Pilotenreise ans Nordkap


11.06.2024 - 25.06.2024



2009 war ich schon mal mit meinen lieben Freund Aldo am Nordkap, damals mit einer MCR4s. In diesem Jahr habe ich nochmals den Wunsch selbst nach Norwegen zu fliegen. Gemeinsam mit Alexander, der auch eine WT9 hat, so wie ich jetzt, starten wir nach Skandinavien. Wie immer bei so einem Projekt spielt natürlich das Wetter die größte Rolle. Ob es gelingen wird, oder ob wir nur einen Teil von Skandinavien erkunden, könnt ihr in diesem Reisebericht lesen. Es wird nicht immer möglich sein, jeden Tag zu schreiben, denn 30 Stunden Flugzeit sind auch ganz schön anstrengend. Viel Spaß beim Lesen.

1. Tag - Dienstag 11.06.2024

Heute geht es los. Mein Flug startet um 15.50 Uhr von Gmunden. Am Vormittag regnet es noch ein wenig, die Wolken hängen tief. Der Traunstein ist bis zur Mitte in Wolken gehüllt. Die Vorhersage sagt, dass es Richtung Westen besser wird. Es wird auch und der Flug von gut einer Stunde und 20 Minuten nach Burg Feuerstein EDQE, verläuft ganz ruhig. Der Flugplatz Burg Feuerstein liegt auf einem Hochplateau in der Fränkischen Schweiz. Überall sanfte Hügel und auf einem obendrauf der Flugplatz. Die Piste ein einen Muggel, aber ansonst wunderbar. Hier wartet Alexander schon auf mich, der mit seiner WT9 mit mir gemeinsam zum Nordkap fliegen wird. Ich parke meinen Flieger in die Wiese. Feuerstein ist DAS Segelflugzentrum hier in der Gegend. Es stehen auch einige Gustostückerl herum. Alexander zeigt mir den Flugplatz und zeigt mir auch seine Flugzeuge. Ein Segelflugzeug und zwei Motormaschinen gehören ihm. Nachdem ich das Flugzeug versorgt hab, geht es nach Kirchrüsselbach, wo Alex mit seiner Frau wohnt. Zuhause gibt es dann eine ordentliche Vesper, wie es hier so üblich ist. Wir plaudern noch ein wenig über unsere Reise, dann geht es "ab in die Kiste".

2. Tag - Mittwoch 12.06.2024

Wir frühstücken ordentlich, mit Eier, Speck und frischem Gebäck. Dann fahren wir los um unsere Einkäufe zu erledigen und anschließend geht es zum Flugplatz. Alexander hat alle seine Sachen mitgenommen, die er in seinen Flieger packen will. Wie alles von Allex ist auch die Packordnung für seinen Flieger perfekt, nur ein wenig zuviel will er mitnehmen. Auch ich packe meinen Flieger neu und versorge mein neues Klappfahrrad,  das wirklich gut im Flieger Platz findet. Dazu hab ich mir einen Sack gekauft, in den ich das Bike packe. Das Bike hat gut Platz und ich verteile die Ladung so, dass das „weight & balance“ passt. Alexander hat das gleiche Klapprad.  Nachdem beide Flieger ordentlich bepackt sind, unternehmen wir eine Fahrt nach Forchheim in den sogenannten Kellerwald. Das ist ein Hügel an dem es mehrere Bierlokale gibt. Früher hatte jedes der Lokale hier das Bier im Felsenkeller gelagert. Nach Fränkische Bratwürste mit Sauerkraut und natürlich einem Bier fahren wir zu Christian, einem Fliegerkollegen von Alexander, der gestern einen spannenden Flug über die Alpen hatte und der uns davon erzählen will. Bei Kaffee plaudern wir übers Fliegen und über das erlebte von Christian. Dann geht es zurück nach Kirchrüsselberg. Morgen starten wir zu unserem Flug Richtung Kopenhagen und weiter nach Schweden. Wir checken das Wetter nochmals und geben den Flugplan für einen Formationsflug auf. Wir freuen uns auf morgen!

3. Tag - Donnerstag 13.06.2024

Nach dem Frühstück fahren wir zum Flugplatz Feuerstein und machen die Flugzeuge fertig. Ich tanke nochmals richtig voll. Dann Starten wir. Ich zuerst und dann Alexander. Wir fliegen im Formationsflug, denn wenn man so eng beisammen fliegt, haben die Kontroller sonst immer Stress, wenn Sie das nicht wissen, dass die beiden Flugzeuge zusammengehören. Es ist ziemlich bewölkt und so starten wir gleich über die Wolken. Weil mein Flugzeug einen Turbo hat, komm ich schneller hinauf und so verlieren wir uns gleich am Anfang mal. Nach einer Weile finden wir aber wieder zusammen. Über Erfurt geht es hinauf bis zur Ostsee Küste. Wir fliegen vorerst in einer Höhe von Flugfläche 110 und sinken dann vor Erreichen der Ostsee auf 3.000 Fuß unter die Wolkendecke rein. Immer wieder gibt es kleinere Schauer. Unter uns zieht die Insel Fehrmarn hindurch. Dann geht es Richtung Dänemark, und Richtung Kopenhagen. Alexander ist nun vor mir und hat den Funk übernommen. Es geht an Roskilde vorbei nach Kopenhagen. Hier gibt es eine Sichtflugroute, die wir mit 1.500 Fuß über Grund fliegen. Man kann ganz schön die Stadt sehen. Der Autopilot führt uns genau die geplante Route entlang. Plötzlich weicht Alexander von der Route ab. Was ist passiert? Er meldet, dass sein Fahrwerk ausgefahren ist und sich nicht mehr einfahren lässt. Nun übernehme ich den Funk und wir fliegen das kurze Stück über den Öresund nach Schweden nach Eslov (ESME). Ich unternehme den ersten Landeanflug. Der Flugplatz ist nicht besetzt und so mache ich Blindmeldungen. Die Asphaltpiste geht für uns nicht zum Landen, da der Seitenwind so stark ist, dass man nicht sicher landen kann. So probiere entscheide ich mich für die kürzere Graspiste, die genau in Windrichtung liegt. Es regnet leicht im Endanflug. Leider setze ich ein wenig zu spät auf, und hab daher ganz schön zu tun, das Flugzeug vor Pisten Ende zum Stehen zu bekommen. So eine Schei… Landung! Ich rolle über die Gras- und Asphaltpiste zur Tankstelle und warte auf Alexander. Der frägt mich vorher nochmals, ob das Fahrwerk eh ausgefahren ist und landet dann souverän. Nun diskutieren wir, was wir mit dem Fahrwerk machen können. Alexander schaut gleich mal alles durch, was fehlerhaft sein könnte. Leider kann er aber den Fehler nicht lokalisieren. Er startet nochmals und probiert es nochmals das Fahrwerk einzufahren, Fehlanzeige. Immer wieder ziehen kräftige Schauer durch. Wir bauen unsere Fahrräder zusammen und fahren in den Ort, wo wir im Hotel Brink zwei Zimmer gebucht haben. Die Klappräder bewähren sich gleich das erste Mal wirklich gut, nur haben die Räder keinen Kotflügel und der Hintern wird nass vom Spritzwasser. Zum Abendessen fahren wir mit unseren Klapprädern in eine Pizzeria im Ort. Das Essen ist nicht besonders. Wir gehen früh zu Bett, denn morgen müssen wir eine Lösung des Problems finden.


Verfasser

Harald Schobesberger

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