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Pilotenreise USA - Florida, New Orleans und Bahamas



Florida, New Orleans und Bahamas

Wieder einmal geht es nach Amerika zum Fliegen. Meine lieben Fliegerfreunde Herbert, Franky, Andy, Konny und ich fliegen diesmal nach Florida und dann weiter nach New Orleans, wenn es die Zeit erlaubt, einen Abstecher nach Austin/Texas, dann weiter nach Nashville - South Carolina und dann auf die Bahamas. Termin vom 25.10. bis 09.11.13. Hier findet Ihr laufend Informationen über unsere Reise. Ich werde wieder versuchen täglich mein Tagebuch zu schreiben, damit die zuhause gebliebenen auch was davon haben. Ich freue mich, wenn Ihr meine Reise im Internet verfolgt.

29.09.13 - Bei der heutigen Besprechung bei mir zuhause, wurden alle wichtigen Dinge abgeklärt die für die Reise notwendig sind. Wo schlafen wir die ersten beiden Nächte, wenn wir unser "check-out" machen? Buchung Mietwagen für die Zeit? Welche GPS nehmen wir mit, wer besorgt was? Es gibt eine ganze Liste zum abarbeiten, darum wird es dann auch später. Jeder hat seine "to do Liste", die er bis zum Abflug abarbeiten muss. Am 25.10.13 fliegen wir über Berlin nach Miami und dann weiter nach Tampa. Dort übernehmen wir unser Mietauto und fahren nach Ft. Meyers, wo wir dann unsere Flugzeuge übernehmen werden. Diesmal sind 5 Piloten in 2 Flugzeuge geplant.

Reisebericht:

1. Tag: Anreise Tampa

Um 03.50 Uhr steht Herbert schon vor meiner Tür. Endlich geht es los. Abflug ist in Salzburg um 06.20 mit Air Berlin. Wir sind natürlich viel zu früh da, aber dafür haben wir Zeit zum Frühstücken. Pünktlich hebt die Fly Niki (AirBerlin) in Salzburg ab. Berlin Tegel ist immer noch ein Behelfsflughafen, weil der neue noch nicht fertig ist. Herbert hat wieder mal das Glück, dass er gefilzt wird. Immer wenn er irgendwo einreist, ist es er, der auseinandergenommen wird. Mit ein wenig Verspätung fliegen wir von Berlin nach Miami. Der Flug schlichtweg eine Katastrophe. Der Sitzabstand ist so eng, dass man seine Beine nicht unterbringt. Franky ist arm dran, denn der ist noch größer wie ich. Das Service sonst passt, aber der Sitzabstand! Wenn wir Tiere wären, hätte sich schon längst der Tierschutzverein eingeschaltet.

Wir landen in Miami mit ein wenig Verspätung. Beim Anflug hat man einen tollen Blick auf die Stadt und auf den Miami Beach. In Miami angekommen, müssen wir unser Gepäck entgegennehmen, einreisen und dann gleich wieder einchecken. Wieder ist Herbert der Arme, weil auch hier wieder, es macht der Einreisebeamte Herbert das Leben schwer. Der Weiterflug mit American Airlines ist perfekt und hier hat man für die 45 Minuten einen super Sitzabstand, wie ungerecht ist denn das? Nach der Gepäck Entgegennahme wartet schon Konny auf uns mit dem gemieteten Minivan. Konny ist schon eine Woche in den USA und hat nördlich von Florida schon ca. 20 Stunden IFR Flugtraining und Wasserflugzeug Training gemacht. Wir müssen nun von Tampa nach Ft. Myers fahren. Die Fahrt dauert rund zwei Stunden. Wir kehren vorher noch in ein Restaurant ein, essen einen Kleinigkeit und trinken ein “After Landing Bier”, bevor es weitergeht. Wir wohnen im Best Western in Ft. Myers. Gleich um die Ecke ist das Alehouse, ein nettes Restaurant, welches über 40 Biersorten anbietet. Wir trinken noch ein Bier, damit wir schlafen können. Die sechs Stunden Zeitverschiebung machen uns natürlich zu schaffen. Für die meisten ist es ein 30 bsi 40 Stundentag - alle sind müde. Morgen geht es mit dem Fliegen los!

2. Tag: Erster Flugtag

Das Frühstück im Hotel ist wie immer sehr bescheiden. Wir wohnen im Best Western Hotel nur 3 Kilometer vom Flughafen entfernt. Wir fahren zum Flughafen Page Field Ft. Myers. Das ist ein Flughafen mit zwei gekreuzten Pisten. Paragon Flight School ist unsere Flugschule. Hier wartet bereits Jeffrey Wolf. Nun beginn die ganze Prozedur. Einscannen unserer Dokumente und theoretische Einweisung. Mein Fluglehrer ist Josh Podlich, aber zuerst fliegt Konny mit Josh. Andy und ich fliegen mit, um ein wenig Einblick in den Luftraum zu bekommen. Es geht hinaus Richtung Westen. An den Inseln vor der Küste lässt Josh Konny einige Vollkreise machen und dann noch eine Außenlandeübung, bei der natürlich nicht wirklich gelandet wird. Dann geht es wieder zurück nach Page. Die Orientierung ist sehr einfach, da genau an der Luftraumgrenze ein Fluss ist und somit immer klar ist, ab wann man in den Airspace B einfliegt. Anschließend fliegt Andy und ich sitze hinten drinnen. Auch jetzt wieder Abarbeiten der Checkliste, dann geht es ebenfalls wieder hinaus Richtung Westen, Vollkreise Stall-Übungen, bei denen das Flugzeug bewusst zum Strömungsabriss gebracht wird. Dann wieder zurück. Auch Andy hat kein Problem mit dem Flugzeug und mit den Funk- und Flugverfahren. Herbert und Franky haben einen anderen Examiner, der es offensichtlich darauf ausgelegt hatte, seine Macht auszuspielen. Ausgerechnet Franky, der immer eine perfekte Flugvorbereitung hat, muss noch eine Runde drehen. Andy braucht noch seine Anerkennung für seine Flugscheinumschreibung. Das ist nicht so leicht, aber die Paragon Flight School bemüht sich sehr. Andy braucht auch noch eine Stunde Theorie-Einweisung, damit er seine Anerkennung bekommt. Franky und Herbert horchen sich diese Anweisung auch nochmals an. Es wird spät und ganz zum Schluss fliegt dann Franky mit Josh die noch gewünschten 30 Minuten. Sie haben einen wunderschönen Flug mit einem spektakulären Sonnenuntergang. Wir warten vor der Flugschule, denn die sperrt um 18.00 Uhr zu. Am Ende sind wir alle geschafft und hungrig, denn nicht einmal zum Essen hatten wir heute Zeit. Wir fahren schnurstracks nach Ft. Myers Pier. Hier gibt es eine Menge netter Restaurants und direkt unter der Brücke besuchen wir ein super Restaurant und können noch draußen sitzen, obwohl es schon frisch wird. Wir speisen vorzüglich, soll noch mal jemand sagen, in Amerika gibt es kein gutes Essen. Auch der Preis passt. Anschließen schlendern wir noch durch die Fußgängerzone. Hier spielen viele Live Bands. In einem Dachterrassenlokal trinken wir noch ein Bier und beobachten das Treiben auf der Straße. Irgendein Festival dürfte hier stattfinden, denn viele Menschen haben sich die Gesichter bemalt und tragen bunte bzw. verrückte Kleider. Zum Schluss schlafen wir schon fast beim Sitzen ein und beschließen ins Hotel zu fahren. Während der Rückfahrt ist außer dem Fahrer keiner mehr wach.

3. Tag: Flug nach Key West

Heute sind wir pünktlich um 09.00 Uhr am Flughafen, denn der Mann von der FAA wartet bereits auf Andy um seine Anerkennung zu besprechen. Leider müssen wir erfahren, dass der Herr die Ankerkennung nicht gleich machen kann, weil er dazu sein Office braucht und das hat am Sonntag zu. Wir müssen morgen gleich in der Früh das erledigen. So heißt es für uns umplanen, denn wir wollten eigentlich heute nach Pensacola fliegen und dann weiter nach New Orleans. So beschließen wir kurzerhand einfach nach Key West zu fliegen. Wir übernehmen unsere Flugzeuge, tanken und starten. Herbert fliegt und ich funke. Wir finden uns mittlerweile in Page/Ft. Myers schon ganz gut zurecht. Wir starten auf der 05 und fliegen wie gestern Richtung Westen, dann einfach die Küste runter, an Marco Island vorbei - Naples und dann über die Everglades nach Marathon und dann die Keys runter bis nach Key West. Zuerst müssen wir noch an der Airforce Base Boca Chica vorbei. Wir bleiben über 2.500 ft., um nicht in den Airspace einzufliegen. In Key West sind kommen wir offensichtlich genau zur “Rushhour”, denn es stehen jede Menge Flugzeuge am Start und einige Verkehrsmaschinen sind im Anflug. Wir müssen einige Kreise fliegen bevor wir ein “cleared to land” bekommen. Der Wind bläst uns genau auf die Nase und so ist die Landung ein Kinderspiel. Die zweite Maschine mit Andy, Konny und Franky kommt gleich nach uns herein. Hier funktioniert das mit den Flugzeugen wunderbar. Obwohl alle Parkplätze voll sind, stellt man das Flugzeug einfach ab und die Herren vom FBO parken das Flugzeug mit ihren “Flugzeugschleppern” ein. Wir können gleich zum Office gehen, unsere Handling-Fee zahlen und dann mit dem Taxi ins Zentrum fahren. Wir haben einen netten Taxifahrer, der ursprünglich aus Russland kommt. Er bringt uns zur Sloppy Joes Bar. Wir speisen aber in einem anderen netten Restaurant. Hier ist es viel wärmer als in Ft. Myers. Man findet die verrücktesten Leute. Manche laufen halb nackt herum, manche haben wiederum ein auffälliges Outfit, auffallen um jeden Preis ist angesagt. Nach einem Drink in der Sunset Bar müssen wir um 16.00 Uhr wieder zum Flughafen zurück, denn sonst erreichen wir Ft. Myers nicht mehr bei Tageslicht. Unser Taxifahrer bringt uns wieder zum Flughafen. Flugzeuge gecheckt und los geht es. Diesmal fliege ich und Herbert macht den Funk. Wir bekommen gleich unsere Freigabe und müssen nach dem Start gleich nach links abbiegen um nicht in den Luftraum der Airforce Basis zu gelangen. Dann fliegen wir wieder die Keys Richtung Norden. Wir werden von der Flight Service Station darauf aufmerksam gemacht, dass wir die “restricted” Airspace um den Wetterballon meiden müssen. Dieser Wetterballon geht bis auf über 3.000 Meter hinauf und da sollte man nicht zu nahe kommen. Die Keys liegen unter uns, wie eine Perlenkette. Das Wasser ist türkis, die Sonne steht schon tief, ein wenig macht sich Dunst bemerkbar. Der Flug zurück ist ruhig. Wir kommen noch pünktlich vor Sonnenuntergang in Page/Ft. Myers an, parken unsere Flugzeuge und fahren in unser Hotel. Wir sind diese Nacht im La Quinta Hotel, ganz in der Nähe des Flughafens. Zum Abendessen sind wir im Bahama Breez. Das ist ein gutes Restaurant, es ist im Stile der Bahamas gebaut. Das Essen vorzüglich, der Service perfekt, aber um 22.30 Uhr ist alles zu, wir sitzen alleine noch im Gastgarten. Das ist ein Teil des Konzeptes der Systemgastronomie in USA. Bestellen, Essen, Zahlen, Gehen!

4. Tag: Flug nach Ferguson/Pensacola

Heute hat Andy seine Überprüfung für die Scheinanerkennung. Konny gibt den Wagen zurück, wir sitzen und warten in der Flugschule auf Andy und bereiten uns auf unseren nächsten Flug Richtung Pensacola und New Orleans vor. Das Wetter ist herrlich, warm, blauer Himmel, wenig Wind, einfach ideal für unsren Flug. Wir beladen unsere beiden Maschinen und zwar die N1330N und die N6065L. Weil Herbert und ich zu zweit fliegen, müssen wir von der anderen Maschine Gepäck mitnehmen. Konny hat eine große, schwere Tasche, die alleine 30 Kilo wiegt, diese passen wir auf die Rückbank. Herbert fliegt und ich mach den Funk. Wir starten wieder wie gewohnt Richtung Westen und verlassen Page Field. Die 05L ist vor uns gestartet. Über unser TCAS (Traffic Alert and Collision Avoidance System) sehen wir die andere Maschine, aber in der Luft ist sie fast nicht auszunehmen. Wir steigen auf 4.500 ft, fliegen an Venice Beach vorbei, die andere Maschine immer vor uns. Die Küste ist traumhaft aus der Luft auszunehmen. Das Farbenspiel ist sagenhaft, mal weiß, mal türkis, mal blau, bräunlich. Unter uns fahren die Motoryachten der Reichen und Schönen, einige Flugzeuge sind auch zu sehen. Verkehrsmaschinen fliegen vor uns und neben uns im Anflug auf Tampa. Es geht Weiter nach Sarasota - vorbei an Tampa, immer in Funkkontakt mit einer Flight follwing Station (FSS). Unser Ziel Perry Foley liegt im „Panhandle“ von Florida, also ganz oben am Stiefel, Richtung Westen. Auch ganz im Norden ist das ein Gebiet so ähnlich wie das der Everglades, mit vielen Sümpfen und Mangrovenwäldern. Die Piste von Perry Foley ist wie ein gleichwinkeliges Dreieck ausgelegt. Die Maschine vor uns landet auf der 06, wir schließen uns an. Herbert setzt die Maschine sanft auf. Hier gibt es keinen Tower, sondern man unterhält sich mit den anderen Flugzeugen in der Luft und gibt immer seine Positionen an. Wir rollen zum Flughafengebäude. Hier sind zwei ältere Herren, die uns gleich weiterhelfen. Wir tanken die Maschinen. Das funktioniert mit Kreditkarte, denn auch hier ist niemand da, der dir hilft. Kreditkarte eingeben - tanken. So einfach ist das. Wir bekommen ein Curtesy Car, also ein kostenloses Mietauto vom Flughafen. Damit fahren wir im „Goodman‘s Bar-B-Que Restaurant und speisen Rib Eye Steak um 8 USD. Das Lokal ist urig, bis schmuddelig, aber das Essen gut und die Bedienung freundlich. Dann fahren wir mit dem Ford Straßenkreuzer, den wir kostenlos bekommen haben, zurück zum Flugplatz und plaudern noch ein wenig mit den zwei alten "Jungs", die natürlich eine Menge Geschichten auf Lager haben. Meine großen Jungs rauchen sich eine Zigarre an. Wir sitzen vor dem Flughafengebäude auf der Terrasse im amerikanischen Schaukelstuhl und genießen die Ruhe und die Sonne. Am späteren Nachmittag starten wir dann zu unserem zweiten Leg nach Ferguson. Wieder startet die 05L vor uns.
Eine Weile haben wir die 05L wieder in Sicht, dann verschwindet sie im Dunst und Rauch eines Waldbrandes, der unter uns wütet. Wir sinken auf 3.000 ft und fliegen über Tyndall - der Küste entlang. Ich wusste bis dato nicht, dass die Küste hier so schön ist. Wenige Hotels, schöne Strände. Die andere Maschine fliegt nun immer rechts neben uns. Wir müssen nun einen Korridor entlang fliegen, bei dem wir uns vorher anmelden müssen. Der Grund dafür, hier gibt es manchmal intensiven militärischen Jetflugbetrieb im Tiefflug. Daher soll man auf 3.000 ft bleiben, damit die Jets darunter durchdüsen können. Wir sehen keinen Jet, die andere Maschine schon. Wir hatten geplant, den Flughafen Ferguson über die Küste anzufliegen, doch Pensacola Approach hat anderes mit uns vor. Zuerst wird die andere Maschine auf einen Nordkurs gebracht. Dann dürfen wir in 2.200 ft. direkt über die Piste von Pensacola fliegen. Ich fliege diesen Leg und lande dann ganz sanft auf der Piste von Ferguson. Gleich nach der Landung kommt uns im Anflug eine Maschine entgegen, als wir noch zurückrollen. Die Maschine landet aber in der Graspiste gleich neben uns. Wir parken die Maschine und schauen uns um, was da so herumsteht. Einige Super Cups und mehrere Hubschrauber, darunter eine Bell 212 stehen herum. Die Dame an der Rezeption meint es gut mit uns und reserviert uns die Zimmer im Golfclub. Mit dem Taxi geht es dann zum Hotel. Die Bungalows stehen direkt an einem Golfplatz. Kein Mensch da, das Restaurant zu und die Bar ebenfalls. Wir beschließen wo anders hinzufahren, denn hier sterben wir vor Hunger, Durst und Langeweile. Wir fahren mit einem Taxi-Bus ins Zentrum von Pensacola und beziehen ein Zimmer im Ashton Hotel. Herbert und Franky machen gleich Bekanntschaft mit einer älteren Dame, die irgendwie glaubt uns helfen zu müssen. Der Alkoholdunst, der von der Dame verteilt wird, erinnert auch uns, dass wir Durst haben. Wir checken ein und gleich anschließend überqueren wir die vierspurige Straße und kehren in einer Brewery ein. Das Essen ist bescheiden, dafür das Bier ganz gut. Wir alle haben den Jetlag noch nicht überwunden und so sind wir gegen 23.00 Uhr alle todmüde und gehen zu Bett.

5. Tag: Flug nach New Orleans

Das Frühstück besteht aus Kaffee und einem Topfenkuchen. Wir checken aus, platzieren unser Gepäck an der Rezeption und fahren mit dem Taxi zum Naval Aviation Museum in Pensacola. Dieses Museum liegt in einem riesigen Militärgelände, in der auch die Blue Angels Flugstaffel ihr zuhause hat. Es gibt keinen Eintritt für das Museum und auch die Rundfahrt im Bus mit Erklärung ist kostenlos. Einfach fantastisch, was da alles so rum steht! (siehe auch http://www.navalaviationmuseum.org) Das Museum wird von ehemaligen Piloten oder Soldaten betrieben. Diese Herren kennen sich gut aus und erklären gerne auch die einzelnen Flugzeuge. An der Decke hängen die alten Jets der Blue Angels. Zudem stehen viele ehemalige Kampfflugzeuge aus dem zweiten Weltkrieg und aus der Zeit des Vietnamkrieges herum. Bei der Rundfahrt kommt man auch ins Außengelände und sieht auch dort große alte Flugzeuge stehen. Wir haben zudem das Glück, dass gerade, als wir die Rundfahrt draußen machen, eine Staffel der Blue Angels mit “smoke on” starten. Es gibt einen West- und Southwing und dann gibt es noch eine “Hangar Bay one". Franky und Andy fliegen dann auch zwei Runden im Simulator mit full Motion. Hier könnte man sich einen ganzen Tag aufhalten und hätte immer noch nicht alles gesehen. Neben den Flugzeugen gibt es allerhand Geschichten rund ums Fliegen. Wir haben aber leider nicht so viel Zeit und müssen weiter. Daher fahren wir wieder mit unserem Taxi zurück ins Hotel, holen unsere Sachen und fahren weiter zum Ferguson Airfield. Der netten Dame, die uns gestern das entlegene Hotel eingeredet hatte erklärten wir, dass das keine gute Idee war und dass wir in ein anderes Hotel gefahren sind. Sie entschuldigt sich tausend Mal und verlangt dafür keine Parkgebühr am Flugplatz. Wir planen unsere Route nach New Orleans. Zwei nette lokale Piloten erklären uns genau den Abflug vom Flugplatz, der ja von der Kontrollzone von Pensacola Airport umgeben ist. Heute fliegt Herbert, die N6065L startet wieder vor uns. Wir haben ziemlich starken Seitenwind. Wir starten und fliegen so wie geplant unseren Abflug und fliegen dann der Küste bzw. die Keys entlang. Wir melden uns nochmals bei Pensacola Approach, geben aber dann auf, da dieser sehr viele große Airliner zum handeln hat und daher mit uns nichts zu tun haben will. Es ist ein wenig dunstig, aber sonst wunderbar ruhig. Nach einer Stunde und zwanzig Minuten haben wir den Lakefront Airport von New Orleans in Sicht. Wir landen auf der Piste 18L. Nach der Landung parken wir beim FBO und rufen ein Taxi. In einem großen schwarzen SUV fahren wir ins Zentrum ins Hotel Crown Plaza. Das ist ein wunderschönes Hotel in bester Lage, direkt an der Canal Street, Ecke Bourbon Street. Wir machen uns frisch und marschieren schnurstracks in die Bourbon Street. Das "After Landing Beer" gibt es dann im Hard Rock Cafe. Dann geht es weiter von einer Bar mit Livemusik zur anderen. Direkt an der Bourbon Street speisen wir in einem der für das French Quarter so berühmten Balkonhäuser. Wir essen Steak und haben den unmittelbaren Blick auf das Treiben in der Bourbon Street. Nach dem Essen lassen wir uns treiben. Verlieren uns manchmal, finden uns wieder in einer anderen Bar. Zu später Stund suche ich dann meinen Weg zurück ins Hotel. Dort treffe ich an der Rezeption Franky wieder. Die Stadt verliert niemand! Auch Herbert findet seinen Weg zurück!

6. Tag: New Orleans

Hammerwerfen - Guten Morgen New Orleans! Wir frühstücken im Hotel und besteigen dann einen "hop on hop off" Bus und machen eine zweistündige Stadtrundfahrt. Unser Guide erzählt uns viel von New Orleans und auch vom Hurrikan Katrina, der August 2005 die Stadt in der "großen Flut" unter Wasser gesetzt hatte. Etwa 1.800 Menschen kamen damals hier ums Leben. In vielen Stadtbezirken ist immer noch nicht normales Leben eingezogen und immer noch sieht man die Schäden an den Gebäuden. Bei der Stadtrundfahrt kommt man auch in den Teil der Stadt, in dem die wunderschönen "Südstaatenhäuser" stehen. Auch die Halle, in der die Karnevalswagen des "Mardi Gras" stehen, sehen wir. New Orleans hat sich auch zur Filmstadt entwickelt. Wir kommen auch an den schönen Häusern aus der Kolonialzeit vorbei. "The Big Easy" wird sie auch genannt und das liegt daran, dass die Menschen hier im Süden das Leben einfach leichter nehmen als in anderen Teilen Amerikas. Sehr beeindruckend ist der Mercedes-Benz Superdome. In diesen hatten sich während des Hochwassers die Menschen gerettet. Es müssen fürchterliche Bedingungen gewesen sein, als tausende Menschen ohne Versorgung und ohne Strom und Wasser hier festgesessen sind. Nach der Rundfahrt kehren wir in ein Restaurant im French Quarter ein und essen Austern, die ja so typisch für New Orleans sind. Franky und Konny fliegen heute schon nach Shelby County, weil Konny morgen seinen Instrumenten Prüfflug hat. Wir rasten noch ein wenig und werden dann nochmals "auf die Gasse" gehen.
Andy, Herbert und ich spazieren ins French Quarter. Die alten Häuser sind herausgeputzt. Weil morgen ja Halloween ist, sind die Häuser mit allerhand gruseligem dekoriert. Franky und Konny sind gut in Shelby angekommen. Zum Abendessen besuchen wir wieder ein Steakhouse und speisen hervorragend. Anschließend kehren wir in eine Musikkneipe ein. Wenn man schon mal in New Orleans ist, dann muss man das auch ordentlich feiern. Es wird doch wieder spät.

7. Tag: Flug nach Shelby/Alabaster

Wir frühstücken im Hotel. Der Wetterbericht kündigt an, dass sich das Flugwetter am Nachmittag verschlechtern wird. Daher brechen wir gleich nach dem Frühstück auf und fahren zum Flughafen. Beim FBO zahlt man 9 USD pro Tag für das Parken des Flugzeuges. Das ist einfach ein Geschenk! Zudem wird uns der Flieger mit dem Schlepper vor die Tür geschleppt. Flugzeug checken - starten. Heute fliege ich, Andy macht den Funk und Herbert darf heute mal hinten sitzen. Der Wind ist mit 20 Knoten relativ stark. Ich rolle zur Piste 18 L. Der Wind ist genau auf die Nase. Wir starten und gehen dann Richtung Nordosten weg. Es sind einige Wolken so auf 2.000 bis 3.000 ft. Ich steige auf 3.500 und fliege direkt nach Shelby. Wir haben sehr kräftigen Rückenwind und so gelingt es uns auch mit einer C172 eine Groundspeed von 145 zu fliegen. Wir fliegen zeitweise "on top", unter uns eine geschlossene Wolkendecke. Auf unserer Flughöhe von 5.500 ist es trotz Rückenwind sehr ruhig. Andy macht den Funk souverän! Nach ca. 2 Stunden erreichen wir Shelby/Alabaster. Unter den Wolken ist es sehr turbulent. wir haben ca. 16 Kt. Gegenwind beim Landen. Einige Male werden wir kräftig durchgeschüttelt und ich brauche volle Ruderausschläge um die Maschine sauber landen zu können. Franky und Konny sind bereits da und empfangen uns sehr herzlich. Nach einem Kaffee und ein wenig Relaxen fahren wir mit einem Crew-Car des Flughafens in das Hyatt Hotel. Noch bevor wir aufs Zimmer gehen, trinken wir unser obligates "landing-beer" und essen eine Kleinigkeit. Konny macht inzwischen seinen Prüfungsflug. Andy, Herbert und Franky gehen Shoppen, denn das Hotel liegt direkt an einem großen Einkaufstempel. Ich relaxe und habe nun endlich mal Zeit meinen Reisebericht zu schreiben. Nachdem meine Freunde Shoppen waren, geht es zum Abendessen in das Bonefish Grill Restaurant. Vorher kehren wir noch in ein Bierlokal ein und man glaubt es kaum, hier gibt es Stiegl Bier! Wir speisen vorzüglich im Bonefish und trinken einen guten Wein dazu.

8. Tag: Flug nach Atlanta

Frühstück im Hotel und dann geht es mit dem Crew Car zum Flughafen. Konny hat heute seinen Prüfungsflug und wir fliegen in der Zwischenzeit ein wenig in der Gegend herum. Im Tiefflug geht es den Coosa River entlang. Dieser Fluss ist aufgestaut und links und rechts am Ufer des Flusses befinden sich wunderschöne Häuser. Weiter geht es nach Russel - Alexander City. Wir trinken einen Kaffee und tanken unsere Flugzeuge voll. Wie überall in Amerika, keine Landegebühr und der Kaffee ist auch gratis, aber grauslich. Dann geht es weiter einen kurzen Flug nach Auburn. Gleich nach der Landung sehen wir zwei alte Militärmaschinen am Vorfeld und parken daneben. Das sind noch flugfähige Maschinen und zwar eine B17 und eine B24 die auf der "WINGS OF FREEDOM TOUR" in ganz Amerika unterwegs sind.
Wir schauen uns ein wenig um und checken dann ein Crew Car. Mit einem Minivan fahren wir in Zentrum von Auburn und suchen ein Lokal zum Mittagessen. Auburn ist eine typische amerikanische Kleinstadt, einige Einkaufszentren und Restaurants, kleine verstreut liegende Häuser, sonst nix. Nach dem Essen geht es wieder zurück zum Flughafen. Auch dieser Flughafen ist wieder ein Schmuckstück. Alles ist sauber, neu gebaut, einfach Luxus pur. Nur wenige Flugzeuge stehen hier. Unter anderem eine King Air, die mit zwei jungen Mädchen an Bord startet. Wir witzeln ein wenig, wahrscheinlich haben die reichen Eltern die zwei Töchter mit der Privatmaschine von der Uni abgeholt, denn Auburn ist Universitätsstadt. Wir fliegen das kurze Stück weiter nach Atlanta Falcon Regionalairport. Gleich nach der Landung suchen ein wenig verzweifelt einen Parkplatz, denn die meisten sind private Parkplätze. Direkt vor dem FBO finden wir dann aber doch einen Platz. Am Vorfeld steht die DC3, mit der wir morgen fliegen werden. Zwei Burschen sind im Flieger. Wir erkundigen und geben uns zu erkennen, dass wir die sind, die morgen fliegen werden. Der eine Junge ist der Sohn eines der Piloten und der andere ist auch ein flugbegeisterter Jugendlicher. Beide sind so um die 17 Jahre, der ältere fliegt die DC3 auch schon selber, da er mit seinem Vater quasi mit der DC3 aufgewachsen ist. Sie zeigen uns auch noch einen Hangar mit anderen Flugzeugen, vorwiegend RV und zwei Kit-Flugzeuge mit zwei Rotax Motoren als Antrieb. Unsere Freunde landen bei Dunkelheit auf der Piste 13. Da der Flughafen unkontrolliert ist, muss der Pilot selber die Pistenbefeuerung aufdrehen. Das macht er, in dem er den Funkknopf fünfmal drückt. Coole Sache hier in Amerika, das gibt es in Europa nicht. Wir fahren ins Hampton Inn Hotel. Zum Abendessen sind wir in einem Steakhouse.

9. Tag: Flug mit einer DC3 nach St. Simons

Wir frühstücken im Hotel und dann geht es zu unserem Highlight der Reise - DC3 fliegen. Das Flughafentaxi holt uns ab und bringt uns zum Airport. Wir marschieren gleich zur DC3, die schon abflugbereit da steht. Unsere zwei Piloten erklären uns die Maschine Bj 1939!! Schon alleine das Anstarten dieses Flugzeuges ist eine spannende Sache. Zuerst müssen die Propeller zwölfmal herumgedreht werden, bevor die Zündung eingeschaltet wird. Dann brummen die Sternmotore los. Franky, Herbert und Konny verfolgen im Cockpit den Startvorgang mit. Franky träumt immer schon davon, selber so eine Maschine zu fliegen und zu besitzen. Daher passt er genau auf wie das alles funktioniert. Dann laufen beide Maschinen. Wir rollen zur Startstelle. Den Piloten ist es egal, ob wir angeschnallt sind oder nicht. Die drei stehen immer noch vorne im Cockpit und verfolgen stehend den Start der Maschine. Sobald wir abgehoben sind, darf Franky am Copilot Sitz platz nehmen. Wir fliegen zu einem kleinen Grasplatz in der Nähe und machen einen tiefen Überflug. Die Leute am Boden winken uns zu. Alles passiert ruhig, aber mit einem sonorigen Brummen. Dann fliegen wir zwei Touch and Gos - Franky hat inzwischen am Pilotensitz, also links Platz genommen. Er fliegt die Manöver sehr sauber und setzt die Maschine immer wieder sanft auf. Nach eineinhalb Stunden ist unser Flug zu Ende und wir sind um USD 1.700 ärmer. Das war aber auf jeden Fall das Geld wert. Konny überreicht Franky im Flug das Geburtstagsgeschenk von Irene und zwar einen Gutschein für seinen Kostenanteil an diesem Flug. Nachdem die Maschine wieder zu ihrem Standort zurückgekehrt ist, verabschieden wir uns von den beiden Piloten und fahren zum Aircraft Spruce Pilot Shop. Konny kauft einige Dinge für seinen Fliegerclub und Herbert kauft sich sein schon so lange gewünschtes Headset von Bose. Wir planen unseren Flug zum Flughafen McKinnon auf der Halbinsel St. Simons, an der Ostküste im Bundesstaat Georgia. Ich fliege, Herbert funkt. Der Flug ist ruhig und unspektakuläre. Nach nicht ganz zwei Stunden kommt der Flugplatz in Sicht. Wir landen und rollen zum FBO. Hier stehen eine Menge Flugzeuge herum, darunter einige Jets, Zweitmots usw. Auch eine Tri Motor von Ford aus den Dreißigerjahren steht für Rundflüge da. Nachdem wir unsere Flugzeuge versorgt haben, versuchen wir über das FBO Hotelzimmer zu bekommen. Das ist aber sehr schwer, weil heute ein Studentenfeiertag ist und alle Studenten hier auf der Insel auf Urlaub sind. Zudem gibt es ein Foodballspiel zwischen Florida und Georgia am Abend. Alle Zimmer sind aus diesem Grund ausgebucht, so die Dame am Welcome Desk. Sie versucht aber alles und besorgt dann tatsächlich noch drei Zimmer in zwei verschiedenen Hotels. Zudem bekommen wir ein Curtesy Car umsonst. Wir fahren damit zu unserem Hotel, liefern das Gepäck ab und fahren ins Zentrum um unser "obligates Landebier" zu trinken. Wir sitzen auf einer gemütlichen Terrasse in der Sonne und genießen unser Bier. Franky und Andy beziehen ihr Hotel. Jede Menge junge Leute laufen herum, singen und tanzen und haben Freude am Leben. Wir beobachten das Treiben vorerst von unserer Terrasse aus und dann werfen wir uns auch ins Geschehen. Gute Musik, gute Stimmung und jede Menge junger Leute. Wir zählen da auf jeden Fall zu den älteren Gästen, aber dennoch ist jeder freundlich zu uns und viele suchen das Gespräch mit uns. Wir werden zu Getränken eingeladen und laden unsererseits auch wieder ein. So vergehen die Stunden und mit jeder dieser Stunde wird unsere Vernunft geringer und es passiert was passieren muss, wir stürzen fürchterlich ab. Mit dem Taxi geht es dann zu später Stunde ins Hotel.

10. Tag: Flug nach West Palm Beach

Obwohl ich mir es aufgeschrieben habe, hab ich die Uhr nicht zurückgestellt. Hier endet heute die Sommerzeit. Franky und Andy haben das noch nicht gecheckt und sind um eine Stunde früher beim Frühstück. Franky musste um 08.00 Uhr das Auto wieder zurückgeben. Nach dem Frühstück marschieren wir zum Flughafen, der gleich um die Ecke ist. Wir checken unsere Maschine und starten Richtung Süden. Unsere erste Etappe führt und nach New Smyrna Beach. Die Flugzeit dahin zirka eine Stunde und zwanzig Minuten. Wir fliegen immer die Küste entlang. Hier tanken wir unsere Flugzeuge auf und beschließen heute noch nicht auf die Bahamas zu fliegen, sondern vorerst nach West Palm Beach. Wir essen eine Kleinigkeit, denn irgendwie hat jeder noch einen flauen Magen von den verschiedenen Drinks von gestern. Wir starten und fliegen in 2.300 ft entlang der Küste, vorbei am Kennedy Space Center das man sehr gut in der Ferne sieht. Um dieses Spacecenter ist natürlich ein Sperrgebiet eingerichtet. Dann geht es immer der Küste entlang Richtung West Palm Beach. Wir bekommen "Headings", um den an- und abfliegenden Flugverkehr nicht zu stören. Dann schickt uns der Towerlotse direkt zu unserem Anflug auf die Piste 28R, aber irgendwie sehen wir die zweite, die kürzere Piste nicht und gehen fälschlicherweise auf die 32. Der Towerloste nimmt es locker, "you prefer 32", das ist alles, wir bekommen für diese Piste unser "cleared to land" und landen bei extremen Seitenwind. Wie sich später herausstellt, war die 32 wirklich die bessere Wahl, weil auf der 28 der Seitenwind genau aus 90 Grad kam. Nach der Landung heißt es rechts weg von der Piste und dann wechseln auf die Ground Frequenz. Dieser schickt uns dann über den ganzen Flughafen von West Palm Beach, dann müssen wir die zwei Runways 28R und 28L überqueren und das bei extremen Flugverkehr. Ein Jet wartet, bis wir die Piste überquert haben. Bei derartigen Manövern hab ich kein gutes Gefühl, denn wenn man da was falsch versteht ist der Teufel los. Schlussendlich führt uns "Ground" aber ganz sicher zum zweiten Flugzeug, das schon vor uns gelandet ist. Wir tauschen unsere Landeerlebnisse aus. Auch Franky hatte große Probleme, weil der auf der 28 L gelandet ist und hier der Seitenwind extrem und die Piste zudem relativ kurz war. Konny hat für uns die Zimmer im La Quinta Hotel gebucht. Wir warten eine Weile auf unseren Shuttlebus. Endlich kommt der Bus, auch er hatte Navigationsprobleme, weil er das FBO nicht gleich gefunden hat. Wir essen im Alehouse und gehen dann gleich anschließend zu Bett.

11. Tag: Miami

Frühstück im Hotel. Wir fahren vom Hotel zum Jet Aviation FBO am Flughafen in West Palm Beach. Wir planen jetzt unseren Flug auf die Bahamas. Dazu müssen wir allerhand Dinge erledigen. Wir unterschätzen die Flugplanung, denn man braucht dazu ein sogenanntes eAPIS. Dazu muss man sich über eine Seite im Internet anmelden. Das anmelden dauert eine Weile, weil wir das einerseits für jedes Flugzeug machen müssen und andererseits die Arbeitsweise der Seite nicht klar ist. Nach einiger Zeit haben wir das endlich geschafft. Konny gibt den Flugplan übers Internet auf. Wir checken das Wetter. Leider ist das Wetter heute nicht unbedingt geeignet für einen Flug über das Meer. Der Wind bläst und nördlich und südlich von West Palm Beach stehen Regenschauer. Wir planen den Abflug um 11.00 Uhr. Wir checken unsere Maschinen und beladen die Flugzeuge. Dann setzen wir uns nochmals gemeinsam hin und checken nochmals das Wetter. Der Wunsch, möglichst hoch über das Meer zu fliegen, kann nicht erfüllt werden, weil die Basis bei 4.500 Ft. liegt. Wir entschließen uns zu verschieben und planen nun um 13.00 Uhr abzufliegen. Nun warten wir im FBO auf Wetterbesserung, obwohl die Wettervorhersage sagt, dass es eher schlechter wird. Aber manchmal irren auch die. Um 13.00 Uhr dann die definitive Entscheidung - wir fliegen heute nicht. Der Wind und die tiefe Basis erlauben einen sicheren Flug nicht. Wir checken ein Auto und fahren nach Miami, um den Tag doch noch irgendwie zu retten. Andy fährt uns nach Miami und in der Whiskey Joes Bar and Grill kehren wir ein. Die kennen Andy und Franky bereits. Starke Regenschauer gehen nieder. Wir stehen in einer Bar im freien und haben den verregneten Blick auf die Skyline von Miami. Konny checkt wieder ein Zimmer für uns und so fahren wir ins Kent Hotel. Das Hotel liegt mitten im Art Deco Distrikt von Miami. Gemeinsam suchen wir ein nettes Restaurant und besuchen dann noch eine der netten Bars. Gute Stimmung und gute Musik.

12. Tag: Flug auf die Bahamas

Wir checken früh aus. Franky besorgt uns bei Starbucks ein Frühstück und dann starten wir wieder Richtung West Palm Beach. Während der Fahrt checkt Konny schon mal das Wetter und versucht unsere eAPIS (elektronische Datenerfassung der US Einreisebehörde) wieder zu ändern. Das Wetter ist heute ein wenig besser, und es erwartet uns die Basis bei 8.000 ft und darunter einige wenige Wolken. Also sollte es heute gehen. Während Franky und Andy schon mal das Auto zurückgeben, bereiten wir alles vor für den Flug. Es ist ja nur ein kurzer Hüpfer hinüber, aber trotzdem 50 Minuten überm Meer und dann die ganze Prozedur der Aus- und Einreise macht es schon ein wenig komplex. Unser Flugplan ist für 12.00 Uhr aufgegeben. Wir beladen unsere Maschinen. Heute mache ich den Funk und Herbert fliegt. Die 6065L rollt vor uns weg. Ich hole mir die “Departure Clearance” dann funke ich über Ground und bekomme die die Runway 10R, Auf diesen großen Airports ist das Rollen auf den Taxiway schon sehr anspruchsvoll, denn man muss andere Pisten überqueren und braucht dazu immer einen Freigabe. Allerdings muss man sagen, dass die Towerlotsen wirklich super arbeiten. Der Wind ist relativ stark, aber genau auf die Nase. Wir starten, müssen auf 1.500 bleiben und gleich nach dem Start bekommen wir ein Heading von 120. Unser Zielflughafen Grand Bahama liegt ca. 50 Flugminuten östlich. Wir werden weitergegeben an Approach, dann weiter auf Miami Center, hier öffnen wir auch unseren Flugplan. Wir steigen langsam auf 7.500 ft. und haben bald schon die Bahamas in Sicht, daher können wir auch gleich wieder den Sinkflug beginnen. Es sind wenige Wolken unter und neben uns und eine geschlossene Wolkendecke in 8.000 ft über uns. Der Anflug auf Grand Bahama ist unspektakulär, nur dass wir halt 30 Knoten Gegenwind haben. Wir bekommen die Piste 06 und gehen über die Base auf das Final. Der Wind ist genau auf die Nase also ideal. Wir rollen zu unserer Parkposition und werden gleich von einem Mitarbeiter des Flughafens empfangen. Die Regenfront, die wir schon im Anflug sahen, erwischt uns genau als wir aussteigen und zum Custom gehen. Wir werden alle waschelnass, auch unser Gepäck. Die Einreise ist relativ kompliziert. Man muss allerhand Formulare ausfüllen und abstempeln lassen. Dann haben wir die Einreiseprozedur hinter uns und planen den nächsten Flug nach Nassau. Nach einer kurzen Pause beladen wir wieder unsere Flugzeug und starten von Grand Bahama zu unserem Flug nach Nassau. Ich fliege Herbert funkt. Gleich nach dem Start sind tiefliegende Wolken vor uns. Wir fliegen vorerst auf 2.000 ft unter den Wolken die Insel Grand Bahamas entlang. Dann steigen wir auf 6.000 bis 6.800 ft um die Wolken unter uns zu lassen. Es geht weiter auf die Insel Grat Abaco Island zu, dann südlich nach Nassau. Der Flug ist ruhig, aber die Bewölkung macht es schon ein wenig spannend. Herbert erreicht dann irgendwann auch Nassau Approach. Als wir dann 30 Meilen von Nassau entfernt sind, sinken wir unter die Wolkendecke und fliegen in ca. 2.200 ft. darunter durch. Der Wind ist immer noch mit 30 Knoten sehr stark. Wir bekommen die Piste 09 zugewiesen. Der Lotse führt uns mit Steuerkursen genau auf die “Base” und übergibt uns dann an Tower. Der Towerlotse erteilt uns sofort das “cleared to land” somit sind wir für die Landung freigegeben. Der Gegenwind ist extrem und es scheint, ich komm überhaupt nicht vorwärts. Hinter mir hat sich ein Jet eingereiht und der hat ebenfalls die Landefreigabe bekommen. Ich lande auf der 09 bei starkem Wind und Turbulenzen. Sobald ich aufgesetzt hab, schickt mich der Tower auf eine ehemalige Piste, wo ich umdrehen darf und vor der Piste wieder warten darf. Der Jet hinter mir ist natürlich schneller und landet. Ich darf nun wieder auf die Piste rollen und hinter dem Jet nach zu unser Parkposition rollen. Die andere Maschine steht schon da und Franky empfängt uns wieder mit “Hey Jungs!”. Es gibt keine Einreiseformalitäten, denn wir sind ja nun schon auf den Bahamas, nur ein Formular müssen wir abstempeln lassen. Konny (der hat die Reisebürofunktion während dieser Reise) hat bereits ein Zimmer über sein geliebtes I-PAD gecheckt und auch einen Wagen. Franky fährt. Auf den Bahamas gibt es Linksverkehr und Franky hat damit ordentlich zu schaffen, denn das muss man gewöhnt sein. Wir fahren zum Hotel Wyndham, direkt am Strand. Das Einchecken ist etwas mühsam. An der Bar trinken wir dann unser obligates Landebier und machen uns anschließend “schön”. Wir fahren zum Atlantis, einem der wohl schönsten und exklusivsten Hotel auf den Bahamas, wenn nicht auf der Welt. Dieses Hotel ist eine Stadt für sich. Die Hotels auf den Bahamas haben meist ein Spielcasino dabei, denn die Bahamas sind das zweite Las Vegas! Ganz berühmt ist auch das Seaquarium, das wir uns nach dem Essen anschauen. Wir speisen im Restaurant Olives vorzüglich, aber nicht gerade billig. Dann fahren wir ins Hotel zurück, alle schlafen außer Konny, denn der fährt.

13. Tag: Norman's Cay

Wir treffen uns um 10.00 Uhr bei Starbucks im Hotel. Wir wollen heute unbedingt auf eine kleine Bahamas Insel fliegen und dort baden gehen. Franky und Andy bevorzugen doch lieber einen Tag am Strand zu machen. Somit fliegen Herbert, Konny und ich in der N1330N. Wir entscheiden uns für die Insel Norman's Cay, eine Piste, die rund 3.000 ft. lang ist und laut Herberts Recherche ist das eine ehemalige Schmugglerinsel. Das macht es spannend. Andy und Franky bringen uns zum Flughafen. Wir checken unsere Maschine und starten. Ich fliege, Konny macht den Funk und Herbert sitzt hinten. Das Wetter ist schön, aber nicht strahlend. wir starten und fliegen dann direkt beim Hotel Atlantis vorbei. Unten liegen die Kreuzfahrtschiffe wie Spielzeugboote, auch das Atlantis wirkt nicht ganz so groß wie es ist. An Nassau vorbei und dann geht es ca. 35 Minuten übers Meer. Wir fliegen in ca. 3.500 ft., um immer noch eine gewissen Sicherheit zu haben im Falle eines Motorausfalles. Norman's Cay kommt zwischen den Wolken in Sicht. Ich fliege über die Piste und suche nach dem Windsack, den es geben soll, aber nicht gibt. Hier meldet sich auch keiner im Funk, man macht Blindmeldungen. Wir entscheiden auf Grund des Windes für die Piste 03. Nach dem Überflug gehe ich in den Gegen- Quer und Endanflug und hab die Piste schon vor mir. Der Wind kommt ein wenig von der Seite. Im Endteil ist es noch ein wenig turbulent, beim Aufsetzen ist der Wind plötzlich weg, weil links und rechts der Piste hohe Bäume stehen. Das macht sofort eine Gegenkorrektur notwendig. Die Landung sanft - ausrollen und parken. Einige Einheimische unterhalten sich unter den Bäumen. Vorerst sind die noch nicht so freundlich und weisen uns den Weg zum Strand. Der Beachclub ist geschlossen, da dürfen wir nicht hinein, zum Trinken gibt es nichts. Wir gehen zum wunderschönen, einsamen Sandstrand und schwimmen im warmen Wasser. Während Konny und Herbert die Insel erkunden, bleibe ich bei unseren Sachen. Als wir die Maschine für den Rückflug checken, kommt einen Navajo - eine sechssitzige Maschine - rein und bringt Sachen und Passagiere für das Resort. Wir plaudern mit dem Piloten und Konny erkundigt sich nach den Daten der Maschine. Wir lernen auch den Besitzer eines Großteiles der Insel kennen. Er erzählt uns von seinem Projekt, hier einen richtige Touristeninsel für reiche Amerikaner zu bauen, die dann mit ihren Jets hier landen sollen. Dazu soll die Piste verlängert und allerhand luxuriöses gebaut werden. Nun bekommen wir auch was zu trinken und plötzlich ist das Eis gebrochen, alle sind nett und freundlich. Das Wasser müssen wir nicht bezahlen.
Wir starten, Konny fliegt Herbert funkt - ich hinten. Wir fliegen noch ein Stück die Inselkette entlang, die zu den Exuma Inseln gehört. Türkises Meer, weiße Sandbänke, grüne Palmeninseln, einfach das, was man sich von den Bahamas vorstellt. Wir steigen auf 4.500 ft. und Konny und Herbert bringen uns wieder gut zurück. Sie landen auf der Piste 09. Franky und Andy hatten auch einen schönen Tag, mit Schwimmen im Meer und spielen mit den großen Wellen. Wir trinken noch ein "Landebier", dann geht es nach Nassau ins Zentrum zum Abendessen. Hier im Zentrum von Nassau gibt es eine Straße, an der zahlreiche Restaurants und Bars sind. Kleine Häuser, alle bunt bemalt, Musik, quirliges Treiben. Wir suchen ein nettes Restaurant und werden gleich fündig. Das Essen war vorzüglich! Anschließend zieht es uns zu einer Bar hin aus der Musik kommt. Wir setzen uns an einen Tisch im Freien und beobachten das Treiben. Auf der einen Seite grillt einer in einem umgearbeiteten Dieselfass Lobster und bereitet die Conch Muschel zu, auf der anderen Seite eine schon eher angeheiterte Truppe Arbeiter, die wohl ihr Tageswerk feiern. Der Wirt ist hier in der Straße als "schräger Vogel" schon bekannt. Er spielt Weihnachtslieder und das so laut, dass man sich nur schwer unterhalten kann. Es setzt sich ein Kubaner zu uns, der das Gespräch sucht. Er verkauft Zigarren, aber was machen wir mit Zigarren, die müssen wir ja morgen wieder beim Zoll abgeben. Zwei richtig dicke schwarze Bahama Mamas setzen sich zu uns und suchen das Gespräch. Meine Freunde rauchen dicke Zigarren, Weihnachtsmusik, lokales Bier und Wein in Plastikbecher und dicke Bahama Mama - das sind die Bahamas wie man sie sich vorstellt. Wir müssen heute aber zeitig ins Bett, denn morgen geht es zurück nach Florida in einem eineinhalb Stunden Flug.

14. Tag: Rückflug nach Ft. Myers

Wir treffen uns bereits um 07.30 im Starbucks Cafe im Hotel und machen unsere Planungen. Wir müssen die eAPIS (elektronische Einreiseformalität) erledigen, den Zoll anrufen und unsere Ankunftszeit bekanntgeben, den Flug planen und alle Papiere vorbereiten. Wir fahren zum Flughafen und geben unser Mietauto zurück. Dann checken wir die Zoll- und Ausreiseformalitäten. Die Flugzeuge sind vollgetankt, unsere braucht noch ein wenig Öl. Dann starten wir und fliegen über South Bimini nach Opa-locka. Wir steigen auf 6.500 ft. Zuerst ist das Wetter noch nicht so optimal, wir müssen zwischen die Wolken durch. Dann aber wird die Sicht besser und wir haben einen schönen und ruhigen Flug. Die Insel South Bimini liegt unter uns, einfach traumhaft, mit türkisem Meer umgeben. Wir müssen bald schon runter, um nicht in die Kontrollzone von Miami zu kommen. Wir werden zum Anflug auf Opa-locka hingeführt. Gegenanflug 09L und dann Landung auf 09R! Immer wieder schaffen die Kontroller es, uns zu verwirren. Da hätte ich mal alles fix im Griff, drehen die mir das kurzfristig um. Herbert fliegt, ich funke - wir landen. Dann rollen wir zum Zoll. Das Rollen am Taxiway ist nicht so einfach, denn auch hier wieder, der Controller gibt mir die Strecke und ändert sie dann wieder, um einen Helikopter landen zu lassen. Beim Zoll sind unsere Freunde schon angelangt und in "Arbeit". Wir müssen das ganze Gepäck aus der Maschine nehmen und durch den Zoll bringen. Ein ganz normales Einreiseformular, so wie es eben ist, wenn man in Amerika einreist. Nach einer Stunde ist alles erledigt, wir beladen unsere Maschinen wieder und starten. Unser letzter Leg - Opa-locka - Page Fld. bei Ft. Myers. Ich fliege und steige über 6.500 ft. über die Wolken. Bei Naples gehen wir wieder runter und landen dann schon wie gewohnt in Page auf der 05. Wir geben die Maschinen zurück und rechnen ab. Paragon Flight School ist eine gute Flugschule, auch die Abrechnung funktioniert perfekt (www.paragonflight.com). Nun suchen wir noch ein Zimmer für die Nacht. Konny verlässt uns morgen, wir haben noch einen Tag zur Verfügung. Wir wohnen im Days Inn - das schlechtesten Hotel bisher auf der Reise, aber auch das billigste. Am Abend bringt uns Franky ins Zentrum von Ft. Myers Beach. In einem netten Restaurant speisen wir auf der Dachterrasse. Es spielt eine Live Musik für Franky und Herbert das Geburtstagslied, weil die ja bald Geburtstag haben. Wir fahren zurück und kehren zum Schluss noch in eine Bar ein, es ist ja unser letzter gemeinsamer Abend.

15. Tag: Madeira Beach

Konny ist schon am Weg zurück nach Österreich. Wir fahren heute mit dem Auto Richtung Sarasota. Am Weg kehren wir für ein Frühstück ein. Die Straßen in Amerika sind schnurgerade. Ein Stück der Strecke fahren wir entlang der Küstenstrecke. Hier sind viele Hotels und Appartements links und rechts der Straße. In Downtown Sarasota besuchen wir eine Bar direkt am Wasser. Das Wetter ist herrlich, blauer Himmel, eine leichte Briese und so um die 23 bis 25 Grad. Es geht weiter Richtung Tampa. Wir haben die Strecke völlig unterschätzt. Um 13.00 meint Andy, er will nicht mehr Autofahren. Wir bleiben in Madeira Beach und finden ein nettes Hotel, unweit der Waterfront. Wir nützen die letzte Gelegenheit zum Baden. Die Drei Andy, Herbert und Franky stehen im Wasser und lassen sich von den Wellen treiben, plötzlich; Konny sagt "Andy dreh Dich um!" - Hinter Andy schwimmen Delphine vorbei. Andy erschrickt und jumpt aus dem Wasser. Wahrscheinlich hat er die Bilder von "Der weiße Hai" im Kopf. Schnell geht die Sonne unter. Wir duschen und suchen ein nettes Restaurant zum Abendessen. In der "Bubba Gump Shrimp Company" (http://www.bubbagump.com/) nehmen wir einen Appetizer, dann besuchen wir noch ein nettes Restaurant auch an der Waterfront. Das Lokal ist urig eingerichtetem, alles aus Holz. Ein kleines Steak hat noch Platz, wir haben ja mittags nichts gegessen. Anschließend schauen wir noch in eine Musikbar, direkt bei der Zugbrücke. Es ist nicht viel los, allerdings gibt es Live Musik! Wir bleiben noch eine Weile.

16. Tag: Heimreise

Wir frühstücken gleich an der gegenüberliegenden Seit ein einem Cafehaus. Der Service ist hier etwas langsam. Dann fahren wir los Richtung Tampa. Herbert hilft Franky beim Navigieren. Auch heute wieder herrlichstes Wetter. Wir checken ein und fliegen zurück. Zuerst fliegen wir nach Miami mit American Airlines und steigen dann in die Air Berlin um. Welch ein Unterschied! Bei American Airlines super Sitzabstand, bei Air Berlin wie in einer Blechdose! Man kommt sich vor wie in einer Konserve! Dennoch, der Flug ist pünktlich und das Service von Air Berlin ist gut. In Düsseldorf haben wir 5 Stunden Aufenthalt. Die Zeit vergeht dennoch schnell. Wir kommen in Salzburg bei angenehmen Wetter an.

Eine wunderschöne, spannende Reise geht zu Ende. Großes Lob an alle meine Fliegerfreude, wir haben die meisten unserer Ziele erreicht. Wir planen schon die nächste Reise nach Afrika 2014. Ich hoffe mein Reisebericht hat Euch gefallen. Wenn das so ist, dann bitte "like" drücken, um meinen Bericht auch in Facebook zu veröffentlichen.

Verfasser

Harald Schobesberger Urlaubswelt7

Harald Schobesberger





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