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Malediven - Wellen plätschern leise



Malediven – „Wellen plätschern leise“

Die Wellen plätschern leise, ein leichtes Summen des Stromgenerators, einige sanfte Schritte an Deck – ein neuer Tag an Bord der Nautilus One kündigt sich an.

Durch den Gong der großen Glocke im Saloon wird signalisiert, das Frühstück ist angerichtet. Die fleißigen Hände der Malediver haben Tee/Kaffee sowie Eierspeise in alle Variante aufgetischt. Schön, wenn man sich mal rund herum bedienen lassen kann.

Nach dem Frühstück gehen wir heute auf eine unbewohnte Insel. So richtig kitschig, wie in den Cartoons, die man aus der Zeitung kennt – weiße Sandbank, einige Palmen drauf, rund herum die Lagune mit „bacherlwarmem, türkisem Wasser“. Ausgerüstet mit Flossen, Schnorchel und Maske, Sonnencreme natürlich und einer großen Kühltruhe mit kalten Getränken, erreichen wir das Island. „Gestrandet“ - an einem der schönsten Stränden der Welt. Gedanken an Robinson Crusoe werden wach. Über den flachen „puderweißen“ Korallensand stapfe ich in die Lagune. Viele kleine bunte Fische kann ich so schon sehen, auch ohne den Kopf unter Wasser zu stecken. Das Wasser hat um die 29 Grad, so wie die Badewanne zuhause. Da macht es Spaß zu Schnorcheln. Viele bunte Riffische sind zu sehen, Rotfeuerfische, Muränen, kleine Rochen, Drückerfische, Soldatenfische und vieles mehr. Ich verliere die Zeit, bin ich jetzt eine Stunde oder mehr im Wasser? Zurück an den Strand, einen kühlen Drink, ich lege mich zurück und sehe die weißen Federwolken über den blauen Himmel ziehen, eine leichte Briese die so richtig nach Meer riecht!

Wie die Zeit vergeht, ein halber Tag ist schon wieder um. Die Crew der Nautilus holt uns wieder mit dem Dingi ab, denn es ist Mittagszeit. Mit dem kleinen Schiffchen geht es zwischen die Korallen hinaus zur Nautilus, die ganz ruhig im Wasser liegt. Schon von weitem riecht man den Küchenduft – das Wasser läuft mir schon im Mund zusammen. Zum Umziehen zieht sich jeder in seine luxuriöse Kabine zurück. Durch die Klimaanlage ist es angenehm kühl in der Kabine – kurz einen Schauer in der Duschkabine und dann, kurze Hose, T-Shirt, so geht es zum Mittagessen.

Das Buffet übertrifft meine Erwartungen! Wie kann der Koch in so einer kleinen Küche so viele leckere Gerichte zaubern?? – oder hat das Essen gar ein Cateringunternehmen vorbeigebracht? Es ist herrlich – Fisch, Fleisch, verschiedene Nudelgerichte, Gemüse und alles sehr schmackhaft! Ich konzentriere mich auf den Fisch, denn diesen hab ich gestern selber gefangen, beim Nachtfischen!! Wir plaudern über die Erlebnisse der letzten Tage und des heutigen Vormittages. Bei diesen Temperaturen ist jede Handlung anstrengend, so auch das Essen. Ein Mittagsschläfchen am Schattendeck, das wird das Richtige! Diese Idee hatten andere auch, aber weil die Nautilus One so groß ist, ist genügend Platz für alle. Kurz mal rasten, denn dann geht es hinaus mit dem Dhoni (Begleitschiff) zum Schnorcheln ans Riff.

Das ist Urlaub! Der Barkeeper bringt anderen Gästen einen „Longdrink“ , dabei weckt er mich auf. Ich freu mich schon auf den Schnorchelausflug. Jeder packt seine Sachen, T-Shirt gegen die Sonne, Sonnencreme, Flossen, Schnorchel, Maske und ab durch die Mitte. Nach wenigen Fahrminuten gelangen wir zum Riff. Unser Guide ruft uns zu Jump!! Und schon geht es rein ins glasklare warme Wasser. Sobald der Kopf unter Wasser ist, dringt das beständige scharren und schnattern der Riffbewohner ans Ohr. Ich dachte hier herrscht absolute Stille? – Fehlanzeige. Überall tummeln sich bunte Rifffische, die alle hier zuhause sind und in und von den Korallen leben. Sie knabbern an den Korallen, fressen die kleinen Polypen und sonstigen Tierchen. Die buntesten Farben durchmischt die Strömung, mal hin, mal her treiben die Fische im Wellentakt. Eine Muräne lugt hervor, schaut mich irgendwie grimmig an mit ihren Ahnengebiss. Was ist das – eine Schildröte schabt an den Korallen und sucht nach Fressbarem. Ich tauche ab – einige Meter in die Tiefe, gucke in jedes Loch in jeden Überhang und komme mir vor wie Hans Hass bei seinen ersten Tiefseeabenteuern. Vor lauter Begeisterung, hab ich die Zeit übersehen – wo sind denn die anderen?? Die sind schon wieder am Dhoni und winken mir zu, ich soll meinen Schnorchelgang endlich beenden. Ich hab wohl total die Zeit übersehen und paddle mit meinen Flossen zurück zum Schiff. Wir waren mehr als zwei Stunden unterwegs – unglaublich, für mich waren es einige Minuten! Ich freue mich schon auf meinen nächsten Schnorchelgang, denn dann könnten wir ja auch noch Walhaie sehen – mit ein wenig Glück natürlich.

Zurück an Bord der Nautilus gibt es ein Tohuwabohu. Einige der Gäste springen vom Sonnendeck ins Meer. Manche zögern, trauen sich nicht, dann doch! Die Frauen kreischen, die Männer springen - machen es vor!

Heute Abend gibt es Inseldinner auf einer unbewohnten Insel. Die Crew ist irgendwie verschwunden. Nur noch der Kapitän und Barkeeper ist da und passen aufs Schiff auf. Die anderen bereiten wohl das Abendessen auf der Insel vor. Die Sonne geht im Meer unter. Überall klicken die Kameras, jeder will sein Paradiesfoto machen. Mit einem „Sundowner“ in der Hand, eine leichte Briese auf der nackten Haut, den Blick auf die vor uns liegende unbewohnte Palmeninsel, die feuerrote Sonne versinkt im Meer. Endlich wird es ein wenig kühler.

Plötzlich erwacht auf der Palmeninsel das Leben. Am Strand flackern Fackeln – das ist wohl das Zeichen für uns, dass wir nun „kommen dürfen“, fast ein wenig wie Weihnachten – kurz vor der Bescherung. Wir sind auch ein wenig aufgeregt! Was kommt da auf uns zu?? Wir fahren mit dem Dingi zur Insel. Mittlerweile ist es finster geworden, die Crew manövriert das kleine Schiffchen zwischen die Korallenbänke hindurch, manchmal schart es ein wenig am Boot. Am Strand angelangt, fasziniert der Fackelspalier, den die Crew für uns bereitet hat. Das Feuer der Fackeln lodert, verbreitet ein wenig den rußigen Geruch von Petroleum. Durch das Spalier gelangen wir zu einer offenen Fläche in deren Mitte die Crew aus Sand einen Walhai in Originalgröße geformt hat. Dieser Walhai ist wohl der Tisch für unser gemeinsames Abendessen. Unser Guide begrüßt uns und eröffnet zugleich das Buffet, das die Mitarbeiter der Nautilus liebevoll aufgebaut haben. Es gibt heute eine noch größere Auswahl als sonst beim Abendbuffet. Ich probiere von allem ein wenig, manches ist sehr scharf, manches weniger, für jeden ist da was dabei! Dazu ein gutes Glas Wein. Wir sitzen um „unseren Walhai“ herum und plaudern über die Erlebnisse des Tages. Plötzlich ein kribbeln an den Zehen – kleine Einsiedlerkrebse machen sich über unsere Füße her, können mit dem Walhai nix anfangen, denn der versperrt ihnen den Weg zum Meer. Wir sitzen noch lange, lauschen dem Plätschern der Wellen, und dem Rauschen der Palmen. So stelle ich mir das Paradies vor – Herrliche Temperaturen, warmes Meerwasser, Palmen, nette Menschen und gutes Essen und Trinken. Ich könnte ewig hier sitzen oder mich zurücklegen in den weichen Sand, Sternchen zählen und die Gedanken schweifen lassen – ins Gestern – ins Morgen!

Erst spät zieht es die ersten zurück zum Schiff. Ich bleibe noch ein wenig und fahre mit „dem letzten Dingi“ zurück. Ein wunderschöner Tag geht zu Ende, jede Minute ein Traum – ein Traum der wahr geworden ist. Schön, dass ich noch 5 Tage habe. Zwangsweise fällt mir das Lied von STS „irgendwann bleib in dann dort“ ein, das müssen die wohl auf den Malediven geschrieben haben!

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Verfasser

R14A2047 4

Harald Schobesberger





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