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Entenreise nach Friaul und Slowenien


25.07.2021 - 30.07.2021



Die Entenrunde VB-Antn hat wieder einmal eine Entenreise unternommen. Diesmal ging es nach Friaul und nach Slowenien. Neun Enten auf großer Reise. 

1. Tag - Sonntag 25.07.2021

Frühmorgens um 07.00 Uhr treffen wir uns in Regau beim Kino. Sieben bunte Enten stehen zur Abfahrt bereit. Unser „Entenführer“ Franz fährt voran. Es geht über Gmunden, Bad Ischl, Bad Goisern, Gosau, Pass Gschütt, Lammer Tal, nach Obertauern. In Obertauern angekommen machen wir eine Rast direkt bei der Seilbahnstation. Das Wetter ist herrlich, nicht zu heiß, in Obertauern sogar ein wenig frisch. Weiter geht die Entenjagd über Mauterndorf zu unserem nächsten Paß – den Katschberg. Wir tuckern langsam hinauf. Endlich oben angekommen, müssen wir den richtigen Gang wählen für die Talfahrt. Im zweiten Gang geht es dann hinunter nach Gmünd. Über uns ist die tollkühne Konstruktion der Tauernautobahn zu sehen. Unser Ziel ist der Weißensee. Hier treffen wir Hubert und Gerlinde, die schon mal vorgefahren waren und einen Kurzurlaub an diesem Bergsee machten. Der Weißensee liegt auf 945 Meter. In Techendorf kehren wir im Restaurant Holzer ein und essen zu Mittag. Dann geht es über Hermagor hinauf auf das Nassfeld. Wir kommen bis auf 1.530 Meter Seehöhe. Die Straße hinauf ist gut ausgebaut aber sehr steil. Unsere Enten schnaufen hinauf, teilweise im ersten Gang. Auf der Italienischen Seite geht es dann wieder entsprechend steil hinunter. Die Straße ist nun nicht mehr so gut, denn sie ist sehr schmal und in schlechtem Zustand. In Steilkurven geht es hinunter nach Pontebba. Nun führt uns die Straße durch das Kanaltal, immer vorbei an der A23. Der Tagliamento liegt vor uns. Dieser Fluß ist am Anfang noch in ein schmales Flußbett gezwängt, aber dann breitet er sich zu einem mächtigen Schotter Flußbett aus. Bei Gemona geht es dann ostwärts nach Cividale. Wir erreichen unser Ziel das Schloßhotel Locanda al Castello am späten Nachmittag. Jeder ist durchgeschwitzt und müde. Nach einer Dusche im Zimmer schaut die Welt schon wieder anders aus. Gerald und Ingrid sind auf eigene Faust angereist. Auch meine liebe Freundin Heidi, mit der ich 2017 in Peking war (www.pekingente.at) ist da. Sie ist aus Deutschland, kommt aber grade aus Apulien, wo sie mit ihrer Ente „Gustave“ war. Sie begrüßen uns herzlich. Nun sind wir komplett, acht Österreichische und eine Deutsche Ente im Friaul. Zum Abendessen bleiben wir im Hotel. Es gibt zwei Menüs zur Wahl. Alle sind begeistert, auch vom Hauswein wino bianco al casa. Es gibt viel zu erzählen!

2. Tag - Montag 26.07.2021

Nach dem ausgiebigen Frühstück starten wir Los. Ich fahre voran. Es geht nach Palmanova. Die Garnisonstadt liegt nur zirka 40 Kilometer von unserem Hotel entfernt. Die Stadt ist wie ein neunzackiger Stern angelegt. Sie diente als Verteidigungsfestung der Venezianer gegen die Habsburger und gegen die Türken. Heute wird sie natürlich nicht mehr militärisch genützt. Im Inneren der Hauptplatz, an dem gerade der wöchentliche Markt abgehalten wird. Ursprünglich war das der Exerzierplatz der Soldaten. Wir trinken Kaffee und besuchen den Dom aus dem 16. Jhd. Anschließend verlassen wir die Stadt wieder durch eines der drei Haupttore in Richtung Aquileia. Nach weiteren zirka 40 Kilometer erreichen wir die ehemalige Römerstadt. Interessant sind hier die Ausgrabungen aus der Römerzeit und die Basilika mit römischen Mosaikböden. Nach der Besichtigung steht ein Besuch von Grado am Programm. Da jedoch die Parkplätze in Grado zu dieser Zeit ziemlich ausgebucht sind, entscheiden wir in einem netten Restaurant in der Nähe von Aquileia einzukehren. Eine gute Idee, wie sich herausstellen sollte, denn das Essen ein Traum. Wir sitzen in einem schattigen Gastgarten und genießen italienische Köstlichkeiten. Wir fahren anschließend durch Grado durch, vorbei an Grado Pineta, dann über die Lagunenstraße, vorbei an Ronchi dei Legionari zu unserem Ziel Castello di Spessa. Hier haben wir eine Weinverkostung vorbestellt. Das Schloss hat eine sehr wechselhafte Vergangenheit. Sein berühmtester Besucher war wohl Giacomo Casanova.

Seit dem 13. Jhd. wechseln die Besitzer. Im ersten Weltkrieg wird es militärisch genützt, auch der zweite Weltkrieg hat seine Spuren hinterlassen, ein unterirdischer Bunker wurde gebaut. Seit Ende der Achtzigerjahre gehört das Schloß der Familie Pali. Heute befinden sich hier ein großes Weingut, aber auch ein Golfplatz und das Schlosshotel. Die Führung beginnt im Weinkeller. Hier lagern wahre Raritäten. Unsere Führerin erklärt die Zusammenhänge und die wechselnde Geschichte des Hauses. Die Weine kommen aus dem Collio und aus der Isonzo Region. Meist sind es sehr gehaltvolle Weißweine mit 14 % und mehr und auch gute Rotweine. Wir verkosten insgesamt 5 Weine. Dazu gibt es kleine Häppchen. Nach der Weinverkostung die in einem Pavillon im Freien stattfindet beginnt es ein wenig zu regnen. Wir fahren zurück Richtung Cividale in unser Hotel. Zu Fuß geht es dann ins Zentrum von Cividale. Wir kehren in der Trattoria Antica ein. Es gibt Pasta mit Garnelen, Salat und Dolce als Nachspeise. Der Tag war lang, wir marschieren zurück ins Hotel und nehmen noch einen Gute Nacht Schluck in unserem Hotel.,


3. Tag - Dienstag 27.07.2021

Wir schlafen heute ein wenig länger, denn wir haben ja nicht so viel am Programm. Abfahrt mit unseren Enten ins Zentrum von Cividale. Wir haben ja gestern nicht viel von dieser Stadt gesehen. Wir parken im Zentrum und machen einen Stadtrundgang. Wir sehen die Teufelsbrücke über den Natisone, und gehen am Kloster Santa Maria vorbei, in dem sich das Tempietto Longobardo befindet. Hier gibt es Sehenswürdigkeiten aus der Zeit der Langobarden. Es war aber niemand zu einer Besichtigung zu überreden, so geht es weiter, vorbei am National Museum und zum Dom. Der Dom Santa Maria Assunta, aus dem 14. Jhd. ist beeindruckend. Nach einem Rundgang durch das Gotteshaus kehren wir am Domplatz in ein Kaffeehaus ein. Dann fahren wir weiter Richtung Triest. Wir bekommen noch einen guten Tipp, dass wir im Restaurante Il Gabbiano im Villaggio del Pescatore einkehren sollen. Diesen Tipp nehmen wir gerne auf und finden das Lokal direkt am Hafen. Die Bedienung ist ein wenig mühsam, aber dafür sind das Essen und der Wein gut. Wir fahren weiter Richtung Triest. Das Parkhaus ist gleich gefunden. Zu Fuß gehen wir dann in unser Hotel Roma. Nach dem Bezug der Zimmer erkunden wir gleich mal die Stadt. Triest ist mit seinem Tiefwasserhafen heute wie vor 1918 ein maritimes Tor für Norditalien, Deutschland, Österreich und Mitteleuropa und gilt als Endpunkt der maritimen Seidenstraße (Maritim Silk Road bzw. 21st Century Maritim Silk Road). Unter der Habsburger Zeit fuhren Österreichische Schiffe ab hier nach Asien und Amerika. Auch heute hat der Hafen Bedeutung, für Kreuzfahrten, aber auch für Frachtschiffe. Die einzigartigen Gebäude finden ihren Höhepunkt am Piazza dell’Unità d’Italia, dem Platz der Einheit Italiens. Die Gebäude aus der Zeit der Monarchie umringen den Platz, der gegen das Meer hin offen ist. Kaffeehäuser und Restaurants befinden sich hier. Zum Abendessen kehren wir in die Birreria Spiller ein. Hier gibt es das FORST Bier aus Südtirol. Das Wetter schlägt um, ein Windsturm kommt auf, wir müssen im Lokal Schutz suchen. Das Spektakel dauert nicht lange, dann geht es zu später Stund‘ zurück ins Hotel.


4. Tag - Mittwoch 28.07.2021

Heute haben wir einen Ausflug nach Muggia mit dem Schiff gebucht. Mit einem kleinen Ausflugsboot fahren wir zirka 30 Minuten in die kleine Stadt Muggia, an der Grenze zu Slowenien. Wir sehen die großen Frachtschiffe, wie sie in den Industriehafen gezogen werden. Zwei Kreuzfahrtenschiffe der MSC Flotte liegen hier im Hafen und werden wohl für die nächsten Fahrten vorbereitet. Angekommen in Muggia schlendern wir durch die engen Gassen, in denen es zahlreiche Souvenirshops gibt. Obwohl viele Touristen hier sind, scheint das Leben der Einheimischen in Ruhe ihren Weg zu gehen. Wir suchen ein Restaurant und werden in einem kleinen Restaurant, mit einer Terrasse direkt am Meer fündig. Es ist noch früh, aber Prosecco gibt es schon mal. Als dann der Koch vom Markt zurück kommt, wissen wir auch was es zu essen gibt. Wir bestellen Fisch in allen Varianten. Leben wie Gott in „Italien“ nicht Frankreich! Wir verbringen einige Zeit in diesem Restaurant, der Prosecco und Wein schmeckt uns auch. Nun wird es Zeit Abschied zu nehmen von Muggia und es geht wieder mit dem Schiff zurück nach Triest. Den Nachmittag verbringen wir in Triest. Die einen gehen Shoppen, die anderen Shoppen in einer Bar. Zum Abendessen treffen wir uns dann im Restaurant EGO Restaurant. Dies liegt in einer kleinen Nebengasse, eingezwängt zwischen den alten Häusern in einer engen Gasse. Auch hier wieder Essen vom Feinsten. Branzino Tartare, Tortelloni, und dann noch Tiramisu zum Nachtisch. Der Friulano Wein schmeckt ein wenig wie unser Grüner Veltliner. Dann geht es zurück ins Hotel. Morgen ist ja wieder Fahrtag.

Der Blick über Triest ist genial!

5. Tag - Donnerstag 29.07.2021

Heute geht es schon früh los. Es heißt Abschied von Heidi zu nehmen. Sie fährt nun weiter nach Lucca in Italien um dort wieder Bekannte zu treffen. 

Wir fahren heute nach Bled in Slowenien, eine ganz schöne Strecke. Zuerst kurven wir in Triest herum. Irgendwie haben wir die Richtung verloren und unser GPS hat dann eine Strecke für uns ausgesucht, die mitten durch die Stadt geht. Erst jetzt sieht man, wie steil die Stadt nach oben geht. Endlich erreichen wir die geplante Route und fahren über die Grenze, vorbei an Lipica, nach Adelsberg/Postojna. Hier besuchen wir die berühmte Adelsberg Grotte. Das gesamte Höhlensystem ist 24 Kilometer lang. Seit 1213 sind die Höhlen bekannt. Seit dieser Zeit sind rund 50 Mio. Touristen hiergewesen. Beim Weg zur Höhle entdecken wir ein nettes Restaurant in dem gerade Spanferkel gegrillt werden. Wir reservieren, damit wir nach der Führung hier unser Mittagessen einnehmen können.

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Zuerst geht es mit einem kleinen Zug in den Berg. Die Stalaktiten und Stalagmiten, hängen von der Decke bzw. ragen zur Decke hinauf. Man befindet sich in einer Märchenwelt unter Tag. Die Beleuchtung tut das Ihrige dazu. Im Inneren des Berges geht es dann zu Fuß weiter. Auf gut ausgebauten Wegen und über die Russenbrücke geht es durch wie durch ein Labyrinth bergauf und bergab. Am Ende kommen wir gut gekühlt aus dem Berg und sind begeistert. Unser Spanferkel wartet schon auf uns. Wir speisen wieder mal super, bevor es weitergeht bis nach Bled. Franz meinte – Laibach unbedingt meiden, aber dann geht es doch irgendwie durch die Stadt. Na, dann haben wir die auch gesehen. Wir erreichen Bled am späten Nachmittag. Unser Hotel Lovec liegt mitten im Zentrum. Bled ist ein Tourismusmagnet. Hier gibt es wahrscheinlich mehr Hotelbetten wie in der gesamten Attersee Region. Inmitten des Bled Sees liegt eine kleine Insel mit einer Kirche drauf. Am Ufer thront über dem See auf einem Felsen die Burg von Bled. Wir suchen ein Lokal zum Abendessen und haben Glück. In einem kleinen Restaurant finden wir einen witzigen Kellner, der uns Platz anbietet und uns sehr unterhaltsam bedient. Diesmal sind wir eher auf der deftigen Welle – Cevapcici, Pljeskavica usw. aber auch guten Fisch gibt es. Der Kellner immer mit einem guten Schmäh drauf. Gut und lustig war’s.

 

6. Tag - Freitag 30.07.2021

Heute fahren wir schon sehr früh los, denn am Nachmittag sind über den Alpen Gewitter gemeldet und wir wollen doch nicht in einen Hagel kommen. Unsere Route führt uns vorerst über den Loibl Pass. Die Strecke führt uns zuerst gemächlich, dann aber doch ganz schön steil hinauf bis auf 1.368 Meter. An der Grenze werden wir kontrolliert. Das österreichische Bundesheer will unsere 3G’s sehen. Wir alle sind geimpft und somit Corona safe. Es geht hinunter nach Feistritz, am Stausee vorbei nach Klagenfurt. Hier trennt sich unsere Gruppe, weil einige Tanken müssen, die anderen aber weitergefahren sind. Wir verlieren auch unsere zwei Vorder-Enten und fahren alleine weiter. Über Friesach geht es dann über Metznitz, Murau weiter zum Sölkpass. Bevor wir den Sölkpass-Sattel erreichen treffen wir unsere anderen Enten. Sie sind in einer netten Hütte eingekehrt. Schon von weitem sieht man unsere bunten Enten. Nun sind wieder alle vereint, nur Hubert und Gerlinde sind vorher schon abgebogen, weil die noch einen Zwischennächtigung in der Steiermark eingeplant haben. Nach einer deftigen Mittagspause mit Gamsgulasch, Schweinsbraten usw. geht es mit vollem Bauch weiter. Mühsam kämpfen wir uns im ersten Gang hinauf zum 1.788 Meter hohen Scheitelpunkt. Hinunter geht es, zumindest die erste Strecke, im ersten Gang. Wir fahren das Sölktal hinaus bis zum Ennstal. Über Irdning, Bad Mitterndorf geht es bis zum Pötschen Pass. Hier verabschieden wir uns von der Gruppe, weil wir über das Weißenbachtal zurückfahren und die anderen über Ebensee/Gmunden.

Eine schöne Reise geht zu Ende. Die Enten haben sich bei dieser Pässe Rallye gut geschlagen. Mit so wenigen PS so extreme Pässe zu fahren verlangt den Enten, aber auch den „Piloten“ viel ab. Gut, dass alle gesund zurückgekommen sind und wir keine größeren Pannen hatten. Freue mich schon auf die nächste Reise.

©Harald Schobesberger 01.08.21


Verfasser

Harald Schobesberger





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