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Mit dem Privatflugzeug zum Nordkap!



Nordkap mit der MCR4s

Die Vorbereitungen für den Flug aufs Nordkap dauerten einige Wochen. Wir bestellten die Fliegerkarten sowie ein Verankerungsset und noch viele andere wichtige Dinge. Ich kaufte mir das Jeppesen Flightstar als Flugvorbereitungsprogramm und einen Netbook.

02.06.09

Heute geht es endlich los. Am Vortag hatte ich mit Kurt noch mal so richtig gefeiert und wir saßen noch bis 03 Uhr in der Früh. Gott sei Dank war der Abflug dann doch erst am Nachmittag. Am Tag zuvor hatten wir schon mal eine Probebepackung unseres Fliegers durchgeführt. Insgesamt haben wir ein wenig mehr als 72 Kilo Gepäck, plus eben Aldo und mich. Aldo berechnete das Weight and Balance und wir kommen zur Überzeugung, dass wir genügend Reserven haben und dass unser Flug so losgehen kann. Wir planen auch ein, dass wir einige Nächtigungen im Zelt verbringen müssen und daher haben wir auch ein Zelt und Schlafsäcke, sowie Dosen und Geschirr mit. Wir starten um 14.06 Uhr Ortszeit und schon über Vöcklabruck empfängt uns der erste Regenschauer, einige weitere folgen noch in Bayern. Allerdings sind die Schauer nur von kurzer Dauer und wir fliegen über Roding VOR weiter zum Gotem VOR Brinkendorf VOR Michelsdorf, Nörealslev, Roskilde. Der Gegenwind ist mit bis zu 30 Knoten relativ kräftig und bei der Landung in Roskilde haben wir genau 40 Knoten auf die Nase. In Roskilde angekommen, vertäuen wir unser Flugzeug, damit es nicht ohne uns abhebt und begeben uns zum FBO. Hier werden wir freundlich empfangen und ein Taxi sowie ein Hotel in Roskilde sind gleich gefunden. Das Hotel Prindsen liegt direkt im Zentrum von Roskilde und nach kurzer Erfrischung im Hotel, geht es gleich in die Fußgängerzone. Das Abendessen schmeckt hervorragend, zumal das Mittagessen ausgefallen ist. Nach einem kurzen Verdauungsmarsch geht’s ab in die Heia.
(496 Meilen - Flugzeit 04.48)

03.06.09

In der Nacht hat es geregnet und auch am Morgen noch leichter Niederschlag. Das Frühstück im Hotel Prindsen ist sehr gut und entspricht dem 4-Sterne-Standard. Wir fahren heute nach Kopenhagen und suchen am Bahnhof einen Zug - einfach, denn es fährt fast alle 15 Minuten einer. Die Fahrt dauert ca. 40 Minuten und wir kommen mitten in Kopenhagen am Hauptbahnhof an. Das Tivoli, der Vergnügungspark der Kopenhagener, liegt gleich gegenüber des Bahnhofes, ist aber um diese Zeit noch geschlossen. Wir marschieren zum Rathausplatz und von dort über die Fußgängerzone durch das Herz von Kopenhagen bis zum Nyhaven. Hier befinden sich entlang eines kleinen Hafens viele Restaurants und man kann hier wunderbar in der Sonne sitzen. Übrigens, das Wetter hat sich gebessert und dort, wo es windstill ist, ist es auch schön warm. Von Nyhaven aus unternehmen wir eine Schifffahrt durch das Zentrum von Kopenhagen. Dabei kommen wir zur neuen Oper und natürlich auch an der kleinen Meerjungfrau vorbei. Zudem sehen wir das Königspalais und die neue Bibliothek, auch schwarzer Diamant genannt. Wir beobachten die hübschen Kopenhagenerinnen, es dürfte mir nicht aufgefallen sein, wie hübsch die Mädchen hier sind, als ich die letzten Male hier war. Anschließend marschieren wir noch zum Königspalast und zur Fredrikskirche mit der größten Kuppel Europas und wir wandern durch Amalienborg und weiter zum Kastell und zum Gefionbrunnen und sehen auch die kleine Meerjungfrau nochmals und zwar nun von der anderen Seite. Den Abschluss bietet der Tivoli, ein Vergnügungspark mitten in Kopenhagen, mit Hochschaubahnen und zahlreichen Restaurants. Wir essen allerdings außerhalb, weil die Preise unverschämt sind. Preise für eine Hauptspeise von € 30,- Euro sind normal hier. Wir fahren zurück mit dem Zug und während der Fahrt nicke ich schon manchmal ein - der Tag war anstrengend. Wir planen noch ein wenig für den Flug für morgen, bis die Augenlieder schwer werden!

04.06.09

Nach dem Frühstück geht es mit dem Taxi zum Flughafen von Roskilde. Unsere MCR4S wartet schon auf uns und nachdem Aldo bereits am Vortag die Flugplanung gemacht hat, haben wir nur mehr den Flugplan aufzugeben. Leider stellt sich immer wieder heraus, dass es kein einheitliches System gibt und das macht die Sache schwieriger. Dank der netten Unterstützung gelingt es uns dann doch, einen ordentlichen Flugplan aufzugeben und dieser wird dann auch akzeptiert. Wir beladen unser Flugzeug in gewohnter Weise, rollen zur Tankstelle und befüllen unseren Flieger mit Avgas - randvoll natürlich. Heute bin ich Pilot und Aldo übernimmt den Funk. Wir starten auf der Piste 29 und steigen auf 1.500 Fuß - höher dürfen wir hier nicht, denn Kopenhagen ist ja nicht weit. Dann geht es weiter über Puttgarden Rödby und dann entlang der schwedischen Küste, vorbei an Göteborg. Das Wetter ist herrlich, blauer Himmel mit einigen Cumulus Wolken und natürlich wieder viel Wind und wieder voll auf die Nase. Unser Computer meldet einen Wind von 25 bis 35 Knoten und das verringert unsere Reisegeschwindigkeit auf unter 100 Knoten. Daher brauchen wir auch heute für die geplante Strecke länger. Wir fliegen vorbei am Svedar VOR und Backer VOR und dann weiter nach Kjeller. Im letzten Drittel unseres Fluges wird das Wetter immer schlechter, zuerst nur Hochwolken, dann geschlossene Wolkendecke und dann fängt es auch an zu regnen. Unsere Flughöhe von anfänglich 5000 Fuß verringern wir auf 2.500 Fuß, weil es oben schon minus 2 Grad hatte und die ersten Schneeflocken kommen uns bereits entgegen. Der Wind weht immer noch mit 30 Knoten und heftige Böen schütteln unsere F-POSC. Der Anflug auf die Piste 30 ist sehr unruhig, aber ich setze sicher auf der Piste auf. Der Platz wird vorwiegend militärisch genutzt und anfänglich wissen wir gar nicht, wohin wir sollen, da am Funk niemand da ist. Der Anflug wird über Oslo Approach koordiniert, aber einmal angekommen ist man auf sich selbst gestellt. Wir finden dann doch noch unseren Apron und ein netter Herr in kurzen Hosen (und das bei ca. +8 Grad) empfängt uns sehr freundlich und versorgt uns mit Sprit und weist uns unsere Parkposition zu. Wie wir erfahren, hat er eine Wette abgeschlossen, dass er von Mitte Mai bis Mitte September in kurzen Hosen geht - wirklich harte Burschen hier im Norden!
Wir suchen in Kjeller ein Zimmer und werden im Hotel Fagerborg fündig. Von hier gibt es eine direkte Bahnverbindung nach Oslo, das zirka 18 Kilometer entfernt ist. Wir fahren mit dem Zug hin und sammeln erste Eindrücke. Auf den ersten Blick ist die Stadt etwas nüchtern, aber sobald man das Hafenviertel erreicht hat, wo das Wahrzeichen der Stadt, das Rathaus über allem thront, kommt schon Stimmung auf. Allerdings ist das Wetter sehr schlecht und es nieselt leicht. Aldo und ich durchkämmen die Straßen. Die Preise sind auch hier sehr hoch, daher entschließen wir uns ins Hardrock Cafe zu gehen, denn da sind die Kosten noch eher vertretbar und außerdem gibt es gute Musik. Anschließend wandern wir noch ein wenig umher und zum Schluss kommen wir wieder am Bahnhof an und fahren zurück nach Lilleström. Die Füße schmerzen und wir sind beide froh endlich „in die Waagrechte” zu kommen.
(273 Meilen, 03:05 Flugzeit)

05.06.09

Frühstück im Hotel Fagerborg - heute geht es nochmals nach Oslo. Wir kaufen ein 24 Stunden Ticket, mit dem man mit allen Verkehrsmitteln fahren kann. In Oslo angekommen, fahren wir zunächst in den Shop des Aeroclubs von Norwegen, denn die Sichtflugkarten von Norwegen waren bei uns nicht zu bekommen. In diesem Geschäft findet man alles was das Fliegerherz begehrt, so kommen wir zu unseren Karten und Aldo schaut sich noch wegen einer neuen Sonnenbrille um. Wir kaufen alle 12 Karten um umgerechnet ca. 200 Euro - nicht unbedingt ein Schnäppchen! Dann beginnen wir unseren Marsch durch die Stadt. Unser Ziel ist es, das Wickinger- und das Kontiki Museum zu besichtigen. Dazu fahren wir mit einer Fähre vom Steg Nr. 3, direkt vor dem berühmten Osloer Rathaus weg. Die Fahrt dauert nur wenige Minuten und so gelangen wir in einen sehr exklusiven Stadtteil und wandern zuerst zum Wikingermuseum. In diesem Museum stehen drei große Wikingerschiffe, die in einem dreischiffigen kirchenähnlichen Gebäude platziert sind. Die Schiffe wurden als Grabbeigabe eingegraben und zufällig wieder entdeckt. Anschließend geht es weiter zum Kontiki Museum. In diesem Museum steht auch die Ra II, die aus Papyrus gebaut ist und mit der von Afrika nach Südamerika gefahren wurde. Die Kontiki hingegen fuhr bereits in den Nachkriegsjahren von Peru nach Tahiti und war nur ein Floß. Der Film über dieses Projekt wurde mit zwei Oskars ausgezeichnet. Das Wetter bessert sich immer mehr und als wir wieder zurück im Zentrum von Oslo ankommen, scheint die Sonne und es ist angenehm warm. Wie schnell sich hier das Wetter ändert! Aldo und ich sitzen in einem netten Gastgarten und genießen das Treiben der Stadt. Gegen Abend klart es immer mehr auf und in einem netten Lokal genießen wir ein gutes Abendessen. Später am Abend fahren wir wieder zurück in unser Hotel. Um 23.30 Uhr ist es noch hell und man merkt hier schon sehr stark die nördliche Lage von Oslo und die nahende Mitternachtssonne. Zurück im Hotel beginnen wir die Planung des Fluges für morgen. Wir beschließen nach Bergen und dann eventuell noch weiter nach Trondheim zu fliegen. Um 02.00 Uhr morgens sind wir mit unserer Planung fertig.

06.06.09

Heute ist herrliches Wetter - das zeigt uns schon der Blick aus unserem Fenster. Wir ärgern uns wieder einmal über Jeppesen, die die falschen Telefonnummern in den Unterlagen abgespeichert haben und finden dann doch noch die Nummern für Flugplanung und Anmeldung unseres Fluges. Aldo fliegt heute und ich mache den Funk. Wir fahren mit dem Taxi zum Flughafen und beladen unsere Maschine. Gleich neben unserem Flugzeug steht eine AT6 Harvard die für Rundflüge gebucht ist. Auch eine Tiger Mouth fliegt mit Gästen, wie wir erfahren, eine Runde junger Frauen, die das Singleleben einer Freundin verabschieden - also Poltern. Wir haben um 11.00 Uhr unseren Abflug geplant, besteigen unsere MCR und wollen richtung Westen fliegen. Doch beim Startlauf auf der Piste läuft der Motor nicht richtig und Aldo bricht den Start ab, kein Problem bei der langen Piste. Wir rollen zurück und machen den “run-up” nochmals, er verläuft normal. Wir starten, aber behalten den Motor im Auge. Nach ca. 30 Meilen merken wir, dass sich das Problem nicht gegeben hat, sondern, dass es noch schlimmer wird - zurück - das hat keinen Sinn. Wir wollen nichts riskieren, fliegen wieder nach Kjeller und landen sicher am Platz. Leider ist heute Samstag also erreichen keine Werkstatt. Die Leute hier sind sehr hilfsbereit und unterstützen uns wo es geht, aber leider finden wir jetzt keinen der uns weiterhelfen kann weil Rotaxmotoren sind hier nicht so verbreitet. Wir suchen nun selber nach dem Problem und schrauben die Cowling runter, leider werden wir nicht fündig. Die schlechte Nachricht, wir müssen bis Montag warten, denn erst dann macht die Werft am Platz wieder auf. Also fahren wir zurück und als Dank an den freundlichen Fliegerclub überlassen wir denen eine Flasche Poidlmann Schnaps. Unser Hotel Fagerborg ist immer noch frei für uns und so beziehen wir wieder ein Zimmer; beim Abendessen sind wir ein wenig traurig, weil wir heute nicht weitergekommen sind. Dennoch, wir sind guter Dinge, dass wir ab Montag oder Dienstag wieder die Reise fortsetzen können. Wir haben allerdings sehr nette Menschen kennen gelernt und sind von der Hilfsbereitschaft beeindruckt.
(80 Meilen, 01:00 Flugzeit)

07.06.09

Frühstück - heute nochmals Oslo. Es ist Sonntag und alles schläft noch in Kjeller. Wir fahren mit dem Zug ins Zentrum und unternehmen eine Schifffahrt durch den Oslo Fjord. Wir sehen die Wochenendhäuser der Osloer, mit eigenem Steg und im Winter manchmal nur über das Eis zu erreichen. Anschließend wandern wir noch zur Festung und haben von dort einen herrlichen Blick über das Zentrum. Nachdem wir nun schon die ganze Stadt besichtigt haben, machen wir Mittagspause in einem netten Gastgarten und speisen eine Kleinigkeit, die dann allerdings doch wieder so um die umgerechnet € 50,-kostet. Dann fahren wir zurück mit dem Zug und gehen schon früher zu Bett.

08.06.09

Frühstück - Abmarsch zum Flugplatz. Als wir ankommen merken wir, dass unsere Cowling schon abmontiert ist und dass da schon jemand gewerkt hat. Dagfin Andersen von der Werft hat sich unseren “Schaden” schon angeschaut und gibt uns gleich zu verstehen, dass er kein Rotax Spezialist ist, aber er hilft uns. Beim Probelauf des Motors ist seine Diagnose gleich fix - der Motor läuft zu fett - also der falsche Sprit. Wir lassen daher das Avgas ab und Dagfinn besorgt uns normalen Sprit von der Tankstelle. Den füllen wir ein und siehe da, der Motor läuft ganz normal. Laut Handbuch wäre es allerdings zulässig Avgas zu tanken. Wir befüllen den Flieger mit Mogas (Autobenzin 95 Oktan) und somit steht unserer Weiterreise nichts mehr im Wege - glauben wir. Beim Zusammenbauen kommen wir drauf, dass die Aufhängung unserer Kühlung auf beiden Seiten gebrochen ist. Kein Problem - meint unser Mechaniker, das können wir “temporär” richten und gesagt, getan im Nu ist auch das wieder fertig. Die Aufhängung dürfte früher schon auf einer Seite gebrochen sein und der Standlauf des Motors auf volle Touren dürfte ihm dann den Rest gegeben haben. Zurück zum Hotel - auschecken. Dagfinn von der Werft gibt uns einfach seinen Autoschlüssel und meint - “..das Auto kommt ja eh aus Graz (ein Puch G), da kennt Ihr Euch ja aus, könnt den Wagen haben um euer Gepäck abzuholen“. Wo gibt es denn so etwas? - leiht uns einfach seinen Wagen und jetzt kommt’s: Er verlangt für seine Dienstleistung, immerhin mindestens 2 Stunden, nichts und tauscht auch noch den Sprit um von Avgas auf Mogas - ohne Aufpreis! Da gebührt ihm schon eine Flasche Poidlmann Schnaps, die wir noch in Reserve haben und er freut sich darüber sehr. Wir kaufen von ihm noch zwei 20 Liter-Kanister um in Zukunft Benzin an Tankstellen kaufen zu können, denn an Flughäfen wird es schwer werden 95 Oktan Benzin zu bekommen.
Wir starten erst gegen 16.00 Uhr und fliegen direkt über Oslo Richtung Westen. Unser Ziel ist es, an Bergen vorbei zu fliegen und über einen schönen Fjord dann weiter nach Trondheim. Nach einer kurzen Strecke merken wir, dass die Berge doch in Wolken stecken und wir überlegen uns kurzerhand die “Schlechtwetterroute”, die wir schon vorher ausgesucht hatten, zu fliegen. Es geht über einen Pass, ein paar Regenschauer passierend, weiter in eine enge Schlucht, doch da steht schweres Wetter und die ersten Wolkenbrüche gehen schon nieder. Wir entschließen uns umzukehren, überlegen im Flug noch eine andere Route, verständigen natürlich sofort die Flight Information Service Station über unsere Änderung und fliegen über etwas niedrigere Berge, direkt über einen Pass im Tiefflug, jedoch gleich direkt Richtung Trondheim. Bergen ist gestrichen! Aber auch hier ist das Wetter nicht schön und kleinere Regengüsse waschen unsere MCR. Wir folgen einem Fluss und gelangen so Richtung Trondheim. Die Landschaft ist wunderschön und die Flüsse führen viel Wasser und zahlreiche Wasserfälle sind zu sehen. Der Anflug auf Trondheim ist sehr schön und hier ist auch das Wetter einwandfrei. Wir landen nach zirka 2 ½ Stunden sicher in Trondheim, auch hier werden wir wieder freundlich empfangen und das „Marshaller Car“ versorgt uns dann auch noch mit Sprit und bringt uns direkt ins Rica-Flughafenhotel. So was gibt es bei uns nicht, dass das follow-me-car auch für den Flughafentransfer und als Sprittaxi zur Verfügung steht. Wir beziehen das 4-Sterne-Hotel und zahlen genauso viel wie in Kjeller. Wir beschließen mit dem Bus nach Trondheim zu fahren, das ca. 30 Kilometer entfernt ist. So gelangen wir direkt ist Zentrum der Stadt, finden auch gleich die Unterhaltungsmeile und weil wir richtig Hunger haben, suchen wir uns eine Pizzeria. Anschließend durchwandern wir, bei strömendem Regen die Stadt und können längere Zeit einen wunderbaren Regenbogen bewundern. Zurück fahren wir um 23.00 Uhr mit dem letzten Zug und immer noch ist es hell, so wie bei uns kurz nach dem Sunset. Am Weg zurück schlafe ich im Zug ein und Aldo muss mich an unserer Station wecken. Im Hotel angelangt freuen wir uns schon aufs Bett - war ein anstrengender aber trotzdem schöner Tag.
(252 Meilen, 02:44 Flugzeit)

09.06.09

Frühstück im Hotel, es ist das beste Frühstück unserer bisherigen Reise, alles was das Herz begehrt findet sich am Buffet. Mit dem Taxi geht es zum Flughafen, der zwar nur einen Kilometer weit entfernt liegt, aber mit dem Gepäck bevorzuge ich doch den Wagen. Das Bezahlen der Landegebühr bzw. Parkgebühr gestaltet sich ein wenig kompliziert, aber alle sind sehr hilfsbereit. Wir geben noch den Flugplan für 12.30 Uhr lokaler Zeit auf und starten pünktlich. Aldo fliegt, ich funke. Wir starten auf der Piste 19 und fliegen nördlich, landeinwärts, sodass wir auch die Fjorde schön sehen können. Das Wetter ist anfänglich noch nicht so schön und einige Tropfen prasseln auf unsere „Canopy“. Nach zirka einer halben Stunde wird es besser und wir fliegen in ca. 4.500 ft. über einen Fjord nach dem anderen, vorbei an Bodo - das Wetter wird immer schöner. Die Farben sind einmalig, die Berge noch teilweise mit Schnee und ein Fjord nach dem anderen saust unter uns durch. Die Wasserfälle stürzen steil hinab, sie werden vom Schmelzwasser, der noch vorhandenen Schneefelder gespeist. Bergseen die noch zugefroren sind und kalte, klare Luft! Grüne Berge, blauer Himmel, blaues Meer und tiefblaue Fjorde und alles gehört uns - uns alleine! Kein Flieger weit und breit, keine Menschenseele nur wir alleine!
Wir überfliegen das Meer Richtung Lofoten und alleine der Anflug auf Svolvaer bzw. Helle, wie der Flugplatz heißt, ist einmalig. Bei wenig Wind und bestem Wetter setzt Aldo die Maschine sanft auf. Wir sind das einzige Flugzeug, nur eine Dash (eine Linienmaschine) steht zum Abflug bereit und startet kurz darauf. Das Procedere hier ist ganz einfach und im Nu sind wir mit dem Taxi in der “Stadt” und der “Taxler” weiß auch gleich eine Unterkunft in einem “Camping-Hotel” mit Etageduschen und Stockbetten, halt so richtig norwegisch. Anschließend erkunden wir die Stadt Svolvaer und sind von den Licht und Schattenspielen der tief stehenden Sonne begeistert. Just als wir über eine hohe Brücke auf eine Insel marschieren läuft ein Fährschiff der Hurtigroute ein und “tutet” mal so richtig, mit einem super Echo, bedingt durch die Berge. Für das Abendessen suchen wir ein nettes Lokal, allerdings hatte ich mir vorgestellt, dass wir hier viel Fisch zu essen bekommen, leider Fehlanzeige. Nach dem Abendessen beobachten wir wieder ein neues Schiff das eingelaufen ist und zwar die “Nordkap” offensichtlich auch eines der Post- und Fährschiffe auf der Route gegen Nordkap. In unserer Hütte haben mittlerweile einige junge Leute Einzug gehalten und sind sehr laut, hoffentlich kommen wir zu ein wenig Schlaf. Sie kochen ein gemeinsames Abendessen und haben viel Spaß! Wir kommen uns vor wie in einer Berghütte!
(309 Meilen, 02:45 Zeit)


10.06.09

Die jungen Leute sind um 24.00 Uhr ins Bett gegangen und wir hatten doch eine angenehme Nacht. Der Blick aus dem Zimmerfenster sagt uns: heute ist wieder herrliches Wetter und daher nichts wie ab Richtung unserem Ziel - dem Nordkap. Zuvor gehen wir noch in ein benachbartes Hotel frühstücken und zahlen dort für ein Frühstücksbuffet lediglich 90 NOK, also rund 11 Euro. Nach dem Frühstück rufen wir ein Taxi und fahren zur nächstgelegenen Tankstelle, holen dort einen Kanister Benzin, fahren damit zum Flughafen und holen unsere zwei 20 Liter Kanister. Mit diesen beiden Tanks fährt Aldo wieder mit dem Taxi nach Svolvaer und befüllt die beiden mit Autobenzin, da es am Flugplatz kein Mogas (Autobenzin) gibt. Das ist wahrscheinlich das teuerste Benzin, das wir überhaupt auf dieser Reise getankt haben. Aber ein voller Tank ist auf einer so langen Strecke beruhigend. Wir starten Richtung Nordkap. Ich fliege, Aldo funkt. Die Flugstrecke ist schon vom Start weg ein Traum, jeder Fjord scheint schöner als der letzte. Über Tromsö sind die Wolken so dicht, so dass wir oben drüber gehen - also „on top“ - und fliegen so bei kräftigem Rückenwind mit ca. 150 Knoten unserem Ziel entgegen. Bald überfliegen wir auch schon Hammerfest, die nördlichste Stadt der Welt und von dort sind es nur mehr ca. 40 Meilen bis zum Nordkap. Das Wetter wird wieder besser und somit haben wir das große Glück, das Nordkap bei schönstem Wetter zu erleben. Wir ziehen drei Kreise um die Klippe und sind begeistert und glücklich, unser Ziel auch wirklich erreicht zu haben. Wir fliegen zurück nach Hammerfest und landen auf der Piste 09. Es ist ein kleiner Flugplatz, wo aber doch auch Verkehrsmaschinen landen. Über AVINOR checken wir die Betankung. Die Leute leihen uns einen weiteren 20 Liter Kanister und mit unseren beiden noch dazu haben wir 60 Liter zu tanken. Der Chef der Flughafenfeuerwehr borgt uns seinen Wagen, damit wir in der Stadt Benzin kaufen können. Nach dem Tanken fahren wir mit dem Taxi in die Stadt. Diese hat nicht wirklich was zu bieten. Lieblose Häuser und mit 9000 Einwohnern ist sie auch nicht gerade eine Metropole. Zurück zum Flughafen - wir wollen wieder auf die Lofoten, dort ist es schöner. Die Fluglotsen sind auch wieder sehr nett und helfen uns den Flugplan aufzugeben. Diesmal fliegt Aldo, ich funke. Wir starten den Motor und lassen ihn warm laufen, dann kommen wir drauf, dass der Funk nicht mehr geht. Motor abstellen - Problem suchen! Dieses ist schnell gefunden - die Funkantenne ist nicht mehr da, die dürften wir bei der Landung verloren haben. Wir suchen gemeinsam mit einem Mann von AVINOR die Piste ab - negativ - die ist weg. Da kommen Aldo’s Fähigkeiten aus dem Modellbau zu tragen, schnell ist eine Ersatzantenne gebastelt; wir können doch noch starten und fliegen zurück auf die Lofoten diesmal nach Skagen. Das Wetter ist nicht mehr ganz so schön beim Start und wir gehen auch bei diesem Flug „on top“. Richtung Skagen wird es wieder schöner und bei der Landung ist herrlichster Sonnenschein. Auch der Flugplatz hat keinen Sprit und so brauchen wir wieder unsere Benzinkanister und fahren mit dem Taxi nach Stockmarknes am Langösundet Fjord. An der Tankstelle deponieren wir unsere Kanister und beziehen im Museums-Hotel unser Zimmer. In der gegenüberliegenden Pizzeria gibt es dann eine große Pizza und zu später Stunde machen wir noch eine Wanderung um die Mitternachtssonne zu erleben. Bis um 00:30h Uhr (Sommerzeit - Tiefststand der Sonne ist um 1:00h!) scheint hier wirklich noch die Sonne bevor sie hinter einem Berg verschwindet und es ist eine ganz eigene Stimmung, so durch den Ort zu wandern, bei Sonnenschein - wo doch schon Mitternacht ist. Wir sind nun müde und gehen in unser Hotel zurück - Gute Nacht.
Helle - Nordkap (290 Meilen, 02:47 Flugzeit)
Nordkap - Hammerfest - Skagen (271 Meilen 02:09 Flugzeit)

11.06.09

Das Frühstücksbuffet im Hurtig-Routen-Museumshotel ist wider erwarten sehr gut und wir frühstücken ausgiebig. Anschließend fahren wir mit dem Taxi zum Flugplatz von Skagen. Unsere MCR 4S steht einsam und verlassen am großen Platz, nur eine Passagiermaschine (eine Dash) steht zum Abflug bereit. Wir haben unseren Benzinkanister vorher von der Tankstelle abgeholt und aufgefüllt und betanken nunmehr unser Flugzeug mit 95 Okt. Autobenzin. Anschließend starten wir zu unserem Inselrundflug um die Lofoten und sind fasziniert von den schroffen Felsen, dem dunkelblauen Meer, den Lagunen und dem blauen Himmel. Aldo fliegt und landet anschließend in Leknes auf den Lofoten, nach ca. 20 Minuten Flug. Die Insellandschaft erinnert an Polynesien, allerdings sind hier die Temperaturen anders und Schnee gibt es dort wohl auch keinen. Der Anflug ist faszinierend und wieder mal mit kräftigem, bockigem Wind, genau auf die Nase, doch Aldo hat die Maschine fest im Griff! Wir sind wieder das einzige Flugzeug und offensichtlich wieder die gleiche Dash, landet kurz nach uns. Wir beschließen zu Fuß in den Ort zu gehen, da es aber sehr kalt-windig ist, suchen wir bald doch eine Fahrgelegenheit. Wieder verblüfft die Hilfsbereitschaft der Leute - ein Autovermieter bringt uns mit seinem Privatwagen ins Dorf! Der Ort Leknes hat nichts zu bieten, aber wir nehmen einen kleinen Snack zu uns und genießen die Sonne in einer windgeschützten Ecke auf der Terrasse eines Cafes. Nach der kurzen Pause geht es weiter, wir machen die Flugplanung und geben einen Flugplan auf. Dazu dürfen wir in den Tower und dort helfen uns zwei nette Herren, wobei einer der beiden in Ausbildung ist und dieser unseren Flugplan als Übung gleich direkt in das System klopft. So sehe ich das auch mal, wie das im Tower funktioniert. Wir starten auf der Piste 03 - also nördlich und ich pilotiere, Aldo funkt. Es geht zurück von den Lofoten über das Meer und wir navigieren entlang eines Flusses, der eine Verbindung zwischen Norwegen und Schweden bildet; eine Route, die auch bei schlechterem Wetter fliegbar ist, zumal das Wetter nicht so günstig angesagt ist. Der Flug zwischen den Bergen - entlang des Flusses ist faszinierend und wüsste man nicht, dass man in Norwegen bzw. in Schweden ist, könnte man meinen man ist in Canada. Wir kommen so in eine flache Landschaft Richtung unserem Ziel Lulea, bzw. Kallax Airport. Immer wieder prasselt der Regen auf unser Flugzeug. Der Anflug ist wenig spektakulär und ich lande sicher am zivil und militärisch genutzten Airport. Alle Funksprüche sind freundlich und zuvorkommend, wir parken am Apron 10 und tanken dort gleich mal AVGAS, befüllen die Tanks aber nur zur Hälfte, damit wir den Rest wieder mit Autobenzin auffüllen können. So wandern wir wieder mit unseren Tanks aus dem Flughafengelände und fahren mit dem Taxi ins Zentrum von Lulea, so wie mittlerweile bereits gewöhnt! Bei der ersten Tankstelle deponieren wir wieder unsere 40 Liter Tanks und suchen ein Hotel im Zentrum. Im Hotel Arcitc werden wir fündig und obwohl das Hotel schon etwas abgewrackt wirkt, nehmen wir das Zimmer, weil eine große Militärübung am Kallax Airport ist und alle anderen Zimmer ausgebucht sind. Für das Abendessen suchen wir ein nettes Lokal und entscheiden uns für ein Schiffsrestaurant im Hafen von Lulea. Wir essen gut und am Rückweg besuchen wir noch ein Pub in der Innenstadt und trinken noch ein Bier, um Mitternacht gehen wir zu Bett - immer noch ist es hell!
(249 Meilen, 03:03 Flugzeit)


12.06.09

Frühstück im Hotel Arctic - dann fahren wir mit dem Taxi zur Tankstelle, holen unsere zwei Kanister ab und fahren zum Flughafen. Wir füllen unsere Tanks voll an und Aldo gibt den Flugplan auf, während ich den Flieger belade und checke. Aldo fliegt ich funke. Wir starten auf der Piste 14 und fliegen südlich Richtung Sundsvall. Wir haben geplant nur bis Sundsvall zu fliegen, weil Stockholm die Wolkenbasis auf 700 Fuß gemeldet hat und wir unter diesen Bedingungen nicht fliegen könnten. Kurz vor Sundsvall wird das Wetter auch schlechter und die Wolkenbasis sinkt teilweise unter 2000 ft und unter uns sind auch noch Berge und Inseln, weil wir uns direkt an der Küste befinden. Aldo umfliegt einige tiefbasige Wolkenfetzen und kurz schaut es auch so aus, als sollten wir umdrehen, doch dann geht es doch noch und es scheint so, als wäre auch Sundsvall Control erleichtert als er uns mitteilt “in Radar contact”. Anflug auf die Piste 16 und butterweiche Landung am Flughafen Sundsvall Harnosand. Der Tower schickt uns zum südlichen Apron und wir parken unseren Vogel neben einer TB 20, auch zwei Schweizer Maschinen sind da geparkt - sonst gähnende Leere. Wir finden alleine unseren Weg hinaus und marschieren zum Passagierterminal und fahren von dort mit dem Bus ins Zentrum von Sundsvall, das ca. 20 Kilometer entfernt ist. Gleich im Zentrum beziehen wir das luxuriöse Hotel Knaust.. Ein wirklich schönes, ehrwürdiges Haus mit viel Atmosphäre und sehr schönen Zimmern, und einem sehr vernünftigen Preis von umgerechnet ca. 100 Euro pro Zimmer inkl. Frühstück. Nach dem Check-in erkunden wir die Stadt. Eine schöne breite Einkaufsstraße durchzieht das Zentrum und viele junge Leute sind unterwegs, weil gerade Maturaabschluss ist. Die Maturanten feiern bei einem open-air Konzert und sind ausgelassen, weil endlich das Strebern ein Ende hat. Auch einige Studenten feiern ihre Sponsion. Wir finden ein nettes Lokal direkt am “Rathausplatz”. Im Anschluss besuchen wir noch eine nette Bar im Stil eines irischen Pubs. Die Studenten feiern weiter und es kommt wirklich nette Stimmung auf. Wir ziehen uns einige Biere rein und um ca. 02.00 Uhr ist Schluss”
(224 Meilen, 02:12 Flugzeit)



13.06.09

Der erste Blick aus dem Hotelzimmer wird durch den Bericht im Internet bestätigt - unfliegbares Wetter. In Stockholm melden sie “few 600 overcast 1200” zu gut Deutsch - Wolken 200 Meter - zu auf 400 Meter - da brauchen wir Sichtflieger uns nicht wichtig machen. Das heißt wir hängen so richtig fest, lassen uns aber die Laune dadurch nicht verderben. Heute ist Samstag und nach einem ausgiebigen - kräftigen - Frühstück geht es hinaus auf die “Gasse”, denn ich muss mir eine blue jean kaufen, nachdem mir Aldo Benzin über meine zweite Hose geschüttet hatte. Auch heute tut sich wieder was am Rathausplatz. Nach dem Vorbild der “Scotish Highlight Games” finden Wettbewerbe statt und die kräftigen Burschen heben und ziehen schwere Gegenstände durch die Gegend. Wir hoffen, dass wir morgen, aber spätestens am Montag wieder von hier weg kommen. Ich kaufe mir eine Hose und wir haben heute mal einen Tag zum richtig Faulenzen. Als wir in Kopenhagen angekommen waren, hatten wir das Gefühl schon weit weg von zuhause zu sein, jetzt haben wir das Gefühl, dass wir schon wieder fast zurück sind, obwohl noch mehr als 1500 Kilometer vor uns liegen. Wir spazieren zum “Norra Stadsbergert”, wo sich ein Freiluftmuseum befindet und von einem Aussichtsturm hat man eine herrliche Übersicht über Sundsvall. Gerade zu der Zeit als wir am Berg sind, findet ein Wickingerfest statt. Die Aussteller sind aus Litauen und den anderen Baltischen Staaten, zeigen Schmiedekunst und altertümliches Brauchtum und verkaufen Schmuck und Souvenirs. Anschließend wandern wir wieder zurück ins Zentrum und in einer kleinen Pizzeria nehmen wir das bisher günstigste Abendessen zu uns. Zwei Pizza und zwei Bier um € 13,-, allerdings Selbstbedienung! Den Abend verbringen wir im Hotel.

14.06.09

Heute gibt es starken Regen und nun hat die Kaltfront offensichtlich auch Sundsvall erreicht. Wir bleiben im Zimmer und beschäftigen uns mit dem Wetter und mit der Routenplanung für unseren Rückflug. Wir planen morgen nachmittag zu starten und Stockholm am späteren Nachmittag zu erreichen. Wir verbringen die Zeit vorwiegend im Zimmer sowie im Cafe nebenan, da es den ganzen Tag regnet und nützen die Hotelsauna.

15.06.09

Laut Wetterbericht sollte es heute nachmittag schöner werden. Schon am Morgen zumindest kein Regen und ein wenig schaut auch schon der blaue Himmel raus, nur leider ist es sehr windig - eher stürmisch! Wir haben um 14.40 Uhr einen Bus zum Flughafen und so verbringen wir die Zeit im Hotel und wandern ein letztes Mal die Fußgängerzone rauf und runter. Heute ist Montag und es ist in der Stadt wirklich viel los. Wir fahren mit dem Bus zum Flughafen und beobachten ständig das Wetter - heute sollte es passen, wenn auch der stürmische Wind einen nicht so angenehmen Flug verspricht. Am Flughafen angekommen suchen wir unseren Weg in die ”General aviation” und geben den Flugplan auf. Anschließend checkt Aldo noch die Landegebühr und handelt raus, dass wir eine “weekly season card” bekommen mit der auch die Landung in Lulea beglichen ist. Ich checke den Flieger und dabei treffe ich jene zwei Schweizer die mit einem der beiden Schweizer Flugzeuge ebenfalls am Platz standen, als wir ankamen. Sie erzählten uns geschockt, dass heute um 10.40 Uhr eine der beiden Maschinen abgestürzt ist und beide Piloten tot sind. Diese Meldung bestürzt uns, aber trotzdem starten wir und fliegen Richtung Stockholm, so wie geplant. Beim Abflug haben wir stürmischen Wind, der die Maschine wie ein Blatt im Wind herumwirft. Ich fliege und Aldo funkt. Das Wetter wird immer schlechter, Regenstaffeln und nur mehr wenig Bodensicht, aber noch fliegbar, wenn auch sehr anspruchsvoll. Wir fliegen ein Stück übers Meer und nun wird der Regen noch mehr und die Sicht noch schlechter, aber wir erreichen Stockholm und werden an der Kontrollzone von Arlanda vorbeigeführt und fliegen direkt über das Zentrum von Stockholm und landen in Bromma, mehr oder weniger im Zentrum der Stadt. Wieder gewohntes Spiel - versorgen des Fliegers und dann werden wir vom Airport Patrol abgeholt und fahren mit dem Bus ins Zentrum von Stockholm. Das Suchen eines Zimmer gestaltet sich schwierig, zumal das Volvo Ocean Race hier gastiert und daher alle Zimmer ausgebucht sind. Wir finden eine nette Taxlerin, die uns weiterhilft und nach mehrmaligen Nachfragen bei Hotels werden wir im Hotel Vanadis fündig, das zwar eine Jugendherberge mit nur 2 Sternen ist, aber wir sind zumindest in Zentrumsnähe. Gleich erkunden wir die Umgebung und essen im Hardrock Cafe zu Abend.
(213 Meilen, Zeit 01:56)

16.06.09

Heute herrlichstes Wetter. Das Frühstück hier besteht nur aus Käse- und Wurstweckerl und Kaffe, welch ein Unterschied zu den bisherigen Frühstücksbuffets, aber für uns reicht es. Heute steht Stockholm am Programm und wir wandern ins Zentrum, besorgen uns Tickets für die öffentlichen Verkehrsmittel.
Am Hafen wurden Bühnen und Zelte für das “Volvo Ocean Race” aufgebaut. Die Regatta rund um die Welt wird hier Stopp machen. Wir buchen eine “hop on, hop off” Schifffahrt, bei dem man bei jeder Station aussteigen und mit dem nächsten Schiff wieder weiterfahren kann. Zuerst besichtigen wir das Wasa-Schiffsmuseum. In diesem Museum steht die Wasa eine Fregatte aus dem 16. Jhd. die aus dem Meer geborgen wurde und ca. 60 Meter lang ist. Das Schiff ist noch sehr gut erhalten und ca. 90 % des Schiffes besteht noch aus Originalteilen. Wir fahren weiter am “Stockholmer Tivoli” vorbei zur Altstadt und besichtigen den Königspalast mit Schatzkammer und durchwandern die ganze Stadt. Die Stadt ist auf mehreren Inseln gebaut und so überschreitet man viele Brücken und überall liegen alte Schiffe an den Kais. So an die 20 Kilometer werden wir wohl heute in der Stadt gegangen sein und die Füße schmerzen. Wir kehren in unser Hotel zurück und trinken am Weg noch ein Bier im “Hard Rock Cafe”.

17.06.09

Herrliches Wetter - wir freuen uns schon aufs Fliegen. Mit dem Bus fahren wir hinaus zum Flughafen und geben den Flugplan auf und zwar bis Eberswald Finow. Anschließend werden wir zu unserem Flieger gebracht und checken das Flugzeug gründlich. Der Flughafen Stockholm Bromma ist stark frequentiert, wenn auch meist von Flugzeugen für den Inlandsverkehr. Wir starten auf der Piste 30, fragen an, ob wir über die Stadt fliegen dürfen und erhalten die Genehmigung über “Boson” abfliegen zu dürfen. Aldo fliegt und ich funke und hab ganz schön was zu tun, denn bei “Stockholm Control” ist um diese Zeit “Rushhour”. Wir fliegen weiter entlang der schwedischen Küste, die Landschaft ist sehr flach unter uns nichts als Wald. Über Malmö ziehen einige Wolken auf und Aldo muss nochmals auf 2000 Fuß sinken, erst dann über dem Meer gelingt es, höher hinauf zu steigen und so fliegen wir auf Fl060 weiter über die Ostsee bis zur Insel Rügen, ca. 20 Minuten über offenes Meer, das Wetter wird immer besser. Bremen Control empfängt uns mit “deutschem Charme” und bald kommen wir plangemäß nach Eberswald Finow, einen aufgelassenen Militärflughafen mit vielen Hangaranlagen die unter Hitler schon gebaut wurden und dann später von den Russen eingenommen wurden. Heute ist der Flughafen in der Hand einer privaten Gesellschaft. Wir haben den Flugplatz ausgesucht weil es hier Mogas gibt und Aldo rollt mit dem Flugzeug endlos entlang der kilometerlangen Taxiways bis er endlich Sprit bekommt. Im kleinen Bistro gibt es “Bockwurst” mit Kartoffelsalat und dann geht es weiter quer über Berlin, über Dresden, vorbei an Prag und übers Mühlviertel zurück nach LOLU - Gmunden. Das Wetter ist gut und wir steigen auf 7.500 ft und lassen so die Wolken unter uns. An der Grenze zu Österreich verschwinden die Wolken ganz und es ist herrlichstes Flugwetter mit Sichten über 100 Kilometer. Ich fliege diese Strecke und habe so das Vergnügen nach ca. 6.300 Kilometer und insgesamt zirka 30 Flugstunden in Gmunden landen zu dürfen. Am Flughafen warten schon Aldo’s Frau und sein Sohn auf uns.
Eine abenteuerliche Reise geht zu Ende und wir sind beide stolz, sie so erfolgreich absolviert zu haben.
(446 Meilen, 04:00 Zeit Brommer – Finow)
(302 Meilen, 02:48 Zeit Finow – Gmunden)

Gesamt 3.405 Meilen (6.306 Kilometer)
Flugzeit gesamt: 33 Stunden und 17 Minuten



Harald Schobesberger
(19.06.09)

 


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Harald Schobesberger



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