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Venedig ohne Touristen im Juli 20


20.07.2020 - 21.07.2020



Corona hat uns fest im Griff! Die Maskenpflicht herrscht wieder! Flugreisen ins Ausland sind zwar möglich, dennoch nehmen unsere Kunden das kaum in Anspruch. „Heuer bleiben wir in Österreich“, sehr zum Leidwesen meines Reisebüros.

Wenn alle zuhause bleiben, muss ich ja nicht bleiben. Also, kurzerhand ist ein Flug nach Venedig geplant. Wir fliegen mit einer Robin DR40 von Gmunden nach Venedig Lido, dem kleinen Grasplatz direkt am Lido, mit Blick zum Markusplatz. Wir, das sind Lisa und ich.

 

1. Tag - Montag 20.07.2020

Um 08.30 Uhr hab ich den Flugplan aufgegeben. Die Flugzeit ist mit einer Stunde und dreißig Minuten berechnet. Das Wetter ist perfekt. Kaum Wolken und ruhige Luft machen den Flug zum Genuß. Zuerst geht es am Dachstein vorbei, über Mauterndorf, vorbei am Katschberg Richtung Grenze Arnoldstein. Durch das Kanaltal geht es dann Richtung Udine. Wir folgen den Tagliamento, dem Fluß mit seinem großen, weiten Flußbett. Zuerst noch hochaufragende Gebirge – nun weite Ebene. Wir sinken auf 4.500 ft und fliegen an Aviano vorbei und sinken weiter auf 1.500 ft bis wir Caorle erreicht haben. Nun geht es der Küste entlang, weiter nach Jesolo und dann sieht man schon den Flugplatz Venezia Lido. Gegenanflug, Endanflug auf die Piste 05. Nach der Landung geht es zur Tankstelle. Die Robin fliegt mit Kerosin, ganz wichtig, denn meist fliegen diese Flugzeuge mit Avgas, eine Verwechslung wäre katastrophal. Nach der Bezahlung der Landegebühr marschieren wir zu unserem Hotel Panorama, direkt an der Haltestelle des Schiffes nach Santa Lucia. Kurz noch im Zimmer frisch gemacht, dann geht es schon los mit dem Vaporetto nach Venedig. Schon von weitem sieht man den Markusplatz und den Campanile. Der Hunger ist groß, daher ist unser nächster Schritt ein Lokal zu finden. Gleich ist ein nettes Restaurant gefunden. Hier sitzen nur Einheimische, auch zwei Gondoliere sind dabei. Das Essen ein Traum. Muscheln als Vorspeise und dann noch Gnocchi mit Shrimps bzw. hausgemachte Nudeln mit Meeresfrüchte. Dazu ein Fläschchen Wein und zum Schluss noch einen Limoncello. Nun geht es ans Erkunden der Stadt. Venedig ohne Touristen – gibt es denn so was? Nur wenige Einheimische und ganz wenige Deutsche und Österreicher. Keine Amerikaner, keine Japaner oder Chinesen. Wir sehen die Seufzerbrücke und gehen über die Rialtobrücke. Mit dem Tagesticket für das Vaporetto können wir auch alle Schiffe in Venedig benützen. Noch gemütlich einen Kaffee und Wasser, dabei die Menschen beobachten, Mensch ist das herrlich! Dann geht es zurück an den Lido. Wir ruhen ein wenig und suchen uns dann ein Restaurant am Lido. Zum Abendessen gibt es Antipasto und dann eine Fischplatte, na was sonst? Der Tag war lang, glücklich aber müde kehren wir in unser Hotel Panorama zurück.

2. Tag - Dienstag 21.07.2020

Das Frühstück im Hotel Panorama ist sehr reichlich. Durch Corona muss man sich hier am Vortag das Frühstück zusammenstellen, das dann auch serviert wird. Übrigens, Maskenpflicht gibt es auch in Venedig, im Vaporetto genauso wie beim Betreten und Verlassen von Hotels und Restaurants, so wie bei uns. Es wird auch peinlichst darauf geachtet!

Ich checke das Wetter und wie in der Vorhersage angekündigt, erwarten wir am Nachmittag über den Alpen Gewitter. Daher starten wir schon früher um nicht wegen dem Wetter Umwege fliegen zu müssen. Die Wetterlage ist momentan überhaupt nicht stabil, ein Fleckerlteppich aus Sonnenschein, Wolken und Gewitter. Um 11.00 Uhr hab ich den Flugplan aufgegeben. Das Hotel bestellt uns ein Taxi zum Flughafen. Wir checken das Flugzeug und dann geht es los. Wir fliegen wieder die gleiche Strecke zurück, aber diesmal kürzen wir ein wenig ab und fliegen von Aviano direkt nach Arnoldstein. Wolken türmen sich schon auf. Vorerst können wir über den Wolken fliegen, aber dann ab der Österreichischen Grenze bleiben wir unter den Wolken. Über dem Alpenhauptkamm schaukelt es ein wenig, aber ansonsten ein schöner Flug. Schon ist der Traunstein zu sehen, „Gmunden in sight“ melde ich bei Wien Information. Der gewohnte Funkverkehr in Gmunden „Null acht – eigenes Ermessen“. Wir landen und als wenn nichts gewesen wäre, sind wir wieder in unserem Heimatflughafen. Keiner weiß, dass Venedig wie verlassen ist, keiner ahnt wie gut das Essen in Venedig schmeckt. Gut so, denn dann können wir vielleicht nochmals so ein schönes ungestörtes Reiseerlebnis haben, Corona sei Dank!


Verfasser

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Harald Schobesberger





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