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Reisebericht Italien - Neapel Sizilien Lipari



Reisebericht Italien - Neapel, Sorrent, Lipari, Sizilien

Scout Reise ins südliche Italien 

Spontanität ist nicht unbedingt die Eigenschaft, die jeder Mensch hat. Umso mehr freut es mich, dass Michl, ein guter Kunde und lieber Freund, diese Eigenschaft mit mir teilt. Er stimmte sofort zu, eine Vorreise für eine geplante Gruppenreise im Herbst 2012 zu den Liparischen Inseln zu unternehmen. Gesagt – getan. Vom 18. bis 22. Februar unternahmen Michl Stoiber, seine Frau Uli und ich eine Vorreise ganz in den Süden Italiens.

1. Tag: Flug nach Neapel

Gemeinsam fahren wir nach München zum Flughafen. Abflug mit Alitalia nach Rom und anschließend Weiterflug nach Neapel. Wir landen erst um 22.20 Uhr. Michl hat in einem B&B reserviert. Diese Privatzimmer sind renovierte „Inseln“ in halb verfallenen Stadtpalästen, die man durch ein eisernes Tor erreicht. Wir stehen vor diesem Tor und versuchen die Vermieterin zu erreichen. Leider – Fehlanzeige, wir versuchen es mehrfach, aber es meldet sich niemand. Per Telefon versucht nun Michl über seinen italienischen Freund zu erreichen, dass sich die Vermieterin meldet. Da es zu regnen beginnt, gehen wir ins Restaurant „Da Corrado“ in der Via Foria, gleich vis a vis, das Michl schon von vorherigen Reisen kennt. Wir sitzen auf Plastikstühlen, blicken direkt in die Küche und immer wieder fällt kurz der Strom aus. Viele junge Italiener besuchen das Restaurant, denn heute ist Samstag. Mich begeistern einfach die Italienerinnen, die mit viel Schick und Sexappeal einfach super ausschauen, meist schlank, gut gekleidet und geschminkt. Das Essen ist einfach herrlich: Ich esse eine Fischplatte mit gegrilltem Tinten- und Schwertfisch, Gambas, einfach herrlich und noch dazu sehr günstig. Natürlich muss der Fisch schwimmen – eine gute Flasche Wein dazu macht es möglich. Das mit unserer Zimmerreservierung hat leider nicht so funktioniert, und so müssen wir die erste Nacht in einer anderen Unterkunft nächtigen. Dieses B&B heißt Dimora Napolitana. Es ist eisig kalt im Zimmer, denn die italienischen Wohnungen sind nicht so richtig auf Winter eingestellt. Mein Zimmer ist ganz gut beheizbar, Uli und Michl hingegen bringen die Heizung nicht in Gang und müssen zusammenkuscheln.

2. Tag: Sorrent - Amalfiküste - Neapel

Zu guter Letzt haben sie am Morgen dann auch noch einen Wasserrohrbruch im Zimmer; alles schwimmt – nix wie weg. Gott sei Dank ist das Wetter heute ein wenig besser. Heute gibt es „italienisches Frühstück“ mit Kaffee und einem Croissant. Wir bringen unser Gepäck in das ursprünglich geplante B&B und fahren mit dem Taxi zum Bahnhof der „Circumvesuviana“, denn heute wollen wir nach Sorrent. Die Bahnfahrt dauert zirka eine Stunde und führt entlang der Küste. Immer wieder hat man einen Blick zum Meer. Links und rechts der Strecke sieht man in die Gärten der Süditaliener. Derzeit sind gerade die Orangen, Mandarinen und Zitronen reif. Der mit Graffiti verzierte Zug rattert von Station zu Station. Uli findet gleich einen Einheimischen als Gesprächspartner, um ihre frisch erworbenen Italienischkenntnisse praktizieren zu können. In Sorrent ist Endstation. Wir marschieren ins Hotel Conca Park, denn mit dem Hotelier haben wir von unserer letzten Gruppe noch Einiges zu klären. Wäsche hängt zum Trocknen zwischen den Häusern; überall riecht es nach Italien, nach Essen, nach den parfümierten Einheimischen. Nur wenige Touristen sind um diese Zeit unterwegs. Das Hotel Conca Park ist ein sehr schönes Viersternehotel, das man über einen langen, sehr beeindruckenden Stollen erreicht. Diesen Stollen hatten bereits die Römer in der Antike in Verwendung. Heute ist er ein eindrucksvolles Entree des Hotels. Der Chef des Hotels holt uns mit einem „Golfwagerl“ ab und fährt mit uns durch den langen, wunderschön dekorierten und verzierten Stollen zur Rezeption. Das Hotel hatte bei meiner letzten Gruppe zuviel verlangt, und nun versuche ich das Geld zurück zu bekommen. Leider ist der Chef nicht sehr einsichtig und wahrscheinlich war der Weg umsonst. Nach einer Führung durch das Hotel, das jetzt im Winter geschlossen ist, werden wir vom Sohn des Restaurantbesitzers der „Villa Caprile“ abgeholt. Wir fahren über die Serpentinen von Sorrent Richtung Amalfiküste. Eine Kurve nach der anderen gibt immer wieder neue Blicke über den Golf von Sorrent frei. Als wir das Restaurant erreichen, eröffnet sich ein weiter Blick über den Golf von Neapel bis hinüber zum Golf von Salerno und vor uns das vielbesungene Capri. Von weitem tönt Musik, denn heute ist Faschingssonntag. Das Restaurant hat auch einige Zimmer und einen wunderschönen kleinen Pool mit sagenhaftem Ausblick. Gleich beim Eingang kommt uns der Chef des Hauses, Pascale, entgegen und begrüßt uns freudig. Michl kennt ihn schon von vorherigen Reisen in die Region. Die Begrüßung ist herzlich und ehrlich. Im Winter ist die Terrasse verhangen, im Sommer hat man hingegen einen uneingeschränkten Blick hinaus aufs Meer und auf Capri. Typisch italienische Dekorationen hängen von der Decke. Zahlreiche Italiener feiern hier ihre Feste, so auch heute. Das Essen ist ein kulinarisches Highlight. Pascale meint, er bringt uns mal Antipasti und wenn wir dann noch Lust auf mehr haben, kein Problem. Es wird aufgetischt, so wie bei „Tischlein deck dich“, Kartoffelbällchen, Tintenfischsalat und Teigkörbchen, Büffelmozzarella mit Tomaten, Oliven, Käse, Alici, verschiedene Schinken, frittierte Tintenfische und dazu natürlich frisches selbstgebackenes Brot. Dann geht es weiter mit Gnocchi in Tomatensauce. Dazu gibt es vorzüglichen Weißwein und Aqua Minerale. Es geht nicht mehr – beim besten Willen. Pascale zeigt und sein „kleines Hotel“. Man fühlt sich rund herum wohl und merkt, dass die Familie wirklich mit den Gästen eine innige Beziehung lebt. Die Zimmer sind liebevoll eingerichtet und jedes hat einen unwahrscheinlichen Blick aufs Meer. Der Sohn bringt uns zur Bahnstation und wir fahren zurück nach Neapel. Nach einer kurzen Rast im „neuen“ und vor allem warmen Zimmer geht es zum Abendessen. Auch das ist ein Highlight mit frischem Fisch, Muscheln und natürlich einem guten Flascherl Wein. Wir diskutieren über Gott und die Welt und die Zeit vergeht im Nu. Der Wein schmeckt einfach zu gut, und zu guter Letzt hat jeder ein kleines Schwipserl.

3. Tag: Neapel - Sizilien - Lipari

Wir frühstücken wieder in einem kleinen Cafe und erkunden dann Neapel. Uli stellt sich als hervorragende Reiseleiterin heraus. In Neapel gibt es natürlich einen Fundus an geschichtlichen und kulturellen Highlights. Die Zeit ist zu kurz um Neapel wirklich zu besichtigen. Wir besichtigen den Dom San Gennaro mit dem ältesten Baptisterium und die Basilika Santa Restituta aus dem 4. Jhd.. Uli erklärt uns die Zusammenhänge aus Geschichte, Kultur und Tradition. Wir marschieren durch die Stadt, zurück zu unserer Unterkunft und fahren anschließend mit dem Taxi zum Flughafen. Irgendwie haben wir uns mit der Zeit verrechnet und müssen relativ lange warten, bis unser Flug endlich nach Catania/Sizilien weitergeht. In Catania angekommen, übernehmen wir den gebuchten Mietwagen und Michl fährt, nachdem ich meine Fernbrille zuhause vergessen habe. Die Fahrt entlang der Küste gibt immer wieder schöne Blicke über das Meer frei. Wir fahren durch zahlreiche Tunnels der Autobahn entlang bis nach Milazzo. Die letzte Fähre geht um 18.30 Uhr und wir haben Glück, dass wir diese gerade noch erwischen. Nur weil Uli sofort zum Ticketschalter läuft und Michl und ich die Fähre aufhalten, kommen wir noch mit. Es ist bereits dunkel als wir in Lipari ankommen. Hier wartet bereits der Kleinbus vom Grand Hotel Arciduca auf uns und bringt uns ins Hotel. Die Chefin des Hauses begrüßt uns und entschuldigt sich, dass alles kalt und unbewohnt ausschaut, da das Hotel im Winter geschlossen ist. Nach einer kurzen Führung durch das Haus werden wir in der Dependance untergebracht. Die Zimmer sind sehr schön, frische Orangen, Mandarinen und Zitronen stehen am Tisch und es ist vor allem angenehm warm im Zimmer. Da auch das Restaurant natürlich geschlossen ist, marschieren wir ins Zentrum und suchen ein nettes Restaurant zum Abendessen und kehren in einer Pizzeria ein. Auch diesmal sind wir vom Essen begeistert, obwohl wir nur eine Pizza essen. Der Tag war lang und anstrengend, wir gehen bald zu Bett.

4. Tag: Inselrundfahrt Lipari - Rückfahrt nach Sizilien

Das Wetter ist leider schlechter geworden und es regnet. Aus diesem Grund organisieren wir den Kleinbus vom Hotel, der uns ins Zentrum bringt, wo wir in einem kleinen typischen italienischen Cafe frühstücken. Italienischer Toast mit Schinken und Käse und dazu der kleine italienische Espresso. Nach dem Frühstück holt uns der Kleinbus vom Hotel ab und wir unternehmen eine Fahrt um die Insel. Lipari gehört zu den Äolischen Inseln. Dazu gehören neben Lipari Vulcano, Salina, Alicudi, Filicudi, Panarea und natürlich Stromboli. Die Straße um die Insel ist sehr eng. In Serpentinen geht es hinauf, vorbei an einem aufgelassenen Bimssteinabbruch zu einer kleinen Kapelle mit einem grandiosen Blick hinüber zur Insel Salina. Dann fahren wir weiter um die Insel und machen immer wieder einen Fotostopp. Leider ist das Wetter nicht so gut, immer wieder nieselt es ein wenig. Die Straße um die Insel ist ca. 10 Kilometer lang. Nach einer weiteren Biegung kommt die Insel Vulcano in Sicht, aus der vulkanischer Rauch aufsteigt. Von dieser Insel kommt auch der Obsidian, ein schwarzes oder rotes vulkanisches Glas, das in der Vorgeschichte für Speerspitzen Verwendung fand und heute zu Schmuck verarbeitet wird. Zum Schluss fahren wir noch rauf zur Seismografischen Forschungsstation, von der man ebenfalls einen tollen Blick hat. Zurück in Lipari verabschieden wir uns vom Hotelier und seiner Gattin und fahren zum Hafen. Leider versäumen wir um wenige Minuten die Abfahrt unseres Schiffes und müssen so eine Stunde warten. In einer kleinen Bar vertreiben wir uns die Zeit bei Averna und Kaffee. Mit dem Tragflügelboot geht es zurück nach Porto Milazzo. Mittlerweile hat es stärker zu regnen begonnen und als wir ankommen schüttet es in Strömen. Wir erreichen unser Auto klatschnass. Das Wetter wird immer schlechter, auf der Autobahn steht das Wasser zentimeterhoch. Als wir Catania erreichen, gibt es einen „Wolkenbruch“, es schüttet. Ein Freund von Michl hat uns ein nettes B&B im Zentrum reserviert. Michl parkt das Auto direkt vor der Unterkunft. Die Zimmer sind sehr schön und sauber und vor allem liegen sie sehr zentral. Uli, die immer im Voraus an alles denkt, hat für uns Regenschirme mitgebracht und derart bewaffnet versuchen wir trockenen Fußes ein Restaurant zu erreichen, was uns aber nicht gelingt. Wir sind von oben bis unten nass, da nun zum Regen auch noch Sturm dazugekommen ist. Da unser gewünschtes Fischrestaurant, direkt am Fischmarkt, noch nicht offen hat, kehren wir in einem Cafe gleich nebenan ein und nehmen einen Aperitif zu uns. In der Osteria „Antica Marina“ genießen wir dann unser Abendessen. Wir entscheiden für ein Fischmenü und bekommen 6 Gänge (oder mehr?) Fisch in allen Variationen. Tintenfisch, schwarze Tortellini vom Tintenfisch, Alici und vieles mehr. Ein wahres Gedicht – der Regen ist vergessen, denn wir schwelgen „auf der kulinarischen Wolke sieben“. Zahlreiche Italiener feiern hier Ihre Geburtstage, Jubiläen usw.. Diese Osteria ist ein absoluter Geheimtipp, italienischer geht es nicht!

5. Tag: Rückreise

Heute heißt es Abschied nehmen. Leider ist das Wetter noch schlechter geworden – richtiges Unwetter. Die Besichtigung des Fischmarktes müssen wir leider absagen, fällt so zu sagen ins Wasser, denn wir haben ja keine Gummistiefel mit. Wir fahren direkt zum Flughafen. Am Weg dort hin haben wir immer wieder Angst, dass unser Auto von den Wassermassen weggespült wird. Wir erreichen den Flughafen, Michl gibt das Auto zurück und kommt klatschnass zurück zum Flughafen. Der Rückflug führt über Rom. Trotz des schlechten Wetters fliegen die Flugzeuge pünktlich ab. In Rom haben wir einige Zeit Aufenthalt und nützen das nochmals – so richtig italienisch zu Essen. Das Wetter in Rom ist nun sehr schön – blauer Himmel – da verstehe noch einer die Welt. Pünktlich landen wir in München. Eine schöne Reise geht zu Ende. Michl bringt uns gut nach Hause. Wenn auch das Wetter nicht mitgespielt hat, Italien und vor allem Süditalien ist immer eine Reise wert – auf jeden Fall eine kulinarische!

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Verfasser

R14A2047 3

Harald Schobesberger





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