Bar. Hier bekommt man, wie überall in USA alle „Longdrinks“ in Plastikbecher serviert. Den Abend verbringen wir in unserem Hotel auf der Terrasse bei einem Gläschen Wein, Salami und Käse.

 

11. Tag: Fahrt nach Ft. Lauderdale - Donnerstag 12.12.2019

Es regnet schon in der Früh. Daher müssen wir unser Frühstück ein wenig verschieben, denn das findet im „Freien“ statt und daher wäre unser Kaffee verwässert worden. Nach dem Frühstück geht es nun wieder zurück über die zahlreichen Brücken. Man fährt über die Key’s immer an der alten Eisenbahnstrecke vorbei. 1904 hatte man mit dem Eisenbahnbau bei Homestead begonnen. Der Bau war nicht so einfach, zumal man auch durch Sümpfe bauen musste. Am 22. Jänner 1912 fuhr der erste Zug direkt bis Key West. 23 Jahre bestand die Verbindung, bis am 02. September 1935 ein Wirbelsturm die Bahnstrecke zerstörte. Die Kosten eines Wiederaufbaues wären zu groß gewesen, die Bahn wurde eingestellt.

Wir fahren über die US1 immer nördlich, an Miami vorbei. Unser Ziel ist nicht genau vorgegeben. Wir suchen in der Nähe von Ft. Lauderdale eine Unterkunft und werden auch gleich fündig. Ein Zimmer kostet hier 101 USD für zwei Personen. Immer wieder gibt es kleinere Regenschauer und es wird schon wieder ein wenig kühler.

 

12. Tag: Fahrt nach Vero Beach - Freitag 13.12.2019

Freitag der 13., gut, dass ich nicht abergläubig bin. Wir fahren heute immer entlang der US1 Richtung Norden. Auch heute ist das Ziel nicht geplant. Wir schauen noch kurz am Fort Lauderdale Executive Airport vorbei. Ich möchte erkunden, ob es Flugschulen gibt, die an ausländische Piloten Flugzeuge für einen Flug auf die Bahamas vermieten, aber leider Fehlanzeige. Entweder sie machen das prinzipiell nicht, oder sie verlangen 5 Stunden Minimum pro Tag. Wir fahren weiter nach West Palm Beach, manchmal auf der Küstenstraße A1A, manchmal auf der US1. In Vero Beach finden wir ein modernes Hotel und beziehen für eine Nacht ein Zimmer. Am Abend besuchen wir noch eine Brauerei unweit unseres Hotels.

In Vero Beach ist auch die Basis von Piper Aircraft. Alle Flugzeuge werden hier gefertigt.

 

13. Tag: Fahrt nach Kissimee - Samstag 14.12.2019

Nach einem Frühstück bei „ihop“ geht es zum Flughafen Sebastian. Hier gibt es die Flugschule Pilots Paradiese https://pilots-paradise.com/ . Hier wollen wir nochmals nachfragen, ob die für künftige USA Reisen Flugzeuge vermieten. Auch hier bekommen wir die Auskunft, dass keine Flugzeuge mehr auf die Bahamas vermietet werden. Die Flugschule hat einige Piper, die auch schon in die Jahre gekommen sind. Zur Flugschulung sind sie allemal genug. Dunkle Wolken sind über den Flugplatz gezogen, es beginnt ein Wolkenbruch. Wir fahren weiter Richtung Kissimee bei Orlando. Das Wetter bessert sich. In Kissimee wollen wir auch noch eine Flugschule besuchen, in der ich 2008 schon mal eine IFR Ausbildung begonnen hatte. Hier bei der Flugschule ist ein neues Gebäude entstanden. Wir bekommen die gleiche Auskunft – keine Flüge auf die Bahamas und überhaupt werden die Flugzeuge nur zur Schulung verwendet. Nun geben wir auf! Wir buchen ein Zimmer im Hotel Hamton by Hilton. Dann geht es mit dem Hoteleigenem Shuttle ins Zentrum. Wir marschieren einmal um den Lake Eola. Die Bäume sind weihnachtlich geschmückt, allerhand Dekoration wurde für das Weihnachtsfest angebracht. In der World of Beer kehren wir ein und trinken ein Bier und essen eine Kleinigkeit. Anschließend können wir an einer Wein Bar nicht vorbei. Mit UBER geht es dann zurück in Hotel.

14. Tag: Heimreise - Sonntag 15.12.2019

Wir frühstücken in unserem „Hilton“ Hotel. Tiefgefrorene – hartgekochte Eier, mit Plastik Besteck und Plastikteller und durchsichtigen Kaffee, so wie wir es seit 14 Tagen gewohnt sind, nur die tiefgefrorenen Eier sind neu. Wir haben noch ein wenig Zeit und fahren nach dem Auschecken zum Eola See. Hier findet heute ein „Weihnachtsmarkt“ statt. Anschließend fahren wir Richtung Flughafen Orlando International, tanken am Weg dorthin auch noch das Auto voll. Die Rückgabe des Autos geht reibungslos. Wir mussten bei der Übernahme keine Kreditkarte vorlegen und auch jetzt bei der Rückgabe wird nicht gefragt. Wir sind überpünktlich am Flughafen und müssen daher einige Zeit am Flughafen verbringen, Zeit um über die Reise nachzudenken. Dass der Flug auf die Bahamas nichts geworden ist, tut mir besonders leid, weil ich mich wirklich darauf gefreut hatte. Noch mehr Leid tut es mir wegen meiner beiden Reisegefährten Christian und Martin. Martin und ich haben keine Themenparks besucht, weil wir beide die meisten Themenparks schon gesehen haben. Daher fehlten uns natürlich die Attraktionen. Key West, die Everglades, Miami und Saint Augustine waren natürlich schon Highlights. Auch die Fahrt über die Keys war eindrucksvoll.

Amerika ist anders geworden. Seit meiner letzten USA-Reise hat sich viel verändert. Die Menschen sind nicht mehr so zuvorkommend und nicht mehr so freundlich. Alles ist extrem teuer geworden, bis auf Benzin, der ist immer noch günstig. Essen und Trinken ist unverschämt teuer geworden. Was auch noch auffällt ist, dass früher Parken überall kein Problem war und man fast überall kostenlos parken konnte. Heute wird man überall abgezockt und überall ist Parken verboten. In Orlando verlangen sie überall eine Parkgebühr von 5 bis 20 Euro pro Tag. Bei den meisten Hotels muss man auch fürs Parken zahlen. Alles in Allem haben wir viel gesehen, sind viel Auto gefahren und konnten das angenehme Klima in Florida genießen. Trotzdem werde ich so schnell nicht mehr nach Florida kommen, auch nicht zum Fliegen.

Der Rückflug mit Lufthansa war pünktlich - das Service war gut. Der Flughafen Frankfurt - das reinste Chaos. Unsere Maschine musste mit laufenden Triebwerken warten, weil keine Parkposition frei war!

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Verfasser

DSC 1734

Harald Schobesberger





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