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Jet fliegen in Tschechien


03.09.2021 - 05.09.2021



Zu meinem 60igsten Geburtstag schenkten mir meine Freunde einen Jet-Flug mit einer MIG. Die Freude war groß, aber leider hat sich der Betreiber der Mig nicht gemeldet. So hab ich eine alternative gefunden und bin auf https://www.czech-jet.com gestoßen. Diese Firma betreibt in Brünn eine LET 39, ein zweisitzigen Jettrainer. Weil ein wenig mehr Geld zusammengekommen ist als der Jet nun tatsächlich gekostet hat, hab ich eine Fahrt mit einem Bus nach Brünn organisiert, damit meine Freunde auch mit dabei sein können, wenn ich mit 4,6 G durch die Lüfte sause.

1. Tag - Freitag 03.09.2021

Am Vormittag hole ich mir den 20-sitzigen Kleinbus der Firma Schranzinger. Um 13.00 Uhr starten wir dann gemeinsam los in Richtung Brünn. Insgesamt sind wir 15 Personen. Über die Westautobahn geht es bis nach St.Pölten. Nach einer kleinen Pause geht es dann weiter über Krems – Tulln – Stockerau – nach Drasenhofen. An der Grenze muß ich bei einer sehr unfreundlichen Person mein Mautkastl holen. Dann geht es weiter nach Brünn ins Grand Hotel, das einem Österreicher gehört. Nach den Bezug der Zimmer marschieren wir ins Zentrum. Konny, der mit seinem Flieger schon früher angekommen ist, hat für uns schon ein tolles Restaurant gefunden. Wir essen im Jakoby im Zentrum von Brünn. Es ist extrem viel los. Viele junge Menschen sitzen in den Schanigärten und in den Bars. Die Altstadt schaut auch nachts sehr schön aus. Alle sind von Brünn begeistert! Alle Erwartungen übertroffen!!

2. Tag - Samstag 04.09.2021

Nach dem Frühstück holt uns die Reiseleitung zu einem 2-stündigen Stadtrundgang ab. Brünn ist die zweitgrößte Stadt in Tschechien. Fast 400.000 Menschen leben hier. Auch viele Studenten studieren in der Stadt, die die meisten Universitäten im Lande hat. Über allem thront die Kathedrale St. Peter und Paul. Bekannt ist die Stadt auch für ihre zahlreichen Theater. Kunst und Kultur wird hier generell groß geschrieben. Das Alte Rathaus, der Krautmarkt, und die Universitäten beeindrucken durch ihren Baustil. Einige der Barocken Eingangsportale wurden nachträglich an die Bauwerke angebracht und verleihen heute einen historischen Eindruck. Unsere Reiseleiterin erzählt uns viel über die wechselnde Geschichte. Wer da aller die Stadt eingenommen und dann wieder verloren hat! Ein ewiger Kampf, der jetzt hoffentlich vorbei ist. Heute ist die Stadt eine sehr lebhafte, mit vielen jungen Menschen. Nach der Stadtführung essen wir in einem Food Market. Aus verschiedenen Regionen präsentieren sich die Gastronomen mit guten Speisen und Getränke (Bier!).

Um 14.00 Uhr fahren wir dann zum Flughafen Brünn. Bei Czech-jet werden wir schon erwartet. Ich hab für uns organisiert, dass alle 16 Teilnehmer aufs Vorfeld dürfen, damit sie mich begleiten können. Wir fahren zum Hangar wo die LET39 steht. Zuerst wird mal der Schleudersitz erklärt. Wie kann man aus dem Flugzeug aussteigen, wenn es brenzlig wird, was darf man, was nicht? Dann werde ich in eine Fliegeruniform gezwängt und dann geht es schon los. Schon das Besteigen des Flugzeuges, über eine Leiter, ist gewöhnungsbedürftig. Dann endlich hab ich im engen Cockpit Platz genommen. Ein Crewmitglied verzurrt mich am Schleudersitz. Als dann alles fertig ist, wird „scharf gemacht“, sprich alle Sicherungssplinte werden entfernt, die Canopy wird geschlossen. Der Pilot sitzt vorne und lässt das Triebwerk an. Schon geht es los. Einige andere Flugzeuge sind beim Landen und Starten. Wir fügen uns in das System ein. Dann starten wir. Langsam erhebt sich das Teil. Wir machen eine Platzrunde mit einem low Approach und dann geht es in die Box. Die Box ist ein imaginärer Raum, der für Kunstflug zur Verfügung steht. Wir machen zwei Loopings, dann zwei Rollen und zum Schluss noch einen Immelmann. Ich darf eine Rolle fliegen, aber dabei wird mein Stecker fürs Headset aus der Buchse gezogen und ich hab keine Sprechverbindung mehr mit dem Piloten. Der Pilot übernimmt wieder wir verständigen uns über den kleinen Rückspiegel. Die G-Kräfte sind gewaltig. Mit 4,6 G‘ drückt es mich in den Sitz. Richtiges Atmen gehört dazu, damit man nicht kurz ohnmächtig wird. Kurz mal auf das Avionic Panel geschaut – aber hier purzeln die Zahlen rauf und runter…. Zu schnell ist die halbe Stunde um und wir landen wieder. Hier warten meine Freunde in der Wiese und fotografieren. Ein tolles Erlebnis ist zu Ende. Aber wir haben ja noch einen schönen Abend in Brünn vor uns. Zum Abendessen kehren wir ins Restaurant Zlata Lot ein. Die Böhmische Küche ist deftig! Zum Schluss kehren wir noch in einer netten Wein Bar ein und trinken tschechischen und österreichischen Wein.

 

3. Tag - Sonntag 05.09.2021

Um 10.00 Uhr fahren wir wieder los Richtung Heimat. Konny fliegt wieder mit seiner Piaggio zurück und nimmt auch noch den Flugnovizen Peter mit. Wir fahren wieder über die gleiche Strecke zurück. Kurz schauen wir noch bei der lästigen Dame vorbei, wo wir unser Mautkastl zurückgeben. Es geht über Krems in die Wachau. Hier kehren wir als krönenden Abschluss noch in die Hofmeisterei ein, die zum Weingut Hirzberger gehört. Das Essen und der Wein sind vorzüglich. Der Wein, leider nicht für mich, denn ich fahre ja mit dem Bus. Pünktlich um 17.00 Uhr kommen wir zurück an den Attersee, der uns mit prächtigem Spätsommerwetter empfängt.

Danke an alle, die bei diesem Geschenk mit bezahlt haben. Danke für alle die auch mit dabei waren, es war ein tolles Erlebnis mit Euch!


Verfasser

Harald Schobesberger




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