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Mit dem Sportflugzeug nach Kroatien



Portorož, Mali Losinj, Zadar mit einem Sportflugzeug MCR4s

Die Planung unserer Pilotenreise nach Spanien hat sich durch das extreme Schlechtwetter verschoben. Seit Tagen gibt es in Europa absolutes Ausnahmewetter mit extremen Niederschlägen und Überschwemmungen. Die Ursprüngliche Planung nach Spanien und Frankreich zu fliegen müssen wir leider verwerfen, denn wir haben lediglich eine Woche Zeit. So planen wir die Reise zumindest an die Adria und alles andere wird sich ergeben.

1. Tag: Anreise Mali Losinj

Gestern hat es noch geschüttet. Heute schaut das Wetter ganz gut aus. Die letzten zwei Abende saßen wir beisammen und planten immer wieder irgendwelche Routen. Zuletzt beschließen wir, heute über den Osten Österreichs nach Portorož zu fliegen. Wir frühstücken bei Herbert und dann fahren wir zum Flugplatz Gmunden, beladen unsere Maschine, tanken und starten. Bis St. Pölten können wir maximal auf 3.000 ft. steigen. Ab St. Pölten melden wir uns dann bei Wien und die geben uns ein “direkt Pinkafeld”. so fliegen wir zwischen den Wolken und steigen auf 7.500 ft. Vor Marburg müssen wir wieder unter die Wolkendecke. Um Marburg herum kein Problem, nur in Laibach müssen wir der Sichtflugstrecke um die Kontrollzone folgen. Nach anfänglichen Verständigungsschwierigkeiten stellen wir dann das Einvernehmen her und können dann direkt zum Meldepunkt PE1 und dann landen wir auf der Piste 33. Beim Mittagessen im Flughafenrestaurant planen wir unsere weitere Strecke. Das Wetter ist immer noch nicht optimal, daher entschließen wir uns nach Mali Losinj zu fliegen. Wir tanken und fliegen über Istrien, direkt über Pula Airport, Unije - nach Mali Losinj. Wir vertauen unser Flugzeug und fahren mit dem Auto ins Zentrum. Ich kenne hier ein Privatquartier, das wir auch für diesen Aufenthalt auswählen. Dieses liegt direkt im Zentrum. Nach dem Zimmerbezug marschieren wir zum Hafen, dem Zentrum der Stadt. Mir ist in Erinnerung, dass eine gute Bekannte zur gleichen Zeit in Losinj ist. Ich rufe sie an und tatsächlich - sie ist mit zwei Freundinnen hier. Na wenn das nicht ein Zufall ist. Wir treffen uns und gehen gemeinsam Abendessen. Nachdem die drei Damen aber am Sonntag früh am Morgen abreisen, wird es nicht spät. Nur Herbert und ich trinken dann noch einen Abschluss Trunk an der Bar.

2. Tag: Mali Losinj - Veli Losinj

Wir planen unseren Flug nach Italien und fahren zum Flugplatz von Mali Losinj. Die Wetterberatung vermiest uns aber unser Vorhaben, weil von Norden über die Adria ein Gewitter zieht, das auch Italien streift. Frustriert fahren wir zurück in unser Quartier. Unser Wirt freut sich uns wieder zu sehen, denn wetterbedingt ist auch seine Saison nicht so erfolgreich. Herbert und ich marschieren nach Veli Losinj, sitzen in der Sonne und trinken Wein. Der Frust bestimmt die Menge. Mit dem Taxi geht es dann zurück. Den Abend beschließen wir in einem netten Restaurant mit einer Terrasse mit Blick auf den Hafen und auf die Ausflugsschiffe. Kroatien ist wirklich ein schönes Reiseland. Alles ist sauber, die Preise günstig und die Qualität der Weine sowie der Speisen hervorragend.

3. Tag: Zadar

Der erste Blick aus dem Fenster sagt uns, dass das Wetter immer noch nicht optimal ist. Es dürfte in der Nacht auch geregnet haben. Unsere Planung von gestern steht noch, so dass wir heute unseren Flug nach Italien nach Albenga durchführen wollen. Doch auch heute - Dunst, Regen und schlechte Sichten - nachmittags auch Gewitter in Genua und Florenz. Also eigentlich nichts, um über den Apennin zu fliegen. Wir müssen am Mittwoch am Nachmittag zuhause sein, weil Kurt mit unserer Maschine nach Frankreich fliegen muss. Beim Frühstück entschließen wir uns dazu, heute nach Zadar zu fliegen und dann morgen zurück nach Portorož und am Mittwochmorgen gleich zurück um die für Nachmittag zu erwartenden Gewitter zu entkommen - ein richtiger Wettermarathon.

Wir fahren mit dem Flughafentaxi zum Flughafen Mali Losinj, packen und starten Richtung Zadar. Es ist schönes Wetter, nur leicht windig. Die Karstberge im Hintergrund sind mit Wolken bedeckt. Der Flug dauert nur ca. eine halbe Stunde, dann landen wir auf der Piste 04 in Zadar. Ein wunderschöner Flughafen mit einer perfekten Infrastruktur und guten Preisen. Mit dem Taxi geht es dann ins Zentrum. Wir quartieren uns mitten im Zentrum von Zadar im Boutique Hotel Hostel Forum ein. Die Zimmer sind klein, aber wir schauen direkt aus unserem Fenster auf die Kirche und die Ausgrabungen. Zadar hat eine sehr schöne Altstadt, die mit Liebe zum Detail renoviert wurde. Viele Lokale, hervorragende Küche und nette, freundliche Menschen. Wir erkunden den Hafen, promenieren auf der Promenade und kehren dann am Abend in ein nettes Lokal ein.

4. Tag: Zadar

Da Hotel hat extrem kleine Zimmer, vor allem das Badezimmer und die Toilette sind winzig. Auch der Frühstücksraum erinnert eher an ein Studentenheim. Aber immerhin, es ist alles sauber und das Frühstück ausreichend. Wir erkunden heute nochmals Zadar und relaxen. Wir genießen die Zeit und freuen uns darüber, dass die Sonne scheint, wo doch zuhause das Jahrhunderthochwasser tobt und wir hier in der Sonne sitzen. Am Abend planen wir unseren Rückflug und dann geht es zum Abendessen. Wir wollen heute bald ins Bett, um morgen fit zu sein. Wir entdecken eine absolut tolle Bar, leicht erhöht, mit Blick über die Stadt. Es gibt gemütliche Sitzgelegenheiten in denen man so richtig chillen kann. Allerdings wird es am Abend wieder kalt und ungemütlich. In einem TOP-Restaurant gleich in der Nähe essen wir hervorragend! Das Preis/Leistungsverhältnis ist einfach super!

5. Tag: Heimreise

Wir stehen früh auf, checken nochmals das Wetter und fahren dann zum Flughafen mit dem Taxi. Das Wetter ist herrlich, wunderbare 23 Grad Lufttemperatur und leichter Wind. Nachdem wir unseren Flieger gecheckt haben, starten wir auf über W1 und dann V1 – Adria 1 und steigen gleich bei Rijeka auf Flugfläche 100. Dann müssen wir über Slowenien sogar auf Flugfläche 120 (12.000 Ft. = 3.600 Meter), weil die Wolken über den Karawanken so hoch sind. In einem Wolkenslalom fliegen wir über Kroatien/Slowenien nach Kärnten. Hier schaut es kurzfristig wieder besser aus, aber wie erwartet ist der Hauptalpenkamm auch zu. Wir steigen nochmals auf 13.000 Ft. und können so die Gewitterwolken, die sich mittlerweile gebildet haben umfliegen. Richtung Gmunden ist es vorerst zu, aber schon in Bad Ischl sind die ersten Löcher. Über dem Traunsee reißt es dann auf und wir können sicher landen. Wir schauen beängstigt auf den Traunsee, der bedingt durch das extreme Hochwasser eine braune Färbung hat. Treibholz treibt am See. Wir landen und warten auf die Polizei, die die Zollkontrolle für uns macht. Unser Vereinsmitglied Pospischek Kurt wartet schon auf uns, denn er fliegt heute noch zur Jahreskontrolle nach Dijon/Frankreich.

Zum Schluss: Wir haben uns viel vorgenommen, doch das Wetter hatte uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Die geplante Route nach Frankreich und Spanien konnten wir nicht antreten, da das Wetter so schlecht war, dass an Fliegen überhaupt nicht zu denken war. Erst Tage später gab es ein Sonnenfenster, durch das wir zumindest nach Slowenien und Kroatien gekommen sind. Der Flug über die Adria nach Albenga an der Riviera kam auch nicht zustande, weil der Apennin in Gewitterwolken gehüllt war und Nebel an der Dunst und Nebel an der Küste zu erwarten war. So blieben wir in Zadar und entdeckten dort ein schönes Ziel für einen Kurztrip, das uns sicher noch öfter sehen wird.

Das Team Herbert und Harry hat gut harmoniert und wir planen schon die nächste Reise mit unserer MCR4s.

Verfasser

Harald Schobesberger urlaubswelt9.com

Harald Schobesberger





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