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Helsinki und die Baltischen Staaten Gruppe Nini22


06.05.2022 - 15.05.2022



Nachdem die Reise wegen Covid 2020 abgesagt wurde, ist es nun so weit. Es geht nach Helsinki und von dort dann südlich zu den Baltischen Staaten; Estland, Lettland und Litauen. Reisetermin vom 06.05. bis 15.05.22. Begleitet diese Reise auf diesem Online Reise Blog. Viel Spaß beim Lesen - Euer Harald Schobesberger

1. Tag - Freitag 06.05.2022

Pünktlich, so wie man das von der „Gruppe Nini“ erwartet, sind um 05.15 schon alle beim Gemeindeamt Schörfling. Abfahrt mit Apfel-Reisen nach Wien Schwechat. Wolfgang hat schon den Würstlkocher vorbereitet, denn meine Gäste bekommen einen persönlichen Bordservice am Weg nach Wien. Das Einchecken in Wien funktioniert perfekt. Die Bordingpässe hab ich schon im Bus ausgeteilt. Der Flug mit Finnair ist pünktlich. Wir landen wie geplant um 14.40 Uhr in Helsinki. Hier wartet auch schon unsere Reiseleiterin „Kielo“, was so viel heißt, wie Maiglöckchen auf uns. Gleich starten wir mit der Stadtrundfahrt in Helsinki. Helsinki, die finnische Hauptstadt, liegt auf einer Halbinsel am Finnischen Meerbusen. Die Stadt ist mit rund 700.000 Einwohnern nicht recht groß, aber sie hat viel zu bieten. Wir sehen den Dom zu Helsinki, der von Carl Ludwig von Engel erbaut wurde. Er steht am schönsten Platz von Helsinki am Senatsplatz, der von Regierungsgebäuden umgeben ist. Wir sehen auch das Sibelius Denkmal, aus Edelstahl errichtet. Nach dreistündiger Stadtrundfahrt fahren wir in unser Hotel Scandic Marina. Hier beziehen wir die Zimmer. Das Abendessen gibt es in Buffetform, so dass für jeden was dabei ist. Anschließend marschieren die meisten noch in die Altstadt, vorbei am Schwimmbad, das ins Meer gebaut ist. Heute Hier haben einige Finnen ihre Oldtimer zur Schau gestellt. Weiter geht es in die Flaniermeile von Helsinki. Es wird kalt. Wir kehren noch auf einen Drink ein und dann geht es zurück in unser Hotel. Kalt ist’s, aber schön!

2. Tag - Samstag 07.05.2022

Nach dem Frühstück geht es mit dem Bus zum Hafen. Abfahrt schon um 08.30 Uhr, geplant war 09.00 Uhr. Die Fahrt zur Fähre, die uns nach Tallinn bringen soll. Wir kaufen die Tickets und müssen warten, denn die Abfahrt ist um 10.30 Uhr. Das Terminal ist neu und modern. Eine große Halle mit weitem Blick hinaus auf den Finnischen Meerbusen. Tausend oder mehr Leute steigen in die Fähre. Viele Autos stehen Schlange zur Einfahrt in das metallische Riesenmonster. Um 15 Minuten früher startet die Schnellfähre Richtung Tallinn. Es gibt mehrere Decks an Bord des Schiffes. Unten die Autos, oben Kabinen und dazwischen gibt es Restaurants und Shops. Wir sitzen hinten im „Wintergarten“ und genießen die ruhige Überfahrt. Nach nicht ganz zwei Stunden erreichen wir Tallinn. Hier wartet auch schon unsere Reiseleiterin Nicole und unser Busfahrer Erlandes, die uns bis zum Schluss der Reise begleiten werden. Wir beginnen unsere Stadtrundfahrt und starten mit dem Schloss und Schlosspark Kadriorg, einem vor 300 Jahren von Zar Peter I. erbauten Barockschloss. Das Schloss liegt in einem großen Park, wo sich auch ein Rummelplatz für Kinder befindet. Dann geht es weiter in die Randbezirke von Tallinn. Dann fahren wir zur Sängerbühne, die bis zu 100.000 Gäste fassen soll. Hier findet jedes Jahr ein Sängerwettbewerb statt, zu dem Musikgruppen aus ganz Europa kommen. Ende der Stadtrundfahrt beim Hotel. Nun haben wir die Gelegenheit das Rotemann Viertel zu besuchen. Hier wurde aus einem Industrieviertel das aufgelassen wurde ein Ausgeh- und Shoppingbezirk gemacht. Leider hat es nun Regnen begonnen. Zum Abendessen sind wir im Hotel. Manche unserer Gäste besuchen noch die Altstadt von Tallin.

3. Tag - Sonntag 08.05.2022

Muttertag! Zum Frühstück kommen viele Einheimische zum Buffet. Nach dem Frühstück wartet Nicole auf uns. Abfahrt mit dem Bus zur Stadtrundfahrt. Wir fahren einmal um die Stadt herum. Tallinn, die Hauptstadt Estlands ist das kulturelle Zentrum des Landes. Bekannt sind vor allem die von einer Stadtmauer umschlossene, kopfsteingepflasterte Altstadt mit zahlreichen Cafés und Geschäften, sowie der Verteidigungsturm Kiek in de Kök aus dem 15. Jh. Wir bleiben bei der Russisch Orthodoxen Kirche stehen. Nicole erzählt uns, dass die Glocken nicht alle auf einmal läuten dürfen, weil sonst die Fenster der Nachbarhäuser bersten würden. Sie geht nicht mit uns in die Kirche, denn der Russisch Orthodoxe Patriarch Cyrill heißt den Krieg in der Ukraine für gut, aber alle Balten, sind verständlicherweise auf der Seite der Ukraine. Wir marschieren zur Oberstadt, von wo aus man einen tollen Blick auf die Unterstadt hat. Hier sieht man auch den Hafen mit den Kreuzfahrtenschiffen. Heute haben nur die MSC und einige Fährschiffe angelegt. Dann geht es langsam in die Unterstadt hinunter. Das Zentrum ist der Rathausplatz. Dieser historische Platz wird vom gotischen Rathaus mit einem 64 m hohen Turm dominiert, das im 13. Jh. errichtet wurde. Die Nikolaikirche, ein Wahrzeichen aus dem 13. Jh., zeigt kirchliche Kunst. Die Stadtführung endet am Stadtplatz. Jeder hat Zeit die Stadt auf eigene Faust zu erkunden. Um 19.00 Uhr treffen wir uns beim Restaurant Pfeffersack. Die Sonne scheint, aber es ist trotzdem kalt. Wir sitzen in einem Cafe am Rathausplatz und genießen die wärmenden Strahlen. Der Pfeffersack liegt im Historischen Zentrum der Altstadt. Die Einrichtung ist historisch, sowie die Gemäuer. Das Essen ist ok, die Bedienung extrem langsam und kompliziert. Vom Pfeffersack gehen wir zurück in unser Hotel, wo sich alle an der Bar nochmals treffen, bevor es zu Bett geht.

4. Tag - Montag 09.05.2022

Bei der Abfahrt sind wieder alle „überpünktlich“. Heute fahren wir Richtung Süden, nach Pärnu am Ostseestrand. Die Fahrt führt uns über eine gut ausgebaute Straße, durch endlose Wälder, vorbei an Seen und Wiesen. Die Landschaft ist flach. Nicole erzählt uns über die Esten und über die Letten. Es heißt, die Esten sind sehr langsam. Das merkten wir auch gestern beim Abendessen, wie langsam die Kellner(innen) sind. Nach zwei Stunden erreichen wir Pärnu. Pärnu ist ein bekannter Badeort an der Ostsee. Zuerst machen wir einen Spaziergang durch die Fußgängerzone. Alles wirkt ein wenig verlassen und ein wenig kommt der „Charme“ der ehemaligen Sowjetzeit durch. Wir trinken Kaffee und fahren dann zum Strand. Vier Kilometer lang ist der Sandstrand. Das Wasser ist hier sehr flach. Zum Baden müsste man ziemlich weit hinauswaten. Der Sand ist fein, das Wasser braun und es bläst ein kalter Wind. Also überhaupt nicht einladend. Im Sommer ist das sicher anders. Eine große Kuranstalt befindet sich hier, die das ganze Jahr offen hat. Über Holzpfade kommt man zu einer hölzernen Aussichtsplattform. Weiter geh die Fahr zur Grenze, an der nur mehr in einer Richtung Stichproben gemacht werden. Direkt an der Grenze gibt es ein kleines Selbstbedienungsrestaurant. Wir essen eine Kleinigkeit, bevor es weitergeht Richtung Riga. Nach einer weiteren Stunde Fahrzeit erreichen wir Riga. Wir beginnen gleich mit einer Stadtrundfahrt mit dem Bus, weil morgen machen wir alles zu Fuß. Riga, die Hauptstadt Lettlands, liegt an der Mündung der Düna. Bekannt ist die Stadt für die schönen Jugendstilbauten. Rund 630.000 Menschen leben in der Stadt, im gesamten Großraum gibt es rund eine Million. Wir erreichen das Hotel Monika, das nun für zwei Nächte unser Zuhause ist. Die Zimmer sind geräumig und schön. Gleich marschieren die meisten mal in die Altstadt, die nur zirka 1,2 Kilometer entfernt ist. Zum Abendessen sind wir wieder im Hotel. Hier dürften sie Personal aus Estland haben, denn die sind genauso langsam wie in Estland. Aber, das Essen schmeckt gut und jeder ist soweit happy. Einige gehen nochmals in die Altstadt, andere bleiben im Hotel. Mit einer kleinen Truppe gehen Lisa und ich auch nochmals in die Altstadt, vorbei an der Russischen Botschaft, die von der Polizei bewacht ist. Kerzen, Bilder von Vermissten, Provokationen liegen vor der Botschaft. Die Balten halten verständlicherweise zur Ukraine. Sie wollen nicht das gleiche Schicksal erfahren wie ihre Brüder die Ukrainer. Wir trinken in einer netten Bar noch einen Longdrink, dann geht es zurück ins Hotel.

5. Tag - Dienstag 10.05.2022

Nach dem Frühstück werden wir von Ingrida, unser Guide(in) abgeholt. Sie ist eine große Frau mit russischem Aussehen. Sie spricht sehr gutes und klares Deutsch. Mit ihr erleben wir heute Riga. Nach ersten einführenden Worten über die Stadt und über Lettland geht es in den Jugendstilbezirk, der gleich um die Ecke ist. Das historische Zentrum von Riga ist in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO. Wir besichtigen das Gebäude von außen, in dem die österreichische Botschaft untergebracht ist. Das erste Jugendstilgebäude, das wir sehen ist ein Mietshaus mit Geschäften in der Audēju Straße 7, das im Jahr 1899 gebaut wurde. Ein anderes Haus steht in der Elizabetes Straße 10a und 10b, die Michail Eisenstein, einer der bekanntesten Vertretern des Rigaer Jugendstils, entworfen hat. An der Fassade, des Gebäudes in der Smilšu Straße 8 findet man ausdrucksvolle Frauenfiguren, Blumen- und Pflanzenzeichnungen, Linienwindungen und Masken. Zu erwähnen ist auch das Haus mit den Figuren des lettischen Malers Janis Rozentāls. Weiter geht es zu Fuß in die Altstadt, vorbei am Freiheitsdenkmal der Letten mit der Figur, die drei goldene Sterne in den Himmel hält. Dann hinein, vorbei an den Gildehäusern bis zum Dom. Der Rigaer Dom ist, deren Wurzeln in das 12Jhd. zurück gehen. Unser(e) Guide(in) erklärt die wechselhafte Geschichte, die immer auch mit den Sovjets zu tun hat, denn die hatten mit Kirchen nichts am Hut. Dann zum Rathaus und zum Schwarzhäupterhaus, eines der Wahrzeichen der Stadt, obwohl nicht original, sondern nachgebaut. Dann haben wir Zeit zum Mittagessen. Am Nachmittag fahren wir mit einem Schiff eine Stunde entlang der Düna, vorbei am Fernsehturm, der heute noch zu den größten Gebäuden in der EU zählt und einer der größten Fernsehtürme der Welt ist. Nach der Schifffahrt verabschieden wir uns von Ingrida. Jeder kann nun seine Freizeit verbringen, wie er will. Um 19.00 Uhr gibt es Abendessen, diesmal Fisch. Nach dem Abendessen gehe ich mit einem Teil der Gruppe zum Radisson Blue, dem höchsten Hotel der Stadt. Hier befindet sich im 24. Stockwerk eine Bar, die wir besuchen. Leider funktioniert das mit dem Service nicht so gut, aber irgendwie bekommen wir dann doch unseren Long Drink. Dann geht es zurück durch die wunderbar beleuchtete Stadt ins Hotel.

6. Tag - Mittwoch 11.05.2022

Der Bus steht pünktlich um 08.30 Uhr vor dem Hotel. Die Gruppe ist wieder überpünktlich, so nach dem Motto „fünf Minuten vorher, ist um 10 Minuten zu spät“. Unser erster Stopp sind die Markthallen. Diese drei Markthallen waren ursprünglich Hangars für Zeppeline in Libau/Lettland. Heute beherbergen sie eine Halle mit Fisch, eine mit Fleisch und eine mit Gemüse und sonstigem Allerlei. Nun fahren wir los Richtung Klaipeda an der Ostsee. Zuerst machen wir aber noch einen Stopp beim Berg der Kreuze. Das ist ein katholisch- und touristisch geprägter Wallfahrtsort in Litauen. Es gibt mehrere Legenden, warum dieser Wallfahrtsort entstand. Von Wunderheilungen an diesem Hügel, bis zu einer Legende vom Fürsten Vilnius, der geschworen hatte, dass er wenn er einen Prozess gewinne, dass er ein Kreuz aufstellen werde, reichen die Legenden. Auch die Kommunistische Zeit konnte nichts ändern. Die Kreuze wurden immer mehr. 1993 besuchte der Papst Johannes Paul II den Ort und zelebrierte in einem errichteten Pavillon eine Messe und versprach, dass hier ein Kloster kommen sol. Dieses wurde auch gebaut. Einige unserer Teilnehmer besuchten das Kloster und trafen einen Geistlichen, der ihnen auch gleich einen Segen mit auf dem Weg gibt. Er war froh, wieder Deutsch sprechen zu können – seine Heimatsprache. Wir fahren weiter in, in die Gaststätte, wo Nicole schon für uns das Essen bestellt hat. Wir kommen in einen sehr schönen Gasthof mit schöner Terrasse und wunderbarem Essen. Zum draußen sitzen ist es allerdings zu kalt. Weiter geht die Fahrt über flaches Land. Links und rechts Felder, Wiesen und Haine. Wir erreichen Klaipeda Wir beziehen die Zimmer im futuristischen Hotel Abertone. So futuristisch das Gebäude von außen aussieht, so mangelhaft sind die Lifte. Wir machen einen Stadtrundgang in der Stadt, die früher mal Memel geheißen hat. Auch diese Stadt, war in der Geschichte hin- und hergerissen. Hitler, Stalin und jeder hat seine negativen Spuren hinterlassen. Jetzt versucht man seit der Wende hier wieder alles auf Vordermann zu bringen. Vieles ist schon gelungen! Das Abendessen im Hotel ist sehr gut. Es gibt Lachs und vorher einen guten frischen Salat und einen guten Nachtisch. Dann wollen einige in den 20 Stock des Hochhauses fahren. Im dritten Stock bleibt der Lift hängen. Wir holen Hilfe über das Telefon. Es dauert einige Zeit, bis wir den im halben Stockwerk hängenden Lift verlassen können. Keine Panik, aber eine unangenehme Situation für uns alle. Ich war wohl zu schwer! Nach einem Drink in einem Weinlokal geht es zu Bett.

7. Tag - Donnerstag 12.05.2022

Nach dem Frühstück Abfahrt um 08.30 Uhr zur Fähre, die uns auf die Kurische Nehrung bringt. Lastwagen, PKW und wir fahren auf die Fähre. Die Überfahrt über das Haff dauert nur wenige Minuten. Die Kurische Nehrung ist eine 98 km lange Halbinsel an der Nordküste des Samlands. Sie beginnt in Lesnoi (Russland) und endet am Memeler Tief. Seit 1945 gehören die nördlichen 52 km zu Litauen und die südlichen 46 km zur russischen Oblast Kaliningrad. Es gibt nur wenige Ansiedelungen. Wir fahren durch einen wunderschönen Wald, immer wieder mit einem Blick aufs Meer. Kormorane haben hier durch ihren Kot ein ganzes Waldstück kaputt gemacht. Leider regnet es heute und daher wirkt alles Grau in Grau. Nach einer halben Stunde erreichen wir Nidden. Nidden liegt auf der Haffseite, also auf der Innenseite. Kleine Holzhäuser, die braun, weiß und blau angemalt sind befinden sich links und rechts der Straße. Es ist nicht viel los, denn die Saison hat noch nicht begonnen. Der Ursprung der Siedlung liegt um 1385. Die Siedlung musste einmal verlegt werden, weil die Wanderdüne den Ort zugeschüttet hat. Heute gibt es ein wenig Tourismus und Fischfang in bescheidenem Ausmaß. Die Hauptattraktion ist das Thomas Mann Haus. Der Schriftstelle wohnte einige Zeit hier. Das Haus ist nun ein Ort der kulturellen Begegnung. Es befinden sich keine Originalteile im Haus. Wandtafeln erzählen über seine Familie und über sein Wirken als Schriftsteller. Bekannt ist der Ort auch für Bernstein, der hier überall gefunden wird. Wir bekommen eine Erklärung über die verschiedenen Arten von Bernstein und dürfen auch einen Bernsteinschnaps kosten. Dann fahren wir zur zirka 60 Meter hohen Sanddüne, wo es einen Aussichtspunkt gibt, von dem man aus schon nach Russland schauen kann. Nun geht es die gleiche Strecke zurück. Mit der Fähre setzen wir nach Klaipeda über. Hier essen wir in einem Supermarkt zu Mittag, weil das hier am schnellsten geht. Dann haben wir die vierstündige Fahrt nach Vilnius vor uns. Wir erreichen Vilnius um 18.30 Uhr. Das Abendessen ist für uns vorbereitet. Auch dieses schmeckt vorzüglich. Salat, dann Schweinesteak und ein Dessert. Alle marschieren dann noch in die Altstadt. Hier gibt es ein Lokal neben dem anderen. Viele junge Menschen sind unterwegs. Die Balten sind ein junges Volk! Wir kehren in einer Bar ein. Irgendwie kommen dann alle Teilnehmer der Gruppe hier wieder zusammen. 

8. Tag - Freitag 13.05.2022

Für abergläubische Menschen kein guter Tag, für uns schon. Nach dem Frühstück geht es zur Stadtrundfahrt. Zuerst fahren wir mit dem Bus zur St. Peter und Paul Kirche. Diese liegt nicht ganz im Zentrum. Sie ist eine der schönsten Barock Kirchen in Europa. Die Decke der Kirche, ist so reich mit Stuck verziert, dass fast kein Fleck frei bleibt. Nur dort, wo einst der Altar gestanden hat, ist keine Verzierung. Der Altar hätte einst mit dem Schiff kommen sollen, doch das Schiff ist untergegangen. Daher gibt es nur einen bescheidenen Altar und in der Mitte der Kirche hängt an einem Seil ein Kristall Segelschiff, dass an die Tragödie des untergegangenen Altars erinnert. Dann geht es weiter in die Innenstadt, vorbei an der verrückten Stadt Uzubis. Wir steigen aus und marschieren dann durch die Stadt. Hoch oben über der Stadt thront der Turm. Die Stadtväter haben den Wald abgehackt, daher rutscht es immer wieder, am steilen Berg, auf dem der Turm steht. Vilnius, ist die Hauptstadt von Litauen. Sie ist für seine Barockarchitektur bekannt, die sich besonders in der mittelalterlichen Altstadt zeigt. Wir marschieren über die die zum Teil mit Kopfsteinpflaster belegten Straßen. Die Gebäude links und rechts spiegeln unterschiedliche Stile und Zeiten wider, von der neoklassizistischen Kathedrale St. Stanislaus bis zur gotischen Kirche St. Anna. Wir gehen durch das Tor der Morgenröte aus dem 16. Jahrhundert, in dem sich eine Ikone der Jungfrau Maria befindet. Vorbei geht es an der Universität, bis hin zur Kathedrale mit dem markanten Glockenturm, der neben dem Gotteshaus steht. Daneben das Museum, das nach Originalplänen wieder aufgebaut wurde. Nach dreistündiger Stadtrundfahrt verlässt uns Nicole und bringt uns noch in ein Restaurant, in dem es eine Spezialität gibt – die sogenannten „Zeppeline“. Das sind Knödel, mit Faschiertem Fleisch, im Kartoffelteig. Lisa und ich spazieren durch die Stadt und besuchen auch die gotische Kirche und Uzupis. Uzupis ist ein Stadtteil, der sich selbst als Republik bezeichnet. Hier gibt es eine Verfassung die lustig zu lesen ist. So muss sich der Bürgermeister jedes Jahr im April abwägen lassen usw. Hier leben schräge Typen, auch die Häuser sind schräg dekoriert und zum Teil verfallen. Zum Abendessen sind wir im Hotel und dann geht es in die Altstadt, die heute vor jungen Menschen nur so überschwemmt ist.

9. Tag - Samstag 14.05.2022

Heute geht es zurück nach Riga. Nach dem Frühstück fahren wir mit dem Bus nach Rundale. Wir machen nach eineinhalb Stunden eine Pause. Dann geht es weiter zum Barockschloss von Rundale. Das Schloss wurde in zwei Perioden erbaut, und zwar von 1736 bis 1740 und von 1764 bis 1768. Berühmt ist das Schloss auch für die Gartenanlagen. Versailles oder Schloss Schönbrunn – es gibt vom Baustil Ähnlichkeiten. Prunk, Glanz und Glorie für eine Sommerresidenz. Bei dem Schloss dreht sich alles um Graf Ernst Johann Biron, der das Schloss erbauen ließ, dann aber in Ungnade fiel und nach Sibirien verbannt wurde. Nach der Verbannung kam er zurück ins Schloss. Als Architekt fungierte der Italiener mit französischer Abstammung Rastellli, das Versailles als Vorbild für das Schloss hatte. Die Sowjetzeit überstand das Schloss unter anderem als Getreidespeicher. Heute ist alles renoviert. Die Einrichtungsgegenstände waren abhandengekommen, aber diese werden laufend zurückgekauft. Wir nehmen das Mittagessen ein, bevor wir weiterfahren bis nach Riga. Am Späten Nachmittag erreichen wir das AC Hotel by Marriott in Riga. Das Abendessen ist super, allerdings hat das Hotel ein Problem mit der Klimaanlage, denn es ist eiskalt im Speisesaal. Einige nützen noch die Zentrumsnähe für einen Abendbummel in der Stadt.

10. Tag - Sonntag 15.05.2022

Heute dürfen wir länger schlafen. Abfahrt erst um 09.30 Uhr. Das Frühstück ein Traum! Dann fahren wir mit dem Bus Richtung Jürmala. Unser Busfahrer muss die Stadt weitläufig umfahren, da heute der Marathon ist und die Stadt für den Autoverkehr gesperrt ist. Nach zirka einer Stunde erreichen wir den Badeort am Rigaischen Meerbusen. Die Stadt ist bekannt für seine hölzernen Jugendstilvillen am Meer, die Sanatorien aus Sowjetzeiten und den langen Sandstrand von Jūrmala. Wir fahren entlang der Küstenstraße und sehen die alten Villen und die Sowjetbauten. Dann steigen wir aus und marschieren die Fußgängerzone entlang. Einige Geschäfte haben noch zu, manche für immer, so scheint es. Dann besuchen wir den 20 Kilometer langen Sandstrand. Hunderte Menschen wandern am Strand auf und ab. Wir kehren in ein nettes Lokal ein. Die Sonne scheint, Musik spielt, eine angenehme Atmosphäre. Leider heißt es heute Abschied nehmen von Riga und von den Baltischen Staaten. Am Weg zum Flughafen verabschieden wir uns von unserer Reiseleiterin Nicole und von unserem Busfahrer Erlandes. Die beiden haben es gut gemacht. Wir haben uns immer sicher gefühlt und Nicole hat uns viel erzählt. Wir fliegen mit Air Baltic. Zuerst heißt es Abflug am Gate C3, dann auf B5, dann wieder C5, völliges Chaos. Zudem bauen wir natürlich eine empfindliche Verspätung auf. Mit einer Stunde Verspätung landen wir in Wien. Leider fehlen zwei Gepäckstücke. Wir fragen bei der Gepäckermittlung. Die Koffer sind, da aber wo. Nach einer weiteren Stunde warten sind die Koffer endlich da. Nun können wir endlich abfahren. Wolfgang unser Busfahrer ist auch schon da. Um 23.15 erreichen wir Schörfling.

Eine wunderschöne Reise ist zu Ende. Nach zweimaligem Verschieben hat es nun endlich geklappt. Die Gruppe hat sich wieder gut verstanden, wir hatten viel Spaß und viele gemeinsame Erlebnisse. Ich freue mich schon auf die nächste Reise mit Gruppe „Nini“.


Verfasser

Harald Schobesberger




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